Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Die Sectio caesarea ist die operative Entbindung des Kindes durch Eröffnung der Bauchdecke und des Uterus (Gebärmutter). Sie kann bei entsprechender Indikation das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind schützen. Die Entscheidung über den Geburtsmodus berücksichtigt die geburtshilfliche Situation, mütterliche und kindliche Risiken, mögliche Alternativen, die lokale Expertise und die informierte Präferenz der Schwangeren [LL1].

Einteilung und Dringlichkeit

  • Primäre Sectio: Durchführung vor Geburtsbeginn, das heißt vor muttermundwirksamer Wehentätigkeit und vor Blasensprung.
  • Sekundäre Sectio: Durchführung nach Geburtsbeginn, das heißt nach Einsetzen muttermundwirksamer Wehentätigkeit oder nach Blasensprung.
  • Geplante beziehungsweise elektive Sectio: Terminierter Eingriff; der Begriff ist nicht mit einer Sectio auf Wunsch gleichzusetzen.
  • Absolute Indikation: Eine vaginale Geburt ist nicht möglich oder medizinisch nicht vertretbar.
  • Relative Indikation: Die Entscheidung erfordert eine individuelle Abwägung der Vorteile und Risiken beider Geburtswege.

Indikation und Dringlichkeit sind getrennt zu beurteilen. Eine absolute Indikation bedeutet nicht automatisch einen Notkaiserschnitt. Umgekehrt kann aus einer zunächst relativen Indikation eine unmittelbar lebensbedrohliche Situation entstehen [LL1].

Kategorie Klinische Situation Vorgehen
1 Unmittelbare Lebensbedrohung für Mutter oder Fetus (ungeborenes Kind) Notsectio unverzüglich durchführen. Die Entschluss-Entwicklung-Zeit soll im deutschen Versorgungssystem maximal 20 Minuten betragen; dies ist keine abzuwartende Frist [LL1].
2 Maternale oder fetale Beeinträchtigung ohne unmittelbare Lebensbedrohung Unverzügliche Durchführung nach Indikationsstellung; Priorisierung entsprechend dem klinischen Zustand [LL1].
3 Keine maternale oder fetale Beeinträchtigung, aber zügige Entbindung erforderlich Zeitnahe Durchführung nach interdisziplinärer Abstimmung [LL1].
4 Keine maternale oder fetale Beeinträchtigung Geplanter Eingriff [LL1].

Indikation, Dringlichkeitskategorie, Aufklärung und relevante Zeitpunkte sollen nachvollziehbar dokumentiert und eindeutig an Geburtshilfe, Anästhesie, OP-Team und gegebenenfalls Neonatologie kommuniziert werden [LL1].

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Konstellationen mit zwingender oder regelmäßig erforderlicher Sectio

  • Geburtshindernis: Gesichertes absolutes Missverhältnis zwischen Kind und mütterlichem Becken oder eine mechanische Obstruktion; die isolierte mütterliche Körpergröße oder eine routinemäßige Pelvimetrie begründen keine Sectio [LL1].
  • Placenta praevia (vor dem Muttermund liegender Mutterkuchen) mit Überdeckung des inneren Muttermundes: Eine vaginale Geburt ist nicht möglich. Eine lediglich tiefsitzende Plazenta ist davon abzugrenzen [LL1].
  • Persistierende Querlage: Insbesondere beim Einling und fehlender Möglichkeit einer sicheren Lagekorrektur [LL1].
  • Vasa praevia (ungeschützt vor dem Muttermund verlaufende kindliche Blutgefäße) oder tief liegende fetale Gefäße: Geplante Sectio zur Vermeidung einer Gefäßruptur; Zeitpunkt und Überwachung richten sich nach dem Gefäßbefund und zusätzlichen Frühgeburtsrisiken [LL1].
  • Uterusruptur (Riss der Gebärmutter) beziehungsweise dringender Rupturverdacht: Unverzügliche operative Versorgung und Entbindung [LL1].
  • Akute fetale Gefährdung: Beispielsweise anhaltende schwere Bradykardie oder Nabelschnurvorfall, wenn eine unverzügliche sichere vaginale Entbindung nicht möglich ist [LL1].
  • Schwere vorzeitige Plazentalösung: Bei Abruptio placentae (vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens) Grad 3 empfiehlt die S3-Leitlinie die unverzügliche Sectio unabhängig vom Gestationsalter, gegebenenfalls auch bei intrauterinem Fruchttod (Tod des ungeborenen Kindes in der Gebärmutter). Eine unmittelbar mögliche vaginaloperative Entbindung in der späten Austreibungsperiode kann eine Alternative sein [LL1].

