Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Atemstillstand (Apnoe)

Therapieziel

Return of spontaneus circulation (ROSC)

Therapieempfehlungen

  • Notfallmedikation im Rahmen der CPR (kardiopulmonalen Reanimation):
    • primär Adrenalin und ggf. Amiodaron oder Lidocain
    • Reanimation s. u. "Weitere Therapie"
  • Hypoxie (Sauerstoffmangel): Sauerstoffgabe in Abhängigkeit von SpOund Atemfrequenz
  • Hypo‑/Hyperkaliämie: 
    • Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss): u. a. Gabe von Calciumchlorid und/oder Natriumbikarbonat (s. u. Hyperkaliämie)
    • ggf. Dialyse
  • Hypothermie (Unterkühlung; hier: hypothermer Kreislaufstillstand): Wiedererwärmung mit ECLS (Extracorporeal Life Support System (ECLS); ein veno-arterielles Bypassverfahren für kardio-pulmonale Notfallsituationen)


Wirkstoffe (Hauptindikation)

Wirkstoffgruppen Wirkstoffe Besonderheiten
Sauerstoff Sauerstoff So viel und so früh wie möglich
Sympathomimetika Adrenalin

Standard-Vasopressor
Bei Asystolie (Herzstillstand)/PEA (pulslose elektrische Aktivität) schnellstmögliche Gabe!
Therapie der ersten Wahl: Behandlung eines Herzstillstands durch Kammerflimmern oder pulsloser VT* nach 3. erfolgloser Defibrillation 

Cave: Frühe Gabe (nach 1. erfolgloser Defibrillation) führt zu einem schlechteren Ergebnis [4]:

  • Anteil derer, die das Krankenhaus lebend verließen, war geringer als bei den übrigen Patienten (31 % vs. 48 %).
  • seltener einen Spontankreislauf (67 % vs. 79 %)
  • bei der Entlassung seltener ein gutes funktionelles Ergebnis (25 % vs. 41 %)

Bei Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses (OHCA) legt eine Studie nahe, dass Studie legt nahe, dass eine frühe Adrenalingabe mit einer besseren Prognose bei OHCA mit schockbarem und nicht schockbarem Anfangsrhythmus einhergeht [5].
Einschränkung: Beobachtungsstudie

Antiarrhythmika Amiodaron Bei therapierefraktären ("nicht ansprechend auf eine Therapie") Kammerflimmern/ pulsloser VT*
  Lidocain 2. Wahl nach Amiodaron
Medikamente, die nur selten und bei gesicherter Indikation eingesetzt werden sollten Magnesium Bei VT/SVT**; Hypomagnesiämie (Magnesiummangel), Torsaden, Digitalisintoxikation
  Calcium Bei Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss), Hypocalcämie (Calciummangel), Calciumantagonisten-Intoxikation
  Natriumbicarbonat Bei Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss), Trizyklische Antidepressiva-Intoxikation
Thrombolyse Verschiedene Keine Routine-Anwendung; nur bei Verdacht auf oder bei nachgewiesener Lungenembolie
Betablocker Esmolol Bei wiederholtem Übergang von Tachykardie (Herzschlag über 100 Schläge pro Minute) in Kammerflimmern, z. B. durch Schnüffelstoffe; CAVE: keine Adrenalingaben
Hypothermie (Unterkühlung)
Absenkung auf 32 bis 34 °C
(gemäß Leitlinien)
Möglicherweise reicht auch eine milde Hypothermie mit 36 °C [3]

* Ventrikuläre Tachykardie (Kammertachykardie)
** Supraventrikuläre Tachykardie (Abk. SV-Tachykardie oder SVT)

Weitere Hinweise

  • In neuen Studien zeigt sich ein vermeintlich positiver Effekt von hypertoner Kochsalzlösung auf das Outcome ("Ergebnis") bei einer Reanimation (Wiederbeleben); ob sich das Langzeitüberleben dadurch verbessert, ist noch nicht geklärt [1].
  • Eine US-Studie zeigt Hinweise eines Überlebensvorteils bei der kombinierten Gabe von Adrenalin, Vasopressin und Glucocortikoid [2]; weitere Studien müssen allerdings noch folgen
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Literatur

  1. C Hahn et al.: Hypertonic saline infusion during resuscitation from out-of-hospital cardiac arrest: A matched-pai study from the German Resuscitation Registry
    Resuscitation 2014: online 8. Februar. doi: 10.1016/i.resuscitation 2013.12.033
  2. JP Buddinein, C Callaway, DT Huang: Epinephrine, vasopressin and steroids for in-hospital cardiac-arrest: the right cocktail therapy? Crit Care. 2014; 18(3):308
  3. Cronberg T et al.: Neurologic Function and Health-Related Quality of Life in Patients Following Targeted Temperature Management at 33 °C vs 36 °C After Out-of-Hospital Cardiac Arrest. A Randomized Clinical Trial. JAMA Neurol 2015; epub 6.4.15, doi:10.1001/jamaneurol.2015.0169,
  4. Andersen LW et al.: Early administration of epinephrine (adrenaline) in patients with cardiac arrest with initial shockable rhythm in hospital: propensity score matched analysis. BMJ 2016; 353: i1577
  5. Okubo M et al. Association of Timing of Epinephrine Administration With Outcomes in Adults With Out-of-Hospital Cardiac Arrest. JAMA Netw Open. 2021;4(8):e2120176. doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.20176

Leitlinien

  1. Gräsner J.-T. et al.: European Resuscitation Council Guidelines 2021: Epidemiology of cardiac arrest in Europe. Published by Elsevier B.V. März 2021. doi.org/10.1016/j.resuscitation.2021.02.007
  2. S3-Leitlinie: Sauerstoff in der Akuttherapie beim Erwachsenen. (AWMF-Registernummer: 020 - 021), Juni 2021 Langfassung

     
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