Gesäßstraffung

Die Gesäßstraffung (Synonym: Gesäßmodellierung) ist ein Überbegriff für mehrere kosmetisch-chirurgische Eingriffe zur Wiederherstellung einer ästhetischen Gesäßkontur.

Vor allem Frauen leiden unter einer altersbedingten Absenkung des Haut- und Fettgewebes in der Gesäßregion (Volumen- und Elastizitätsverlust). Gründe für ein hängendes Gesäß gibt es viele, in der Regel sind körperliches Training und Diäten nicht ausreichend wirkungsvoll, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen.

Folgende Ursachen können für eine unförmige Gesäßregion verantwortlich sein:

  • altersbedingte Erschlaffung des Haut- und Fettgewebes
  • genetisch bedingte Gewebeerschlaffung – z. B. bei Bindegewebeschwäche
  • Muskelhypotrophie – Muskelschwund im Gesäßbereich
  • konstitutionell, schwach ausgebildete Gesäßmuskulatur
  • starke Gewichtsabnahme

Jeder dieser Gründe kann eine erhebliche Absenkung des Gesäßes bewirken, sodass nur eine operative Maßnahme eine Verbesserung des Körpergefühls herbeiführen kann.

Zielsetzung der Gesäßstraffung

  • Verbesserung der Körperform: Wiederherstellung einer straffen und wohlgeformten Gesäßkontur.
  • Entfernung überschüssiger Haut: Reduktion der durch altersbedingte Erschlaffung oder nach erheblichem Gewichtsverlust entstandenen Hautüberschüsse.
  • Ästhetische Enhancement: Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes des Gesäßes durch verschiedene Techniken wie Fettabsaugung, Hautstraffung oder Implantate.
  • Funktionelle Vorteile: Reduzierung von Hautirritationen und Unbehagen, die durch überschüssige Haut verursacht werden.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Hauterschlaffung im Gesäßbereich: Oft durch Alterung oder signifikanten Gewichtsverlust bedingt.
  • Volumenverlust: Bedingt durch altersbedingte Fettumverteilung oder nach Diäten.
  • Formkorrektur: Verbesserung der Gesäßform, insbesondere wenn Sport und Ernährung nicht ausreichen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Absolute Kontraindikationen

  • Allergie gegen Lokalanästhetika: Eine bekannte Allergie gegen Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) der Tumeszenzanästhesie stellt eine absolute Kontraindikation dar, da sie während der Operation zu schweren allergischen Reaktionen führen kann.

Relative Kontraindikationen

  • Systemische Erkrankungen: Dazu zählen schwere Herz-, Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen, die das Operations- und Narkoserisiko erheblich erhöhen können.
  • Akute Infektionen: Infektionen im Operationsbereich oder systemische Infektionen, die sich negativ auf die Operation und die Heilung auswirken können.
  • Schlechte Wundheilung: Zustände wie Diabetes oder Rauchen, die die Wundheilung beeinträchtigen, können das Risiko für postoperative Komplikationen erhöhen.
  • Krampfneigung: Patienten mit einer bekannten Neigung zu Krämpfen oder Epilepsie könnten ein erhöhtes Risiko für Komplikationen während der Operation haben.
  • Antikoagulation: Die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten kann das Blutungsrisiko während und nach der Operation erhöhen.
  • Thromboseneigung: Eine Neigung zu Thrombosen kann das Risiko für schwerwiegende postoperative Komplikationen wie tiefe Venenthrombosen oder Embolien erhöhen.
  • Hohe Erwartungen: Unrealistische Erwartungen an das Ergebnis der Operation können zur Unzufriedenheit mit den operativen Ergebnissen führen, daher sollte eine gründliche Aufklärung und psychologische Bewertung erfolgen.

Vor der Operation

Vor der Operation sollte ein intensives Anamnesegespräch durchgeführt werden, das die Krankengeschichte und die Motivation zu dem Eingriff einschließt. Die Durchführung, eventuelle Nebenwirkungen und die Folgen der Operation sollten ausführlich erörtert werden.
Beachte: Die Anforderungen der Aufklärung sind strenger als üblich, da Gerichte im Bereich der ästhetischen Chirurgie eine „schonungslose“ Aufklärung fordern.

Des Weiteren sollten Sie vor der Operation für die Dauer von sieben bis zehn Tagen weder Acetylsalicylsäure (ASS) noch Schlafmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Sowohl Acetylsalicylsäure als auch andere Schmerzmittel verzögern die Blutgerinnung und können zu unerwünschten Blutungen führen. Raucher sollten ihren Nikotinkonsum bereits vier Wochen vor dem Eingriff stark einschränken, um die Wundheilung nicht zu gefährden. 

