Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) – Medikamentöse Therapie

Therapieziel

  • Linderung der vorrangig belastenden Symptome und Behandlung gesicherter Begleiterkrankungen; eine Heilung oder krankheitsmodifizierende Wirkung ist für keine medikamentöse Behandlung von ME/CFS nachgewiesen [1, LL1].
  • Verbesserung von Schlaf, Schmerzkontrolle, Kreislaufstabilität und Lebensqualität innerhalb der individuellen Belastungsgrenzen; Vermeidung einer Post-Exertional Malaise (Verschlechterung der Beschwerden nach Belastung; PEM) [3, LL2].

Therapieempfehlungen

  • Die Behandlung orientiert sich an den führenden Beschwerden, den gesicherten Zusatzdiagnosen und den jeweiligen Zulassungsbedingungen. Nicht erholsamer Schlaf, Fatigue (krankhafte Erschöpfung) und kognitive Einschränkungen (Beeinträchtigungen von Denken, Aufmerksamkeit und Gedächtnis) allein begründen keine routinemäßige antidepressive oder stimulierende Behandlung; die gesonderte Off-Label-Option Agomelatin ist davon zu unterscheiden [1-3, R1].
  • Vor einer Verordnung: Differentialdiagnosen, Begleitmedikation, Selbstmedikation und mögliche arzneimittelbedingte Verschlechterungen prüfen. Gemeinsam konkrete Behandlungsziele, Kontrolltermine und Abbruchkriterien festlegen [2, LL2].
  • Wegen möglicher erhöhter Arzneimittelempfindlichkeit niedrig beginnen und langsam steigern. Möglichst nur einen neuen Wirkstoff gleichzeitig einsetzen; bei fehlendem Nutzen absetzen, bei absetzrelevanten Substanzen ausschleichen [2, LL1].
  • Insbesondere Sedierung (Dämpfung mit Müdigkeit), anticholinerge Belastung, QT-Verlängerung, serotonerge Interaktionen sowie Veränderungen von Blutdruck und Herzfrequenz beachten. Eine Symptomverbesserung rechtfertigt keine automatische Erhöhung der Aktivität [2, 3].
  • Off-Label-Use erfordert eine dokumentierte individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung, Aufklärung und Klärung der Verordnungsbedingungen. Eine Aufnahme in Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie ist keine Arzneimittelzulassung [R1, R2].
  • Seit 11.06.2026 kann Agomelatin unter den Bedingungen der Arzneimittel-Richtlinie zur Fatiguebehandlung bei Erwachsenen mit postinfektiösem (nach einer Infektion aufgetretenem) ME/CFS eingesetzt werden. Dies erweitert die symptomatische Behandlung; eine kausale Therapie entsteht daraus nicht [R1, R3].
  • Bei Kindern und Jugendlichen nur altersgerechte Pharmakotherapie unter pädiatrisch erfahrener Anleitung. Die folgenden Dosierungsangaben beziehen sich auf Erwachsene; Schwangerschaft, Stillzeit, Organfunktion und das konkrete Präparat erfordern gesonderte Prüfung [LL1].
  • Siehe auch unter „Weitere Therapie“; Pacing bleibt Grundlage des Belastungsmanagements [1, 3].

Wirkstoffe (Hauptindikationen)

Es gibt kein in der Europäischen Union speziell zur kausalen Behandlung von ME/CFS zugelassenes Arzneimittel. Für die Grunderkrankung kann daher keine entsprechende Standardmedikation angegeben werden [LL1, R1].

Wirkstoffe (Nebenindikationen)

Die nachfolgenden Mittel behandeln einzelne Symptome oder eigenständige Begleiterkrankungen. Die angegebenen Dosen sind Orientierungen für die jeweilige Indikation und keine ME/CFS-spezifisch validierten Dosierungsschemata. Bei erhöhter Empfindlichkeit kann eine niedrigere, individuell hergestellte oder anders formulierte Anfangsdosis erforderlich sein [2].

