Multiple Sklerose (MS) – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Frühzeitige Detektion (Erkennung) der Krankheitsaktivität
  • Verbesserung der Symptomatik (Beschwerden) und Modifikation (Beeinflussung) des Krankheitsverlaufes
  • Freiheit von messbarer Krankheitsaktivität („No evidence of disease activity“, NEDA)
  • Verhinderung bzw. Verzögerung der langfristigen Behinderungsprogression (Fortschreiten der Behinderung)

Therapieempfehlungen

Die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) erfolgt in drei Phasen: Schubtherapie, verlaufsmodifizierende Therapie und symptomatische Therapie.

Die Therapieentscheidung erfolgt individualisiert unter Berücksichtigung von Krankheitsaktivität, Verlaufsform, Alter, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), Sicherheitsprofil, Schwangerschaftswunsch und Patientenpräferenz. Zentral ist eine frühe, ausreichend wirksame Immuntherapie (Behandlung, die das Immunsystem beeinflusst) im Sinne einer „hit-hard-and-early“-Strategie [S2k-Leitlinie].

Schubtherapie

Ziel der Schubtherapie ist die rasche Behandlung akuter entzündlicher Aktivität, die Verkürzung der Schubdauer und die Reduktion residueller Defizite (verbleibender Ausfälle).

  • Therapieoptionen:
    • Hochdosierte Glucocorticoide (Kortisonpräparate), in der Regel Methylprednisolon 500-1.000 mg/Tag intravenös (über die Vene) über 3-5 Tage; alternativ äquivalent oral (zum Einnehmen) [5]
    • Bei unzureichendem Ansprechen und anhaltend relevantem Defizit: erneute hochdosierte Glucocorticoidtherapie oder Plasmapherese (Blutwäsche)/Immunadsorption (Entfernung krank machender Stoffe aus dem Blut) [S2k-Leitlinie]
  • Ziel:
    • Verkürzung der Schubdauer
    • Reduktion residueller neurologischer Defizite (verbleibender Nervenstörungen)
    • Vermeidung bleibender neurologischer Schäden (Nervenschäden)

Verlaufsmodifizierende Therapie

Die verlaufsmodifizierende Therapie sollte frühzeitig eingeleitet werden. Unbehandelten Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (relapsing-remitting multiple sclerosis, RRMS) soll eine Immuntherapie angeboten werden, wenn klinische Aktivität und/oder Aktivität in der Magnetresonanztomographie (MRT) vorliegt [S2k-Leitlinie].

Bei Patienten mit primär progredienter Multipler Sklerose (primary progressive multiple sclerosis, PPMS) kommt insbesondere Ocrelizumab bei früher aktiver Erkrankung in Betracht [S2k-Leitlinie].

Bei Patienten mit sekundär progredienter Multipler Sklerose (secondary progressive multiple sclerosis, SPMS) ist zwischen aktiver und nicht aktiver SPMS zu differenzieren. Bei aktiver SPMS ist Siponimod eine wichtige Therapieoption; bei nicht aktiver SPMS wird in der Regel keine Immuntherapie neu begonnen [S2k-Leitlinie].

Immuntherapeutika werden nach den Effekten auf die Reduktion der Schubrate in 3 Wirksamkeitskategorien eingeteilt [S2k-Leitlinie]:

  • Wirksamkeitskategorie 1: Interferone einschließlich Peginterferon beta-1a, Dimethylfumarat, Glatirameracetat, Teriflunomid
  • Wirksamkeitskategorie 2: Cladribin, Fingolimod, Ozanimod
  • Wirksamkeitskategorie 3: Alemtuzumab, Natalizumab, CD20-Antikörper (Antikörper gegen ein bestimmtes Eiweiß auf B-Zellen) wie Ocrelizumab, Ofatumumab und Ublituximab; Rituximab im Off-Label-Use

Therapieempfehlungen in Abhängigkeit von der Wirksamkeitskategorie [S2k-Leitlinie]:

  • Wirksamkeitskategorie 1: indiziert (angezeigt), sofern kein wahrscheinlich hochaktiver Verlauf vorliegt
  • Bei Krankheitsaktivität unter Therapie der Wirksamkeitskategorie 1 soll je nach Ausmaß der Aktivität auf eine Substanz der Wirksamkeitskategorie 2 oder 3 gewechselt werden
  • Wirksamkeitskategorie 2 oder 3 kann bei therapienaiven (bislang noch nicht behandelten) Patienten erwogen werden, wenn ein wahrscheinlich hochaktiver Verlauf vorliegt
  • Bei John-Cunningham-Virus (JCV)-Antikörper-seropositiven (mit nachweisbaren Antikörpern im Blut) Patienten sollten innerhalb der Wirksamkeitskategorie 3 CD20-Antikörper bevorzugt werden [S2k-Leitlinie]

