Mikronährstoffe beim Abnehmen – welche Vitamine und Mineralstoffe den Stoffwechsel unterstützen
Eine erfolgreiche und nachhaltige Gewichtsreduktion beruht nicht allein auf Kalorienbilanz und Bewegung. Auch die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen spielt eine zentrale Rolle, da Vitamine und Mineralstoffe an nahezu allen Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Insbesondere bei energiereduzierten Diäten kann es rasch zu Defiziten kommen, die den Stoffwechsel verlangsamen und den Abnehmerfolg beeinträchtigen.
Warum Mikronährstoffe für den Energiestoffwechsel entscheidend sind
Mikronährstoffe liefern keine Energie, sind jedoch unverzichtbar für deren Gewinnung. Viele Vitamine und Spurenelemente wirken als Kofaktoren von Enzymen, die Kohlenhydrate, Fette und Proteine verwerten. Ein Mangel kann dazu führen, dass diese Prozesse ineffizient ablaufen.
Zentrale physiologische Zusammenhänge sind:
- Aktivierung von Enzymsystemen in Glykolyse, Citratzyklus und Atmungskette
- Unterstützung der mitochondrialen Funktion (Mitochondrien = „Kraftwerke“ der Zelle)
- Regulation hormoneller Signale, etwa von Schilddrüsen- und Stresshormonen
Gerade bei Übergewicht liegen häufig subklinische Defizite vor, die durch Diäten weiter verstärkt werden können.
B-Vitamine: Motoren des Energiestoffwechsels
Die B-Vitamine bilden eine funktionelle Gruppe mit besonderer Bedeutung für den Abbau energiereicher Nährstoffe:
- Vitamin B1 (Thiamin): notwendig für die Verwertung von Kohlenhydraten; ein Mangel kann zu schneller Ermüdbarkeit führen.
- Vitamin B6 (Pyridoxin): beteiligt am Eiweißstoffwechsel und an der Regulation von Neurotransmittern, die das Essverhalten beeinflussen.
- Vitamin B12 (Cobalamin): wichtig für Zellteilung und Blutbildung; ein Defizit kann den Grundumsatz indirekt senken.
Eine ausreichende Versorgung unterstützt somit einen aktiven Grundumsatz und die körperliche Leistungsfähigkeit während der Gewichtsreduktion.
Vitamin D: Schnittstelle zwischen Fettgewebe und Stoffwechsel
Vitamin D ist weniger ein klassisches Vitamin als ein Hormonvorläufer. Es beeinflusst die Insulinsensitivität (Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin) und wirkt auf Entzündungsprozesse im Fettgewebe. Niedrige Vitamin-D-Spiegel sind bei Menschen mit Adipositas häufig und stehen mit ungünstigen Stoffwechselparametern in Verbindung. Eine suffiziente Versorgung kann die metabolische Anpassung während des Abnehmens unterstützen.
Mineralstoffe: Schlüssel für Fett- und Glukoseverwertung
Mehrere Mineralstoffe sind für einen reibungslosen Stoffwechsel unverzichtbar:
- Magnesium: beteiligt an über 300 enzymatischen Reaktionen, insbesondere im Glukose- und Fettstoffwechsel.
- Zink: unterstützt die Funktion von Insulin und ist relevant für den Säure-Basen-Haushalt sowie für hormonelle Regelkreise.
- Eisen: notwendig für den Sauerstofftransport und die mitochondriale Energiegewinnung; ein Mangel kann den Energieverbrauch senken.
Gerade bei restriktiven Ernährungsformen sollte auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden, um Leistungseinbußen zu vermeiden.
Mikronährstoffe und Diäten: ein häufig unterschätztes Risiko
Kalorienarme Diäten reduzieren oft nicht nur Energie, sondern auch die Mikronährstoffzufuhr. Gleichzeitig steigt der Bedarf durch Stoffwechselanpassungen und vermehrte Fettmobilisation. Dies erklärt, warum trotz Gewichtsverlusts Müdigkeit, Kältegefühl oder Leistungsabfall auftreten können – typische Zeichen eines funktionellen Mangels.
Fazit
Mikronährstoffe sind ein wesentlicher, häufig unterschätzter Faktor beim Abnehmen. Vitamine und Mineralstoffe sichern die Effizienz des Energiestoffwechsels, unterstützen hormonelle Regelkreise und helfen, Stoffwechselverlangsamungen zu vermeiden. Eine ausgewogene, nährstoffdichte Ernährung – gegebenenfalls ergänzt durch gezielte Supplementierung – stellt daher eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Gewichtsreduktion dar.
Literatur
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