Fatigue bei postinfektiösem ME/CFS

Wirkstoff Besonderheiten
Melatonin-Rezeptoragonist und 5-HT2C-Rezeptorantagonist
Agomelatin Off-Label-Use nach Anlage VI, Teil A, Ziffer XLIII. Bei Verträglichkeit ausreichend lange prüfen; klinische Bewertung nach 12 Wochen. Transaminasen vor Beginn sowie nach etwa 3, 6, 12 und 24 Wochen; nach Dosissteigerung Kontrollschema erneut beginnen. Anerkennung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs durch den jeweiligen Hersteller beachten. Bei Patienten ab 75 Jahren gemäß Fachinformation nicht anwenden [R1, FI1].
  • Wirkweise: Agonismus an MT1/MT2-Rezeptoren und Antagonismus an 5-HT2C-Rezeptoren [FI1].
  • Indikation: Symptomatische Fatiguebehandlung bei Erwachsenen mit postinfektiösem ME/CFS im definierten Off-Label-Rahmen. Die Evidenz umfasst unter anderem eine kleine Studie mit 62 CFS-Patienten und aktivem Melatoninvergleich; daraus folgt kein Nachweis einer Heilung oder verlässlichen PEM-Verhinderung [8, R1, R3].
  • Kontraindikationen: Leberfunktionsstörung, Transaminasen über dem 3-Fachen des oberen Normwertes sowie starke CYP1A2-Hemmer, insbesondere Fluvoxamin und Ciprofloxacin. Bei Symptomen einer Leberschädigung oder entsprechendem Transaminasenanstieg sofort absetzen [FI1, R1].
  • Nebenwirkungen: Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und Schlafveränderungen; potenziell schwere Leberschädigung. Vorsicht bei Kombination mit Propranolol wegen möglicher Erhöhung der Agomelatinexposition [FI1].

Nozizeptive Schmerzen (Schmerzen durch Reizung oder Schädigung von Gewebe)

Wirkstoff Besonderheiten
Nichtopioidanalgetika: Paracetamol und Pyrazolone
Paracetamol Bei niedrigem Körpergewicht, Mangelernährung, Dehydratation (Flüssigkeitsmangel), Alkoholgebrauch oder Organfunktionsstörung niedrigere Höchstdosis beziehungsweise längere Intervalle prüfen [FI2].
Metamizol Nur starke Schmerzen entsprechend zugelassener Indikation, wenn andere Maßnahmen nicht angezeigt sind; keine pauschale Erstlinientherapie [FI2].
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Ibuprofen Niedrigste wirksame Dosis, möglichst kurz; Nierenfunktion, Blutungs- und kardiovaskuläres Risiko berücksichtigen [FI2].
Naproxen Alternative zu anderen NSAR; keine Kombination mehrerer NSAR [FI2].
  • Wirkweise: Paracetamol und Metamizol wirken analgetisch (schmerzlindernd) und antipyretisch (fiebersenkend); NSAR hemmen die Prostaglandinsynthese und zusätzlich Entzündungsreaktionen [FI2].
  • Indikation: Definierte Schmerzsyndrome; keine Behandlung von Fatigue oder PEM. Bei anhaltenden Schmerzen Ursache und Schmerzmechanismus klären, bei Kopfschmerzen zusätzlich Medikamentenübergebrauch vermeiden [3].
  • Kontraindikationen: Substanzspezifisch; NSAR insbesondere bei aktiver beziehungsweise rezidivierender gastrointestinaler Blutung (wiederkehrender Blutung im Magen-Darm-Trakt), schwerer Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz (Funktionsschwäche von Nieren, Leber oder Herz) und im letzten Schwangerschaftsdrittel. Metamizol unter anderem bei Störung der Knochenmarkfunktion oder früherer pyrazolonbedingter Agranulozytose (starker Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen) [FI2].
  • Nebenwirkungen: Paracetamol: Lebertoxizität (leberschädigende Wirkung) bei Überdosierung. NSAR: Ulkus (Geschwür), Blutung, Nierenschädigung, Flüssigkeitsretention (Zurückhalten von Flüssigkeit im Körper) und kardiovaskuläre Ereignisse (Erkrankungsereignisse an Herz und Gefäßen). Metamizol: Hypotonie (niedriger Blutdruck), Anaphylaxie (schwere allergische Reaktion) und Agranulozytose; bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhaften Schleimhautveränderungen sofort absetzen und unverzüglich Blutbild veranlassen [FI2].

Neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) und ausgewählte Kopfschmerzsyndrome

