Lidkorrektur (Blepharoplastik)

Die Blepharoplastik (Synonyme: Lidkorrektur, Augenlidstraffung) ist eine häufig durchgeführte plastische Operation.

Zielsetzung einer Blepharoplastik

Ästhetische und psychologische Ziele

  • Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes: Durch die Entfernung von überschüssigem Haut-, Muskel- und Fettgewebe sowie die Straffung der verbleibenden Strukturen wird ein frischeres, jüngeres Aussehen erzielt.
  • Verstärkung des Selbstvertrauens und des psychischen Wohlbefindens: Ein verbessertes äußeres Erscheinungsbild kann das Selbstwertgefühl steigern und positive psychologische Effekte haben, indem es die Diskrepanz zwischen dem eigenen Körpergefühl und dem äußeren Ausdruck reduziert.

Funktionelle Ziele

  • Verbesserung der Sicht: Bei einigen Patienten können stark ausgeprägte Schlupflider das Sichtfeld einschränken. Eine Korrektur dieser Zustände kann nicht nur das Sehvermögen verbessern, sondern auch die Lebensqualität durch eine erhöhte Funktionalität im Alltag.
  • Reduktion von Hautirritationen: Überschüssige Haut am Oberlid kann Reibung verursachen und zu Irritationen führen. Eine Reduktion dieses Gewebes kann somit zu einem komfortableren Lidschluss führen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Reduktion und/oder Umverteilung von überschüssigem Weichteilgewebe (Haut-, Muskel-, Fettgewebe) bei:
    • Schlupflidern (Dermatochalasis – Erschlaffung der Lidhaut und der subkutanen Gewebe von Ober- und Unterlidern
    • Blepharochalasis – seltene, idiopathische, rezidivierend auftretende Schwellung der Lider, wohl verursacht durch ein idiopathisches Angioödem (Schwellung) des subkutanen Gewebes

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Schwere Augenerkrankungen: Patienten mit schweren Augenerkrankungen, wie Glaukom (grüner Star) oder fortgeschrittene Netzhautprobleme, sollten sorgfältig abgewogen werden, da die Operation das Risiko für Komplikationen erhöhen kann.
  • Unkontrollierte systemische Erkrankungen: Wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die die Wundheilung beeinträchtigen könnten.
  • Schwere trockene Augen: Patienten mit schweren trockenen Augen oder anderen Lidfunktionsstörungen können durch eine Blepharoplastik zusätzliche Beschwerden entwickeln.
  • Schwere Allergien oder Unverträglichkeiten: Gegen Anästhetika oder andere Medikamente, die während des Eingriffs verwendet werden.
  • Blutgerinnungsstörungen: Patienten mit Störungen der Blutgerinnung oder die Antikoagulantien (Blutverdünner) einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für Blutungen und andere Komplikationen.
  • Psychische Erkrankungen: Bei schweren psychischen Erkrankungen oder unrealistischen Erwartungen sollte die Eignung für eine Blepharoplastik sorgfältig abgewogen werden.
  • Aktive Infektionen im Bereich der Augenlider: Wie Herpesinfektionen oder bakterielle Infektionen.
  • Schwere Hauterkrankungen: Die den Bereich der Augenlider betreffen, wie bestimmte Formen von Dermatitis (Entzündung der oberen Schichten der Haut) oder Psoriasis (Schuppenflechte).
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Während Schwangerschaft und Stillzeit wird die Durchführung einer Blepharoplastik normalerweise nicht empfohlen.
  • Raucher: Starkes Rauchen kann die Wundheilung beeinträchtigen und das Risiko für Komplikationen erhöhen.

Vor der Operation

Vor der Operation sollte ein intensives Anamnesegespräch durchgeführt werden, das die Krankengeschichte und die Motivation zu dem Eingriff einschließt. Die Durchführung, eventuelle Nebenwirkungen und die Folgen der Operation sollten ausführlich erörtert werden.
Beachte: Die Anforderungen der Aufklärung sind strenger als üblich, da Gerichte im Bereich der ästhetischen Chirurgie eine „schonungslose“ Aufklärung fordern.

Des Weiteren sollten Sie vor der Operation für die Dauer von etwa vierzehn Tagen weder Acetylsalicylsäure (ASS) noch Schlafmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Sowohl Acetylsalicylsäure als auch andere Schmerzmittel verzögern die Blutgerinnung und können zu unerwünschten Blutungen führen. Raucher sollten ihren Nikotinkonsum bereits vier Wochen vor dem Eingriff stark einschränken, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Die Operationsverfahren

Eine Lidkorrektur wird in der Regel ambulant durchgeführt. Das heißt, Sie können nach der Operation direkt wieder nach Hause gehen.

Normalerweise wird unter Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung), ggf. auch unter Analgosedierung (schmerzfreier Dämmerschlaf) gearbeitet. Auf Wunsch kann jedoch auch eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) erfolgen. 
Die Operationsdauer beträgt 1-2 Stunden.

