Operative Therapie
Pfortaderhochdruck (Portale Hypertonie)

Akute Ösophagusvarizen- bzw. Fundusvarizenblutung

Folgende Maßnahmen kommen zur Stillung einer akuten Ösophagusvarizen- bzw. Fundusvarizenblutung in Betracht:

  • Gummibandligatur (GBL) – Diese wird endoskopisch durchgeführt und gilt als Methode der Wahl. Sie ist mit deutlich weniger Komplikationen verbunden als die Varizensklerosierung. 
  • Varizensklerosierung (Varizenverödung) – Dabei wird ein Sklerosans (Verhärtungsmittel), z. B. Polidocanol, eingespritzt, das durch einen Entzündungsreiz zur Verödung führt. Mögliche Komplikationen sind Perforation (Durchbohrung), Strikturen (hochgradige Verengungen), Pleuraerguss (pathologische (krankhafte) Flüssigkeitsansammlung zwischen Pleura parietalis (Brustfell) und Pleura visceralis (Lungenfell)), Perikarderguss (Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel), Fieber und Bakteriämie (Vorhandensein von Bakterien im Blut). Die Komplikationsrate beträgt 10 %.
  • Histoacryl – Die Behandlung mit Kunststoffklebern ist bei Magenfundusvarizen (Krampfadern des Magengrundes) indiziert, sofern diese durch Ligaturen nicht sicher behandelt werden können.
  • Sondentamponade – bei persistierender (andauernder) Blutung zur Kompression der Varizen; Ballonsonde: Aufblasen eines Ballons, der die Blutgefäße zusammenpresst. Hierfür empfiehlt sich die Sengstaken-Blakemore-Sonde (bei Varizen der terminalen Speiseröhre und Kardiaregion (Übergangsbereich von der Speiseröhre zum Magen)) oder auch die Linton-Nachlas-Sonde (bei Varizen des Magenfundus). Anschließend erfolgt eine endoskopische Therapie.
    Die Anwendung einer Kompressionssonde ist mit folgenden Risiken verbunden und sollte daher nur kurzfristig eingesetzt werden (Komplikationsrate 10-20 %):
    • Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung)
    • Ösophagusnekrose (Absterben der Ösophagusschleimhaut)
    • Ösophagusruptur (Speiseröhrenriss)
    • Pneumonie (Lungenentzündung) durch Übertritt von Magensaft in die Lungen
  • Selbstexpandierender Metall-Stent (mit Plastiküberzug) – z. B. Ella-Stent; wird im distalen Ösophagus (Teil der Speiseröhre, der in der Bauchhöhle liegt) für 1-2 Wochen angelegt; gilt als Reserveverfahren

Sekundärprophylaxe – Rezidivprophylaxe 

Das Risiko für eine Rezidivblutung (erneute Blutung nach der ersten Blutung) ist groß. Innerhalb der ersten 10 Tage nach der ersten Blutung liegt es bei 35 % und innerhalb eines Jahres nach der ersten Blutung liegt die Rezidivrate bei 70 %. Die Sekundärprophylaxe ist folglich obligat. Sie ist durch eine Kombinationstherapie aus Gummibandligatur und medikamentöser Therapie (nicht-selektive Betablocker) am effektivsten.

     
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