Wirkstoff Besonderheiten
Gabapentinoide
Gabapentin Periphere neuropathische Schmerzen; Nierenanpassung, Abhängigkeitspotenzial und Ausschleichen beachten [FI3].
Pregabalin Periphere und zentrale neuropathische Schmerzen; keine automatische Indikation bei diffusen Myalgien (ausgedehnten Muskelschmerzen) [FI3].
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
Duloxetin Andere neuropathische Schmerzursachen und Fibromyalgie (chronisches Schmerzsyndrom mit weitverbreiteten Schmerzen): Off-Label-Use; mögliche Zusatzindikation Depression oder generalisierte Angststörung [FI3, LL4, LL6].
Trizyklische Antidepressiva
Amitriptylin Neuropathischer Schmerz, Migräne- oder Spannungskopfschmerzprophylaxe; bei Tachykardie (beschleunigtem Herzschlag)/POTS und orthostatischer Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen) besonders ungünstig [FI3].
Nortriptylin Schmerzbehandlung off-label; keine Übertragung der antidepressiven Standarddosis auf ME/CFS. Präparateverfügbarkeit prüfen [FI3, LL4].
Topische Analgetika: Natriumkanalblocker und TRPV1-Agonisten
Lidocain 5 % topisch Zulassung für Post-Zoster-Neuralgie (Nervenschmerzen nach Gürtelrose) bei Erwachsenen; andere lokalisierte neuropathische Schmerzen off-label [FI4].
Capsaicin topisch Periphere neuropathische Schmerzen; geringe systemische Exposition, lokale Belastung der Anwendung beachten [FI4].
  • Wirkweise: Gabapentinoide binden an die α2δ-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle; Duloxetin und trizyklische Antidepressiva verstärken unter anderem absteigende Schmerzhemmung. Lidocain blockiert Natriumkanäle, Capsaicin aktiviert TRPV1 mit nachfolgender funktioneller Desensibilisierung [FI3, FI4].
  • Indikation: Klinisch plausibles neuropathisches Schmerzsyndrom; gegebenenfalls Abklärung einer Small-Fiber-Neuropathie (Erkrankung dünner Nervenfasern). Ein bloßer Verdacht begründet keine unkritische Dauertherapie. Topische Optionen bei umschriebenen Beschwerden erwägen [LL4, LL6].
  • Kontraindikationen: Duloxetin unter anderem bei relevanter Lebererkrankung, schwerer Niereninsuffizienz, unkontrollierter Hypertonie (Bluthochdruck) oder bestimmten MAO-Hemmer-Kombinationen; Trizyklika unter anderem bei relevanten kardialen Leitungsstörungen (Störungen der elektrischen Erregungsleitung im Herzen) und unzulässiger MAO-Hemmer-Kombination. Sonstige Risiken präparatespezifisch prüfen [FI3].
  • Nebenwirkungen: Gabapentinoide: Sedierung, Schwindel, Ödeme (Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe), Gewichtszunahme, Abhängigkeit; verstärkte Atemdepression (Dämpfung der Atmung) mit Opioiden und anderen ZNS-dämpfenden Mitteln. Trizyklika: anticholinerge Beschwerden, Orthostase (Kreislaufbeschwerden in aufrechter Körperhaltung) und Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen). Duloxetin: Übelkeit, Blutdruckanstieg, Unruhe und Absetzsymptome. Topika: Hautreaktionen, unter Capsaicin teils starke Applikationsschmerzen [FI3, FI4].

Schlafstörungen

Wirkstoff Besonderheiten
Melatonin-Rezeptoragonisten
Melatonin retard Zulassung für primäre Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung) ab 55 Jahren; ME/CFS-bedingte Insomnie beziehungsweise Anwendung außerhalb der Zulassungsgruppe off-label [FI5].
Sedierende Antidepressiva
Doxepin Off-label bei isolierter Insomnie; anticholinerge und orthostatische Belastung [FI5].
Trazodon Off-label bei isolierter Insomnie; keine routinemäßige Übernahme antidepressiver Dosierungen [FI5].
Benzodiazepin-Rezeptoragonisten: Z-Substanzen
Zopiclon Nur kurzzeitig; insgesamt gewöhnlich höchstens 4 Wochen einschließlich Ausschleichen [FI5].
Zolpidem Nur kurzzeitig; keine erneute Gabe in derselben Nacht, klare Absetzstrategie [FI5].
Duale Orexin-Rezeptorantagonisten
Daridorexant Erwachsene mit seit mindestens 3 Monaten bestehender Insomnie und erheblicher Tagesbeeinträchtigung; Nutzen regelmäßig überprüfen [FI5].
  • Wirkweise: Melatonin beeinflusst die circadiane Rhythmik; Doxepin/Trazodon wirken unter anderem sedierend; Z-Substanzen verstärken GABA-A-vermittelte Hemmung, Daridorexant blockiert Orexinrezeptoren [FI5].
  • Indikation: Behandlungsbedürftige Insomnie nach Abklärung etwa von Schlafapnoe (Atemaussetzern im Schlaf) oder Restless-Legs-Syndrom (Erkrankung mit Bewegungsdrang und Missempfindungen vor allem in den Beinen). Schlafbezogene Maßnahmen und gegebenenfalls KVT-I an ME/CFS anpassen; eine Schlafrestriktion darf PEM nicht provozieren. Sedierende Antihistaminika und Antipsychotika sind ohne eigenständige Indikation keine Routineoption [1, LL3, LL5].
  • Kontraindikationen: Z-Substanzen unter anderem bei schwerer Ateminsuffizienz (unzureichender Atemfunktion), Schlafapnoesyndrom oder Myasthenia gravis (Erkrankung mit belastungsabhängiger Muskelschwäche); Daridorexant bei Narkolepsie (Erkrankung mit übermäßiger Tagesschläfrigkeit und Schlafattacken) oder starken CYP3A4-Hemmern. Weitere Gegenanzeigen und Interaktionen der einzelnen Präparate beachten [FI5].
  • Nebenwirkungen: Tagesmüdigkeit, kognitive Verschlechterung, Schwindel und Stürze; Z-Substanzen zusätzlich Abhängigkeit, Rebound-Insomnie (erneuter verstärkter Schlaflosigkeit nach dem Absetzen) und komplexes Schlafverhalten. Bei Daridorexant unter anderem Somnolenz (ausgeprägte Schläfrigkeit), Schlafparalyse (vorübergehende Bewegungsunfähigkeit beim Einschlafen oder Aufwachen) und Halluzinationen (Wahrnehmungen ohne äußeren Reiz); keine pauschale Langzeitverordnung [FI5, LL5].

