Differentialdiagnosen
Sehverlust, plötzlicher (Visusverlust, akuter)

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Ablatio retinae** (Amotio retinae; Netzhautablösung)
  • Akutes Glaukom* (grüner Star; akutes Winkelblockglaukom); Symptomatik: Augenschmerzen, Nausea (Übelkeit)/Erbrechen, meist einseitige Augenrötung, extrem harter Augapfel, plötzlicher Sehverlust (Nebel sehen; Schleier sehen), Sehen von Farbringen (Halos); klinischer Befund: rotes Auge mit mittelweiten, lichtstarren Pupillen; Augen wirken häufig matt und trübe
  • Akuter Keratokonus (Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut des Auges)* (Visusminderung)
  • Amaurosis fugax** (vorübergehendes Fehlen von Lichtwahrnehmung, bei Kindern; extrem selten) [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Erosio corneae (Hornhautabschürfung)** (Visusminderung)
  • Glaskörperblutung**
  • Iritis (Regenbogenhautentzündung)* (Visusminderung)
  • Lebersche Optikusatrophie** (Synonyme: Leber hereditary optic neuropathy (LHON); Lebersche Optikusneuropathie; Lebersche hereditäre Optikusatrophie; Leber Optikusatrophie) – seltene Erbkrankheit der Ganglienzellen des Sehnerven; Auftreten mit beidseitiger Symptomatik [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Neuritis nervi optici (Sehnervenentzündung)
  • Papillitis* – Entzündung des Sehnervens an seiner Austrittsstelle aus dem Augenbulbus (Sehnervenpapille)
  • Uveitis posterior** ‒ Entzündung der Aderhaut des Auges; dabei ist das Auge nicht sichtbar gerötet
  • Verschluss der Arteria centralis retinae** (Synonym: Zentralarterienverschluss (ZAV); zentrale Netzhautarterie; retinaler Zentralarterienverschluss; engl. central retinal artery occlusion (CRAO)) ‒ mit folgender Ischämie (Minderdurchblutung) der Netzhaut; nur ca. 22 % der Patienten zeigen eine spontane Erholung ihres Visus!
    Symptomatik: Plötzlicher und schmerzloser höchster derartiger Visusverlust an einem Auge
  • Verschluss der Vena centralis retinae** (zentrale Netzhautvene)
  • Retrobulbärneuritis*/** manchmal nur wenig Augenschmerzen, auch ohne Schmerzen möglich (Synonym: Neuritis nervi optici (NNO); Optikusneuritis; Opticusneuritis): Entzündung des Sehnerven im Bereich hinter dem Augapfel; kann als selbstständiges Symptom („clinically isolated syndrome“) oder als Erstmanifestation einer Multiplen Sklerose (MS) auftreten; Verteilung von Ein- zur Beidseitigkeit beträgt 50 : 50, mit einer leichten Tendenz zur einseitigen Ausprägung [plötzlicher Sehverlust beim Kind]

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Apoplex** (Schlaganfall)
  • Moyamoya-Erkrankung** (von jap. moyamoya „Nebel“) – Krankheit der Gehirngefäße, bei der es zu einer Verengung oder einem Verschluss von Hirnarterien kommt [plötzlicher Sehverlust beim Kind]; auch beim Erwachsenen vorkommend

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Arteriitis temporalis* (Synonyme: Arteriitis cranialis; Morbus Horton; Riesenzellarteriitis; Horton-Magath-Brown-Syndrom) – systemische Vaskulitis (Gefäßentzündung), die vor allem bei älteren Menschen die Arteriae temporales (Schläfenarterien) befällt; kann auch ohne Schmerzen einhergehen (!) [Notfall!]
    Beachte: Hier ist rasches Handeln noch vor dem Biopsieergebnis erforderlich (s. u. der gleichnamigen Erkrankung).

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Anteriore (vordere) ischämische Optikusneuropathie (AION)** – akuter Verschluss einer den Sehnerven versorgenden Augenarterie; die arteriitische AION aufgrund einer Arteriitis cranialis ist deutlich seltener als die nAION (Verhältnis 10 % : 90 %) [augenärztlicher Notfall]
  • Epilepsie** [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Hysterie**
  • Idiopathische intrakranielle Hypertension* (IIH; Synonym: Pseudotumor cerebri, PTC) – erhöhter Hirndruck ohne erklärende Ursache; 90 % der Patientinnen leiden unter Kopfschmerzen, diese nehmen meist beim Nach-Vorne-Beugen, Husten oder Niesen zu; bei jedem zweiten Patienten findet sich ein Papillenödem (Schwellung (Ödem) an der Einmündung des Sehnervs in die Netzhaut, das sich als Vorwölbung des Sehnervenkopfes bemerkbar macht; Stauungspapille i. R. beidseitig); Auftreten mit beidseitiger Augen-Symptomatik [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Kortikale Blindheit** ‒ Blindheit, die durch eine Schädigung der Hirnrinde bedingt ist
  • Migräne*/** [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Psychogener Sehverlust** [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Schädigung des Nervus opticus** (Sehnerv)
  • Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)** – Spätkomplikation nach Maserninfektion, die eine generalisierte Enzephalitis (Gehirnentzündung) mit Nervenentmarkung (Demyelinisierung) und schwersten Schäden nach sich zieht und immer letal (tödlich) endet [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • Transitorische ischämische Attacke** (TIA) ‒ plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu neurologische Störungen führt, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Chininintoxikation (Chininvergiftung)

Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)   

  • „Minor head trauma“** – akute kortikale Blindheit als Folge von Vasospasmen ("Gefäßkrämpfen"); einige Stunden nach dem Trauma [plötzlicher Sehverlust beim Kind]
  • "Verblitzung"* (Visusminderung)

Legende
* Schmerzhafte Sehstörung
** Schmerzlose Sehstörung
[plötzlicher Sehverlust beim Kind]
(Visusminderung)
In Fettdruck Erkrankungen, die häufig sind

Leitlinien

  1. S2e-Leitlinie: Retinale arterielle Verschlüsse. (AWMF-Registernummer: 045 - 013), November 2016 Langfassung
     
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