Medikamentöse Therapie
Atemstillstand (Apnoe)

Therapieziel

Return of spontaneus circulation (ROSC)

Therapieempfehlungen

Wirkstoffe (Hauptindikation)

Wirkstoffgruppen Wirkstoffe Besonderheiten
Sauerstoff Sauerstoff So viel und so früh wie möglich
Sympathomimetika Adrenalin

Standard-Vasopressor
Bei Asystolie (Herzstillstand)/PEA (pulslose elektrische Aktivität) schnellstmögliche Gabe!
Therapie der ersten Wahl: Behandlung eines Herzstillstands durch Kammerflimmern oder pulsloser VT* nach 3. erfolgloser Defibrillation 

Cave: Frühe Gabe (nach 1. erfolgloser Defibrillation) führt zu einem schlechteren Ergebnis [4]:

  • Anteil derer, die das Krankenhaus lebend verließen, war geringer als bei den übrigen Patienten (31 % vs. 48 %).
  • seltener einen Spontankreislauf (67 % vs. 79 %)
  • bei der Entlassung seltener ein gutes funktionelles Ergebnis (25 % vs. 41 %)
Antiarrhythmika Amiodaron Bei therapierefraktären ("nicht ansprechend auf eine Therapie") Kammerflimmern/ pulsloser VT*
  Lidocain 2. Wahl nach Amiodaron
Medikamente, die nur selten und bei gesicherter Indikation eingesetzt werden sollten Magnesium Bei VT/SVT**; Hypomagnesiämie (Magnesiummangel), Torsaden, Digitalisintoxikation
  Calcium Bei Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss), Hypocalcämie (Calciummangel), Calciumantagonisten-Intoxikation
  Natriumbicarbonat Bei Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss), Trizyklische Antidepressiva-Intoxikation
Thrombolyse Verschiedene Keine Routine-Anwendung; nur bei Verdacht auf oder bei nachgewiesener Lungenembolie
Betablocker Esmolol Bei wiederholtem Übergang von Tachykardie (Herzschlag über 100 Schläge pro Minute) in Kammerflimmern, z. B. durch Schnüffelstoffe; CAVE: keine Adrenalingaben
Hypothermie (Unterkühlung)
Absenkung auf 32 bis 34 °C
(gemäß Leitlinien)
Möglicherweise reicht auch eine milde Hypothermie mit 36 °C [3]

* Ventrikuläre Tachykardie (Kammertachykardie)
** Supraventrikuläre Tachykardie (Abk. SV-Tachykardie oder SVT)

Weitere Hinweise

  • In neuen Studien zeigt sich ein vermeintlich positiver Effekt von hypertoner Kochsalzlösung auf das Outcome ("Ergebnis") bei einer Reanimation (Wiederbeleben); ob sich das Langzeitüberleben dadurch verbessert, ist noch nicht geklärt [1].
  • Eine US-Studie zeigt Hinweise eines Überlebensvorteils bei der kombinierten Gabe von Adrenalin, Vasopressin und Glucocortikoid [2]; weitere Studien müssen allerdings noch folgen
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Literatur

  1. C Hahn et al.: Hypertonic saline infusion during resuscitation from out-of-hospital cardiac arrest: A matched-pai study from the German Resuscitation Registry
    Resuscitation 2014: online 8. Februar. doi: 10.1016/i.resuscitation 2013.12.033
  2. JP Buddinein, C Callaway, DT Huang: Epinephrine, vasopressin and steroids for in-hospital cardiac-arrest: the right cocktail therapy? Crit Care. 2014; 18(3):308
  3. Cronberg T et al.: Neurologic Function and Health-Related Quality of Life in Patients Following Targeted Temperature Management at 33 °C vs 36 °C After Out-of-Hospital Cardiac Arrest. A Randomized Clinical Trial. JAMA Neurol 2015; epub 6.4.15, doi:10.1001/jamaneurol.2015.0169,
  4. Andersen LW et al.: Early administration of epinephrine (adrenaline) in patients with cardiac arrest with initial shockable rhythm in hospital: propensity score matched analysis. BMJ 2016; 353: i1577

     
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