Individuell zu bewertende Konstellationen

Befund Indikationsstellung und Alternativen
Pathologisches CTG oder Verdacht auf fetale Hypoxie (Sauerstoffmangel beim ungeborenen Kind) Gesamtbeurteilung einschließlich Verlauf, reversibler Ursachen und gegebenenfalls ergänzender Diagnostik. Eine akute schwere Gefährdung erfordert rasche Entbindung. Ein einzelner pH-Wert darf nicht losgelöst von Entnahmeverfahren und klinischem Kontext beurteilt werden [LL1].
Geburtsstillstand oder protrahierte Geburt Geburtsphase, Wehentätigkeit, Kindslage, Höhenstand und Zustand von Mutter und Kind berücksichtigen. Vor Sectio reversible Ursachen und sichere Alternativen prüfen [LL1].
Beckenendlage Beratung in einer Einrichtung mit Erfahrung in äußerer Wendung, vaginaler Beckenendlagengeburt und Sectio anbieten. Die vaginale Beckenendlagengeburt bleibt bei geeigneter Selektion und entsprechender Expertise eine Option. Risiken, mütterliche Präferenz und Versorgungsmöglichkeiten gemeinsam abwägen; vor einer lagebedingt geplanten Sectio die Lage möglichst zeitnah sonographisch kontrollieren [LL1].
Fetale Wachstumsrestriktion (zu geringes Wachstum des ungeborenen Kindes) Keine generelle Sectioindikation. Gestationsalter, Dopplerbefunde, CTG, weitere Risiken und erwartete Belastbarkeit unter der Geburt bestimmen das Vorgehen [LL1].
Frühgeburt Keine pauschale Sectioindikation bei weniger als 32 Schwangerschaftswochen oder einem Gewicht unter 1.500 g. Bei Schädellage vor 30+0 SSW kann eine Sectio individuell erwogen werden; ab 30+0 SSW ist ein kindlicher Nutzen allein aufgrund des Gestationsalters nicht belegt. Bei Beckenendlage vor 36+0 SSW sollte eine Sectio unter Berücksichtigung des Schätzgewichts und weiterer Faktoren erwogen werden [LL1].
Verdacht auf fetale Makrosomie (ungewöhnlich hohes Gewicht des ungeborenen Kindes) Unsicherheit der sonographischen Gewichtsschätzung, Diabetesstatus, geburtshilfliche Anamnese und mütterliche Präferenz berücksichtigen. Ein Schätzgewicht über 4.500 g ist keine allgemeingültige absolute Sectioindikation [LL1].
Mehrlingsschwangerschaft Keine generelle Sectioindikation. Lage des führenden Kindes, Amnionizität (Anzahl und Aufteilung der Fruchtblasen), Chorionizität (Anzahl und Aufteilung der äußeren Fruchthüllen), Gewichtsdiskordanz, Gestationsalter und Komplikationen berücksichtigen; eine vaginale Zwillingsgeburt setzt geeignete Voraussetzungen und Erfahrung voraus [LL1].
Präeklampsie (Schwangerschaftserkrankung mit Bluthochdruck und möglichen Organschäden), Eklampsie (Krampfanfälle als schwere Komplikation einer Präeklampsie) oder HELLP-Syndrom (schwere Schwangerschaftskomplikation mit Veränderungen des Blutes und der Leber) Die Erkrankungen können eine dringliche Entbindung erfordern, legen den Geburtsweg aber nicht allein fest. Nach beziehungsweise parallel zur maternalen Stabilisierung nach Dringlichkeit, Gestationsalter, Zervixbefund und fetalem Zustand entscheiden [LL1].
Amnioninfektionssyndrom (Infektion der Fruchthöhle und ihrer Hüllen) Erfordert unverzügliche antibiotische Behandlung und geburtshilfliche Beurteilung. Die Infektion allein ist keine zwingende Sectioindikation; der Geburtsweg richtet sich nach der geburtshilflichen Situation [LL1].
Zustand nach Sectio oder anderer Uterusoperation Keine automatische Re-Sectio. Art und Anzahl der Voroperationen, Uterusschnitt, frühere Ruptur, weitere Risiken und mütterliche Präferenz bewerten. Nach klassischer korporaler Uterotomie oder früherer Uterusruptur ist eine geplante erneute Sectio in der Regel erforderlich [LL1].
Tiefsitzende Plazenta ohne Überdeckung des inneren Muttermundes Bei einem Abstand von 11-20 mm sollte ein vaginaler Entbindungsversuch empfohlen werden. Bei höchstens 10 mm kann er nach sorgfältiger Selektion, Risikoaufklärung und entsprechender klinischer Absicherung angeboten werden [LL1].