Um ein symmetrisches Ergebnis zu erzielen, werden die Augenlider genau vermessen.

Je nach Problemstellung beginnt dann die eigentliche Operation.

Bei der Blepharoplastik werden Fettüberschüsse an den Augenlidern entfernt.

Eine Blepharoplastik kann auch in Verbindung mit einem Augenbrauenlifting vorgenommen werden. Bei einer Blepharoplastik können allerdings keine Krähenfüße oder ethnische Merkmale korrigiert werden.

Um
Schlupflider zu korrigieren, wird ein sichelförmiges Hautstück herausgetrennt und das überschüssige Fettgewebe kann entfernt werden. Anschließend wird so vernäht, dass die Narbe bis auf einige Millimeter in der Lidfalte liegt und so kaum sichtbar ist.

Um die
Unterlider zu korrigieren, wird der Schnitt circa zwei Millimeter unterhalb des Wimpernkranzes angelegt. Anschließend wird ebenfalls überschüssiges Fett, welches die Ursache für Tränensäcke ist, entfernt. Um Hautüberschüsse zu entfernen, muss ein zweiter Schnitt gesetzt werden.
In einigen Fällen, wie bei starken Lachfältchen, muss zur Erreichung eines optimalen Ergebnisses auch ein wenig vom Muskel entfernt werden.
Es besteht die Möglichkeit, Fett- und Muskelgewebe auch ohne sichtbare äußere Einschnitte zu entfernen, indem der Schnitt auf der Innenseite der Augenlider, im sogenannten Bindehautsack, durchgeführt wird. Überschüssige Haut kann so jedoch nicht entfernt werden. 

Lidkorrektur mittels Laser

Die Lidkorrektur kann auch mittels CO2-Laser oder Erbium-Laser durchgeführt werden.
Kleine Fältchen werden durch den Laser ebenfalls gemildert. Trotz Lasertechnologie muss die Haut anschließend vernäht werden. Der weitere Verlauf ist dem herkömmlichen Verfahren mittels Skalpell gleich.

Nach der Operation

Ihre Augen werden zunächst geschwollen sein und es werden sich Blutergüsse bilden. Nach circa einer Woche sind die Blutergüsse und die Nähte meist kaum noch erkennbar.
Um die Schwellungen zu mildern, können Sie in den ersten Tagen feuchte Kompressen und kühlende Eisbeutel verwenden. Etwa fünf bis sechs Tage nach der Operation werden die Fäden gezogen.

Mögliche Komplikationen

  • Neben einer Schwellung, treten Blutergüsse und Verfärbungen der Augenlider auf
  • Bei einer Straffungsoperation treten zudem Schmerzen, ein Anschwellen der Bindehaut und ein Spannungsgefühl auf, das sich in der Regel innerhalb von wenigen Wochen zurückbildet.
  • Sensibilitätsstörungen können im Operationsgebiet auftreten, die sich im Regelfall zurückbilden
  • Durch die Verwendung von Lokalanästhetika (örtlichen Betäubungsmittel), mit gefäßverengenden Wirkstoffen, kann es in extrem seltenen Fällen zu einer Sehverschlechterung kommen, ggf. bis zu einem Sehverlust.
    Starke Blutungen in der Augenhöhle können dieses ebenfalls verursachen.
  • Eine Verletzung der Hornhaut des Auges durch Desinfektionsmittel, Instrumente etc.ist möglich. Dieses kann in Einzelfällen zu einer bleibenden Narbe mit Verminderung der Sehschärfe führen.
  • Narbenschrumpfung kann zur Verziehung der Unterlidkante führen. Dieses kann dazu führen, das Augenschweiß sich vermehrt darstellt ("Triefauge")
  • Nach der Operation kann es zu einer Störung der Lidöffnung kommen.
  • Bei Patienten, die zu trockenen Augen neigen, kann diese nach der Operation verstärkt auftreten
  • Falls bei der Korrektur der Unterlider zu viel Fett entfernt wurde, kann es zu einem "hohläugigen Aussehen" führen
  • Wundheilungsstörungen bzw. die Veranlagung zur Narbenbildung können zu einer Narbenverdickung (Keloide) führen.
  • Bei Überempfindlichkeit bzw. Allergien (z. B. Betäubungs-/Narkosemittel, Medikamente etc.) kann es vorübergehend zu folgenden Beschwerden kommen: Schwellung, Hautausschlag, Juckreiz, Niesen, tränende Augen (Augentränen), Schwindel oder Erbrechen.
  • Operationsrisiken wie stärkere Blutungen, Thrombose (Blutgerinnsel) oder Embolie (Blutgefäßverschluss) kommen bei dieser Operation selten vor.

Ihr Nutzen

Ihre Augen werden frischer, jünger und wacher aussehen und Ihnen ein neues Lebensgefühl verleihen.

In der Regel ist das Ergebnis der Lidkorrektur dauerhaft, sodass erneute Eingriffe nicht notwendig sind.