Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Differentialdiagnosen
Nasenbluten (Epistaxis)

Atmungssystem (J00-J99)

  • Allergische Rhinitis (AR) (Nasenschleimhautentzündung)
  • Atrophische Rhinitis – Verlust der schleimbildenden Becherzellen und des Flimmerepithels mit den Folgen der Austrocknung und Verborkung
  • Granulome (meist gutartige, knötchenförmige Gewebeneubildungen) und Perforationen (Durchbohrung) des Nasenseptums (Nasenscheidewand)
  • Nasenseptumdeviation (Nasenscheidewandverkrümmung)
  • Polyposis nasi ‒ Bildung von Nasenpolypen, die destruierend wachsen
  • Rhinitis sicca ‒ Nasenschleimhautentzündung, die mit starker Trockenheit der Schleimhaut einhergeht
  • Septumsporn ‒ Sporn, der von der Nasenscheidewand ausgeht

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Blutgerinnungsstörungen, nicht näher bezeichnet (z. B. Hämophilie A und B)
  • Essentielle Thrombozythämie (ET) – chronische myeloproliferative Erkrankung (CMPE, CMPN), die durch eine chronische Erhöhung der Thrombozyten (Blutplättchen) charakterisiert ist
  • Morbus Werlhof – Form der idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP); die idiopathische thrombozytopenische Purpura bezeichnet eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen < 150.000/μl), ohne dass eine Ursache erkennbar ist.
  • Thrombozytopenie ‒ Mangel an Thrombozyten (Blutplättchen)

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) [1] – Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) und Schweregrad von Nasenbluten scheint höher zu sein als bei vergleichbaren Personen ohne Hochdruckdiagnose [2]
  • Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
  • Gefäßmissbildungen wie beim Osler-Weber-Rendu-Krankheit (Synonyme: Morbus Osler; Osler-Syndrom; Morbus Osler-Weber-Rendu; Morbus Osler-Rendu-Weber; Hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie, HHT) – autosomal-dominant vererbte Erkrankung, bei der es zu Teleangiektasien (krankhafte Erweiterung von Blutgefäßen) kommt. Diese können überall auftreten, finden sich jedoch besonders in Nase (Leitsymptom: Epistaxis (Nasenbluten)), Mund, Gesicht und den Schleimhäuten des Magen-Darm-Traktes. Da die Teleangiektasien sehr verletzlich sind, kann es leicht zu Einrissen und somit zur Blutung kommen.

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Infektionen wie Dengue-Fieber, infektiöse Mononukleose (Pfeiffer´sches Drüsenfieber), Morbilli (Masern), Influenza, Leptospirose (Morbus Weil), Scarlatina (Scharlach) etc.

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • schwere Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Granulomatose mit Polyangiitis (GPA), ehemals Wegenersche Granulomatose − nekrotisierende (Gewebe absterbende) Vaskulitis (Gefäßentzündung) der kleinen bis mittelgroßen Gefäße (Kleingefäßvaskulitiden), welche mit einer Granulombildung (Knötchenbildung) in den oberen Atemwegen (Nase, Nasennebenhöhlen, Mittelohr, Oropharynx) sowie den unteren Atemwegen (Lunge) einhergeht

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Leukämie (Blutkrebs)
  • Neubildungen der Nase wie das juvenile Nasenrachenfibrom, Nasopharynxkarzinom etc.
  • Neubildungen der Nasennebenhöhlen
  • Phäochromozytom – meist benigner (gutartiger) Tumor (ca. 90 % der Fälle), der überwiegend von der Nebenniere ausgeht und zu Bluthochdruckkrisen (hypertensive Krise) führen kann

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Schwangerschaft

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Mundtrockenheit (Xerostomie)

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Nierenerkrankungen, nicht näher bezeichnet

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Fremdkörper
  • Verletzungen
    • Nase
      • durch "In-der-Nase-Bohren" ("Nasebohren") [am häufigsten]
      • Fremdkörper
      • Nasenbeinfraktur/-prellung
    • Schädel – Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

Operationen

  • Zustand nach Nasenoperationen

Medikamente

  • Antikoagulantien (gerinnungshemmende Medikamente) wie Phenprocoumon, Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK oder DOAKs) und/oder Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure, Clopidrogel (ASS)
    • besonders häufig von einer schweren Epistaxis betroffen sind Patienten unter traditionellen Antikoagulanzien (Vitamin-K-Antagonisten und Enoxaparin) (OR = 4,5); bei Patienten unter DOAKs (ausschließlich Apixapan und Rivaroxaban) traten eine schwere Epistaxis und ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen nicht häufiger auf als in der Kontrollgruppe ohne konventionelle Antikoagulanzien oder Antiplättchentherapien [3]
  • Nasentropfen bzw. -sprays (u. a. Glucocorticoid-Nasensprays)
  • Medikamente, die die Schleimhäute reizen
  • Phospodiesterase-5-Inhibitoren

Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Klimatische Einflüsse wie trockene Raumluft → trockene Schleimhaut
  • Trockene und kalte Jahreszeit

Weiteres

  • Chemische Reizungen der Schleimhaut
    • Chemikalien
    • Drogen
    • Gase
    • Medikamente
  • Menstruation (Regelblutung)
  • Starkes Schneuzen und Niesen
  • Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe): Vitamin A, C und D; Zink

Literatur

  1. Herkner H, Laggner AN, Müllner M et al.: Hypertension in Patients Presenting With Epistaxis. Ann Emerg Med. 2000;35:126-130
  2. Byum H et al.: Association of Hypertension With the Risk and Severity of Epistaxis. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. Published online September 10, 2020. doi:10.1001/jamaoto.2020.2906
  3. Yaniv D et al.: The Impact of Traditional Anticoagulants, Novel Anticoagulants, and Antiplatelets on Epistaxis. Laryngoscope 2021; https://doi.org/10.1002/lary.29417
     
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