Leistungsverhalten unter Höhenbedingungen

Sportliche Belastungen in mittlerer und großer Höhe unterscheiden sich wesentlich von Belastungen auf Meereshöhe. Mit zunehmender Höhe fällt der barometrische Luftdruck nicht linear ab. Da der Sauerstoffanteil der Umgebungsluft mit etwa 20,9 % annähernd konstant bleibt, sinkt parallel zum barometrischen Druck der inspiratorische Sauerstoffpartialdruck (Sauerstoffteildruck). Die daraus resultierende hypobare Hypoxie (Sauerstoffmangel durch niedrigen Luftdruck) vermindert die arterielle Sauerstoffsättigung und begrenzt vor allem die aerobe Leistungsfähigkeit. Die individuelle Reaktion wird durch die erreichte Höhe, die Aufstiegsgeschwindigkeit, die Aufenthaltsdauer, den Trainingszustand, den Eisenstatus und die individuelle Hypoxieempfindlichkeit beeinflusst [1, 2, 7].

Eine physiologische Hypoxämie (verminderter Sauerstoffgehalt im Blut) während eines Höhenaufenthalts ist nicht mit einer Höhenkrankheit gleichzusetzen. Das Risiko für eine akute Höhenkrankheit (gesundheitliche Beschwerden durch Sauerstoffmangel in großer Höhe) steigt bei nicht akklimatisierten Personen insbesondere ab einer Schlafhöhe von etwa 2.500 m und bei raschem Aufstieg [LL1, 7].

Auswirkungen der Höhe auf die körperliche Leistungsfähigkeit

Aerobe Ausdauerleistung

Die maximale Sauerstoffaufnahme und die über längere Zeit aufrechterhaltbare Ausdauerleistung nehmen mit zunehmender Höhe ab. Ursache ist primär die geringere Sauerstoffverfügbarkeit und damit die reduzierte maximale Sauerstoffzufuhr zur arbeitenden Muskulatur. Bei gleicher absoluter Leistung steigen deshalb Herzfrequenz, Ventilation (Belüftung der Lunge) und subjektives Belastungsempfinden. Bereits Belastungen, die auf Meereshöhe submaximal sind, können in der Höhe eine deutlich höhere relative Intensität darstellen [1, 2, 7].

Kurzzeit- und Schnellkraftleistungen

Einzelne sehr kurze, primär anaerobe Belastungen (Belastungen mit überwiegend sauerstoffunabhängiger Energiebereitstellung) werden durch die geringere Sauerstoffverfügbarkeit weniger beeinträchtigt als länger dauernde Ausdauerleistungen. Die abnehmende Luftdichte reduziert zudem den aerodynamischen Widerstand und kann bei schnellen Sprint-, Sprung- oder Wurfbewegungen einen mechanischen Vorteil bieten. Bei wiederholten hochintensiven Belastungen kann jedoch die Erholung zwischen den Belastungen durch die eingeschränkte oxidative Energiebereitstellung (Energiegewinnung mithilfe von Sauerstoff) limitiert werden [1, 4].

Zusätzliche Umweltfaktoren

Niedrige Temperaturen, geringe absolute Luftfeuchtigkeit, erhöhte ventilatorische Wasserverluste und eine verstärkte ultraviolette Strahlenexposition können die Belastung zusätzlich erhöhen. Daraus lässt sich jedoch kein universeller Flüssigkeitsbedarf in Litern ableiten. Flüssigkeitszufuhr, Bekleidung, Haut- und Augenschutz sowie Aufwärmmaßnahmen müssen an Wetter, Belastungsdauer, Körpergröße, Schweißrate und individuelle Verträglichkeit angepasst werden [5, 10].

