Multiple Chemical Sensitivity (MCS) – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
Für die Multiple Chemical Sensitivity (MCS; idiopathische umweltbezogene Unverträglichkeit, Idiopathic Environmental Intolerance, IEI) sind keine pathognomonischen (für eine Krankheit beweisenden) körperlichen Befunde bekannt; die körperliche Untersuchung ist häufig unauffällig. Sie erfolgt daher symptom- und organbezogen und dient insbesondere dem Erkennen bzw. Ausschluss behandelbarer somatischer (körperlicher) Erkrankungen und relevanter Komorbiditäten (Begleiterkrankungen).
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Atemfrequenz, pulsoxymetrischer Sauerstoffsättigung (SpO2), Körpertemperatur, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
- Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustandes
- Inspektion (Betrachtung) von Haut und Schleimhäuten
- Inspektion der Augen
- Orientierende Untersuchung von Mundhöhle, Nase und Rachen bei entsprechenden Beschwerden
- Auskultation (Abhören) des Herzens
- Auskultation der Lunge
- Palpation (Abtasten) des Abdomens (Bauches) (Druckschmerz, Abwehrspannung, Resistenzen (tastbare Verhärtungen), Bruchpforten, Nierenlagerklopfschmerz)
- Ggf. orthostatische Kreislaufprüfung (Kreislaufprüfung beim Lagewechsel) bei Schwindel, Benommenheit oder Präsynkope (Beinahe-Ohnmacht)
- Neurologische Untersuchung – inklusive Bewusstseinslage und Orientierung, Hirnnervenstatus (Untersuchung der Hirnnerven), Reflexstatus (Prüfung der Reflexe), Motorik (Bewegungsfunktion), Sensibilität (Empfindungsfähigkeit), Koordination und Gangbild; bei kognitiven (geistigen) Beschwerden orientierende Prüfung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis
- Ggf. orthopädische Untersuchung – bei Beschwerden des Bewegungsapparates mit Untersuchung der betroffenen Gelenke, Wirbelsäulenabschnitte und Muskulatur
- Ggf. dermatologische Untersuchung – bei Hautbeschwerden mit Inspektion und Palpation der betroffenen Hautareale
- Ggf. allergologisch bzw. pneumologisch orientierte Untersuchung – bei respiratorischen (die Atmung betreffenden), nasalen (die Nase betreffenden), okulären (die Augen betreffenden) oder kutanen (die Haut betreffenden) Beschwerden zur klinischen Erfassung möglicher allergischer bzw. entzündlicher Erkrankungen
- Psychischer Befund – Beurteilung von Orientierung, Aufmerksamkeit, Affekt (Gefühlslage), Antrieb und psychomotorischem Verhalten (Zusammenspiel von seelischem Zustand und Bewegung) sowie Erfassung von Angst- und Paniksymptomen, depressiver Symptomatik (depressiven Beschwerden), Schlafstörungen, Krankheitsverarbeitung, psychosozialer Belastung (seelischer und sozialer Belastung) und funktioneller Beeinträchtigung (Beeinträchtigung im Alltag); psychische Komorbiditäten sind zu erfassen, ohne hieraus eine ursächliche Zuordnung der MCS-Beschwerden abzuleiten
- Gesundheitscheck – vollständige, beschwerdeorientierte Untersuchung weiterer Organsysteme in Abhängigkeit von Anamnese (Krankengeschichte) und klinischer Symptomatik
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.