Therapieeskalation:

  • Zeigen Patienten unter verlaufsmodifizierender Therapie Hinweise auf Krankheitsaktivität, sollte frühzeitig auf eine wirksamere Therapie gewechselt werden [S2k-Leitlinie]
  • Neue oder eindeutig progrediente (fortschreitende) T2-Läsionen (Veränderungen) in der MRT sind ein wichtiger Parameter für die Therapieneubewertung [28]

Therapiestop:

  • Nach Absetzen hochwirksamer Therapien, insbesondere von Fingolimod oder Natalizumab, ist das Risiko eines Rebound-Phänomens (erneuten starken Krankheitsschubs) zu beachten [10, 17]
  • Bei Therapieunterbrechung oder Deeskalation (Verringerung der Therapiestärke) sind engmaschige klinische und bildgebende Kontrollen erforderlich [S2k-Leitlinie]

Symptomatische Therapie

Die symptomatische Therapie ist ein essenzieller Bestandteil der MS-Behandlung. MS-assoziierte Symptome (mit der Erkrankung zusammenhängende Beschwerden) sollen aktiv erfragt und gezielt behandelt werden [S2k-Leitlinie].

  • Spastik (krankhaft erhöhte Muskelspannung): Baclofen, Tizanidin; bei unzureichender Wirkung Botulinumtoxin A, intrathekales (in den Rückenmarkskanal gegebenes) Baclofen; Cannabinoide als Add-on im Einzelfall [1, S2k-Leitlinie]
  • Fatigue (krankhafte Erschöpfung): primär nichtmedikamentöse Maßnahmen; Amantadin oder Modafinil nur im Einzelfall; keine gesicherte Überlegenheit gegenüber Placebo [23]
  • Schmerzen: Gabapentin, Carbamazepin, Amitriptylin
  • Blasenfunktionsstörungen (Störungen der Blasenentleerung): Antimuskarinika/Anticholinergika, ggf. weitere urologische (die Harnorgane betreffende) Konzepte
  • Kognitive Störungen (Störungen des Denkens und Erinnerns): keine etablierte medikamentöse Standardtherapie; neuropsychologische (das Denken und Verhalten betreffende) Therapie und kognitives Training
  • Sexuelle Dysfunktion (Störung der Sexualfunktion): Phosphodiesterase-5-Hemmer bei erektiler Dysfunktion (Erektionsstörung)
  • Ataxie (Koordinationsstörung)/Tremor (Zittern): evidenzarme symptomatische Therapieversuche im Einzelfall, kombiniert mit Physio- und Ergotherapie

Dazu nachfolgend detaillierte Ausführungen:

  • Neuritis nervi optici/Optikusneuritis (Sehnervenentzündung): Schubtherapie mittels Glucocorticoidsteroiden (Kortisonpräparaten), in der Regel Methylprednisolon 500-1.000 mg/Tag intravenös über 3-5 Tage; bei anhaltendem behindernden neurologischen Defizit (bleibender Nervenstörung) kann eine Apheresetherapie (Blutreinigungsverfahren) bereits vor einer erneuten Hoch- oder Höchstdosis-Glucocorticoidbehandlung erwogen werden [S2k-Leitlinie]
  • Therapieempfehlungen für klinisch isoliertes Syndrom:
    • Eine frühzeitige Immuntherapie kann bereits bei Patienten mit einem klinisch isolierten Syndrom (KIS) mit verdächtigen MRT-Läsionen erwogen werden [S2k-Leitlinie]
    • Patienten mit KIS und hoher Wahrscheinlichkeit, eine MS zu entwickeln, kann eine Behandlung mit Interferonen oder Glatirameracetat angeboten werden [S2k-Leitlinie]
  • PPMS: Ocrelizumab, vor allem bei früher aktiver Erkrankung [S2k-Leitlinie]
  • SPMS:
    • Aktive SPMS: Siponimod [15, S2k-Leitlinie]
    • Nicht aktive SPMS: in der Regel keine Neueinstellung auf eine Immuntherapie [S2k-Leitlinie]
  • RRMS: Unbehandelten Patienten mit RRMS soll eine Immuntherapie angeboten werden, wenn mindestens ein klinisch objektivierbarer (ärztlich nachweisbarer) Schub oder MRT-Aktivität innerhalb der vorausgegangenen 2 Jahre nachweisbar war [S2k-Leitlinie]