Sectio auf Wunsch und gemeinsame Entscheidungsfindung

Die Gründe für einen Sectiowunsch sollen wertfrei erhoben, besprochen und dokumentiert werden. Hierzu können Geburtsangst, traumatische Vorerfahrungen, Sorge um das Kind oder persönliche Vorstellungen zur Geburt gehören. Vorteile und Risiken der geplanten Sectio und einer geplanten vaginalen Geburt einschließlich möglicher ungeplanter operativer Entbindung sollen erläutert werden. Bei ausgeprägter Geburtsangst ist bei Bedarf eine spezialisierte perinatale psychologische oder psychiatrische Unterstützung anzubieten. Besteht der Wunsch nach ausführlicher Beratung und gegebenenfalls entsprechender Unterstützung fort, soll ihm entsprochen werden [LL1].

Zeitpunkt der geplanten Sectio

Eine primäre Sectio soll ohne begründete medizinische Indikation nicht vor 39+0 SSW durchgeführt werden. Frühere Eingriffe erhöhen insbesondere das Risiko neonataler Atemanpassungsstörungen. Bei medizinischer Indikation kann eine frühere Entbindung erforderlich sein [LL1].

  • Unkomplizierte Einlings-Beckenendlage: Keine primäre Sectio vor 39+0 SSW empfehlen [LL1].
  • Asymptomatische Placenta praevia mit Überdeckung des inneren Muttermundes ohne zusätzliche Risiken: Geplante Sectio nach aktueller S3-Leitlinie zwischen 37+0 und 37+6 SSW; bei Blutung oder weiteren Risiken gegebenenfalls früher [LL1].
  • Asymptomatische tiefsitzende Plazenta mit höchstens 10 mm Abstand ohne weitere Risiken: Wenn eine Sectio geplant wird, sollte sie zwischen 38+0 und 38+6 SSW erfolgen [LL1].
  • Vasa praevia: Nach Aufklärung über die begrenzte Evidenz zum optimalen Zeitpunkt sollte die Sectio zwischen 34+0 und 35+6 SSW erfolgen; zusätzliche Frühgeburtsrisiken können eine frühere Entbindung begründen. Diese Zeitspanne ist nicht pauschal auf alle tief liegenden fetalen Gefäße übertragbar [LL1].

Die Metaanalyse von Muglu et al. beschreibt die Entwicklung des Totgeburts- und neonatalen Sterberisikos mit zunehmendem Gestationsalter in allgemeinen Terminkollektiven. Daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung ableiten, jede geplante Sectio zwingend vor 40+0 SSW durchzuführen [4, LL1].