Orthostatische Intoleranz (Beschwerden beim Aufrichten oder längeren Stehen) und POTS (posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom mit übermäßigem Pulsanstieg im Stehen)

Wirkstoff Besonderheiten
Betablocker
Propranolol POTS off-label; bevorzugt bei ausgeprägter Tachykardie ohne relevante Hypotonie; hohe Dosen können schlechter verträglich sein [4, FI6].
Bisoprolol Off-label bei POTS; eine Herzinsuffizienztitration ist nicht automatisch übertragbar [4, FI6].
If-Kanalhemmer
Ivabradin G-BA-Regelung nur für Long/Post-COVID mit POTS bei Betablockerunverträglichkeit oder fehlender Eignung; keine pauschale Übertragung auf nicht COVID-bedingtes ME/CFS [R2].
Alpha-1-Rezeptoragonisten
Midodrin Zugelassen bei neurogener orthostatischer Hypotonie; POTS ohne diese Diagnose off-label. Letzte Dosis mindestens 4 Stunden vor dem Schlafen [FI6].
Mineralocorticoide
Fludrocortison POTS off-label. Deutsche Zulassung unter anderem zur Kurzzeittherapie schwerer hypoadrenerger orthostatischer Hypotonie; dabei in der Regel höchstens 2 Monate. Kalium, Blutdruck, Gewicht und Ödeme kontrollieren [FI6].
Acetylcholinesterasehemmer
Pyridostigmin POTS und ME/CFS off-label; keine gesicherte krankheitsmodifizierende Wirkung. Die 2026 veröffentlichte LIFT-Publikation ist ein Studienprotokoll [9, FI6].
  • Wirkweise: Betablocker und Ivabradin senken die Herzfrequenz; Midodrin erhöht über α1-Rezeptoren den Gefäßtonus, Fludrocortison fördert Natrium- und Wasserretention. Pyridostigmin hemmt die Acetylcholinesterase [FI6].
  • Indikation: Objektivierte orthostatische Störung nach Messungen von Blutdruck und Herzfrequenz im Liegen und Stehen, gegebenenfalls Kipptischdiagnostik. Verordnung oder Überwachung durch entsprechend erfahrene Ärzte. Flüssigkeit, gegebenenfalls Salz und Kompression nur unter Berücksichtigung etwa von Hypertonie, Herz- und Niereninsuffizienz [3, 4, LL1].
  • Kontraindikationen: Betablocker insbesondere bei relevanter Bradykardie (verlangsamtem Herzschlag) oder höhergradigem AV-Block (Störung der Erregungsleitung zwischen Herzvorhöfen und Herzkammern), Propranolol bei Asthma; Ivabradin unter anderem bei schwerer Hypotonie, relevanten Erregungsleitungsstörungen, Schwangerschaft oder starken CYP3A4-Hemmern sowie Verapamil/Diltiazem. Midodrin unter anderem bei Hypertonie oder Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase ausreichend zu entleeren); Pyridostigmin bei mechanischem Darm- oder Harnwegsverschluss. Fludrocortison erfordert besondere Vorsicht bei Hypertonie und Volumenüberlastung [FI6].
  • Nebenwirkungen: Betablocker: Bradykardie, Hypotonie, Bronchospasmus (Verkrampfung der Atemwege) und Fatigue. Ivabradin: Bradykardie, Phosphene (Lichterscheinungen im Gesichtsfeld) und Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung mit unregelmäßigem Puls). Midodrin: Liegendhypertonie (Bluthochdruck im Liegen), Parästhesien (Missempfindungen wie Kribbeln), Piloerektion (Gänsehaut) und Harnverhalt. Fludrocortison: Hypokaliämie (Kaliummangel im Blut), Ödeme und Hypertonie. Pyridostigmin: Diarrhoe (Durchfall), Bauchkrämpfe, Schwitzen und Bradykardie [FI6].

