Medizingerätediagnostik
Schleudertrauma

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule in zwei Ebenen, ggf. zusätzlich Schrägaufnahmen/Zielaufnahmen

Fakultative Medizingerätediagnostik ‒ in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und der obligaten Medizingerätediagnostik ‒ zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Computertomographie des Schädels (Schädel-CT, craniale CT bzw. cCT) und der Halswirbelsäule – bei neurologischem Defizit, auffälliger konventioneller Röntgendiagnostik
  • Magnetresonanztomographie (MRT) der Halswirbelsäule – bei Verdacht auf Weichteilschäden (Bandverletzungen, Hämatom (Bluterguss), Ödem (Wassereinlagerung))
  • Dopplersonographie (Ultraschalluntersuchung, die Flüssigkeitsströme (vor allem den Blutfluss) dynamisch darstellen kann) – bei Verdacht auf Gefäßverletzungen

Weitere Hinweise

  • Gemäß einer Metaanalyse ist der Nutzen einer zusätzlichen MRT nach stumpfen Trauma der Wirbelsäule fraglich: Bei 5.286 Patienten mit stumpfem HWS-Trauma und negativem CT-Befund ergaben sich in 792 Fällen zusätzliche Befunde (= 15,0 %); nur in 16 Fällen, die man in der CT nicht erkannt hatte, wurden zusätzlich  instabile Verletzungen (= 0,30 %) gefunden [1].
  • Ausschluss einer HWS-Verletzung klinisch und ohne Bildgebung mit ausreichender Sicherheit gemäß der kanadischen C‑Spine-rule-Studie (Sensitivität von 100 %) nach folgenden Kriterien [2]:
    • < 65 Jahre
    • kein gefährlicher Unfallmechanismus wie
      • Sturz aus Höhe > 90 cm
      • axiale Krafteinwirkung (z. B. Tauchunfall)
      • Unfälle mit motorisierten Freizeitgeräten, Motor- oder Fahrrädern,
      • Hochgeschwindigkeitsunfälle (> 100 km/h, mit Überschlag, Herausschleudern)
    • keine Parästhesien in den Extremitäten
    • sitzend in der Notaufnahme
    • gehfähig (jederzeit nach der Verletzung)
    • Untersuchung: 45°-Halsdrehung nach links und rechts möglich.

Literatur

  1. Malhotra A et al.: Utility of MRI for cervical spine clearance after blunt traumatic injury: a meta-analysis. Eur Radiol 2016, online 22. Juni; doi: 10.1007/s00330-016-4426-z
  2. Stiell IG, Wells GA, Vandemheen KL et al.: The Canadian C‑spine rule for radiography in alert and stable trauma patients. JAMA 2001 Oct 17;286(15):1841-8
     
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