Einleitung
Sterilität des Mannes

Von einer Sterilität des Mannes (Synonyme: Aspermatogenese; Aspermie; Azoospermie; Fertilitätsstörung beim Mann; Männliche Infertilität; Männliche Infertilität nach Vasektomie; Nekrospermie; Nekrozoospermie; OAT; Oligo-Astheno-Teratozoospermie; Oligo-Astheno-Zoospermie; Oligo-Azoospermie; Oligospermie; Oligozoospermie; Sterilität; Unfruchtbarkeit (Mann); Zeugungsunfähigkeit; ICD-10 N46: Sterilität beim Mann) kann erst die Rede sein, wenn bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr zweimal wöchentlich innerhalb von ein bis zwei Jahren keine Schwangerschaft eintritt (bei unauffälligen Untersuchungsergebnissen seitens der Frau) bzw. wenn eine Spermiogrammuntersuchung (Samenzelluntersuchung) die Unfruchtbarkeit nachweist bzw. als wahrscheinlich erklärt.

Die Ursachen für die Unfruchtbarkeit sind bei Mann und Frau vielfältig. Die Ursache der Unfruchtbarkeit liegt jeweils zu 39 % bei der Frau allein, bei weiteren 26 % sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Bei 15 % aller Paare bleibt die Ursache der Kinderlosigkeit ungeklärt. Eine Sterilitätsbehandlung ist deshalb stets eine Paartherapie.

Häufigkeitsgipfel: Die natürliche Fertilität (Fruchtbarkeit) des Mannes nimmt ab dem 40. Lebensjahr langsam beginnend ab – sie kann jedoch in Einzelfällen bis ins hohe Alter bestehen bleiben.
Die höchste natürliche Fertilität der Frau liegt zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr und nimmt danach kontinuierlich ab. Mit dem Eintritt in die Menopause (Wechseljahre der Frau) endet die natürliche Fertilität.

12,5 % der Frauen und 10,1 %  Männern haben im Verlauf ihres Lebens einen unerfüllten Kinderwunsch erlebt. In der Altersgruppe der 35 bis 44-jährigen Frauen lag der Anteil bei 17,7 % [1].

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei 15-20 % aller Paare in den westlichen Industrieländern. Weltweit liegt die mediane Prävalenzrate für Sterilität bei 9 %. Die Lebenszeitprävalenz (Krankheitshäufigkeit im Laufe des Lebens) wird mit 4 % angegeben.

Verlauf und Prognose: Der Behandlungserfolg der Sterilität hängt stark von den individuellen Voraussetzungen des Paares ab. Einflussfaktoren sind u. a. das Alter der Frau sowie das seelische Befinden des Paares. Falls sich die Ursache der Sterilität nicht beseitigen lässt, besteht die Möglichkeit der In-vitro-Fertilisation (IVF; Methode zur künstlichen Befruchtung) in Kombination mit der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI; dabei wird ein Spermium (Samenzelle) direkt in das Zytoplasma (Ooplasma) einer Oozyte (Eizelle) eingespritzt).

Literatur 

  1. Datta J et al.: Prevalence of infertility and help seeking among 15.000 women and men. Human Reproduction, Vol.0, No.0 pp. 1-11, 2016 doi:10.1093/humrep/dew123

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Fertilitätsstörungen, psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie. (AWMF-Registernummer: 016-003), Februar 2014 Langfassung

     
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