Allergologische Erkrankungen und gesicherte Mastzellerkrankungen

Wirkstoff Besonderheiten
H1-Antihistaminika der zweiten Generation
Cetirizin / Levocetirizin Allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen)/Urtikaria (Nesselsucht); Müdigkeit auch bei Mitteln der zweiten Generation möglich [FI7].
Loratadin / Desloratadin Alternativen bei entsprechender allergologischer Indikation; Leberfunktion und individuelle Verträglichkeit berücksichtigen [FI7].
Fexofenadin Interaktionen und Abstand zu aluminium-/magnesiumhaltigen Antazida beachten [FI7].
H2-Rezeptorantagonisten
Famotidin H2-Blocker bei zugelassener säurebedingter Erkrankung; mastzellbezogener Einsatz off-label [FI7].
Antiallergika mit mastzellstabilisierenden Eigenschaften
Ketotifen Nur bei passender allergologischer Indikation; Einsatz bei MCAS off-label. Keine Therapie akuter anaphylaktischer Reaktionen [FI7].
Cromoglicinsäure oral Zugelassen bei Nahrungsmittelallergie, wenn Allergenkarenz nicht möglich; mastzellbezogener Einsatz außerhalb dieser Indikation off-label [FI7].
  • Wirkweise: H1-Antihistaminika hemmen histaminvermittelte allergische Beschwerden; Famotidin reduziert über H2-Rezeptoren die Säuresekretion. Ketotifen und Cromoglicinsäure haben mastzellstabilisierende Eigenschaften [FI7].
  • Indikation: Gesicherte allergologische, dermatologische oder gastroenterologische Zusatzdiagnose. Flush (anfallsartige Hautrötung), Pruritus (Juckreiz) oder Nahrungsmittelbeschwerden allein beweisen kein Mastzellaktivierungssyndrom (Erkrankung mit wiederholter überschießender Freisetzung von Botenstoffen aus Mastzellen). Keine generelle H1/H2-Kombination zur ME/CFS-Therapie; bei MCAS-Verdacht fachärztliche Abklärung [1].
  • Kontraindikationen: Präparatebezogene Überempfindlichkeit und Organfunktionsgrenzen beachten; Cetirizin/Levocetirizin bei schwerster Niereninsuffizienz je nach Präparat kontraindiziert. Ketotifen nicht zusammen mit oralen Antidiabetika anwenden [FI7].
  • Nebenwirkungen: Müdigkeit, Schwindel und Mundtrockenheit; Ketotifen zusätzlich Gewichtszunahme. Cromoglicinsäure kann sehr selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Sedierende H1-Mittel der ersten Generation wegen kognitiver und anticholinerger Belastung zurückhaltend einsetzen [FI7].

Übelkeit und gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden)

Wirkstoff Besonderheiten
5-HT3-Rezeptorantagonisten
Ondansetron Bei unspezifischer chronischer Übelkeit off-label; zugelassene onkologische oder perioperative Schemata nicht unkritisch übertragen [FI8].
Dopamin-Rezeptorantagonisten
Metoclopramid Renale/hepatische Dosisanpassung; keine Dauertherapie einer vermuteten Gastroparese (verzögerten Magenentleerung) [FI8].
Domperidon Nur Übelkeit/Erbrechen bei geeigneten Patienten; kardiale Risikoprüfung [FI8].
Protonenpumpenhemmer
Pantoprazol Nur bei Reflux (Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre), Ulkusindikation oder erforderlicher NSAR-Gastroprotektion; kein allgemeines Antiemetikum [FI8].
  • Wirkweise: Ondansetron blockiert 5-HT3-Rezeptoren; Metoclopramid und Domperidon wirken dopaminantagonistisch, teils prokinetisch; Pantoprazol hemmt die Protonenpumpe [FI8].
  • Indikation: Ursachenbezogene Behandlung; Dysphagie (Schluckstörung), Gewichtsverlust, Blutung, anhaltendes Erbrechen oder Dehydratation erfordern Abklärung [LL1].
  • Kontraindikationen: Ondansetron nicht mit Apomorphin; QT-Risiko beachten. Metoclopramid unter anderem bei Parkinson-Erkrankung, Epilepsie (Erkrankung mit wiederkehrenden Krampfanfällen) oder mechanischer gastrointestinaler Obstruktion (Verschluss im Magen-Darm-Trakt). Domperidon unter anderem bei QT-Verlängerung, relevanter Herzerkrankung, erheblichen Elektrolytstörungen oder unzulässigen CYP3A4-/QT-Kombinationen [FI8].
  • Nebenwirkungen: Ondansetron: Obstipation (Verstopfung), QT-Verlängerung. Metoclopramid: extrapyramidale Störungen (Störungen der Bewegungssteuerung), Akathisie (quälende Bewegungsunruhe), Sedierung. Domperidon: Arrhythmien und Hyperprolaktinämie (krankhafte Erhöhung des Hormons Prolaktin). Pantoprazol: unter anderem gastrointestinale Beschwerden; Dauerindikation regelmäßig prüfen [FI8].

