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Ursachen
Schuppenflechte (Psoriasis)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Der Psoriasis ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der genetische Faktoren und exogene Faktoren (Infekte, Rauchen/Passivrauchen, Einnahme bestimmter Medikamente) in der Pathogenese zusammenwirken. Für Kinder mit deren typischen typischen exanthematischen Psoriasis sind speziell Streptokokkeninfektionen (hämolysierende Streptokokken der Gruppen A, C und G) ein klassischer Triggerfaktor ("Auslöser").

Die Psoriasis gilt als eine systemische Autoimmunerkrankung (Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet), bei der die endogenen T-Zellen (Zellen, die zur Zellgruppe der Lymphozyten gehören) durch Auto-Antigene aktiviert werden. Es finden sich folgend Ansammlungen von Leukozyten (weiße Blutkörperchen), die wiederum auf die Keratinozyten (hornbildende Zellen) wirken. Es kommt zu einer übermäßigen Beschleunigung der Proliferation (schnelles Wachstum von Gewebe) (→ Akanthose (Verdickung der Oberhaut) und Parakeratose/gestört ablaufende Verhornung).

Eine zentrale Rolle im Entzündungsgeschehen der Psoriasis spielt der Tumornekrosefaktor (TNF).

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung durch Eltern, Großeltern (polygene Erkrankung; genetischer Anteil am Psoriasisrisiko beträgt ca. 60-70 %)
    • Gene/SNPs (Einzelnukleotid-Polymorphismus; engl.: single nucleotide polymorphism):
      • SNP: rs1265181 in einer intergenischen Region
        • Allel-Konstellation: CT (5,0-fach)
        • Allel-Konstellation: TT (22,6-fach)

Folgende Faktoren/Ursachen können bei gleichzeitig bestehender genetischer Belastung eine Psoriasis auslösen:

Biographische Ursachen

  • Hormonelle Faktoren – Menarche (Beginn der erste Regelblutung), Menopause (Wechseljahre der Frau)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Ernährung
    • Hohe Aufnahme der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (tierische Lebensmittel, besonders Schweinefleisch und -produkte sowie Thunfisch)
    • Gewichtszunahme
  • Genussmittelkonsum
    • Alkohol
    • Tabak (Rauchen), inkl. Passivrauchen für Kinder
  • Psycho-soziale Situation
    • Psychischer Stress
  • Chemische Hautirritation
  • Mechanische Hautirritation
  • Thermische Hautirritation wie beispielsweise ein Sonnenbrand
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas) [1]

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Infektionen mit Streptokokken
  • Hypertonie (Bluthochdruck) [2]
  • Verletzungen der Haut
  • Hautentzündungen

Medikamente

  • ACE-Hemmer
  • Betablocker – Medikamente zur Therapie von Hypertonie (Bluthochdruck); Frauen, die sechs Jahre oder länger regelmäßig Betablocker einnahmen, hatten ein um 39 % erhöhtes Risiko eine Psoriasis zu entwickeln, im Vergleich zu Frauen, die keine Betablocker einnahmen [2, 3]
  • Chloroquin – Medikament zur Therapie der Malaria
  • Interferon – Medikament, das eine immunstimulierende, vor allem antivirale und antitumorale Wirkung entfaltet
  • Lithium – Medikament zur Behandlung psychischer Erkrankungen
  • Tetracycline (Antibiotikum)
  • u. v. m.

Weitere Ursachen 

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Literatur

  1. Setty AR, Curhan G, Choi HK: Obesity, Waist Circumference, Weight Change, and the Risk of Psoriasis in Women Nurses' Health Study II
    Arch Intern Med. 2007;167:1670-1675.
  2. Shaowei Wu; Jiali Han; Wen-Qing Li; Abrar A. Qureshi: Hypertension, Antihypertensive Medication Use, and Risk of Psoriasis JAMA Dermatol. 2014 Sep 1; 150(9): 957–963. doi: 10.1001/jamadermatol.2013.9957
  3. Wu S, Han J, Li WQ, Qureshi AA: Antihypertensive Medication Use, and Risk of Psoriasis. JAMA Dermatol. 2014 Jul 2. doi: 10.1001/jamadermatol.2013.9957.
     
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