Akute physiologische Reaktionen

  • Hypoxische Ventilationssteigerung: Periphere Chemorezeptoren (Sinneszellen zur Messung der Blutgase), insbesondere die Glomera carotica (Sauerstoffmesskörperchen an den Halsschlagadern), reagieren auf den verminderten arteriellen Sauerstoffpartialdruck. Atemtiefe und Atemfrequenz nehmen zu.
  • Respiratorische Alkalose (durch verstärkte Atmung verursachte Entsäuerung des Blutes): Die gesteigerte Ventilation senkt den arteriellen Kohlendioxidpartialdruck. Die renale Bicarbonatausscheidung kompensiert die respiratorische Alkalose im Verlauf mehrerer Tage teilweise und ermöglicht eine weitere Steigerung der Ventilation.
  • Kardiovaskuläre Reaktion (Reaktion von Herz und Kreislauf): Herzfrequenz und Herzzeitvolumen steigen bei akuter Höhenexposition, um die Sauerstoffzufuhr zum Gewebe zu unterstützen.
  • Plasmavolumenabnahme (Abnahme des flüssigen Blutanteils): Bereits in den ersten Tagen kann das Plasmavolumen abnehmen. Dadurch steigen Hämoglobinkonzentration und Hämatokrit zunächst auch ohne entsprechende Zunahme der gesamten Hämoglobinmasse.
  • Sympathikusaktivierung (Aktivierung des anregenden Anteils des vegetativen Nervensystems): Die erhöhte sympathoadrenerge Aktivität trägt zur Herzfrequenzsteigerung und zur veränderten Kreislaufregulation bei.

Die beschriebenen Reaktionen sind reguläre Bestandteile der frühen Akklimatisation (Anpassung an die Höhe). Sie erklären jedoch nicht allein eine mögliche spätere Leistungsverbesserung auf Meereshöhe [1, 2, 7].

Akklimatisation bei längerem Höhenaufenthalt

Bei ausreichend langer und intensiver Hypoxieexposition steigt die Erythropoetinproduktion. Dadurch wird die Erythropoese (Bildung roter Blutkörperchen) stimuliert und die gesamte Hämoglobinmasse kann zunehmen. Die Reaktion setzt eine ausreichende Verfügbarkeit von Eisen, Energie, Protein und weiteren für die Erythropoese erforderlichen Nährstoffen voraus. Aus der Hämoglobinkonzentration allein kann nicht zuverlässig auf eine Zunahme der Hämoglobinmasse geschlossen werden, da Veränderungen des Plasmavolumens die Konzentration wesentlich beeinflussen [1, 2, 9, 10].

Das Ausmaß der hämatologischen Anpassung (Anpassung der Blutbildung) variiert erheblich. Unterschiede bestehen unter anderem hinsichtlich Hypoxiedosis, Ausgangshämoglobinmasse, Eisenstatus, Geschlecht, Trainingsbelastung, Regeneration und individueller erythropoetischer Reaktionsfähigkeit. Eine Höhenexposition führt daher nicht bei allen Sportlern zu einer relevanten Zunahme der Hämoglobinmasse oder zu einer späteren Leistungsverbesserung [1-3].

Formen des Höhentrainings

Trainingsmodell Prinzip Evidenzbasierte Einordnung
„Live high – train low“ (LHTL) Aufenthalt bzw. Schlafen in der Höhe, qualitativ hochwertiges Training in geringerer Höhe Kann die Hämoglobinmasse und bei einem Teil der Athleten die Ausdauerleistung verbessern. Die individuelle Streuung ist hoch; ein Leistungseffekt ist nicht garantiert [1, 2, 8].
„Live high – train high“ (LHTH) Aufenthalt und Training in der Höhe Erzeugt eine kontinuierliche Hypoxieexposition. Die reduzierte mögliche Trainingsgeschwindigkeit bzw. Trainingsleistung kann einen Teil des Adaptationsvorteils begrenzen [1-3].
„Live low – train high“ (LLTH) Leben auf niedriger Höhe, Training unter natürlicher oder simulierter Hypoxie Die Wirkung hängt stark von Trainingsintensität, Hypoxiedosis und Trainingsformat ab. Für einzelne hochintensive Protokolle bestehen positive Leistungssignale; die Gesamtevidenz ist heterogen [1, 4].
Wiederholte Sprints unter Hypoxie Wiederholte maximale oder nahezu maximale Kurzzeitbelastungen unter reduzierter Sauerstoffverfügbarkeit Kann bei geeigneter sportartspezifischer Anwendung die wiederholte Sprintleistung verbessern. Die Ergebnisse lassen sich nicht pauschal auf die aerobe Ausdauerleistung übertragen [1, 4].