Gesicherte depressive Erkrankung oder Angststörung

Wirkstoff Besonderheiten
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
Sertralin Diagnosebezogene Zulassung prüfen; kein Mittel gegen ME/CFS selbst [FI9].
Escitalopram QT-Risiko, Leberfunktion und serotonerge Kombinationen beachten [FI9].
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
Duloxetin Bei passender Schmerzkomorbidität erwägen; Blutdruck und Verträglichkeit kontrollieren [FI3].
Noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva
Mirtazapin Bei Depression mit Insomnie oder Appetitverlust erwägbar; isolierte Insomnie off-label [FI9].
  • Wirkweise: Sertralin/Escitalopram hemmen die Serotoninwiederaufnahme, Duloxetin zusätzlich die Noradrenalinwiederaufnahme; Mirtazapin wirkt über adrenerge und serotonerge Rezeptoren sowie H1-Blockade [FI3, FI9].
  • Indikation: Eigenständig diagnostizierte und behandlungsbedürftige psychiatrische Komorbidität (psychische Begleiterkrankung). ME/CFS ist nicht mit einer Depression gleichzusetzen; ihre Behandlung heilt ME/CFS nicht [3].
  • Kontraindikationen: Substanzspezifische MAO-Hemmer-Verbote und Auswaschintervalle beachten; Escitalopram bei bekannter QT-Verlängerung beziehungsweise entsprechenden Arzneimittelkombinationen kontraindiziert. Weitere Leber-, Nieren- und kardiale Einschränkungen präparatebezogen prüfen [FI3, FI9].
  • Nebenwirkungen: SSRI: Übelkeit, sexuelle Funktionsstörungen, Unruhe, Hyponatriämie (Natriummangel im Blut) und erhöhtes Blutungsrisiko. Duloxetin: Blutdruckanstieg, Schwitzen und Schlafstörungen. Mirtazapin: Sedierung, Gewichtszunahme und orthostatische Beschwerden. Suizidalität (Suizidgedanken oder suizidales Verhalten) zu Beginn und nach Dosisänderung beachten, Absetzsymptome durch geplantes Ausschleichen verringern [FI3, FI9].

Nicht etablierte oder nicht empfohlene Pharmakotherapie

Wirkstoff Besonderheiten
B-Zell-depletierende Antikörper
Rituximab Maßgebliche randomisierte placebokontrollierte Studie ohne klinischen Nutzen; keine Routineanwendung [5].
Opioid-Rezeptorantagonisten
Low-Dose-Naltrexon Off-label; Fallberichte und mechanistische Befunde sind kein Wirksamkeitsnachweis. LIFT 2026 beschreibt die geplante Prüfung, keine Behandlungsergebnisse [6, 7, 9].
Atypische Antipsychotika
Low-Dose-Aripiprazol Retrospektive unkontrollierte Daten; Nutzen und Risiken nicht ausreichend randomisiert abgesichert [10].
Systemische Glucocorticoide
Systemische Glucocorticoide Keine routinemäßige ME/CFS-Therapie; etwa endokrinologische Substitution davon unterscheiden [LL1].
Virostatika
Valaciclovir / Valganciclovir Isolierte Virusantikörper belegen keine behandlungsbedürftige aktive Infektion; keine Standardtherapie [1, LL1].
Immunglobuline
Immunglobuline i.v./s.c. Keine Routinebehandlung von ME/CFS [LL1].
Antithrombotika
Antikoagulantien / Thrombozytenaggregationshemmer Eine „Microclot“-Hypothese begründet keine antithrombotische Kombinationstherapie; nur reguläre gesicherte Indikation [1, LL1].
Wachheitsfördernde Mittel und Psychostimulanzien
Modafinil / Methylphenidat Keine Routinebehandlung von Fatigue oder „Brain Fog“; Überaktivierung kann eine nachfolgende Belastungsverschlechterung begünstigen [3].
  • Wirkweise: Rituximab depletiert CD20-positive B-Zellen. Bei Naltrexon werden neben Opioidantagonismus immunologische Mechanismen diskutiert; deren klinische Relevanz ist ungeklärt. Aripiprazol moduliert dopaminerge/serotonerge Signalwege; mechanistische Plausibilität ersetzt keine kontrollierte klinische Evidenz [5, 7, 10].
  • Indikation: Keine allgemeine ME/CFS-Standardindikation. Experimentelle Ansätze bevorzugt in kontrollierten Studien; etwaige individuelle Off-Label-Versuche erfordern spezialisierte Betreuung, transparente Evidenzaufklärung und konkrete Abbruchkriterien [LL1].
  • Kontraindikationen: Insbesondere Naltrexon nicht unkritisch bei laufender Opioidbehandlung oder Opioidabhängigkeit einsetzen; Blockade der Analgesie beziehungsweise Entzug möglich. Für sonstige Substanzen gelten die Gegenanzeigen der eigenständigen Fachindikation [6].
  • Nebenwirkungen: Rituximab: Infusionsreaktionen und schwere Infektionen. Naltrexon: Schlafstörungen, lebhafte Träume, Übelkeit und Kopfschmerz. Aripiprazol: unter anderem Akathisie, Unruhe und Schlafverschlechterung. Antithrombotika: Blutung, besonders in Kombination mit NSAR. Stimulanzien: Tachykardie, Gewichtsverlust, Schlafstörungen und Abhängigkeitspotenzial [3, 5, 6, 10].