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der akuten Therapie des akuten Schubes

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Glucocorticoide Methylprednisolon Therapiestandard; bei unzureichendem Ansprechen und relevantem Defizit (bedeutsamem Ausfall) erneute Hochdosistherapie oder Plasmapherese/Immunadsorption erwägen [5, S2k-Leitlinie]
  • Wirkweise: antiphlogistisch (entzündungshemmend), antiedematös (abschwellend), immunsuppressiv (das Immunsystem unterdrückend)
  • Indikation: akuter MS-Schub, einschließlich Optikusneuritis [5, S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen: Hypertonie (Bluthochdruck), Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker), Infektanfälligkeit (erhöhte Anfälligkeit für Infektionen), Schlafstörungen, psychische Veränderungen, Ulkusneigung (Neigung zu Geschwüren), Hypokaliämie (zu niedriger Kaliumspiegel), Osteoporose (Knochenschwund)
  • Beachte: Die orale Hochdosistherapie ist der intravenösen Therapie in der Schubbehandlung nicht unterlegen [5]

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der verlaufsmodifizierenden Therapie – Basistherapie (inkl. Immuntherapeutika der Wirksamkeitskategorie 1)

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Zytokine Interferon beta-1a Wirksamkeitskategorie 1; Effekt erst nach Monaten beurteilbar
Zytokine Interferon beta-1b Wirksamkeitskategorie 1
Zytokine Peginterferon beta-1a Wirksamkeitskategorie 1
Immunmodulator Glatirameracetat Wirksamkeitskategorie 1; günstige Evidenzlage in Schwangerschaft und Stillzeit [26]
Fumarsäureester Dimethylfumarat Wirksamkeitskategorie 1; Risiko der progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML; schwere Virusinfektion des Gehirns) bei schwerer/lang anhaltender Lymphopenie (Mangel an Lymphozyten)
Pyrimidinsynthesehemmer Teriflunomid Wirksamkeitskategorie 1; teratogen (fruchtschädigend)
  • Wirkweise Interferone: immunmodulatorisch, Hemmung proinflammatorischer (entzündungsfördernder) Zytokine und Reduktion entzündlicher Aktivität
  • Indikation Interferone: schubförmig remittierende Multiple Sklerose mit milder bis moderater Krankheitsaktivität [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Interferone: grippeähnliche Symptome, Depression, lokale Reaktionen, Leukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen), Transaminasenanstieg
  • Wirkweise Glatirameracetat: immunmodulatorisch, Induktion regulatorischer T-Zellen
  • Indikation Glatirameracetat: schubförmig remittierende Multiple Sklerose; auch bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit von besonderer Relevanz [26, S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Glatirameracetat: Injektionsreaktionen, Lipodystrophie (Veränderung des Fettgewebes), passagere (vorübergehende) Post-Injektions-Reaktion
  • Wirkweise Dimethylfumarat: antiinflammatorisch (entzündungshemmend) und antioxidativ (Zellen vor schädlichen Sauerstoffverbindungen schützend), unter anderem über Aktivierung des nuclear factor erythroid 2-related factor 2 (Nrf2)-Signalwegs
  • Indikation Dimethylfumarat: schubförmig remittierende Multiple Sklerose [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Dimethylfumarat: Flush (Hitzegefühl mit Hautrötung), gastrointestinale (Magen-Darm-)Beschwerden, Lymphopenie, Leukopenie, Risiko einer progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie bei schwerer/lang anhaltender Lymphopenie [3]
  • Wirkweise Teriflunomid: Hemmung der Pyrimidinsynthese und damit reduzierte Lymphozytenproliferation (Vermehrung bestimmter Abwehrzellen)
  • Indikation Teriflunomid: schubförmig remittierende Multiple Sklerose [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Teriflunomid: Hepatotoxizität (Leberschädigung), Alopezie (Haarausfall), Übelkeit, Diarrhoe (Durchfall), Infektionen, periphere Neuropathie (Nervenschädigung an Armen und Beinen), teratogenes Potenzial

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der verlaufsmodifizierenden Therapie – höher wirksame Therapie