Vor der Operation

  • Aufklärung und Einwilligung: Indikation, Alternativen, Anästhesie, postoperative Schmerzen, Blutung, Transfusion, Infektion, Organverletzung, Thromboembolie (Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel) und mögliche Konsequenzen für spätere Schwangerschaften besprechen. Bei hohem Blutungsrisiko auch mögliche operative Eskalationen einschließlich Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter) erläutern [LL1].
  • Anamnese und Labor: Voroperationen, Blutungs- und Thromboseanamnese, Allergien und Medikamente einschließlich Antikoagulanzien erheben. Präoperativen Hämoglobinstatus bestimmen und eine Anämie (Blutarmut) nach Ursache und zeitlichen Möglichkeiten behandeln. Zusätzliche Gerinnungsdiagnostik ist bei unauffälliger Anamnese und unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf vor Regionalanästhesie nicht routinemäßig erforderlich [LL1].
  • Blutungsrisiko und Versorgungsort: Bei Plazentationsstörung, relevanter Blutung, Plazentalösung oder Rupturrisiko ausreichende operative, anästhesiologische und transfusionsmedizinische Ressourcen sicherstellen. Eine routinemäßige Bereitstellung von Blutkonserven ist bei gesunden Schwangeren ohne besondere Risiken nicht erforderlich [LL1].
  • Plazentalokalisation: Bei vorausgegangener Sectio und tiefem Plazentasitz gezielt an ein Placenta-accreta-Spektrum (krankhaft anhaftender oder in die Gebärmutterwand eingewachsener Mutterkuchen) denken. Bei sonographischem Verdacht Überweisung an ein erfahrenes Zentrum zur weiteren Betreuung und Geburtsplanung; ein MRT kann ergänzend zur Operationsplanung eingesetzt werden [LL1].
  • Nüchternheit und Aspirationsprophylaxe: Bei geplantem Eingriff anästhesiologische Nüchternheitsregeln einhalten. Bei Notsectio darf das Abwarten einer Nüchternheitsfrist eine notwendige Entbindung nicht verzögern. Medikamentöse Aspirationsprophylaxe entsprechend individueller Situation erwägen [LL1].
  • Blasenkatheter: Ein transurethraler Katheter sollte zur Vermeidung einer Blasenüberdehnung gelegt werden [LL1].
  • Teamvorbereitung: Sicherheitscheck, eindeutige Aufgabenverteilung, Wärmeerhalt, Blutungsmanagement und bedarfsgerechte neonatologische Versorgung sicherstellen [LL1].

Perioperative medikamentöse Begleitmaßnahmen

Antibiotikaprophylaxe

Bei jeder Sectio soll eine perioperative Antibiotikaprophylaxe eingesetzt werden; sie sollte vor dem Hautschnitt erfolgen. Die Gabe erst nach Abnabelung ist kein gleichwertig empfohlener allgemeiner Standard. Eine nicht randomisierte Kohortenstudie ohne signifikanten Unterschied der Wundinfektionsrate hebt diese Leitlinienempfehlung nicht auf [6, LL1, LL2].

