Einleitung
Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Beim atopischen Ekzem (AE; Synonyme: Asthmaekzem; atopische Dermatitis (AD); atopische Dermatose; atopisches Ekzem; chronisch konstitutionelles Ekzem; Dermatitis atopica; Ekzem ‒ Atopie; endogener Milchschorf; endogenes Ekzem; Lichen simplex chronicus (hier: Minusvariante des atopischen Ekzems); Prurigo Besnier; ICD-10-GM L20.-: Atopisches [endogenes] Ekzem), umgangssprachlich Neurodermitis genannt, handelt es sich um eine chronische bzw. chronisch-rezidivierende (immer wiederkehrende) Erkrankung der Haut.

Man kann das atopische Ekzem (Neurodermitis) wie folgt einteilen:

  • extrinsische Form – durch Antikörper vermittelte Sensibilisierung gegen Aeroallergene – Allergene, die über die Luft mit dem Menschen in Kontakt treten wie beispielsweise Pollen – und/ oder gegen Nahrungsmittelallergene
  • intrinsische Form – keine Sensibilisierung nachweisbar 

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im Kindesalter auf (> 80 % in den ersten zwei Lebensjahren). Säuglinge können schon in den ersten drei Lebensmonaten betroffen sein.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei Erwachsenen bei 1,5-3 % und bei Vorschulkindern bei 10-15 % (in Deutschland) – mit weltweit steigender Tendenz.

Verlauf und Prognose: Der Verlauf der Erkrankung ist entweder chronisch oder das atopische Ekzem (Neurodermitis) verläuft in Schüben, die unterschiedlich lang und schwer sein können. Eine mögliche Komplikation der Neurodermitis ist eine Infektion mit Staphylococcus aureus und Herpes-simplex-Viren an den aufgekratzten Stellen. Das atopische Ekzem tritt häufig rezidivierend (wiederkehrend) auf. Es ist mit psychischen Belastungen verbunden.
Das atopische Ekzem kann spontan (von selbst) heilen. 

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen): Häufig ist die Neurodermitis mit weiteren atopischen Erkrankung wie allergische Rhinitis, allergische Rhinokonjunktivitis (allergischer Schnupfen (Rhinitis), der mit einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) einhergeht), Asthma bronchiale und einer Nahrungsmittelallergie (15 % vs. 4-6 % der Allgemeinbevölkerung) vergesellschaftet.
Bei Patienten mit schwerem atopischen Ekzem liegt die Prävalenz von Nahrungsmittelallergien bei ca. 30 %. Kinder, die bereits sehr früh in ihrem Leben erste Hautsymptome eines atopischen Ekzems zeigten, hatten in den nächsten Jahren deutlich häufiger Nahrungsmittelallergien [1].

Literatur

  1. Roduit C et al.: Phenotypes of Atopic Dermatitis Depending on the Timing of Onset and Progression in Childhood. JAMA Pediatr. Published online May 22, 2017. doi:10.1001/jamapediatrics.2017.0556

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: In-vitro-Allergiediagnostik. (AWMF-Registernummer: 061 - 017), Januar 2009 Langfassung
  2. S3-Leitlinie: Allergieprävention. (AWMF-Registernummer: 061-016), Juli 2014 Langfassung
  3. S1-Leitlinie: Atopische Dermatitis Erwachsener, dermatologische stationäre Rehabilitation. (AWMF-Registernummer: 013 - 026), Dezember 2014 Langfassung
  4. S2k-Leitlinie: Neurodermitis. (AWMF-Registernummer: 013-027), März 2015 Kurzfassung Langfassung

     
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