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Integrin-Antikörper Natalizumab Wirksamkeitskategorie 3; Monotherapie; erhöhtes PML-Risiko
CD20-Antikörper Ocrelizumab Wirksamkeitskategorie 3; aktive schubförmige MS sowie frühe aktive PPMS [S2k-Leitlinie]
CD20-Antikörper Ofatumumab Wirksamkeitskategorie 3; aktive schubförmige MS bei Erwachsenen
CD20-Antikörper Ublituximab Wirksamkeitskategorie 3; schubförmige Multiple Sklerose [27]
Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptormodulatoren Fingolimod Wirksamkeitskategorie 2; Rebound-Risiko nach Absetzen; Schwangerschaft kontraindiziert [10, 17, 19, 22]
Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptormodulatoren Ozanimod Wirksamkeitskategorie 2; aktive schubförmige MS
Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptormodulatoren Siponimod Aktive SPMS; erster Wirkstoff mit Wirksamkeitsnachweis in einer Phase-III-Studie bei SPMS [15]
Purinanalogon Cladribin Wirksamkeitskategorie 2; Risiko der progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie beachten [14]
Monoklonaler Antikörper Alemtuzumab Wirksamkeitskategorie 3; heute nur noch Reserveoption [18, 20, S2k-Leitlinie]
  • Wirkweise Natalizumab: Hemmung der Leukozytenmigration (Wanderung weißer Blutkörperchen) durch Blockade von alpha-4-Integrin
  • Indikation Natalizumab: hochaktive schubförmige Multiple Sklerose [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Natalizumab: progressive multifokale Leukoenzephalopathie, Infusionsreaktionen, Infektionen, Kopfschmerzen, Arthralgien (Gelenkschmerzen) [16, 25]
  • Wirkweise Ocrelizumab: Anti-CD20-Antikörper mit B-Zell-Depletion (Verringerung bestimmter Abwehrzellen)
  • Indikation Ocrelizumab: aktive schubförmige Multiple Sklerose sowie frühe aktive primär progrediente Multiple Sklerose [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Ocrelizumab: Infusionsreaktionen, Infektionen, Hypogammaglobulinämie (Mangel an Antikörpern im Blut); häufig u. a. Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit oder Atemnot
  • Wirkweise Ofatumumab: Anti-CD20-Antikörper; bindet spezifisch an CD20 auf B-Lymphozyten
  • Indikation Ofatumumab: aktive schubförmige Multiple Sklerose bei Erwachsenen [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Ofatumumab: lokale Injektionsreaktionen, Nasopharyngitis (Entzündung von Nase und Rachen), Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfektionen, Herpesvirus-assoziierte Infektionen
  • Wirkweise Ublituximab: modifizierter CD20-Antikörper mit rascher B-Zell-Depletion
  • Indikation Ublituximab: schubförmige Multiple Sklerose [27]
  • Nebenwirkungen Ublituximab: Infusionsreaktionen, Infektionen; die klinische Erfahrung ist im Vergleich zu etablierten CD20-Antikörpern noch geringer
  • Wirkweise Fingolimod: funktioneller Antagonismus des Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptors mit Lymphozyten-Sequestration (Zurückhalten von Abwehrzellen) in Lymphknoten
  • Indikation Fingolimod: aktive schubförmige Multiple Sklerose [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Fingolimod: Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), atrioventrikuläre Überleitungsstörungen (Störungen der elektrischen Reizleitung im Herzen), Makulaödem (Flüssigkeitseinlagerung in der Netzhaut), Lymphopenie, Hypertonie, Infektionsrisiko, Lebertoxizität (Leberschädigung), Rebound nach Absetzen [10, 17, 19, 22]
  • Wirkweise Ozanimod: Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptormodulation mit Lymphozyten-Sequestration
  • Indikation Ozanimod: aktive schubförmige Multiple Sklerose [S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Ozanimod: Bradykardie, Infektionen, Leberwerterhöhungen, Makulaödem
  • Wirkweise Siponimod: selektiver Modulator des Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptors 1 und 5; verhindert den Austritt von Lymphozyten aus den Lymphknoten und deren Migration in das zentrale Nervensystem (ZNS)
  • Indikation Siponimod: sekundär progrediente Multiple Sklerose mit aktiver Erkrankung, nachweisbar durch Schübe oder bildgebende Entzündungsaktivität [15, S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Siponimod: Kopfschmerzen, Hypertonie, Bradykardie, Infektionen
  • Wirkweise Cladribin: selektive und vorübergehende Depletion von T- und B-Lymphozyten
  • Indikation Cladribin: schubförmige Multiple Sklerose bei hoher Krankheitsaktivität [11, S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Cladribin: Lymphopenie, Herpes zoster (Gürtelrose), selten schwere Leberschäden; Blutbild- und Leberwertkontrollen erforderlich
  • Wirkweise Alemtuzumab: Bindung an das Glykoprotein (Eiweiß) CD52 mit Depletion von T- und B-Lymphozyten
  • Indikation Alemtuzumab: heute nur noch Reserveoption bei hochaktiver schubförmiger MS, wenn andere hochwirksame Therapien nicht möglich sind oder versagt haben [18, 20, S2k-Leitlinie]
  • Nebenwirkungen Alemtuzumab: Herpesinfektionen, Infusionsreaktionen, Autoimmunthyreoiditis (durch das Immunsystem ausgelöste Schilddrüsenentzündung), immunthrombozytopenische Purpura (Mangel an Blutplättchen durch eine Fehlreaktion des Immunsystems), Nephropathien (Nierenerkrankungen), schwere immunvermittelte und kardiovaskuläre (Herz und Gefäße betreffende) Komplikationen [13, 18, 20]

