Gelbsucht (Ikterus) – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Beurteilung des Allgemeinzustands, der Körpertemperatur, des Pulses und des Blutdrucks; des Weiteren:
    • Inspektion
      • Skleren (weiße Augenhaut), Haut und Schleimhäute* [ikterische Gelbfärbung der Skleren, Haut und Schleimhäute]
      • Haut – Beurteilung auf Exkoriationen (Kratzspuren) als Hinweis auf Pruritus (Juckreiz), Hämatome (Blutergüsse) bzw. Ekchymosen (flächenhafte Hautblutungen) sowie Zeichen einer chronischen Lebererkrankung wie Spider-Nävi (spinnenförmige Gefäßerweiterungen) und Palmarerythem (Rötung der Handflächen)
      • Ernährungs- und Kräftezustand – insbesondere Beurteilung auf Kachexie (krankhafte Auszehrung) bei möglicher malignitätsbedingter biliärer Obstruktion (Gallenwegsverschluss)
  • Untersuchung des Abdomens (Bauches)
    • Inspektion – Beurteilung von Abdomenumfang, sichtbaren Kollateralvenen (Umgehungsvenen) und Zeichen eines Aszites (Bauchwassersucht)
    • Palpation
      • Leber – Beurteilung von Größe, Konsistenz, Oberfläche, Leberrand und Druckschmerzhaftigkeit
      • Milz – Beurteilung auf Splenomegalie (Milzvergrößerung) als möglichen Hinweis auf portale Hypertension (Pfortaderhochdruck) bzw. eine hämolytische Genese (durch verstärkten Abbau roter Blutkörperchen bedingte Ursache)
      • Rechter Oberbauch – Prüfung auf Druckschmerz und Abwehrspannung (unwillkürliche Anspannung der Bauchdecke)
      • Gallenblase – Prüfung auf eine tastbare vergrößerte Gallenblase; Courvoisier-Zeichen (schmerzlos tastbare vergrößerte Gallenblase bei gleichzeitigem Ikterus) als Hinweis auf eine distale mechanische Gallenwegsobstruktion (Verschluss der tiefer gelegenen Gallenwege), insbesondere bei malignitätsbedingter Obstruktion
    • Perkussion – orientierende Bestimmung der Leber- und Milzgröße sowie Prüfung auf Aszites, z. B. durch Flankendämpfung und verschiebliche Dämpfung
  • Neurologische Untersuchung
    • Beurteilung von Bewusstseinslage und Orientierung sowie Prüfung auf Asterixis (flatterndes Handzittern) (flapping tremor) zum Erkennen einer möglichen hepatischen Enzephalopathie (leberbedingten Hirnfunktionsstörung)

Red Flags (Warnzeichen) bei Ikterus (Gelbsucht)

  • Ikterus mit Fieber bzw. Schüttelfrost und Schmerzen im rechten Oberbauch – Charcot-Trias (Ikterus, Fieber/Schüttelfrost und rechtsseitiger Oberbauchschmerz); dringender Verdacht auf akute Cholangitis (akute Gallenwegsentzündung)
  • Charcot-Trias mit zusätzlicher Hypotonie (niedrigem Blutdruck) und Bewusstseinsstörung – Reynolds-Pentade (Charcot-Trias plus Kreislaufinstabilität und Bewusstseinsstörung); Hinweis auf schwere Cholangitis mit Sepsis (Blutvergiftung) bzw. Organdysfunktion (gestörte Organfunktion)
  • Neu aufgetretene Bewusstseinsstörung, Desorientierung (Störung der zeitlichen, örtlichen oder persönlichen Orientierung) oder Asterixis bei akutem Ikterus – dringender Verdacht auf hepatische Enzephalopathie bzw. akutes Leberversagen (plötzliches Versagen der Leberfunktion)
  • Schmerzlos progredienter Ikterus, insbesondere in Verbindung mit ungewolltem Gewichtsverlust oder tastbarer, nicht druckschmerzhafter Gallenblase – dringender Verdacht auf maligne biliäre Obstruktion (bösartigen Gallenwegsverschluss)
  • Hypotonie, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) oder deutlich reduzierter Allgemeinzustand bei Ikterus – mögliche Sepsis oder schwere hepatische Dekompensation (Entgleisung einer Lebererkrankung)
  • Spontane Hämatome, ausgeprägte Ekchymosen oder Schleimhautblutungen bei Ikterus – möglicher Hinweis auf eine klinisch relevante Gerinnungsstörung (Störung der Blutgerinnung) bei schwerer Leberfunktionsstörung (Störung der Leberfunktion)

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.

*Ein Ikterus wird klinisch in der Regel bei einer Gesamtbilirubinkonzentration von etwa 3 mg/dl (circa 51 µmol/l) sichtbar; die Erkennbarkeit hängt unter anderem von Beleuchtung und Hautpigmentierung ab. Die Gelbfärbung ist häufig zuerst an den Skleren erkennbar.

