Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

Therapieziele

  • Verbesserung der Symptomatik
  • Verlängerung der Überlebenszeit

Therapieempfehlungen

Die nachfolgenden Therapieempfehlungen betreffen:

  • Hyperplasie des Endometriums (Größenzunahme der Gebärmutterschleimhaut) ohne Atypien (Abweichen von der Norm)
  • Hyperplasie des Endometriums mit Atypien (fakultative Vorstufen des Endometriumkarzinoms)
  • das frühe endometrioide Endometriumkarzinom bei dringendem Kinderwunsch T1a (FIGO IA)(gut differenziertes, Progesteronrezeptor positives endometrioides Endometriumkarzinom ohne Myometriuminfiltration/Einwachsen in die mittlere, aus glatter Muskulatur bestehende bestehende Schicht der Gebärmutterwand)
  • die systemische adjuvante (ergänzende) Chemotherapie, sequenziell nach Strahlentherapie (Brachy- und/oder Teletherapie) bei:
    • Typ-II-Endometriumkarzinom sowie bei Patientinnen mit Typ-I-Endometriumkarzinom G3 pT1b und Stadium pT2 (jeweils pN0)
    • Endometriumkarzinom im Stadium pT3 und/oder pN1
    • Endometriumkarzinom im Stadium pT4a oder M1, die makroskopisch tumorfrei operiert wurden oder einen maximalen postoperativen Resttumor unter 2 cm haben
  • die systemische palliative Therapie (palliativ: Behandlung, die nicht auf eine Heilung einer bestehenden Grunderkrankung abzielt, sondern auf die Reduzierung der Folgen)

Weitere Hinweise

  • Eine adjuvante Gestagentherapie nach Operation eines Endometriumkarzinoms soll nicht durchgeführt werden.
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Hyperplasie des Endometriums ohne Atypien

Prämenopause: Zyklische oder kontinuierlicher orale, vaginale Gestagentherapie, gestagenhaltiges Intrauterinpessar, gestagenbetonte orale Kontrazeptiva (Antibabypille) bei chronischen oligo/anovulatorischen Zyklen z. B. Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCO-Syndrom)

Postmenopause: Kontinuierliche orale, vaginale, intrauterine Gestagentherapie als Prophylaxe, wenn eine operative Sanierung (Hysterektomie plus Adnexektomie/Gebärmutterentfernung inklusive Eierstöcke und Eileiter, beidseits) aus persönlichen Gründen nicht angestrebt wird, oder wegen risikobehafteter Komorbidität (Begleiterkrankung)nicht indiziert ist.

Therapiedauer: sechs bis neun Monate, danach Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) und Kürettage (Ausschabung)

Hyperplasie des Endometriums mit Atypien (Fakultative Vorstufe des Endometriumkarzinoms)

Hinweise:

  • Karzinomrisiko etwa 30 %.
  • Es sollte sowohl prämenopausal bei abgeschlossener Familienplanung und postmenopausel eine Hysterektomie mit Adnexexstirpation beidseits dringend empfohlen werden.
  • Nach Abrasio, die eine atypische Endometriumhyperplasie ergeben hat, besteht in bis zu 30 % ein invasives Karzinom im Hysterektomiepräparat

Bei Frauen mit bestehendem Kinderwunsch und Patientinnen mit erhöhtem Operationsrisiko ist eine hochdosierte Gestagentherapie möglich, auch ein gestagenehaltiges Intrauterinpessar Voraussetzung:

  • sorgfältige und kurzfristige Kontrollen, auch mittels Histologie (feingewebliche Untersuchung), da nach Revision unter Gestagenen in etwa einem Drittel Rezidive (Wiederauftreten der Erkrankung)bis hin zum invasiven Karzinom entstehen können
  • Therapiedauer 3 (-6) Monate, danach Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) und Kontrollabrasio (Ausschabung)

Nach erfülltem Kinderwunsch ist eine chirurgische Therapie entsprechend dem Fortschritt der Erkrankung durchzuführen.

Frühes endometrioides Endometriumkarzinom bei dringendem Kinderwunsch T1a (FIGO IA)

Nur als Einzelfallentscheidung nach sehr gründlicher Diagnostik mittels:

  • Vaginalem Ultraschall
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Histologie nach Hysteroskopie und gründlicher Abrasio
  • Ausschluss eines gleichzeitig bestehenden endometrioiden Ovarialkarzinoms durch Pelviskopie/Bauchspiegelung (Inzidenz/Häufigkeit von Neuerkrankungen bis zu 25 %)

 und Aufklärung da:

  • Versagerquote ca. 25 %
  • Rezidivwahrscheinlichkeit ca. 30 %
  • Nach mindestens drei Monaten Therapie, Histologie-Kontrolle
  • Erst nach kompletter Remission eine Schwangerschaft angestrebt werden kann

Nach erfülltem Kinderwunsch ist eine chirurgische Therapie entsprechend dem Fortschritt der Erkrankung durchzuführen.

Systemische adjuvante Chemotherapie

Chemotherapeutika

  • Eine systemische adjuvante Chemotherapie soll sequenziell nach Brachy- und/oder Teletherapie durchgeführt werden bei:
    • Typ-II-Endometriumkarzinom sowie bei Patientinnen mit Typ-I-Endometriumkarzinom G3 pT1b und Stadium pT2 (jeweils pN0)
    • Endometriumkarzinom im Stadium pT3 und/oder pN1
    • Endometriumkarzinom im Stadium pT4a oder M1, die makroskopisch tumorfrei operiert wurden oder einen maximalen postoperativen Resttumor unter 2 cm haben
  • Chemotherapie in der Kombination eines Platinpräparates mit Paclitaxel ist am wirksamsten
  • Keine adjuvante endokrine Therapie mit Gestagenen

Systemische palliative Therapie

  • Bei Rezidiven (Wiederauftreten der Erkrankung) und Metastasen (Tochtergeschwülste) kann eine palliative Chemotherapie, wenn Operation und Strahlentherapie nicht möglich sind, durchgeführt werden mit Anthracyclinen, Platinderivaten, Taxanen
  • Eine endokrine Therapie mit Medroxyprogesteronacetat (MPA; 200 mg/d) oder Megestrolazetat  (MGA; 160 mg/d) kann bei Frauen mit Rezidiv nach Endometriumkarzinom (EC) durchgeführt werden.,
    Bei Frauen mit Rezidiv nach EC führt eine endokrine Therapie mit MPA zu höheren Ansprechraten, wenn eine Progesteronrezeptorexpression oder eine Östrogenrezeptorexpression oder eine gut bis mittelgradige Differenzierung (G1/G2) des Tumors nachweisbar sind.

Literatur

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Endometriumkarzinom. (AWMF-Registernummer: 032 - 034OL), April 2018 Kurzfassung Langfassung

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Endometriumkarzinom. (AWMF-Registernummer: 032 - 034OL), April 2018 Kurzfassung Langfassung

     
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