MS in der Schwangerschaft

  • Glatirameracetat und Interferone weisen die günstigste Evidenzlage für Schwangerschaft und Stillzeit auf [26, S2k-Leitlinie]
  • Bei hoher Krankheitsaktivität können Natalizumab oder in ausgewählten Fällen CD20-Antikörper nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung relevant sein [S2k-Leitlinie]
  • Die Schwangerschaftsplanung ist integraler Bestandteil der Therapieentscheidung [S2k-Leitlinie]

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – Schmerzen

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Antiepileptika Carbamazepin Vor allem bei paroxysmalen (anfallsartig auftretenden) Schmerzen/Trigeminusneuralgie (Gesichtsnervenschmerz)
Antiepileptika Gabapentin Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
Trizyklische Antidepressiva Amitriptylin Sedierend; anticholinerge Effekte beachten
  • Wirkweise Antiepileptika: Modulation neuronaler Erregbarkeit (Beeinflussung der Erregbarkeit von Nervenzellen) über Ionenkanäle
  • Indikation Antiepileptika: neuropathische (durch Nervenschädigung verursachte) Schmerzen, paroxysmale Schmerzen, Trigeminusneuralgie bei MS
  • Nebenwirkungen Antiepileptika: Sedierung (Beruhigung), Schwindel, Konzentrationsstörungen, gastrointestinale (Magen-Darm-)Beschwerden
  • Wirkweise Amitriptylin: Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin
  • Indikation Amitriptylin: neuropathische Schmerzen bei MS
  • Nebenwirkungen Amitriptylin: anticholinerge Effekte, Sedierung, orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen), Gewichtszunahme

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – Spastik

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Muskelrelaxantien Baclofen Erstlinienoption
Muskelrelaxantien Tizanidin Erstlinienoption
Antiepileptika Gabapentin Therapieversuch bei paroxysmaler Spastik möglich
  • Wirkweise Baclofen: Agonist am Gamma-Aminobuttersäure-B-Rezeptor (GABA-B-Rezeptor)
  • Indikation Baclofen: spastische Tonuserhöhung (erhöhte Muskelspannung) bei MS
  • Nebenwirkungen Baclofen: Sedierung, Muskelschwäche, Hypotonie, Schwindel
  • Wirkweise Tizanidin: Alpha-2-Rezeptor-Agonist
  • Indikation Tizanidin: spastische Tonuserhöhung bei MS
  • Nebenwirkungen Tizanidin: Müdigkeit, Schwindel, Blutdruckabfall, Mundtrockenheit
  • Wirkweise Gabapentin: Modulation spannungsabhängiger Calciumkanäle
  • Indikation Gabapentin: paroxysmale Spastik, zusätzlich neuropathische Schmerzen
  • Nebenwirkungen Gabapentin: Sedierung, Schwindel, Konzentrationsstörungen

Weitere Hinweise:

  • Bei fokaler Spastik kann Botulinumtoxin A eingesetzt werden [S2k-Leitlinie]
  • Bei schwerer generalisierter Spastik ist intrathekales Baclofen eine Eskalationsoption [S2k-Leitlinie]
  • Cannabinoide können als Add-on im Einzelfall erwogen werden [1, S2k-Leitlinie]
  • Tolperison ist zur Behandlung der Spastizität (krankhaft erhöhte Muskelspannung) nach Schlaganfall zugelassen, nicht jedoch zur MS-assoziierten Spastik; außerhalb der zugelassenen Indikation besteht unter anderem das Risiko schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen [21]

