Der wichtigste Schutz vor Hautalterung – Allgemeine Hinweise zum Sonnenschutz

Allgemeines zum Sonnenschutz

  • Beachte: Im Frühling sollte die Haut durch kurze Aufenthalt im Freien an die Sonne gewöhnt werden. Mittagssonne ist zu meiden und entsprechende Kleidung und Kopfbedeckung ist zu tragen und bedeckte Hautstellen sollten durch Sonnencreme geschützt werden. Ebenfalls sollten die Augen mit einer UV-sicheren Sonnenbrille geschützt werden (s. u.).
  • Der UV-Index (UVI), ein normiertes Maß für die sonnenbrandwirksame solare Bestrahlungsstärke (Ultraviolettstrahlung), sollte stets Beachtung finden (s. u. UV-Strahlung"). 
    Im Allgemeinen gilt der UV-Index als Maß für die stärkste solare Strahlung um die Mittagszeit (Tageshöchstwert).
    • Mittlere und hohe UV-Bestrahlungsstärke (UVI 3-7) → in der Mittagszeit Schatten suchen; hautbedeckende Kleidung ansehen; Augen schützen
    • Sehr hohe UV-Bestrahlungsstärke (UVI ≥ 8) → Aufenthalt in der Mittagszeit möglichst vermeiden
  • Sonnenschutzcreme sollte ab UV-Index 3-5 aufgetragen werden; ab einem UV-Index 8 ist Sonnenschutz absolut notwendig.
    • Sonnenschutzmittel dürfen nicht einmassiert werden.
      Je mehr ein Sonnenschutzmittel verrieben und einmassiert wird, desto schlechter ist der Sonnenschutz. Nach einer kräftigen Massage ist die Haut fast so ungeschützt wie ohne Sonnenschutzmittel.
      Der Grund dafür ist, dass der UV-Filter nur auf der Hautoberfläche wirkt und seine Wirkung in den tieferen Schichten nicht entfalten kann.
    • Der UV-Filter in einem Sonnenschutzmittel bleibt mindestens drei Jahre haltbar. Voraussetzung dafür ist allerdings eine entsprechende Lagerung im Kühlschrank.
  • Die Augen benötigen ab UV-Index 3-5 einen Schutz gegen UV-A- und UV-B-Strahlen.
  • Auch das Tragen von Kleidung – sonnendichtes Oberteil, lange Hose und ein breitkrempiger Hut – stellt einen zusätzlichen Sonnenschutz dar. Ab UV-Index 8-10 empfiehlt die WHO, zwischen 11 und 15 Uhr im Schutz eines Hauses zu bleiben und auch außerhalb dieser Zeit unbedingt Schatten zu suchen. Auch im Schatten gilt die zuvor genannte Kleidung als unerlässlich. 

Weitere Hinweise

  • Die aktiven Wirkstoffe aus vier häufig verwendeten Sonnen­schutz­mitteln (Avobenzon, Oxybenzon, Octocrylen und Ecamsul) sind nach dem Auftragen auf die Haut regelmäßig in einer Konzentration von mehr als 0,5 ng/dl im Blut nachweisbar, ab der die Behör­de systemische Effekte für möglich hält. Inwieweit durch den Nachweis der Sonnen­schutz­mittel im Blut auf eine schädliche Wirkung geschlossen werden kann, ist bislang noch unklar [1].
  • Nanopartikel aus Zinkoxid können die Haut kaum penetrieren. Damit stellen Sonnencremes mit solchen Partikeln wahrscheinlich kein Sicherheitsrisiko dar [2].

Sonnenschutz muss in jungen Jahren beginnen

Besonders Säuglinge und Kinder schützen!

Eine Stunde in der Sonne ist für ein Kind viel gefährlicher als für einen Erwachsenen.

Achtung!
Babys bis zu einem halben Jahr haben praktisch keinen körpereigenen Schutz und sollten deshalb keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Für Kinder sollten Sie keine Sonnenschutzmittel mit einem Sonnenschutzfaktor unter 15 verwendet werden.

Dermatologen sind überzeugt: Sonnenschutz ist für die Haut hundertmal wichtiger als alles Andere – insbesondere für Teenager, da ihre Haut wesentlich empfindlicher für Sonnenschäden ist als für Ältere. Circa 80
% der durch Sonne verursachten Hautschäden entstehen vor dem 20. Lebensjahr und zeigen sich im Alter in Form von Falten und Altersflecken.

Beachte: Eine Langzeitanalyse aus Norwegen konnte nachweisen, dass Mädchen, die häufig einen Sonnenbrand in der Kindheit hatten, als Frau ein erhöhtes Hautkrebsrisiko für Melanome/schwarzer Hautkrebs (+50 %) und Plattenepithelkarzinome  (+35 %)) haben [3].

