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Geringe Aufnahme von Ballaststoffen

Ballaststoffe Cellulose, Hemicellulose, Pektin und Lignin – sind organische Bestandteile von Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft, die von den Verdauungsenzymen des Menschen nicht abgebaut werden können. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse sowie Hülsenfrüchte sind reich an diesen Nahrungsfasern. Für unsere Gesundheit ist eine Ballaststoffzufuhr von 30 bis 50 Gramm pro Tag von großer Bedeutung, da sie im Verdauungstrakt wichtige physikalische Effekte erzeugt. Ein Großteil der Menschen verdrängt jedoch aufgrund des erhöhten Verzehrs von fett-, zucker- und eiweißreicher Nahrung ballaststoffreiche Nahrungsmittel aus ihrem Ernährungsplan.

Ballaststoffe werden in der heutigen Gesellschaft eindeutig in viel zu geringen Mengen aufgenommen, wodurch der Verdauungstrakt in seiner Funktion stark beeinträchtigt wird. Ballaststoffe wirken sich äußerst positiv auf unseren Organismus aus, da viele ballaststoffreiche Lebensmittel wegen ihrer komplexen Faserstruktur den Kauaufwand sowie die Speichelsekretion erhöhen und die Nahrungsaufnahme somit verzögern. Da der Magen langsam gefüllt wird, setzt das Sättigungsgefühl recht früh ein. Die vermehrte Speichelbildung fördert die Zahngesundheit, da Nahrungsreste von den Zähnen entfernt und die für den Zahnschmelz gefährlichen Säuren neutralisiert werden.

Raffinierte Kohlenhydratprodukte – Weißmehlerzeugnisse – mit häufig hohem Fett- und Zuckergehalt dagegen haben keine komplexe Struktur, sind leichter zu kauen und werden damit in höheren Mengen aufgenommen. Es kommt zum Energieüberschuss im Körper.
Des Weiteren weisen Ballaststoffe ein Wasserbindungs- und Quellvermögen auf, wodurch sie eine längere Zeit im Magen verweilen und die Magenentleerung verzögern. Somit hält die Sättigung lange an und Heißhungerattacken – wie sie bei stark zuckerhaltiger Nahrung die Regel sind – bleiben aus. Aufgrund des Quellvermögens wird der Dickdarm im höheren Maße gefüllt, wodurch der Darminhalt schnell und häufig geleert werden kann. Die Verbindung der Ballaststoffe mit Wasser macht den Stuhl weich und verhindert dadurch Verstopfungen.
Im Gegensatz hierzu fördern Lebensmittel mit geringem Ballaststoffgehalt, die heutzutage viel zu oft sowie in zu hohen Mengen verzehrt werden, Obstipation (Stuhlverstopfung). In diesem Fall ist der Stuhl zu hart, befindet sich zu lange im Darm und wird zu selten ausgeschieden. Die Darmtätigkeit wird in Form von schweren Verdauungsstörungen erheblich beeinflusst und die Gefahr einer Bakterienüberwucherung und einer Darmkrebserkrankung steigen [2].

Vollkornbrot wird deutlich langsamer als Weißbrot in den Blutkreislauf aufgenommen, wodurch der schnelle Anstieg des Blutzuckerspiegels vermindert und eine plötzliche Blutzuckerschwankung verhindert wird, was besonders bei Diabetikern von Bedeutung ist. Aufgrund der geringen Glucosekonzentration im Blut, muss nur wenig Insulin bereitgestellt werden, um Glucose zu verwerten.
Eine ballaststoffreiche Ernährung kann schließlich dazu beitragen, dass Diabetiker geringere Mengen Insulin benötigen [2].
Eine besondere Wirkung weisen kleiereiche Weißmehle, Haferflocken sowie Hülsenfrüchte auf, weil diese den Cholesterin-Serumspiegel erheblich senken können. Diese ballaststoffreichen Lebensmittel bewirken in der Leber eine verstärkte Gallensäurebildung, wozu Cholesterin gebraucht wird. Der Cholesterinspiegel wird so gesenkt.

Menschen, die keinen Wert auf eine Ernährung mit hohem Ballaststoffgehalt legen und überwiegend ihren Tagesbedarf mit ungesunden fett-, zucker-, und eiweißreichen Nahrungsmitteln decken, müssen neben häufigen Blutzuckerschwankungen und einem hohen Cholesterinspiegel auch mit weitaus ernsteren Folgen rechnen. Fehlen Ballaststoffe im Körper, bleibt ihre präventive Wirkung in unserem Körper aus und es kann zu schwerwiegenden Darm- und Stoffwechselerkrankungen – Diabetes mellitus, Übergewicht, Hypertonie (Bluthochdruck), Hyperlipidämie
(hohe Blutfettwerte), Kolonkarzinom (Darmkrebs) kommen [1].

Ballaststoffmangel im Körper – Gesundheitliche Beeinträchtigungen

  • Adipositas (Übergewicht) [1]
  • Blutzuckerschwankungen [2]
  • Bakterienüberwucherung des Darms (Dysbiose)
  • Diabetes mellitus [1]
  • Erhöhtes Risiko für Darmkrebs[1]
  • Erhöhte Gefahr für Karies [2]
  • Erhöhter Cholesterin-Serumspiegel [1]
  • Hypertonie (Bluthochdruck) [1]
  • Obstipation (Stuhlverstopfung) [2]
  • Schwere Verdauungsstörungen [2]

Literatur

  1. Biesalski HK, Fürst P, Kasper H, Kluthe R, Pölert W, Puchstein Ch, Stähelin HB: Ernährungsmedizin. Kapitel 6, 69-72, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1999
  2. Huth K, Kluthe R: Lehrbuch der Ernährungstherapie. Kapitel 1, 41-43, Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York, 1995
     
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