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – Ataxie

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Antiepileptika Topiramat In kleinen Studien positiv; Evidenz begrenzt
  • Wirkweise Topiramat: Modulation von Natriumkanälen und Glutamatrezeptoren
  • Indikation Topiramat: symptomatischer Therapieversuch bei Ataxie/Tremor im Einzelfall
  • Nebenwirkungen Topiramat: Schwindel, kognitive Verlangsamung (verlangsamtes Denken), gastrointestinale (Magen-Darm-)Beschwerden

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – Fatigue

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Antiparkinsonmittel Amantadin Nur individueller Therapieversuch
Psychostimulanzien Modafinil Nur individueller Therapieversuch
  • Wirkweise Amantadin: Antagonismus am N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor (NMDA-Rezeptor)
  • Indikation Amantadin: Fatigue; nur individueller Therapieversuch
  • Nebenwirkungen Amantadin: Schwindel, Schlafstörungen, Unruhe, gastrointestinale (Magen-Darm-)Beschwerden
  • Wirkweise Modafinil: zentrale Stimulation, wahrscheinlich Beeinflussung monoaminerger Systeme
  • Indikation Modafinil: Fatigue; nur individueller Therapieversuch
  • Nebenwirkungen Modafinil: Schlafstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen, psychische Nebenwirkungen

Beachte: Nichtmedikamentöse Maßnahmen stehen im Vordergrund; Amantadin, Modafinil und Methylphenidat waren in einer randomisierten Studie nicht besser als Placebo [23].

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der Therapie – Optikusneuritis

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Antiepileptika Phenytoin Neuroprotektischer (nervenschützender) Ansatz; keine etablierte Standardtherapie [1]
  • Wirkweise Phenytoin: Stabilisierung erregbarer Zellmembranen durch Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle
  • Indikation Phenytoin: experimenteller/neuroprotektiver Ansatz bei akuter Optikusneuritis
  • Nebenwirkungen Phenytoin: allergische Reaktionen, Gingivahyperplasie (Wucherung des Zahnfleischs), Hypertrichose (vermehrte Behaarung), Hepatotoxizität (Leberschädigung), Osteopathie (Knochenerkrankung), megaloblastäre Anämie (besondere Form der Blutarmut)

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – kognitive Störungen

  • Es gibt derzeit keine Wirkstoffe, die regelhaft empfohlen werden können [S2k-Leitlinie]
  • Im Vordergrund stehen neuropsychologische Therapie, kognitives Training und Rehabilitation [S2k-Leitlinie]

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – Harnblasenstörungen

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Antimuskarinika Tolterodin Bei Detrusorüberaktivität (Überaktivität des Blasenmuskels)
Antimuskarinika Trospiumchlorid Anticholinerge Nebenwirkungen beachten
Parasympatholytika Oxybutynin Anticholinerge Nebenwirkungen beachten
  • Wirkweise Tolterodin: muskarinerger Rezeptorantagonist
  • Indikation Tolterodin: neurogene Blasenfunktionsstörung mit Detrusorüberaktivität
  • Nebenwirkungen Tolterodin: Mundtrockenheit, Obstipation (Verstopfung), Müdigkeit, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), kognitive Nebenwirkungen
  • Wirkweise Trospiumchlorid: antimuskarinerg/parasympatholytisch
  • Indikation Trospiumchlorid: neurogene Blasenfunktionsstörung mit imperativem (plötzlichem, kaum unterdrückbarem) Harndrang
  • Nebenwirkungen Trospiumchlorid: Mundtrockenheit, Obstipation, Tachykardie, anticholinerge Nebenwirkungen
  • Wirkweise Oxybutynin: antimuskarinerg/parasympatholytisch
  • Indikation Oxybutynin: neurogene Blasenfunktionsstörung
  • Nebenwirkungen Oxybutynin: Mundtrockenheit, Obstipation, Müdigkeit, kognitive Nebenwirkungen
  • Weitere Wirkstoffe: Solifenacin, Darifenacin, Fesoterodin, Propiverin
  • Bei rezidivierenden (wiederkehrenden) Harnwegsinfekten: individuelle urologische Konzepte; historische Angaben zu Methionin/Cranberry-Präparaten sind nur eingeschränkt evidenzbasiert
  • Off-Label-Use: Botulinumtoxin A intravesikal (in die Harnblase gegeben) bei neurogener überaktiver Blase in spezialisierten Settings

Wirkstoffe (Hauptindikation) in der symptomatischen Therapie – sexuelle Dysfunktion

