Die medikamentöse Therapie der Multiplen Sklerose wird in verschiedene Kategorien unterteilt
- Therapie der akuten Schübe
- Reduktion der Aktivität der MS
- Symptomatische Therapie
Folgende Medikamente – 1. Ordnung (Hauptindikation) – werden zur Therapie der akuten Schübe eingesetzt
- Glukokortikoide
- Plasmapherese – Reinigung des Blutplasmas von krankmachenden Stoffen; wird sehr selten durchgeführt
Folgende Medikamente – 1. Ordnung (Hauptindikation) – werden zur Reduktion der Aktivität der MS eingesetzt
- Betaferon
- Glatiramerazetat
- Immunsuppressiva
- Zytostatika
- Glukokortikoide
Folgende Medikamente – 1. Ordnung (Hauptindikation) – werden zur symptomatischen Therapie eingesetzt
- Antiepileptika
- Antidepressiva
Glukokortikoide
Glukokortikoide sind Medikamente gegen Entzündungen. Außerdem werden sie bei überaktivem Immunsystem – beispielsweise bei allergischen Reaktionen – eingesetzt. Sie können bei oraler Langzeittherapie (also Einnahme von Tabletten) zu Osteoporose-bedingten Frakturen (Knochenbrüchen) führen und dadurch zu Rückenschmerzen (drei Monate oder länger systemische Glukokortikoidtherapie erhöht das Osteoporoserisiko um 30-50 Prozent.
Betaferon
Betaferon soll die Anzahl und die Intensität der Schübe verringern. Es wirkt antiviral (gegen Viren), antiproliferativ (wachstumshemmend) und immunmodulatorisch (greifen harmonisierend in der Immunsystem ein). Das Medikament wird dreimal in der Woche subkutan verabreicht, das heißt, es wird unter die Haut gespritzt.
Glatiramerazetat
Hierbei handelt es sich um ein synthetisch hergestelltes Peptid (Eiweiß), das immunmodulatorisch (greift durch Bildung verschiedener Zelltypen harmonisierend in das Immunsystem ein) wirkt.
Immunsuppressiva
Immunsuppressiva unterdrücken das körpereigene Immunsystem und versuchen so, das Krankheitsgeschehen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Beispiele für diese Gruppe sind Mitoxantron, Azathioprin.
Zytostatika
Zytostatika sind Medikamente wie beispielsweise Methotrexat oder Cyclophosphamid, die meist in der Therapie maligner (bösartiger) Tumore eingesetzt werden. Sie sind in der Therapie der Multiplen Sklerose so genannte Reservemittel.
Antiepileptika
Antiepileptika sind Medikamente wie beispielsweise Clonazepam, die in der Therapie epileptischer Anfälle eingesetzt werden. Bei der Multiplen Sklerose werden sie zur symptomatischen Therapie eingesetzt, um beispielsweise Ataxie (Gangstörungen), Tremor (Zittern) oder Schmerzen zu behandeln.
Antidepressiva
Antidepressiva sind Medikamente wie Amitriptylin, die bei Depressionen eingesetzt werden. Bei der Multiple Sklerose werden sie unter anderem zur Schmerzreduktion eingesetzt.













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