Untergewicht – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) [BMI < 18,5 kg/m² bei Erwachsenen]
    • Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustands
      • Inspektion und Palpation (Abtasten) des subkutanen Fettgewebes (Unterhautfettgewebes) [deutlich vermindertes subkutanes Fettgewebe; prominente knöcherne Strukturen bei ausgeprägtem Untergewicht]
      • Inspektion und Palpation der Skelettmuskulatur (Körpermuskulatur), insbesondere Temporal-, Schultergürtel-, Interosseal-, Oberarm-, Oberschenkel- und Wadenmuskulatur [verminderte Muskelmasse bis zur Muskelatrophie (Muskelschwund)]
      • Prüfung auf periphere Ödeme (Wassereinlagerungen an Armen oder Beinen)
    • Inspektion von Haut, Haaren und Nägeln zur Erfassung klinischer Zeichen einer Mangelernährung (unzureichende Versorgung mit Nährstoffen)
    • Inspektion von Mundhöhle, Rachen und Zahnstatus sowie Beurteilung der Schluckfähigkeit zur Erfassung möglicher Beeinträchtigungen der Nahrungsaufnahme
    • Palpation der Schilddrüse und der Lymphknoten
    • Auskultation (Abhören) von Herz und Lunge
    • Untersuchung des Abdomens (Bauches)
      • Inspektion des Abdomens
      • Auskultation des Abdomens
      • Perkussion (Abklopfen) und Palpation des Abdomens einschließlich Beurteilung von Leber und Milz
    • Orientierende neurologische Untersuchung (Untersuchung des Nervensystems) einschließlich Beurteilung von Muskelkraft, Gangbild und Stand
  • Psychiatrische Untersuchung (Untersuchung der psychischen Gesundheit) – bei klinischen oder anamnestischen (aus der Krankengeschichte hervorgehenden) Hinweisen auf eine Essstörung oder andere psychische Ursache des Untergewichts

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.