Weitere Therapie
Nasenbluten (Epistaxis)

Bei schweren Blutungen (selten!) sollte als erstes gemäß des ABC-Schemas eine Evaluation der Sicherheit des Atemwegs ("Airways"), der Atmung ("Breathing")  und der kardiovaskulären Stabilität ("Circulation") erfolgen.

Falls nach mehrmaliger Blutdruckmessung ein Blutdruck von über 180/120 mmHg vorliegt, empfiehlt die europäische Hypertonie-Gesellschaft und die europäische Gesellschaft für Kardiologie eine orale medikamentöse Blutdrucksenkung.

Des Weiteren sollte bei Einnahme von Antikoagulantien (Blutverdünner) ggf. die Dosierung überprüft werden. Nicht selten ist dieses eine mögliche Ursache für plötzlich aufgetretenes Nasenbluten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass jeder fünfte Patient unter Antikoagulation über harmlose Blutungen wie Nasenbluten.klagt und das Risiko, dass in den folgenden sechs Monaten eine schwere Blutung auftritt, für die betroffenen Patienten genauso hoch ist wie für Patienten ohne solche Blutungen (OR: 1,04 nach Adjustierung auf den ATRIA-Blutungsscore; p = 0,86) [2].
Fazit: Wachsam bleiben und bei Auftreten einer erneuten Blutung das Blutungsrisiko wieder abklären.

Grundsätzlich muss immer die Grunderkrankung behandelt werden.

Allgemeine Maßnahmen

  • Kopf leicht nach vorne beugen, evtl. über einen Ausguss.
  • Kompression durch Zusammendrücken der Nasenflügel über 10-15 Minuten mit konstantem Druck; auch abschwellende Nasentropfen können durch Vasokonstriktion (Gefäßverengung) die Blutstillung fördern.
  • Auflegen einer Kühlkompresse im Nacken zur Vasokonstriktion ("Gefäßverengung") der nasalen Blutgefäße; wirkungsvoller soll allerdings das Lutschen von Eiswürfeln sein. Diese Maßnahme soll über einen Reflexbogen zur Vasokonstriktion der schleimhautversorgenden Gefäße führen.
  • Etwaiges Blut ausspucken, um Erbrechen zu vermeiden.
  • Nach Blutungsstillung mehrere Tage verzichten auf Schnäuzen der Nase; gleiches gilt nach konservativer oder operativer Therapie.

Spezielle Maßnahmen

  • Vordere Epistaxis (Lokalisation: Locus Kiesselbachi, einem Gefäßplexus im vorderen Drittel des Nasenseptums/Nasenscheidewand): Verschorfung mittels bipolare Elektrokoagulation (diese soll wirkungsvoller sein als die lokale Anwendung von Silbernitrat [1]), Laser
  • Hintere Epistaxis (Lokalisation: tiefere Nasenabschnitte): Einbringen von Nasentamponaden in verschiedener Ausführung (z. B. Choanalballontamponade).als Primärtherapie
  • Nach frustraner ambulanter Therapie: Stationäre Therapie;
    • konservativer Therapieversuch durch Tamponade  (1-2 Tage) mit anschließender intensiven Nasenpflege
    • Bei Versagen der konservativen Therapie und bei schwer stillbarem Nasenbluten: Operative Exploration der Nase per Nasenendoskop (Nasenhöhlenspiegelung) in Narkose zur Feststellung einer Blutungsquelle.und Versorgung derselben; ggf. auch selektive Arteriographie  (gezielte Darstellung der betroffenen Arterien durch Kontrastmittel) und Embolisation (künstlicher Verschluss von Blutgefäßen durch Verabreichung von z. B. Fibrinschwämmen über einen Katheter) .

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300, E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

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Literatur

  1. Johnson N et al.: A Comparison of Bipolar Electrocautery and Chemical Cautery for Control of Pediatric Recurrent Anterior Epistaxis. Otolaryngol Head Neck Surg 2015, online 30. Juni; doi: 10.1177/0194599815589583
  2. O'Biren EC et al.: Prognostic Significance of Nuisance Bleeding in Anticoagulated Patients with Atrial Fibrillation. Circulation. 2018;CIRCULATIONAHA.117.031354 doi: https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.117.031354 Originally published April 20, 2018
     
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