Beachte

  • Auch bei schwerem und sehr schwerem ME/CFS Beschwerden aktiv behandeln; Darreichungsform, Schluckfähigkeit und Aufwand von Kontrolluntersuchungen berücksichtigen. Schon geringe unerwünschte Effekte können die Versorgung erheblich erschweren [1, LL1].
  • Bei neuer Verschlechterung zeitlichen Zusammenhang mit Arzneimitteln, Blutdruck-/Pulsänderungen, Schlafveränderung und Interaktionen prüfen. Dauerbehandlungen nur bei dokumentiertem Nutzen fortführen [2].
  • Eine Besserung einzelner Symptome bedeutet keine Heilung und keine automatisch höhere Belastbarkeit; PEM-Prävention bleibt erforderlich [3].

Abkürzungen

  • AV: atrioventrikulär, die Verbindung zwischen Herzvorhöfen und Herzkammern betreffend
  • AWMF: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  • BfArM: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • CD20: Oberflächenmerkmal bestimmter B-Zellen des Immunsystems
  • CFS: Chronic Fatigue Syndrome, Chronisches Fatigue-Syndrom
  • COVID-19: Coronavirus-Krankheit 2019
  • CYP: Cytochrom P450, Enzymfamilie unter anderem zum Arzneimittelabbau
  • D-A-CH: Deutschland, Österreich und Schweiz
  • DEGAM: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
  • DGSM: Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
  • FI: Fachinformation
  • G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss
  • GABA-A: Gamma-Aminobuttersäure-Rezeptor Typ A
  • H1/H2: Histamin-Rezeptoren Typ 1 und Typ 2
  • If: elektrischer Schrittmacherstrom im Sinusknoten des Herzens
  • i.v.: intravenös, in eine Vene
  • KVT-I: kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie
  • LIFT: Life Improvement Trial
  • LL: Leitlinie
  • MAO: Monoaminoxidase
  • MCAS: Mastzellaktivierungssyndrom
  • ME/CFS: Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom
  • MT1/MT2: Melatonin-Rezeptoren Typ 1 und Typ 2
  • NG/CG: NICE guideline beziehungsweise Clinical guideline
  • NICE: National Institute for Health and Care Excellence
  • NSAR: nichtsteroidale Antirheumatika
  • PEM: Post-Exertional Malaise, Verschlechterung nach Belastung
  • p.o.: per os, über den Mund
  • POTS: posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom
  • QT: Zeitabschnitt der elektrischen Herzerregung im Elektrokardiogramm
  • R: Richtlinie beziehungsweise behördliche Bewertung
  • s.c.: subkutan, unter die Haut
  • SSRI: selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
  • TRPV1: Transient Receptor Potential Vanilloid 1, ein Ionenkanal
  • ZNS: zentrales Nervensystem
  • 5-HT: 5-Hydroxytryptamin, Serotonin

Literatur

  1. Hoffmann K, Hainzl A, Stingl M et al.: Interdisziplinäres, kollaboratives D-A-CH Konsensus-Statement zur Diagnostik und Behandlung von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom. Wien Klin Wochenschr. 2024;136(Suppl 5):103-123. doi:10.1007/s00508-024-02372-y.
  2. Centers for Disease Control and Prevention: Monitoring the Use of Medicines and Supplements. 10.05.2024. Volltext.
  3. Centers for Disease Control and Prevention: Strategies to Prevent Worsening of Symptoms. 10.05.2024. Volltext.
  4. Raj SR, Fedorowski A, Sheldon RS: Diagnosis and management of postural orthostatic tachycardia syndrome. CMAJ. 2022;194:E378-E385. doi:10.1503/cmaj.211373.
  5. Fluge Ø, Rekeland IG, Lien K et al.: B-Lymphocyte Depletion in Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Ann Intern Med. 2019;170:585-593. doi:10.7326/m18-1451.
  6. Bolton MJ, Chapman BP, Van Marwijk H: Low-dose naltrexone as a treatment for chronic fatigue syndrome. BMJ Case Rep. 2020;13:e232502. doi:10.1136/bcr-2019-232502.
  7. Cabanas H, Muraki K, Eaton-Fitch N et al.: Potential Therapeutic Benefit of Low Dose Naltrexone in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Role of Transient Receptor Potential Melastatin 3 Ion Channels in Pathophysiology and Treatment. Front Immunol. 2021;12:687806. doi:10.3389/fimmu.2021.687806.
  8. Pardini M, Cordano C, Benassi F et al.: Agomelatine but not melatonin improves fatigue perception: A longitudinal proof-of-concept study. Eur Neuropsychopharmacol. 2014;24:939-944. doi:10.1016/j.euroneuro.2014.02.010.
  9. Meadows D, Squires J, Dibble J et al.: Pyridostigmine and low-dose naltrexone for ME/CFS: study protocol for the Life Improvement Trial (LIFT), a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Trials. 2026; veröffentlicht 12.08.2026. doi:10.1186/s13063-026-09943-6.
  10. Crosby LD, Kalanidhi S, Bonilla A et al.: Off label use of Aripiprazole shows promise as a treatment for Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS): a retrospective study of 101 patients treated with a low dose of Aripiprazole. J Transl Med. 2021;19:50. doi:10.1186/s12967-021-02721-9.

