Einleitung
Schielen (Strabismus)

Beim Strabismus – im Volksmund auch Silberblick genannt – (Thesaurussynonyma: Alternierender Strabismus; Heterophorie (latentes Schielen); Heterotropie (manifestes Schielen); Hypertropie (Höhenschielen); Hypotropie (Abwärtsschielen); Kongenitaler Strabismus; Koordinationsstörung der Augenmuskeln; Nichtparalytischer Strabismus; Okularmuskelinsuffizienz; Strabismus convergens (Einwärtsschielen); Strabismus divergens (Auswärtsschielen); Zyklotropie (Verrollungsschielen); ICD-10 H50.9 – Strabismus, nicht näher bezeichnet) handelt es sich um das Schielen des Auges. Dieses ist Ausdruck einer Augenmuskelgleichgewichtstörung, die zu einer Fehlstellung beider Augen führt.

Man unterscheidet latentes Schielen (Heterophorie) vom manifesten Schielen (Heterotropie).

Bei der Heterophorie
handelt es sich um eine Muskelgleichgewichtsstörung beider Augen, die nur unter bestimmten Umständen, wie Stress, Müdigkeit oder Alkoholgenuss deutlich wird. Diese Störung wird durch einen Mechanismus des beidäugigen Sehens (Fusion) kompensiert bzw. ausgeglichen.

Es gibt verschiedene Formen der Heterophorie (latente Schielen), die durch die Richtung der Abweichung definiert werden:

  • Esophorie (Abweichung zur Nase)
  • Exophorie (Abweichung zur Schläfe)
  • Hyperphorie (Abweichung nach oben)
  • Hypophorie (Abweichung nach unten)
  • Zyklophorie (Verrollungschielen; je nach Richtung Inzyklophorie bzw. Exzyklophorie)

Bei der Heterotropie handelt es sich um eine dauerhafte und ständige Abweichung eines Auges von einer gemeinsamen Blickrichtung.

Es gibt verschiedene Formen der Heterotropie (manifestes Schielen), die durch die Richtung der Abweichung definiert werden:

  • Strabismus convergens oder Esotropie (Abweichung zur Nase; Einwärts- oder Innenschielen)
  • Strabismus divergens oder Exotropie (Abweichung zur Schläfe; Auswärts- oder Außenschielen)
  • Strabismus verticalis oder Hypertropie (Abweichung nach oben; Höhenschielen) bzw. Hypotropie (Abweichung nach unten; Abwärtsschielen)
  • Strabismus rotatorius oder Zyklotropie (Verrollungschielen; je nach Richtung Inzyklotropie bzw. Exzyklotropie)

Man kann das Begleit- vom Lähmungsschielen unterscheiden.
Das Begleitschielen (Strabismus concomitans; nichtparetisches Schielen) bezeichnet die Unfähigkeit der Augenmuskeln, beide Blicklinien auf den gleichen Punkt zu richten. Die Koordination der Augen (eines oder abwechselnd beider Augen) ist gestört. Der Schielwinkel ist hierbei in allen Blickrichtungen immer annähernd gleich groß.
Dies ist beim Lähmungsschielen (paretisches Schielen) nicht der Fall.

Es gibt verschiedene Formen des Strabismus concomitans:

  • Strabismus concomitans convergens (ICD-10 H50.0)
  • Strabismus concomitans divergens (ICD-10 H50.1)
  • Intermittierender Strabismus concomitans (ICD-10 H50.3)

Häufigkeitsgipfel: Der Strabismus concomitans (Begleitschielen) tritt vor Vollendung des zweiten Lebensjahres auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) der Heterophorie liegt bei ca. 70 % (in Mitteleuropa).
Die Prävalenz der Heterotropie liegt bei 6 % (in Mitteleuropa).

Die Prävalenz des Strabismus concomitans liegt bei zu 7 % (in Mitteleuropa).

Verlauf und Prognose: Ohne Behandlung des Strabismus concomitans (Begleitschielen) manifestiert sich beim schielenden Auge eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit), die zu einer einseitigen Blindheit führen kann. Bei Schielverdacht oder in Familien mit Schielen sollte ein Baby bereits mit 6 bis 12 Monaten beim Augenarzt vorgestellt werden!
Die Amblyopie wird behandelt, indem man das korrekt sehende Auge mit einem Pflaster abdeckt (
Okklusionsbehandlung; Abklebeverband, Augenpflaster). Dieses führt dazu, dass das schlechter sehende Auge gefördert wird.


     
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