Augenbrauenlift

Das Augenbrauenlift (Synonyme: Augenbrauenlifting; Brauenlift; Brauenlifting) ist ein kosmetischer, operativer Eingriff im Fachgebiet der ästhetischen Dermatologie und dient der Optimierung der Augenbrauen in Symmetrie, Form und Lage.

Dabei werden in der Regel mimische Falten in der Stirnregion nicht beeinflusst. Allerdings stehen aufgrund der engen Nachbarschaft die Ptosis der Augenbrauen (Erschlaffung der Augenbrauen) und die Stirnfalten in direkter Beziehung zueinander. Die verminderte elastische Hautspannung, die ständige Bewegung der mimischen Muskulatur und die Schwerkraft bedingen die horizontalen Stirnfalten, ein Absacken der Augenbrauen und einen erheblichen Überschuss an Haut im Bereich der Oberlider. Diese Schönheitsfehler können wirkungsvoll behoben werden. Dabei werden je nach Schwere der kosmetischen Indikation unterschiedliche Verfahren angewendet. Hierzu gehören Botoxinjektionen, physikalische Verfahren und operative Techniken bis zum Stirnlifting.

Zielsetzung des Augenbrauenlifts

  • Das Ziel des Augenbrauenlifts ist es, die Augenbrauen in Bezug auf Symmetrie, Form und Position zu optimieren.
  • Mimische Falten in der Stirnregion werden in der Regel nicht beeinflusst.
  • Dennoch stehen die Ptosis der Augenbrauen (Erschlaffung der Augenbrauen) und die Stirnfalten in direkter Beziehung zueinander.
  • Faktoren wie verminderte elastische Hautspannung, ständige Bewegung der mimischen Muskulatur und Schwerkraft führen zu horizontalen Stirnfalten, einem Absacken der Augenbrauen und einem Überschuss an Haut im Bereich der Oberlider.
  • Diese ästhetischen Probleme können durch ein Augenbrauenlift wirkungsvoll behoben werden.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Asymmetrie der Augenbrauen
  • Müder Blick durch überschüssige Haut im Oberlidbereich
  • Ptosis der Augenbrauen

Das Augenbrauenlifting sollte nicht bei Lagopthalmus (Erweiterung der Lidspalte durch Lähmung des Schließmuskels) eingesetzt werden.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Schwere Augenerkrankungen: Patienten mit schweren Augenerkrankungen, wie Glaukom oder fortgeschrittene Katarakte, können ein erhöhtes Risiko bei diesem Eingriff haben.
  • Blepharitis (Augenlidentzündung) oder aktive Entzündungen: Entzündungen im Bereich der Augenlider oder der Augen können den Heilungsprozess stören.
  • Schwere Hauterkrankungen im Behandlungsbereich: Bestehende Hauterkrankungen können den Heilungsprozess beeinträchtigen und das Risiko von Komplikationen erhöhen.
  • Unkontrollierter Diabetes: Diabetes kann die Wundheilung verzögern und das Infektionsrisiko erhöhen.
  • Blutgerinnungsstörungen: Erkrankungen, die die Blutgerinnung beeinflussen, können zu erhöhten Blutungen während und nach der Operation führen.
  • Realistische Erwartungen: Patienten mit unrealistischen Erwartungen bezüglich der Ergebnisse sollten den Eingriff vermeiden.
  • Akute Infektionen oder systemische Entzündungen: Diese können den Heilungsprozess stören.
  • Lagophthalmus (Unfähigkeit, das Auge vollständig zu schließen): Dieser Zustand kann durch das Augenbrauenlift verschärft werden.

Vor der Operation

Vor der Operation sollte ein intensives Anamnesegespräch durchgeführt werden, das die Krankengeschichte und die Motivation zu dem Eingriff einschließt. Die Durchführung, eventuelle Nebenwirkungen und die Folgen der Operation sollten ausführlich erörtert werden.
Beachte: Die Anforderungen der Aufklärung sind strenger als üblich, da Gerichte im Bereich der ästhetischen Chirurgie eine „schonungslose“ Aufklärung fordern.