Die aktuelle Metaanalyse randomisierter Studien zeigte positive Effekte auf die Hämoglobinkonzentration und Signale für verbesserte Zeitfahrleistungen, jedoch keinen signifikanten gepoolten Effekt auf die maximale Sauerstoffaufnahme. Die Aussagekraft wird durch geringe Teilnehmerzahlen, unterschiedliche Trainingsmodelle und methodische Heterogenität begrenzt [3]. Ein Höhenlager sollte daher als individualisierte Trainingsintervention und nicht als sicher wirksame Standardmaßnahme betrachtet werden.

Ernährungsmedizinische Grundlagen

Energieverfügbarkeit

Eine ausreichende Energieverfügbarkeit ist die zentrale Voraussetzung für Trainingsqualität, Regeneration, Immunfunktion (Funktion der körpereigenen Abwehr), hormonelle Regulation und hämatologische Anpassung. In der Höhe können gesteigerter Energieverbrauch, verminderter Appetit, gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden) und eingeschränkte Lebensmittelverfügbarkeit die Energieaufnahme erschweren. Eine länger dauernde oder ausgeprägte niedrige Energieverfügbarkeit kann Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Anpassungsprozesse beeinträchtigen [5, LL2, LL3].

Das Körpergewicht, die subjektive Erholung, die Trainingsleistung, das Essverhalten und bei längeren Aufenthalten auch die Körperzusammensetzung sollten regelmäßig beurteilt werden. Ein unbeabsichtigter fortschreitender Gewichtsverlust spricht für eine unzureichende Energiezufuhr, sofern relevante Flüssigkeits- und Glykogenschwankungen berücksichtigt wurden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate bleiben der wichtigste Energieträger für intensive Ausdauer- und Intervallbelastungen. Die Zufuhr sollte entsprechend Umfang und Intensität des Trainings periodisiert werden. Eine gezielte Kohlenhydratrestriktion ist während anspruchsvoller Höhenphasen nicht grundsätzlich angezeigt, da eine niedrige Kohlenhydratverfügbarkeit die mögliche Trainingsintensität und die Regeneration begrenzen kann [5, LL2, LL3, LL5].

Trainingsbelastung Orientierende Kohlenhydratzufuhr
Geringe Belastung bzw. regenerative Tage 3-5 g/kg Körpergewicht und Tag
Etwa 1 Stunde moderates Training täglich 5-7 g/kg Körpergewicht und Tag
1-3 Stunden moderate bis hohe Ausdauerbelastung täglich 6-10 g/kg Körpergewicht und Tag
Sehr hohe Belastungsumfänge von etwa 4-5 Stunden täglich 8-12 g/kg Körpergewicht und Tag

Die Werte stellen sporternährungsmedizinische Orientierungsbereiche dar. Die konkrete Zufuhr richtet sich nach Sportart, Trainingsziel, Verträglichkeit, Körperzusammensetzung und tatsächlichem Energieverbrauch [5, LL3, LL5].

Protein

Für trainierende Sportler ist im Allgemeinen eine Proteinzufuhr von etwa 1,2-2,0 g/kg Körpergewicht und Tag angemessen. Bei hoher Trainingsbelastung, Energiedefizit oder längeren Expeditionen ist eine Zufuhr im oberen Bereich häufig zweckmäßig. Die Gesamtmenge sollte auf mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt werden. Proteinreiche Lebensmittel und bei praktischen Versorgungsproblemen geeignete Proteinpräparate können helfen, die Zufuhr sicherzustellen [5, LL3, LL5].

Flüssigkeit und Elektrolyte

Hypoxiebedingte Hyperventilation (übermäßig gesteigerte Atmung), trockene Luft, Kälte, körperliche Belastung und eine initial erhöhte Diurese (Harnausscheidung) können den Flüssigkeitsbedarf erhöhen. Gleichzeitig kann das Durstempfinden unzuverlässig sein. Ein allgemeingültiger Flüssigkeitsbedarf von beispielsweise 4, 5 oder 6 Litern pro Tag lässt sich dennoch nicht evidenzbasiert festlegen [5, 10].