Wirkstoffgruppe Wirkstoff Besonderheiten
Cephalosporine Cefazolin Mittel der ersten Wahl nach der S3-Sectio-Leitlinie; vor Hautschnitt verabreichen [LL1, LL2].
Cephalosporine Cefuroxim Alternative zu Cefazolin [LL1, LL2].
Lincosamide, gegebenenfalls kombiniert mit Aminoglykosiden Clindamycin, gegebenenfalls Gentamicin Bei relevanter nachgewiesener Betalaktamallergie; eine unspezifische Allergieangabe zunächst differenziert bewerten [LL1, LL2].
Makrolide Azithromycin Zusätzliche Prophylaxe bei ausgewählten sekundären Sectiones mit erhöhtem Infektionsrisiko erwägen; keine pauschale Kombination für alle Sectiones [7, 14, LL1, LL2].
  • Wirkweise: Die Antibiotikaprophylaxe vermindert die perioperative bakterielle Infektionswahrscheinlichkeit.
  • Indikation: Prophylaxe bei primärer und sekundärer Sectio. Eine bereits bestehende Infektion erfordert ein therapeutisches Regime, nicht lediglich eine prophylaktische Einmalgabe [LL1, LL2].
  • Kontraindikationen: Insbesondere relevante wirkstoffspezifische Überempfindlichkeit; Auswahl und Dosierung nach Allergieanamnese und Organfunktion.
  • Nebenwirkungen: Allergische Reaktionen, gastrointestinale Beschwerden, antibiotikaassoziierte Diarrhö und Resistenzselektion; weitere Risiken sind wirkstoffspezifisch.

Zum Einfluss des Gabezeitpunkts auf das kindliche Mikrobiom liegen unterschiedliche Ergebnisse vor. Die randomisierte Studie von Dierikx et al. zeigte keinen zusätzlichen anhaltenden Mikrobiomeffekt der präinzisionalen gegenüber der postnatalen Gabe. Weder eine generelle Unbedenklichkeit aller langfristigen Effekte noch ein klinisch relevanter Schaden der präinzisionalen Prophylaxe ist damit abschließend bewiesen [9, LL1].

Uterotonika und Blutungsbehandlung

Wirkstoffgruppe Wirkstoff Besonderheiten
Uterotonika Oxytocin Prophylaktisch nach Entwicklung des Kindes; rasche hohe Bolusgaben wegen Hypotonie (niedriger Blutdruck) und Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) vermeiden [LL1].
Uterotonika Carbetocin Lang wirksame Alternative zur Atonieprophylaxe; keine routinemäßige zusätzliche Gabe zu Oxytocin [LL1].
Antifibrinolytika Tranexamsäure Bestandteil der Blutungsbehandlung; keine routinemäßige Prophylaxe bei jeder Sectio. Ausschließlich intravenös, niemals neuraxial verabreichen [11, LL3].
  • Wirkweise: Oxytocin und Carbetocin fördern die Uteruskontraktion; Tranexamsäure hemmt die Fibrinolyse (Abbau von Blutgerinnseln).
  • Indikation: Ein intravenöses Uterotonikum soll zur Blutungsprophylaxe eingesetzt werden. Bei postpartaler Hämorrhagie sind rasche Ursachenklärung, Uterotonika bei Atonie, Tranexamsäure, Kreislaufstabilisierung und gegebenenfalls operative Blutstillung erforderlich [LL1, LL3].
  • Kontraindikationen: Präparatespezifische Gegenanzeigen, relevante Überempfindlichkeit und individuelle kardiale Risiken berücksichtigen; bei Tranexamsäure insbesondere thromboembolische Erkrankungen und Nierenfunktion prüfen.
  • Nebenwirkungen: Uterotonika können Hypotonie, Tachykardie, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Bei Tranexamsäure sind unter anderem Übelkeit, Hypotonie bei zu rascher Injektion und Krampfanfälle möglich.

Die Studie von Pacheco et al. zeigte bei prophylaktischer Tranexamsäure nach Abnabelung keine signifikante Reduktion des primären kombinierten Endpunkts aus maternaler Mortalität und Bluttransfusion. Dies ist von der etablierten frühen Behandlung einer bereits aufgetretenen postpartalen Hämorrhagie zu unterscheiden [11, LL3].

Anästhesiologisches Vorgehen

Ein Regionalverfahren soll als Verfahren der ersten Wahl angeboten werden. Hierzu zählen Spinalanästhesie, Epiduralanästhesie und kombinierte Verfahren. Epidural- und Periduralanästhesie bezeichnen dasselbe Verfahren. Bei bereits liegendem ausreichend wirksamem Epiduralkatheter kann dieser zur Operationsanästhesie erweitert werden [LL1].