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Besonderheiten
Phosphodiesterase-5-Hemmer Sildenafil Keine Kombination mit Nitraten
Phosphodiesterase-5-Hemmer Tadalafil Längere Halbwertszeit
Phosphodiesterase-5-Hemmer Vardenafil Kardiovaskuläre Kontraindikationen (Gegenanzeigen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen) beachten
  • Wirkweise Phosphodiesterase-5-Hemmer: Vasodilatation (Gefäßerweiterung) und verbesserter Bluteinstrom in das Corpus cavernosum (Schwellkörper des Penis)
  • Indikation Phosphodiesterase-5-Hemmer: erektile Dysfunktion bei MS
  • Nebenwirkungen Phosphodiesterase-5-Hemmer: Cephalgie (Kopfschmerzen), Vertigo (Schwindel), Müdigkeit, Sehstörungen, Tachykardie, Flush, gastrointestinale (Magen-Darm-)Beschwerden, Myalgie (Muskelschmerzen)

Historischer Hinweis

  • Daclizumab: Anti-CD25-Antikörper; Zulassung nach schweren immunvermittelten (durch das Immunsystem ausgelösten) Nebenwirkungen wie Enzephalitis (Gehirnentzündung)/Enzephalopathie (Gehirnerkrankung) zurückgezogen [9]
  • Daclizumab ist keine aktuelle Therapieoption mehr

Weitere Hinweise

  • „Hit-hard-and-early“-Strategie bei MS: Eine frühe Therapie mit hochwirksamen MS-Therapeutika führte seltener zu Schüben und anhaltenden Behinderungen [24]
  • Minocyclin verzögerte in einer Studie die Konversion (den Übergang) von einem klinisch isolierten Syndrom in eine Multiple Sklerose, der Effekt war jedoch langfristig nicht signifikant [8]
  • Fatigue: Antidepressiva sind nur bei begleitender Depression indiziert, nicht bei isolierter Fatigue [S2k-Leitlinie]
  • Regelmäßiges Monitoring (Überwachung) unter verlaufsmodifizierender Therapie ist essenziell

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit von Nerven und Psyche sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Mineralstoffe (Calcium, Kalium, Magnesium)
  • Spurenelemente (Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Grüntee-Polyphenole, Epigallocatechingallate)
  • Weitere Vitalstoffe (Coenzym Q10 (CoQ10), L-Carnitin, Phosphatidylserin, Fruchtsäuren – Citrat (gebunden in Magnesium-, Kalium- und Calciumcitrat))

Bei Vorliegen einer Insomnie (Schlafstörung) infolge von Multipler Sklerose s. u. Insomnie/Medikamentöse Therapie/Supplemente.