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Beurteilung des Allgemeinzustands, der Körpertemperatur, des Pulses und des Blutdrucks; des Weiteren:
    • Inspektion
      • Skleren (weiße Augenhaut), Haut und Schleimhäute* [ikterische Gelbfärbung der Skleren, Haut und Schleimhäute]
      • Haut – Beurteilung auf Exkoriationen (Kratzspuren) als Hinweis auf Pruritus (Juckreiz), Hämatome (Blutergüsse) bzw. Ekchymosen (flächenhafte Hautblutungen) sowie Zeichen einer chronischen Lebererkrankung wie Spider-Nävi (spinnenförmige Gefäßerweiterungen) und Palmarerythem (Rötung der Handflächen)
      • Ernährungs- und Kräftezustand – insbesondere Beurteilung auf Kachexie (krankhafte Auszehrung) bei möglicher malignitätsbedingter biliärer Obstruktion (Gallenwegsverschluss)
  • Untersuchung des Abdomens (Bauches)
    • Inspektion – Beurteilung von Abdomenumfang, sichtbaren Kollateralvenen (Umgehungsvenen) und Zeichen eines Aszites (Bauchwassersucht)
    • Palpation
      • Leber – Beurteilung von Größe, Konsistenz, Oberfläche, Leberrand und Druckschmerzhaftigkeit
      • Milz – Beurteilung auf Splenomegalie (Milzvergrößerung) als möglichen Hinweis auf portale Hypertension (Pfortaderhochdruck) bzw. eine hämolytische Genese (durch verstärkten Abbau roter Blutkörperchen bedingte Ursache)
      • Rechter Oberbauch – Prüfung auf Druckschmerz und Abwehrspannung (unwillkürliche Anspannung der Bauchdecke)
      • Gallenblase – Prüfung auf eine tastbare vergrößerte Gallenblase; Courvoisier-Zeichen (schmerzlos tastbare vergrößerte Gallenblase bei gleichzeitigem Ikterus) als Hinweis auf eine distale mechanische Gallenwegsobstruktion (Verschluss der tiefer gelegenen Gallenwege), insbesondere bei malignitätsbedingter Obstruktion
    • Perkussion – orientierende Bestimmung der Leber- und Milzgröße sowie Prüfung auf Aszites, z. B. durch Flankendämpfung und verschiebliche Dämpfung
  • Neurologische Untersuchung
    • Beurteilung von Bewusstseinslage und Orientierung sowie Prüfung auf Asterixis (flatterndes Handzittern) (flapping tremor) zum Erkennen einer möglichen hepatischen Enzephalopathie (leberbedingte Hirnfunktionsstörung)

Red Flags (Warnzeichen) bei Ikterus (Gelbsucht)

  • Ikterus mit Fieber bzw. Schüttelfrost und Schmerzen im rechten Oberbauch – Charcot-Trias (Ikterus, Fieber/Schüttelfrost und rechtsseitiger Oberbauchschmerz); dringender Verdacht auf akute Cholangitis (akute Gallenwegsentzündung)
  • Charcot-Trias mit zusätzlicher Hypotonie (niedrigem Blutdruck) und Bewusstseinsstörung – Reynolds-Pentade (Charcot-Trias plus Kreislaufinstabilität und Bewusstseinsstörung); Hinweis auf schwere Cholangitis mit Sepsis (Blutvergiftung) bzw. Organdysfunktion (gestörte Organfunktion)
  • Neu aufgetretene Bewusstseinsstörung, Desorientierung (Störung der zeitlichen, örtlichen oder persönlichen Orientierung) oder Asterixis bei akutem Ikterus – dringender Verdacht auf hepatische Enzephalopathie bzw. akutes Leberversagen (plötzliches Versagen der Leberfunktion)
  • Schmerzlos progredienter Ikterus, insbesondere in Verbindung mit ungewolltem Gewichtsverlust oder tastbarer, nicht druckschmerzhafter Gallenblase – dringender Verdacht auf maligne biliäre Obstruktion (bösartigen Gallenwegsverschluss)
  • Hypotonie, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) oder deutlich reduzierter Allgemeinzustand bei Ikterus – mögliche Sepsis oder schwere hepatische Dekompensation (Entgleisung einer Lebererkrankung)
  • Spontane Hämatome, ausgeprägte Ekchymosen oder Schleimhautblutungen bei Ikterus – möglicher Hinweis auf eine klinisch relevante Gerinnungsstörung (Störung der Blutgerinnung) bei schwerer Leberfunktionsstörung (Störung der Leberfunktion)

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.

*Ein Ikterus wird klinisch in der Regel bei einer Gesamtbilirubinkonzentration von etwa 3 mg/dl (circa 51 µmol/l) sichtbar; die Erkennbarkeit hängt unter anderem von Beleuchtung und Hautpigmentierung ab. Die Gelbfärbung ist häufig zuerst an den Skleren erkennbar.