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Ursachen
Sterilität des Mannes

Hormonelle Störungen

  • Hormonelle Störungen als Ursache einer gestörten Spermatogenese (Samenzellbildung) sind selten:
    1. Primärer Hypogonadismus
    2. Sekundärer Hypogonadismus: niedrige Gonadotropinspiegel, etwa wegen Hypophysenadenom oder wegen eines hypothalamischen Tumors.
    3. Genetische Ursachen: Mikrodeletionen am Y-Chromosom mit folgender Azoospermie (fehlen von Samenzellen) oder Oligospermie (verminderte Samenzelldichte), etwa Klinefelter-Syndrom.

    Auszuschließen sind unter anderem auch Störungen der Schilddrüse und Nebennierenrinden-Tumore

Organische Störungen

  • Gestörte Spermatogenese (Samenzellbildung) – u.a. wegen einer genetischen Anomalie
  • Varikozele (Krampfaderbruch) meist auch mit Hoden- und Nebenhodentiefstand auf der betroffenen Seite
  • Störung des Spermientransports
    - Obstruktionen oder Verschlüsse der ableitenden Samenwege, etwa nach Operation einer Leistenhernie oder durch eine angeborene beidseitige Aplasie des Ductus deferens
    (isoliert oder als Teilmanifestation der zystischen Fibrose), Hodentorsion (Hodenverdrehung), Hydrozele (Wasserbruch)
    - nach entzündlichen Veränderungen
    , wie Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens), Prostatitis (Entzündung der Prostata), Urethritis (Entzündung der Harnröhre)
  • Bakterielle Verunreinigung des Samens – zum Beispiel wegen einer Prostatitis (Entzündung der Prostata)
  • Mumpsorchitis (Mumps-bedingte Hodenentzündung) Mumps oder "Ziegenpeter" verläuft in der Mehrzahl der Fälle ohne schwere Komplikationen. Daher gilt Mumps in der Bevölkerung als "harmlose Kinderkrankheit". Als Komplikation im Kindesalter tritt jedoch die Mumps-Meningitis und nach der Pubertät die Mumps-Orchitis auf.
  • Urotuberkulose die Tuberkulose der Geschlechtsorgane kann zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen
  • Hodenhochstand
  • Immunologische Sterilität Antikörper gegenüber den eigenen Samenzellen (Auto-Antikörper) beziehungsweise Antikörper gegenüber den Einzellen
  • Hodenhypoplasie Unterentwicklung des Hodengewebes

Weitere Ursachen

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Fehlernährung nicht vollwertige, vitalstoffarme Ernährung
  • Genussmittel Alkohol, Rauchen*; Koffein (Kaffee, Schwarzer Tee)
  • Drogenkonsum – Cannabis führt bei regelmäßigem Konsum zur verminderten Testosteron-Produktion und Oligozoospermie (geringere Spermiendichte)
  • Adipositas (Übergewicht)10 kg Übergewicht steigern das Risiko für Unfruchtbarkeit um 10 % [1]
  • Untergewicht
  • Exzessiver Sport
  • Stress
Krankheitsbedingte – behandelbare – Ursachen
  • Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe, Syphilis
  • Diabetes mellitus kann zu Erektions- und Ejakulationsstörungen führen sowie Ursache eines Hypogonadismus sein
  • Niereninsuffizienz
  • Lebererkrankungen können Ursache eines sekundären Hypogonadismus sein
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Hypophysentumor (Tumor der Hirnanhangsdrüse), Prolaktinom
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Fieberhafte Infekte beispielsweise Bronchitiden ( Entzündungen der Bronchien), Sinusitiden (Nebenhöhleninfektionen) können über eine erhöhte Hodentemperatur zu Störung der Samenzellbildung führen
Krankheitsbedingte – nicht behandelbare – Ursachen
  • Idiopathische Sterilität in 15 Prozent der Fälle kann die Ursache der Sterilität weder beim Mann noch bei der Frau nachgewiesen werden.
Medikamente beispielsweise einige Antibiotika, Antihypertensiva (Blutdrucksenkende Medikamente) können zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen.


Röntgenstrahlen Bestrahlung des kleinen Beckens wegen Tumorerkrankung

Chemotherapien z. B. Cyclophosphamid

Operationen

  • Operationen wegen Hodenhochstand, Leistenbruch

Umweltbelastungen – Intoxikationen

  • Überwärmung der Hoden Arbeit am Hochofen, Bäckerei, häufige Saunagänge; Drogen; Sitzheizung im Auto: langes und häufiges Fahren mit beheizten Autositzen kann die Zeugungsfähigkeit mindern. Die Spermien werden in der Anzahl weniger (Oligozoospermie), langsamer (Asthenozoospermie) und sind häufiger fehlgebildet (Teratozoospermie);
  • Umweltgifte z.B polychlorierte Biphenyle (PCB)

 

*Achtung!

Lieber Patient Rauchen kann zur Einschränkung der Beweglichkeit von Samenzellen führen und damit die Befruchtungschancen vermindern.

Vor dem Beginn therapeutischer Maßnahmen– wie beispielsweise einer künstlichen Befruchtung, auch In-vitro-Fertilisation (IVF) genannt ist in jedem Fall im Sinne einer ganzheitlichen fortpflanzungsmedizinischen Diagnostik ein Gesundheitscheck für den Mann inklusive einer Vitalstoff-Analyse erforderlich.

Gesundheit und eine gesunde Lebensweise von Mann und Frau sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kinderwunsch-Behandlung.

 

Literatur

  1. Sallmen M et al.: Reduced fertility among overweight and obese men. Epidemiology. 17 (5): 520-523, Sept. 2006
     
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