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Kapoor R et al.: Phenytoin is Neuroprotective in Acute Optic Neuritis: Results of a Phase 2 Randomized Controlled Trial, 67th AAN Annual Meeting, Washington DC, April 24, Clinical Trials Session
  2. Lublin FD et al.: Oral fingolimod versus placebo in patients with primary progressive multiple sclerosis (PPMS): results of the INFORMS phase III trial; 67th AAN Annual Meeting, Washington DC, April 22, Emerging Science Session
  3. Gold R et al.: Clincal efficacy of BG-12, an oral therapy, in ralapsing-remitting multiple sclerosis: Data from the phase III DEFINE trial
    http://www.dgn.org/component/content/article/23/1836-pressemitteilung-07112011.html
  4. DGN / KKNMS Leitlinie: Diagnose und Therapie der MS. Online-Version, Stand: 13.04.2014
  5. Le Page E et al.: Oral versus intravenous high-dose methylprednisolone for treatment of relapses in patients with multiple sclerosis (COPOUSEP): a randomised, controlled, double-blind, non-inferiority trial. doi: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)61137-0
  6. Kvistad SS, Myhr KM, Holmøy T et al. Body mass index influence interferon-beta treatment response in multiple sclerosis. J Neuroimmunol 2015; 288: 92-7
  7. Buttmann M et al.: Malignancies after mitoxantrone for multiple sclerosis: A retrospective cohort study. Neurology 2016; 86 (23): 2203-7 doi: 10.1212/WNL.0000000000002745. Epub 2016 May 11.
  8. Metz LM et al.: Trial of Minocycline in a Clinically Isolated Syndrome of Multiple Sclerosis. N Engl J Med 2017; 376:2122-2133. doi: 10.1056/NEJMoa1608889
  9. AkdÄ Drug Safety Mail | 21–2017
  10. Information zu Fingolimod: Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) untersucht Hinweise auf Rebound-Effekt nach Absetzen. AkdÄ Drug Safety Mail | 27–2017
  11. Giovannoni G et al.: Sustained disease-activity-free status in patients with relapsing-remitting multiple sclerosis treated with cladribine tablets in the CLARITY study: a post-hoc and subgroup analysis Lancet Neurol 2011 Apr;10(4):329-37. doi: 10.1016/S1474-4422(11)70023-0.
  12. 7th Joint ECTRIMS-ACTRIMS Meeting, Paris, 25-28.10. 2017. Parallel Session 13: Update on relapsing-remitting MS management.
  13. AkdÄ Drug Safety Mail | 38–2017 : Therapierefraktäre Autoimmunthrombozytopenie nach Alemtuzumab zur Behandlung einer Multiplen Sklerose („Aus der UAW-Datenbank“) Deutsches Ärzteblatt, Jg. 114, Heft 46, 17.11.2017
  14. Rote-Hand-Brief zu Cladribin (Leustatin®, Litak®) vom 01.12.2017
  15. Kappos L et al.: Siponimod versus placebo in secondary progressive multiple sclerosis (EXPAND): a double-blind, randomised, phase 3 study. The Lancet online 22 March 2018 doi: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)30475-6
  16. Rae-Grant A, Day GS, Marrie RA et al.: Comprehensive systematic review summary: Disease-modifying therapies for adults with multiple sclerosis: Report of the Guideline Development, Dissemination, and Implementation Subcommittee of the American Academy of Neurology. Neurology 2018; 90: 789-800 doi: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000005345
  17. Drug Safety Communication: FDA warns about severe worsening of multiple sclerosis after stopping the medicine Gilenya (fingolimod). FDA: Drug Safety Communication: Posted 11/20/2018
  18. Pressemitteilung des EMA: Use of multiple sclerosis medicine Lemtrada restricted while EMA review is ongoing. Press release 12/04/2019
  19. Pressemitteilung des EMA: Updated restrictions for Gilenya: multiple sclerosis medicine not to be used in pregnancy Press release 26/07/2019
  20. Rote-Hand-Brief zu Lemtrada® (Alemtuzumab): Einschränkung der Indikation, zusätzliche Gegenanzeigen und risikomindernde Maßnahmen. AkdÄ Drug Safety Mail | 2020–03
  21. Rote-Hand-Brief: Tolperison-haltige Arzneimittel. AkdÄ Drug Safety Mail | 2020-37
  22. Rote-Hand-Brief: Fingolimod vom 10.11.2020 AkdÄ Drug Safety Mail | 2020-61
  23. Nourbakhsh B et al.: Safety and efficacy of amantadine, modafinil, and methylphenidate for fatigue in multiple sclerosis: a randomised, placebo-controlled, crossover, double-blind trial. Lancet Neurology 2020; https://doi.org/10.1016/S1474-4422(20)30354-9
  24. Spelman T et al.: Treatment Escalation vs Immediate Initiation of Highly Effective Treatment for Patients With Relapsing-Remitting Multiple Sclerosis. Data From 2 Different National Strategies. JAMA Neurol. Published online August 16, 2021. doi:10.1001/jamaneurol.2021.2738
  25. Hellwig K et al.: Multiple Sclerosis Disease Activity and Disability Following Discontinuation of Natalizumab for Pregnancy JAMA Netw Open . 2022 Jan 4;5(1):e2144750. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2021.44750.
  26. Ciplea AI et al.: Eighteen-month safety analysis of offspring breastfed by mothers receiving glatiramer acetate therapy for relapsing multiple sclerosis – COBRA study. Mult. Scler. Journal, 2022. doi: 10.1177/13524585221083982
  27. Steinman L et al.: Ublituximab versus Teriflunomide in Relapsing Multiple Sclerosis. N Engl J Med 2022; 387:704-714 doi: 10.1056/NEJMoa2201904
  28. Bsteh G et al.: Association of Disease-Modifying Treatment With Outcome in Patients With Relapsing Multiple Sclerosis and Isolated MRI Activity. Neurology 2024; https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000209752

Leitlinien

  1. Xavier Montalban et al.: ECTRIMS/ EAN Guideline on the pharmacological treatment of people with Multiple Sclerosis, in: Multiple Sclerosis Journal, 2017, doi: 10.1177/1352458517737372
  2. S2k-Leitlinie: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis Optica Spektrum und MOG-IgG-assoziierte Erkrankungen - Living Guideline. (AWMF-Registernummer: 030-050), Dezember 2024 Langfassung