Die Flüssigkeitsstrategie sollte anhand von Körpermassenveränderung, Urinmenge und -farbe, Durst, Schweißrate, Belastungsdauer und Umgebungsbedingungen individualisiert werden. Bei länger andauernder Belastung und relevanten Schweißverlusten können natriumhaltige Getränke oder salzhaltige Lebensmittel sinnvoll sein. Eine forcierte Flüssigkeitsaufnahme über den Bedarf hinaus ist zu vermeiden, da sie eine belastungsassoziierte Hyponatriämie (zu niedrige Natriumkonzentration im Blut) begünstigen kann [5, LL3, LL5].

Mikronährstoffmedizin

Eisen

Eisen besitzt für Höhenaufenthalte eine besondere Bedeutung, da die hypoxieinduzierte Erythropoese zusätzliches Eisen benötigt. Unzureichende Eisenspeicher können die Zunahme der Hämoglobinmasse begrenzen. Vor geplanten längeren Höhentrainingslagern ist deshalb eine gezielte Beurteilung des Eisenstatus sinnvoll [6, 9, 10].

Die Basisdiagnostik sollte vorzugsweise etwa 4-8 Wochen vor Beginn des Höhenaufenthalts erfolgen und mindestens folgende Parameter berücksichtigen:

  • Blutbild einschließlich Hämoglobin und Erythrozytenindices
  • Serumferritin
  • Transferrinsättigung
  • C-reaktives Protein zur Einordnung einer möglichen entzündungsbedingten Ferritinerhöhung

Die Interpretation muss gemeinsam erfolgen. Eine isolierte Ferritinbestimmung ist bei Entzündungen, Infektionen oder hoher akuter Trainingsbelastung nur eingeschränkt aussagekräftig. Menstruationsblutungen, gastrointestinale Blutverluste, vegetarische oder vegane Ernährung, häufige Blutspenden und vorausgegangene Eisenmangelzustände erhöhen die klinische Relevanz einer sorgfältigen Diagnostik.

Eine orale Eisensupplementierung kann bei niedrigen Ausgangsspeichern den Eisenstatus verbessern und die erythropoetische Anpassung unterstützen. Bei eisenreichen bzw. ausreichend versorgten Sportlern ist dagegen kein gesicherter zusätzlicher Leistungsnutzen belegt. Dosis, Präparat, Einnahmeintervall und Therapiedauer sollten daher labor- und indikationsbezogen festgelegt werden; eine routinemäßige prophylaktische Hochdosisgabe ist nicht evidenzbasiert [6, 9, LL4].

Weitere Mikronährstoffe

Mikronährstoff Evidenzbasierte Einordnung
Vitamin D Ein nachgewiesener Mangel sollte entsprechend den allgemeinen medizinischen Empfehlungen behandelt werden. Ein spezifischer zusätzlicher Effekt auf die Höhenanpassung bei ausreichendem Vitamin-D-Status ist nicht belegt.
Vitamin B12 und Folat Für Erythropoese und Zellteilung erforderlich. Eine Supplementierung ist bei nachgewiesenem Mangel, entsprechender Ernährungsform oder klinischem Risiko sinnvoll; eine zusätzliche Höhenwirkung bei ausreichender Versorgung ist nicht belegt.
Magnesium und Zink Ein diagnostizierter Mangel sollte ausgeglichen werden. Eine routinemäßige Supplementierung ausreichend versorgter Sportler verbessert die Höhenleistung nicht nachweisbar.
Antioxidative Vitamine Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Nüssen und anderen pflanzlichen Lebensmitteln ist zu bevorzugen. Für eine routinemäßige hochdosierte antioxidative Supplementierung zur Verbesserung der Höhenanpassung besteht keine belastbare Evidenz.
Multivitaminpräparate Können bei dokumentierter unzureichender Versorgung oder stark eingeschränkter Lebensmittelauswahl indiziert (medizinisch angezeigt) sein. Sie ersetzen weder eine bedarfsgerechte Ernährung noch eine gezielte Mangeldiagnostik (Untersuchung auf Nährstoffmängel).