  • Allgemeinanästhesie: Bei entsprechender Dringlichkeit, Kontraindikation gegen neuraxiale Verfahren, unzureichender Blockade oder nach individueller Aufklärung und Entscheidung. Ein Notfall erfordert nicht automatisch eine Allgemeinanästhesie, sofern ein ausreichend rasch wirksames Regionalverfahren möglich ist [LL1].
  • Unzureichende Anästhesie: Schmerzen ernst nehmen und unverzüglich behandeln. Soweit klinisch vertretbar, die Operation bis zur suffizienten Anästhesie pausieren; bei nicht ausreichend wirksamer Blockade gegebenenfalls zur Allgemeinanästhesie wechseln [LL1].
  • Hypotonieprophylaxe: Bei Spinalanästhesie kristalloides Co-Loading zusätzlich zur prophylaktischen Vasopressorgabe einsetzen. Eine routinemäßige leichte Tischkippung um etwa 10° zur Vermeidung des Vena-cava-Kompressionssyndroms wird in der aktuellen Leitlinie nicht empfohlen; eine klinisch erforderliche Entlastung bleibt situationsabhängig [LL1].
  • Wärmeerhalt und Überwachung: Aktive Wärmemaßnahmen sowie standardgerechte intra- und postoperative Überwachung sicherstellen [LL1].

Operationsverfahren

Das Vorgehen wird an Anatomie, Voroperationen, Lage des Kindes, Gestationsalter, Plazentalokalisation und Dringlichkeit angepasst. Die folgenden Schritte beschreiben das regelhafte Vorgehen bei geeigneten Voraussetzungen [LL1].

Operationsschritt Leitliniengerechtes Vorgehen
Eröffnung der Bauchdecke Unterbauchquerschnitt bevorzugen und weitere Schichten möglichst stumpf eröffnen. Die Faszie kann stumpf oder scharf eröffnet werden; die Rektusmuskeln (gerade Bauchmuskeln) sollten nicht durchtrennt werden. Ein Wechsel des Skalpells zwischen Haut und tieferen Schichten ist zur Infektionsvermeidung nicht erforderlich [LL1].
Harnblase und Uteruseröffnung Keine routinemäßige Abpräparation eines Blasenlappens. Uterotomie bevorzugt quer im unteren Uterinsegment; bei ausreichend ausgebildetem unterem Segment stumpfe Erweiterung. Besondere Situationen können einen anderen Zugang erfordern [LL1].
Entwicklung des Kindes Schonende Entbindung. Bei tief eingetretenem oder eingeklemmtem Kopf situationsgerechte, trainierte Entbindungstechniken und frühzeitig erfahrene Unterstützung einsetzen; Instrumente sind kein routinemäßiger Bestandteil jeder Sectio [LL1].
Abnabelung Bei geeigneter mütterlicher und kindlicher Situation verzögertes Abnabeln, insbesondere bei Frühgeburt, ermöglichen. Die Leitlinie nennt mindestens 30-60 Sekunden; Reanimationsbedarf und Blutungssituation berücksichtigen [LL1].
Plazenta Bevorzugt spontane Lösung beziehungsweise kontrollierter Zug an der Nabelschnur; keine routinemäßige manuelle Lösung. Bei Verdacht auf Placenta-accreta-Spektrum keine forcierte Ablösung, sondern spezialisiertes Vorgehen [LL1].
Uterushöhle und Zervix Keine routinemäßige Kürettage oder routinemäßiges Auswischen der Uterushöhle. Eine Zervixdilatation kann erfolgen; ein allgemeiner klinischer Vorteil ist nicht gesichert [LL1].
Uterusverschluss Naht im Bauchraum oder nach Hervorluxation möglich. Das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) sollte nicht in die Uterusnaht eingeschlossen werden; vollständige spannungsarme Adaptation des Myometriums (Muskelschicht der Gebärmutter) sicherstellen. Eine nicht verriegelte Naht sollte bevorzugt werden. Für eine generelle Überlegenheit der ein- oder zweischichtigen Naht hinsichtlich klinisch relevanter geburtshilflicher Langzeitergebnisse besteht keine eindeutige Evidenz [LL1].
Bauchwandverschluss Viszerales und parietales Peritoneum (Bauchfell) sollten nicht routinemäßig vernäht werden. Rektusmuskulatur ebenfalls nicht routinemäßig vernähen. Faszie sicher verschließen; eine eindeutig überlegene Fasziennahttechnik ist nicht belegt [LL1].
Subkutis (Unterhautgewebe) und Haut Subkutis nicht routinemäßig vernähen, ausgenommen bei einer Fettgewebsdicke über 2 cm. Keine routinemäßige subkutane Wundspülung. Intrakutane Hautnaht mit resorbierbarem Faden gegenüber Hautklammern bevorzugen [LL1].
Drainagen, Adhäsionsbarrieren und Wundverband Keine routinemäßigen Wunddrainagen. Spezifische Adhäsionsbarrieren können mangels gesicherten klinischen Nutzens nicht empfohlen werden. Für einen bestimmten speziellen Wundverband besteht keine allgemeine Empfehlung [LL1].

