Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Herzklappenfehler (Herzvitien)

Therapieziel

Verbesserung der Leistungsfähigkeit

Therapieempfehlungen

  • Aortenstenose (eine medikamentöse Therapie ist nicht möglich)
  • Aorteninsuffizienz:
    • ACE-Hemmer, Angiotension-II-Rezeptor-Antagonisten (zur Senkung von Pre- und Afterload*)
    • Herzglykoside (zur Steigerung der Kontraktilität)
    • Diuretika
  • Mitralstenose:
    • Herzglykoside (bei Vorhofflimmern; zur Steigerung der Kontraktilität/Fähigkeit, sich zusammenzuziehen)
    • Diuretika (entwässernde Medikamente)
  • Mitralinsuffizienz:
    • Endokarditisprophylaxe (vorbeugende medizinische Maßnahmen, die der Verhinderung einer infektiösen Herzinnenhautentzündung dienen)
    • Thromboseprophylaxe bei Nachweis von Thromben oder Thrombosen in der Anamnese
    • Bei Herzrhythmusstörungen adäquate Therapie, ggf. ICD-Implantation (implantierbarer Cardioverter / Defibrillator; Herzschrittmacher)
  • Mitralprolaps:
    • Endokarditisprophylaxe
    • Thromboseprophylaxe bei Nachweis von Thromben ("Blutgerinnseln“) oder Thrombosen (Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß) in der Anamnese (Krankengeschichte)
    • Bei Herzrhythmusstörungen adäquate Therapie, ggf. ICD-Implantation
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

* Preload (Vorlast) – Kraft, welche zur Dehnung der Fasern der Ventrikel (Herzkammern) am Ende der Diastole (Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens) führt
Afterload (= Nachlast) – Kräfte, die der Kontraktion der Muskulatur der Herzkammern entgegenwirken und die damit den Blutauswurf aus den Herzkammern in das Blutgefäßsystem begrenzen

Weitere Hinweise

  • Therapie einer Herzinsuffizienz/Herzschwäche (s. u. dem gleichnamigen Thema)
  • Während NOAK (Nicht-Vitamin-K-antagonistische Orale Antikoagulantien) bei allen Patienten mit Herzklappenerkrankungen eingesetzt werden können, sollten Patienten mit mechanischen Herzklappen und solche mit rheumatischer Mitralklappenstenose weiterhin VKA (Vitamin-K-Antagonisten) erhalten.
  • Kongenitale Herzfehler (Synonym: angeborene Herzfehler, AHF) und NOAK: Erwachsene Patienten mit angeborenen Herzerkrankungen unter NOAC hatten eine höhere Thromboembolie (3,8 % gegenüber 2,8 %), MACE (7,8 % gegenüber 6,0 %), Blutungsraten (11,7 % gegenüber 9,0 %) und Gesamtmortalität (4,0 % gegenüber 2,8 %; alle P <0,05) nach 1 Jahr Therapie im Vergleich zu VKAs [1]. 
    Fazit: Bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern sollte eher VKAs in Betracht gezogen werden.

Literatur

  1. Freisinger E et al.: Current use and safety of novel oral anticoagulants in adults with congenital heart disease: results of a nationwide analysis including more than 44 000 patients. Eur Heart J . 2020 Nov 13;ehaa844. doi: 10.1093/eurheartj/ehaa844.

Leitlinien

  1. ESC/EACTS Leitlinie: 2021 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease: Developed by the Task Force for the management of valvular heart disease of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS). European Heart Journal, ehab395. doi.org/10.1093/eurheartj/ehab395

     
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