Männer haben ein höheres Hautkrebsrisiko als Frauen

Nach einer Studie der Ohio State University in Columbus erkranken Männer dreimal häufiger an Hautkrebs als Frauen. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Haut von Männern weniger Antioxidantien aufweist und damit der Hautkrebsschutz geringer ist.

Extra-Sonnenschutz ist häufig notwendig:

  • Immer, wenn die Luft dünner oder heißer ist (Gebirge, Äquator).
  • In den Sonnenspitzenzeiten zwischen 11.00 Uhr und 16.00 Uhr ist die UV-B-Strahlung am stärksten. Gehen Sie daher nicht in die Sonne, solange sie im Zenit steht. Ihre Haut wird dann nämlich nicht braun, sondern rot.
  • In der Nähe von allem, was die Sonne reflektiert, wie Schnee, Wasser und Sand.
  • Auf gefährdeten Stellen wie Lippen, Ohren, Augen und Kniekehlen.
  • Auf Stellen wie Nase, Schultern und Händen – den sogenannten ”Sonnenterassen”.
  • Im Gebirge. Die Intensität der Sonnenbrand erzeugenden UV-B-Strahlen nimmt pro 400 Höhenmeter um 4 % zu, in 2.000 m Höhe ist sie also um 20 % stärker als in Meereshöhe. Verwenden Sie daher im Gebirge ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Schutzfaktor (> 30).
  • Auf enthaarter oder rasierter Haut. Diese sollte nicht gleich der Sonne ausgesetzt werden, da sie besonders empfindlich ist und es schnell zu Rötungen kommen kann.

Schutz vor UV-A-Strahlen, die die Hautalterung beschleunigen, ist immer notwendig. 

Die Augen benötigen einen besonderen Sonnenschutz

UV-A- und UV-B-Strahlen können langfristig Katarakt (grauen Star), altersbedingte Makuladegeneration (AMD), chronische Konjunktividen (Bindehautentzündungen) und sogar Retinopathien (Netzhauterkrankungen) verursachen.

Hilfe bieten nur Brillengläser mit UV-Filtern der Norm UV-Schutz 400.

Achtung!
Jede Sonnenbrille und auch jede andere Brille sollte UV-Schutz 400 (US-Norm) und Blaudämpfung (400-500 nm) circa 95 % haben. In Europa gilt allerdings "100 % UV-Schutz" bereits bei 380 nm, obwohl die Augenlinse in diesem Bereich noch 78 % der UV-Strahlung aufnimmt!
Mehr dazu s. u. "Augen und Sonnenschutz".

Beachten Sie auch, dass selbst bei bedecktem Himmel circa 95 % der UV-Strahlung durch die Wolken dringen.

Verwenden Sie für die Augenpartie einen Sun-Blocker und Make-up mit mechanischem Sun-Blocker.

Hautpflege nach dem Sonnen

Nach dem Sonnenbad benötigt die Haut eine besondere Pflege, denn die Sonne hat die Haut ausgetrocknet und gereizt. Verschiedene Kosmetikfirmen bieten dazu unterschiedliche Produkte an. So gibt es beruhigende und reparierende Aftersun-Balsame sowie beruhigende und feuchtigkeitsspendende Aftersun-Milchprodukte.

Achtung!

Wenn Sie zu Allergien
neigen, sollten die Aftersun-Produkte vor dem nächsten Sonnenbad gründlich abgewaschen werden. Am günstigsten sind öl- und emulgatorfreie Aftersun-Produkte, da sich diese am besten abwaschen lassen.

Literatur

  1. Matta MK et al.: Effect of Sunscreen Application Under Maximal Use Conditions on Plasma Concentration of Sunscreen Active Ingredients A Randomized Clinical Trial JAMA. Published online May 6, 2019. doi:10.1001/jama.2019.5586
  2. Mohammed YH et al.: Support for the Safe Use of Zinc Oxide Nanoparticle Sunscreens: Lack of Skin Penetration or Cellular Toxicity after Repeated Application in Volunteers JID February 2019;139 (2):30-315 doi: https://doi.org/10.1016/j.jid.2018.08.024
  3. Lergenmuller S et al.: Lifetime Sunburn Trajectories and Associated Risks of Cutaneous Melanoma and Squamous Cell Carcinoma Among a Cohort of Norwegian Women JAMA Dermatol. Published online October 5, 2022. doi:10.1001/jamadermatol.2022.4053

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Prävention von Hautkrebs. (AWMF-Registernummer: 032 - 052OL), März 2021 Kurzfassung Langfassung