Leitlinien

  1. National Institute for Health and Care Excellence: Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: diagnosis and management. NICE guideline NG206, 2021, insbesondere Kapitel 1.12. Empfehlungen [LL1].
  2. S3-Leitlinie: Müdigkeit. DEGAM. (AWMF-Registernummer: 053 - 002), Stand Dezember 2022, veröffentlicht Januar 2023, Version 5.0, gültig bis 22.12.2027. Langfassung [LL2].
  3. Riemann D, Espie CA, Altena E et al.: The European Insomnia Guideline: An update on the diagnosis and treatment of insomnia 2023. J Sleep Res. 2023;32:e14035. doi:10.1111/jsr.14035 [LL3].
  4. Schlereth T: Guideline “diagnosis and non interventional therapy of neuropathic pain” of the German Society of Neurology. Neurol Res Pract. 2020;2:16. Historischer Leitlinienartikel; für aktuelle Therapieentscheidungen zusätzlich die gegenwärtigen Empfehlungen und Fachinformationen beachten. doi:10.1186/s42466-020-00063-3 [LL4].
  5. S3-Leitlinie: Insomnie bei Erwachsenen. DGSM. (AWMF-Registernummer: 063 - 003), Stand November 2024, veröffentlicht April 2025, Version 2.0, gültig bis 12.11.2029. Langfassung [LL5].
  6. National Institute for Health and Care Excellence: Neuropathic pain in adults: pharmacological management in non-specialist settings. Clinical guideline CG173, aktualisierte Onlinefassung. Empfehlungen [LL6].

Richtlinien und behördliche Bewertungen

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI, Teil A, Ziffer XLIII, Agomelatin zur Behandlung der Fatigue bei postinfektiösem ME/CFS und bei Long/Post-COVID. Beschluss 02.04.2026, in Kraft seit 11.06.2026. Beschluss und Beschlusstext [R1].
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI, Teil A, Ziffer XLIV, Ivabradin bei COVID-19-assoziiertem posturalem orthostatischem Tachykardiesyndrom bei fehlender Verträglichkeit oder Eignung von Betablockern. Fassung 11.06.2026. Anlage VI [R2].
  3. BfArM, Expertengruppe Long COVID Off-Label-Use: Bewertung von Agomelatin zur Behandlung der Fatigue bei postinfektiösem ME/CFS und bei Long/Post-COVID. Stand 15.10.2025. Bewertung [R3].

Fachinformationen

  1. Agomelatin: Valdoxan, insbesondere Abschnitte 4.2-4.5 [FI1].
  2. Analgetika: Paracetamol BC; Aktren Forte; Naproxen-CT; Novalgin [FI2].
  3. Systemische neuropathische Schmerztherapie: Gabapentin AL; Lyrica; Cymbalta; Amitriptylin-CT; Nortriptylin Glenmark [FI3].
  4. Topische neuropathische Schmerztherapie: Versatis; Qutenza [FI4].
  5. Schlafmedikation: Circadin; Doxepin dura T; Trazodon Glenmark; zopiclodura; Zolpidem-CT; Quviviq [FI5].
  6. Orthostatische Störungen: Dociton; Bisoprolol-ratiopharm; Procoralan; Gutron; Astonin H, Fachinformation; Mestinon 60 [FI6].
  7. Allergologische Medikation: Cetirizin-ratiopharm; Levocetirizin-ratiopharm, Produktseite mit Fachinformation; Loratadin-ratiopharm; Aerius; Fexofenaderm 120/180 mg, Fachinformationen; Famotidin-ratiopharm, Fachinformation; Ketof, Fachinformation; Pentatop Granulat [FI7].
  8. Gastrointestinale Medikation: Ondansetron-ratiopharm; MCP-ratiopharm; Domperidon AbZ; Pantoprazol dura [FI8].
  9. Antidepressiva: Sertralin AAA-Pharma; Escitalopram-neuraxpharm; Mirtazapin AbZ, Produktseite mit Fachinformation [FI9].