Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Labordiagnostik
Reine LDL-Erhöhung (Hypercholesterinämie)

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen 

  • Triglyceride
  • Gesamtcholesterin* und LDL/HDL-Quotient [Check-up: umso früher umso besser]
  • LDL-Cholesterin (LDL-C)* [bei einem LDL-C > 190 mg/dl (4,9 mmol/l) muss an eine familiäre Hypercholesterinämie (FH) gedacht werden; bei Kindern < 16 Jahren ab einem LDL-C > 155 mg/dl (4,0 mmol/l)]
  • HDL-Cholesterin*
  • Nüchternglucose (Nüchternblutzucker)
  • Schilddrüsenparameter – TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) – wegen Ausschluss einer Schilddrüsenfunktionsstörung (eine Hyperthyreose senkt eine Hypothyreose erhöht das LDL-Cholesterin)
  • Leberparameter – Alanin-Aminotransferase (ALT, GPT), Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT), Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) und Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT), alkalische Phosphatase, Bilirubin
  • Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin, ggf. Cystatin C bzw. Kreatinin-Clearance

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung etc. – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Cholesterinelektrophorese
  • Apolipoprotein E
  • Apolipoprotein A1 (apo A1; APOA1) – Risikoabschätzung für die Entwicklung einer Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
  • Apolipoprotein B (apo B; APOB) – Risikoabschätzung für die Entwicklung einer Atherosklerose
    APO B vermindert bei:
    • Lipoproteinmangel, Hyperlipoproteinämie Typ I
    APO B erhöht bei:
    • Hyperlipoproteinämien Typ II, III, V, pAVK, Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
  • Lipoprotein (a) [Bestimmung mindestens einmal im Erwachsenenalter, um die Patienten zu identifizieren, die hohe Lp(a)-Konzentrationen > 180 mg/dl (>430 nmol/l) aufweisen, die ein lebenslanges Risiko für eine ASCVD (Arteriosclerotic Cardiovascular Disease) aufweisen, das Äquivalent ist mit der heterozygoten familiären Hypercholesterinämie]
  • Homocystein (unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • DNA-Analysen bei Verdacht auf genetische Ursachen wie familiäre Hypercholesterinämie oder familiäre Hypertriglyzeridämie [Kommentar: Behandelt wird primär der Phänotyp (LDL-Cholesterinerhöhung) nicht der Genotyp (Nachweis einer Mutation)]
  • Familienscreening bei familiärer Hypercholesterinämie
    • Die Blutfette der Eltern und der Angehörigen ersten Grades sollten untersucht werden

Vor einer Laboruntersuchung ist eine strikte Nahrungskarenz von 12 Stunden erforderlich, da sich in der Serumprobe keine Chylomikronen befinden dürfen. Da Alkohol zu einer akuten Erhöhung der Triglyceride führt, ist ebenfalls eine Alkoholkarenz von 72 Stunden notwendig.

*Indikationen zur Bestimmung der Cholesterin-Werte (Gesamtcholesterin; LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin)

  • Als Routineparameter zur Bestimmung des Atheroskleroserisikos (Risiko einer Arterienverkalkung) bei allen Erwachsenen ab dem 20. Lebensjahr
  • Bei Kindern und Adoleszenten, deren Eltern oder Verwandte ersten Grades vor dem 45. (bei Männern) beziehungsweise vor dem 55. (bei Frauen) Lebensjahr Herz-Kreislauf-Krankheiten aufweisen
  • Bei Kindern von Eltern, unter denen ein Teil an familiärer Hypercholesterinämie (FH) leidet oder:
    • Gesamtcholesterinwert > 300 mg/dl (> 7,8 mmol/l) oder LDL-C > 190 mg/dl (4,9 mmol/l)
    • vorzeitige Koronare Herzkrankheit (Frauen < 60 Jahre, Männer < 55 Jahre)
    • Vorliegen von Xanthomen
  • Therapiekontrolle bei der Behandlung mit Lipidsenker (Fettsenker)

**Indikationen zur einmaligen Bestimmung des Lipoprotein (a) [1]:

  • auffällige Familienanamnese für vorzeitige kardiovaskuläre Ereignisse und/oder erhöhtes Lp(a)
  • familiäre Hypercholesterinämie (FH)
  • moderates oder hohes kardiovaskuläres Risiko mit vorzeitiger kardiovaskulärer Erkrankung (Frauen < 60 Jahre, Männer < 55 Jahre),
  • rezidivierende kardiovaskuläre Ereignissen trotz LDL-Cholesterin-Senkung
  • ≥ 5 % 10-Jahres-Risiko für tödliche kardiovaskuläre Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) nach SCORE

Labordiagnostik unter Statin-Behandlung

  • Die Behandlungsziele sollten nicht nur an LDL-Cholesterin ausgerichtet werden [1]:
    • ApoB-Spiegel (> 92 mg/dl) gingen im Vergleich zu darunter liegenden in der Copenhagen General Population-Studie mit einem deutlich erhöhten Mortalitätsrisiko (Sterberisiko) und Myokardinfarktrisiko (Herzinfarktrisiko) einher.
    • Non-HDL-Cholesterin (> 120 mg/dl) war selbst bei niedrigem LDL-C mit einem erhöhten Risiko assoziiert (HR entsprechend 1,18 und 1,78).
    • Patienten, deren LDL-C trotz Statintherapie weiterhin über den Median lag (> 89 mg/dl) und zugleich ApoB und Non-HDL-Cholesterin darunter waren, wiesen kein signifikant höheres Risiko für Tod und Myokardinfarkt auf als Patienten mit niedrigem LDL-C.

Literatur

  1. Johannesen CDL et al.: Apolipoprotein B and Non-HDL Cholesterol Better Reflect Residual Risk Than LDL Cholesterol in Statin-Treated Patients. J Am Coll Cardiol. 2021,77(11):1439-50.

Leitlinien

  1. Catapano AL et al.: ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias. European heart journal 2016 Oct 14;37(39):2999-3058. Epub 2016 Aug 27.

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