Damit gilt: Eine gezielte Supplementierung ist insbesondere bei nachgewiesenem Mangel, erhöhtem Risiko oder praktisch nicht erreichbarer Nährstoffzufuhr sinnvoll. Kein Mikronährstoffpräparat kann jedoch Akklimatisation, ausreichende Energiezufuhr, geeignetes Training und Regeneration ersetzen [5, LL3, LL4].

Praktisches Vorgehen vor und während eines Höhenaufenthalts

Zeitpunkt Empfohlene Maßnahmen
4-8 Wochen vor dem Höhenaufenthalt Medizinische Anamnese (Krankengeschichte); Beurteilung vorausgegangener Höhenreaktionen; Ernährungsanamnese (Erfassung der bisherigen Ernährung); Blutbild, Ferritin, Transferrinsättigung und C-reaktives Protein; bei Indikation (medizinischer Begründung) weitere Mangeldiagnostik
Vor der Anreise Individuellen Energie-, Kohlenhydrat-, Protein- und Flüssigkeitsplan erstellen; geeignete Lebensmittel und geprüfte Sportnahrungsprodukte organisieren; Supplemente auf Indikation und Produktsicherheit prüfen
Frühe Akklimatisationsphase Trainingsintensität und -umfang an subjektive Belastung, Herzfrequenz und Leistungsdaten anpassen; ausreichende Energie- und Kohlenhydratzufuhr sicherstellen; Symptome einer Höhenkrankheit beachten
Während des Trainingslagers Körpergewicht, Trainingsleistung, Regeneration, Schlaf, Appetit und gastrointestinale Verträglichkeit beobachten; Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr individualisieren
Nach dem Trainingslager Leistungsentwicklung individuell beurteilen; bei längerer Exposition oder vorbestehendem Eisenmangel erneute Laborkontrolle erwägen; fehlende Leistungssteigerung nicht automatisch als Trainingsfehler interpretieren

Prävention (Vorbeugung) höhenbedingter Erkrankungen

Der wirksamste Ansatz zur Prävention akuter Höhenkrankheiten ist ein langsamer Anstieg der Schlafhöhe. Oberhalb von 3.000 m sollte die Schlafhöhe nach der aktuellen Leitlinie im Regelfall um nicht mehr als etwa 500 m pro Tag gesteigert und alle 3-4 Tage ein Tag ohne weitere Erhöhung der Schlafhöhe eingeplant werden [LL1].

Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, ausgeprägte Müdigkeit, Benommenheit oder eine deutliche Einschränkung der normalen Aktivität nach einem Aufstieg können auf eine akute Höhenkrankheit hinweisen. Bei zunehmenden Beschwerden darf nicht weiter aufgestiegen werden. Ataxie (Störung der Bewegungskoordination), Bewusstseinsstörung (Beeinträchtigung von Wachheit und Orientierung), Ruhedyspnoe (Atemnot in Ruhe), Husten, Leistungseinbruch oder Zyanose (bläuliche Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten) erfordern eine unverzügliche medizinische Beurteilung und in der Regel einen Abstieg [LL1, 7].

Fazit

Höhenbedingungen reduzieren primär die aerobe Leistungsfähigkeit, können bei ausreichender Hypoxiedosis jedoch hämatologische und weitere physiologische Anpassungen auslösen. Eine spätere Leistungssteigerung auf Meereshöhe ist möglich, aber nicht bei allen Sportlern reproduzierbar. Entscheidend sind ein individuell geeignetes Höhenmodell, eine angepasste Trainingsbelastung, ausreichende Energie- und Kohlenhydratverfügbarkeit, eine bedarfsgerechte Proteinzufuhr, ein individuell gesteuertes Flüssigkeitsmanagement und insbesondere ein adäquater Eisenstatus.

Mikronährstoffpräparate sind dann sinnvoll, wenn ein Mangel, ein erhöhtes Risiko oder eine ernährungsbedingt unzureichende Versorgung vorliegt. Eine undifferenzierte Supplementierung ausreichend versorgter Sportler ist dagegen keine evidenzbasierte Strategie zur Verbesserung der Höhenleistung.

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