Des Weiteren sollten Sie vor der Operation für die Dauer von sieben bis zehn Tagen weder Acetylsalicylsäure (ASS) noch Schlafmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Sowohl Acetylsalicylsäure als auch andere Schmerzmittel verzögern die Blutgerinnung und können zu unerwünschten Blutungen führen.
Raucher sollten ihren Nikotinkonsum bereits vier Wochen vor dem Eingriff stark einschränken, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Das Operationsverfahren

Für das Lifting der Augenbrauen wird meist das sogenannte direkte Augenbrauenlifting durchgeführt. Zunächst wird die Augenbraue vermessen und der Grad der Ptosis bzw. die gewünschte Korrekturhöhe vermessen und die Resektionslinien (Schnittlinien) markiert. Das Gewebe wird durch ein Lokalanästhetikum (Mittel zur örtlichen Betäubung) betäubt. Die überschüssige Haut wird nun durch eine spindelförmige Exzision oberhalb der Braue entfernt. Der Operateur beginnt an der oberen Schnittlinie und fährt an der unteren Linie parallel zur Augenbraue fort. Dabei wird das Skalpell schräg geführt, um den Haarverlust gering zu halten und die Adaption der Wundränder zu optimieren. Kleine Blutungen werden durch Elektrokoagulation verödet. Nach der Entfernung der überschüssigen Haut und des subkutanen Fettgewebes (Unterhautfettgewebe) werden die Wundränder durch eine subkutane und eine intrakutane Naht verschlossen (sowohl im Unterhautfettgewebe als auch innerhalb der Haut wird eine Naht gesetzt, die von außen unsichtbar ist).

Das Augenbrauenlifting wird, wie bereits erwähnt, vor allem bei Herabhängen der Augenbraue eingesetzt. Die unterschiedlichen Verfahren, die zur Verfügung stehen, werden dem Schweregrad der Ptosis angepasst. Weitere Verfahren zur Korrektur erschlaffter Augenbrauen:

  • Laterales Augenbrauenlifting durch Botoxinjektionen – Die Augenbraue wird seitliche angehoben, indem Botox an bis zu drei Punkten subkutan (unter die Haut) im Abstand von fünf Millimetern in den oberen lateralen (seitlichen) M. orbicularis occuli pars orbitalis im Bereich des seitlichen Anteils der Braue injiziert wird. Das Nervengift lähmt die Muskulatur, das Resultat ist ein offener, freundlicherer Blick.
  • Nahtlift – Die Brauenregion wird durch einen elastischen Faden an derbes Gewebe wie z. B. am Periost (Gewebe, das Knochen umgibt) vernäht. Somit kann die Haut gestrafft und die Augenbraue angehoben bzw. in der gewünschten Position fixiert werden. 
  • Physikalisches Augenbrauenlifting – Bei dieser Methode werden Laserverfahren, Lichtverfahren und Radiofrequenzstrom eingesetzt.
  • Temporallifting (Schläfenlifting)
  • Stirnlifting

Anästhesieverfahren: Lokalanästhesie (örtliche Betäubung)/Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
Operationsdauer: 1-2 Stunden

Nach der Operation

Nach einem Augenbrauenlift sind bestimmte Nachsorgemaßnahmen notwendig:

  • Kühlen: Um Schwellungen und Blutergüsse zu minimieren.
  • Schonung: Vermeidung von anstrengender körperlicher Aktivität und bestimmten Gesichtsbewegungen.
  • Wundpflege: Sorgfältige Reinigung und Pflege der Operationsstelle zur Förderung der Heilung und Minimierung von Narben.
  • Folgeuntersuchungen: Regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem Arzt, um den Heilungsprozess zu überwachen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
  • Schutz vor Sonnenexposition: Um die Bildung von Narben zu minimieren und Pigmentveränderungen zu verhindern.

Mögliche Komplikationen

Frühkomplikationen

  • Blutergüsse und Schwellungen: Können im Bereich der Augenbrauen und Stirn auftreten.
  • Infektionen: Obwohl selten, können Infektionen im Operationsgebiet auftreten.
  • Temporäre Gefühlsstörungen: Taubheitsgefühle oder veränderte Sensibilität im Operationsbereich.
  • Asymmetrie: Ungleichmäßiges Anheben der Augenbrauen.

Spätkomplikationen

  • Narbige Veränderungen: Sichtbare oder verdickte Narben können entstehen.
  • Veränderte Augenbrauenform: Mögliche dauerhafte Veränderung der natürlichen Augenbrauenform.
  • Dauerhafte Gefühlsstörungen: Anhaltende Taubheit oder Veränderung der Sensibilität.
  • Haarausfall: Im Bereich der Inzisionen (Einschnitte) oder durch Zug am Haarfollikel.

Ihr Nutzen

Das Augenbrauenlifting ist ein kosmetischer Eingriff, der ein effektives Ergebnis erzielt und Ihnen einen wachen, offenen Blick zurückgeben kann.

Literatur

  1. Hoffmann K, Altmeyer P: Ästhetische und plastische Operationen in der Dermatologie. W3L GmbH 2007  
  2. Krutmann J, Diepgen TL: Hautalterung: Grundlagen, Prävention, Therapie. Springer Verlag 2003