Symptome – Beschwerden
Gelbsucht (Ikterus)

Folgende Symptome und Beschwerden können gemeinsam mit einem Ikterus (Gelbsucht) auftreten:

Pathognomonisch (für eine Krankheit kennzeichnend) 

  • Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute – am ehesten an den Skleren (Lederhaut des Auges) zu erkennen; die Gelbfärbung betrifft auch die inneren Organe und die Körperflüssigkeiten

Der Ikterus wird sichtbar als:

  • Sklerenikterus: Bilirubinkonzentration von 2 mg/dl
  • Hautikterus:3 bis 4 mg/dl

Bei Gelbfärbung und einer Bilirubinkonzentration zwischen 1 und 2 mg/dl spricht man von einem Subikterus.

Begleitsymptom

  • Dunkelfärbung des Urins – durch Ausscheidung der Gallesäuren durch die Nieren – sowie eine Entfärbung des Stuhls (= acholischer Stuhl: weißer bis grauweißer Stuhl, schlecht geformt/zerfahrener bzw. zerhackter Stuhl) – durch fehlende Galleausscheidung in den Darm wg. einer Störung der Gallebildung oder des Galleabflusses (Cholestase)

Warnzeichen (red flags)

  • Schmerzloser progredienter (fortschreitende) Ikterus→ denken an: Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) 
  • Bei gleichzeitigem Auftreten von Unruhe, Konzentrationsstörungen, Benommenheit und Foetor hepaticus (spezifischer Atemgeruch: nach roher Leber riechend) an ein fulminantes Leberversagen denken.
  • Ikterus und Fieber, ggf. auch mit Koliken → denken an: Cholangitis (Gallengangsentzündung) 
  • Ikterus und Koliken → denken an: Choledocholithiasis (Gallengangssteine)
  • Ikterus und Pruritus (Juckreiz) → denken an: primär biliäre Cholangitis (PBC, Synonyme: nichteitrige destruierende Cholangitis; früher primär biliäre Zirrhose) – relativ seltene Autoimmunerkrankung der Leber (betrifft in ca. 90 % der Fälle Frauen); beginnt primär biliär, d. h. an den intra- und extrahepatischen Gallenwegen, die durch eine Entzündung zerstört werden (= chronisch nichteitrige destruierende Cholangitis). Im längeren Verlauf greift die Entzündung auf das gesamte Lebergewebe über und führt schließlich zu einer Vernarbung bis hin zur Zirrhose; Nachweis antimitochondrialer Antikörper (AMA); PBC ist häufig assoziiert mit Autoimmunerkrankungen (Autoimmunthyreoiditis, Polymyositis, systemischer Lupus erythematodes (SLE), progressive systemische Sklerose, rheumatoider Arthritis); in 80 % der Fälle mit einer Colitis ulcerosa assoziiert; Langzeitrisiko für ein cholangiozelluläres Karzinom liegt bei 7-15 %
  • Eine vergrößerte, knotige und harte Leber ist häufig Ursache von Metastasen (Tochtergeschwülste).
     
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