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Renin

Beim Renin handelt es sich um ein Endoprotease (hormonähnliches Enzym), die in der Niere, genauer im juxtaglomerulären Apparat, gebildet wird.

Es stellt ein wichtiges Glied im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) dar, welches den Blutdruck und den Salzhaushalt mit reguliert.

Es wird vermehrt Renin gebildet, wenn ein Natriummangel im Blut oder eine Hypovolämie (vermindertes Blutvolumen) über die Rezeptoren bestimmt wird.
Das Renin wiederum regt die Aktivierung des Angiotensinogens zu Angiotensin I an, welches dann durch weitere Hormone zu Angiotensin II umgebaut wird.
Das Angiotensin II führt zu einer Vasokonstriktion (Gefäßverengung) und somit zu einer Blutdrucksteigerung. Daneben führt es zu einer Freisetzung des Aldosterons, welches zu Natrium- und Wasserrückgewinnung führt.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • EDTA-Plasma, tiefgefroren (Hinweis: Wegen der Gefahr einer Kryoaktivierung nicht im Kühlschrank aufbewahren)

Vorbereitung des Patienten

  • Vor jeder Messung sollten die Kaliumwerte normalisiert sein.
  • Der Patient sollte zu einer ausgewogenen Diät bezüglich seiner Salzaufnahme aufgefordert werden.
  • Die Blutabnahme sollte vormittags, ungefähr 2 Stunden nach dem Aufstehen, in sitzender Position nach 5 bis 15 Minuten Ruhe, erfolgen.

Störfaktoren

  • Vier Wochen vor der Testung müssen Spironolacton, Eplerenon, drospirenonhaltige Kontrazeptiva (Empfängnisverhütungsmittel), Amilorid  und Triamteren abgesetzt werden, da diese den Aldosteron-Renin-Quotienten (ARQ) nachhaltig beeinflussen.
  • Auf den Verzehr von Lakritze und Kautabak verzichten.

Normwerte Erwachsene

Körperlage Normwerte in ng/l
Liegend 6-65
Stehend 6-30

Normwerte Kinder

Alter Normwerte in ng/l
Neugeborene 24-850
1 Monat - 1 Jahr 5-308
< 5 Jahre 5-112
5-16 Jahre 5-143

Indikationen

  • Verdacht auf eine renale Ursache der Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Diagnose und Verlaufsbeurteilung
    • primärer Hyperaldosteronismus (Morbus Conn) – Erkrankung, die zu einem erhöhten Aldosteron-Serumspiegel und erniedrigtem Renin-Serumspiegel führt; häufig bedingt durch Adenome (gutartige Tumoren)
    • isolierter Mineralocorticoid-Mangel
    • Aldosteron-Funktionsstörungen

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Adrenogenitales Syndrom (AGS) – autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit, die durch Störungen der Hormonsynthese in der Nebennierenrinde gekennzeichnet sind. Diese Störungen führen zu einem Mangel an Aldosteron und Cortisol. sowie zu einer Reninerhöhung
  • Aldosteronabbaustörung: Leberfunktionsstörungen, wie z. B. Leberzirrhose (irreversible (nicht umkehrbare) Schädigung der Leber und ausgeprägter Umbau des Lebergewebes)
  • Aldosteron-sezernierender Tumor
  • Renin-sezernierende Tumoren: Nierenzellkarzinom (Nierenkrebs), Bronchialkarzinom (Lungenkrebs), Bartter-Syndrom (sehr seltene genetische Stoffwechselerkrankung mit autosomal-dominantem oder autosomal-rezessivem oder X-chromosomal-rezessivem Erbgang; Defekt tubulärer Transportproteine; Hyperaldosteronismus (Krankheitszustände, die mit einer erhöhten Ausschüttung von Aldosteron einhergehen), Hypokaliämie (Kaliummangel) und Hypotonie (niedriger Blutdruck))
  • Sekundärer Hyperaldosteronismus 
    • Stimulation des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems:
    • Renin ↑, Aldosteron ↑
    • manifester arterieller Hypertonus (Bluthochdruck)
    • Nierenarterienstenosen – Verengung der die Nieren versorgenden Gefäße
  • Lakritze – führt in einer täglichen Aufnahme von > 500 g zu einer Aldosteronerhöhung
  • Medikamente
    • Carbenoxolon (Antiphlogistikum) → Aldosteron 
    • Diuretika (entwässernde Medikamente) → Aldosteron 
    • Glucocorticoide → Renin ↑
  • Schwangerschaft – physiologische Erhöhung

Interpretation erniedrigter Werte

  • Primärer Hyperaldosteronismus (Morbus Conn) – Erkrankung, die zu einem erhöhten Aldosteron-Serumspiegel und erniedrigtem Renin-Serumspiegel führt; häufig bedingt durch Adenome (gutartiger Tumor)
  • Idiopathischer Hyperaldosteronismus – meist bilaterale Hyperplasie (beidseitige Vergrößerung) der Nebennierenrinde verursacht
  • Primäre makronoduläre Hyperplasie der Nebennierenrinde

Weitere Hinweise

  • Beim Verdacht auf Hyperaldosteronismus sollte initial das Verhältnis von Aldosteron und Renin, der Aldosteron-Renin-Quotient (ARQ), im Blut bestimmt werden.
     
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