Die Operationsverfahren

Im Folgenden werden die Verfahren beschrieben:

  • Exzision
  • Fadenlifting
  • Implantationsverfahren
  • Liposuktion – zur gezielten Volumenreduktion; so gewonnenes Lipoaspirat kann zum Volumenaufbau (= Implantation) genutzt werden

Wie bereits erwähnt, können unterschiedliche Verfahren unter dem Begriff Gesäßstraffung bzw. Gesäßmodellierung zusammengefasst werden:

Zuerst ist die Exzision von überschüssiger Haut und Fettgewebe zu nennen. Hierbei entscheidet der Chirurg auf Grundlage des individuellen Befundes, welche Schnittführung in der jeweiligen Region infrage kommt.

Die Schnittführung wird präoperativ geplant, indem am stehenden Patienten die Schnittlinien ermittelt und angezeichnet werden. Dabei wird auf einen Narbenverlauf geachtet, der innerhalb der natürlichen Körperlinien bzw. Körperfalten wie etwa der Gesäßfalte liegt. Diese Operationen erfolgen in der Regel in Tumeszenzlokalanästhesie (Die Tumeszenzanästhesie ist eine Form der Lokalanästhesie, bei der in Kochsalzlösung stark verdünnte Lokalanästhetika in großen Volumina als Reservoir in das Unterhautfettgewebe appliziert werden. Dabei handelt es sich um eine Methode, die sehr häufig bei ästhetischen Operationen eingesetzt wird.).

Eine weitere Methode ist das Fadenlifting nach Serdev. Dieses chirurgische Verfahren beruht auf der geschickten Platzierung eines elastischen Fadens in der seitlichen Gesäßregion. Dabei wird der sterile, bakterizid beschichtete Faden in einem sehr bindegewebigen Gebiet ca. 1 cm über der Muskelfaszie eingezogen. Der Faden wird auf Spannung angebracht, sodass eine Anhebung und Straffung der Gesäßregion erzielt wird. Ziel ist die Anregung einer körpereigenen Bindegewebsbildung um den Faden herum. Dieser Bindegewebsring soll im Verlaufe der Heilung die Straffung des Gewebes erhalten und die neue Form dauerhaft sichern.

Die Implantation von Eigenfett oder Silikonimplantaten, eine aufwendige Methode der Gesäßmodellierung, wird auch als Gesäßplastik oder Glutealaugmentation bezeichnet. Dabei werden die Materialien zwischen die Gesäßmuskulatur, in zuvor geformte Gewebetaschen eingebracht. Bei diesem Verfahren soll eine Gesäßformung mithilfe eines Volumenaufbaus erzielt werden.

Zum Schluss ist die Liposuktion (Synonym: Fettabsaugung; engl. Liposuction) im Gesäßbereich zu nennen. Diese invasive Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose, wobei oberflächlich bis mitteltiefes Fettgewebe abgesaugt wird. Dabei ist zu beachten, dass die Fettabsaugung nicht in einer Operation, sondern in der Regel in mehreren Sitzungen erfolgt. Vor allem das Fettgewebe lateral (seitlich) an der auslaufenden Gesäßfalte hat eine stützende Funktion im Falle einer Liposuktion im oberen Gesäßbereich. Bei gleichzeitiger Absaugung beider Areale wird eine zusätzliche Absenkung des Gesäßes riskiert. Häufig wird eine Liposuktion auch ergänzend zu anderen Methoden eingesetzt.

Anästhesieverfahren: Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
Operationsdauer: 2-4 Stunden

Nach der Operation

Regelmäßige Wundkontrollen der oft großen Narben sind von großer Wichtigkeit, da Wundheilungsstörungen zu den häufigen Komplikationen gehören. Der Patient sollte in den ersten 2 Wochen auf sportliche Belastungen verzichten und im Anschluss langsam ein aufbauendes Training beginnen. In der Regel wird eine Kompressionstherapie durchgeführt, die der gewünschten Gesäßkontur Stabilität und den letzten Schliff verleiht.

Mögliche Komplikationen

  • Hämatome (Blutergüsse) und Serome (Ansammlung von Flüssigkeit, wie etwa Exsudat)
  • Wundinfektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Asymmetrien
  • Narben – z. B. Keloide, überschießende Narbenbildung
  • Sensibilitätsstörungen – durch Nervenverletzung

Ihr Nutzen

Die Gesäßstraffung ist ein übliches operatives Verfahren der ästhetischen Chirurgie, das eindrucksvolle Ergebnisse erzielen kann. Dabei kann das Selbstwertgefühl der Patienten verbessert werden, sodass ein positives Körpergefühl zu einem besseren Wohlbefinden führt.

Literatur

  1. Hoffmann K, Altmeyer P: Ästhetische und plastische Operationen in der Dermatologie. W3L GmbH 2007  
  2. Gasparotti M: Liposkulptur – Body Contouring – Cellulite-Behandlung. Schattauer Verlag 2007