Eine feste Operationsdauer kann nicht zugesichert werden. Voroperationen, Adhäsionen (Gewebeverwachsungen), schwierige Kindsentwicklung, Blutung oder Plazentationsstörungen können den Eingriff wesentlich verlängern.

Nach der Operation

  • Überwachung: Kreislauf, Atmung, Bewusstseinslage, Blutverlust, Uterustonus, Schmerzen, Übelkeit und Blasenfunktion überwachen; nach neuraxialen Opioiden auf angemessene Atemüberwachung achten [LL1].
  • Schmerztherapie: Ein vorab besprochenes multimodales Konzept mit regelmäßig verordneten Nichtopioiden, gegebenenfalls neuraxialen Opioiden und bedarfsgerechter zusätzlicher Analgesie anwenden. Stillverträglichkeit und individuelle Gegenanzeigen berücksichtigen. Schmerzen sollen Mobilisation, Atmung, Bonding und Versorgung des Kindes möglichst wenig beeinträchtigen [13, LL1].
  • Thromboseprophylaxe: Frühmobilisation und risikoadaptierte Prophylaxe vorsehen. Ob eine medikamentöse Prophylaxe mit niedermolekularem Heparin erforderlich ist und wie lange sie erfolgt, richtet sich nach dem Gesamtrisiko, etwa früherer Thromboembolie, Thrombophilie (erhöhte Neigung zu Blutgerinnseln), Adipositas (starkes Übergewicht), Immobilität, Notsectio, Infektion oder relevanter Blutung. Blutungsrisiko und Abstände zu neuraxialer Punktion beziehungsweise Katheterentfernung beachten; keine pauschale identische Heparingabe für alle Frauen [LL1].
  • Essen und Trinken: Bei gutem Befinden frühzeitig anbieten; ein routinemäßiges Abwarten auf Darmgeräusche ist nicht erforderlich [LL1].
  • Blasenkatheter: Entfernen, sobald die Frau ausreichend mobil ist; auf Harnverhalt (fehlende oder unvollständige Blasenentleerung) und andere Blasenentleerungsstörungen achten [LL1].
  • Wunde: In den ersten postoperativen Tagen Temperatur und Wundbefund kontrollieren sowie zur Wundpflege beraten [LL1].
  • Bonding und Stillen: Bei stabilem Zustand von Mutter und Kind bereits im OP Hautkontakt ermöglichen und zusätzliche Unterstützung beim Stillbeginn anbieten. Auch nach Allgemeinanästhesie muss Kolostrum nicht verworfen werden; Anlegen ist möglich, sobald die Mutter wach und ausreichend orientiert ist [LL1].
  • Neugeborenenversorgung: Ein in neonataler Reanimation erfahrener Arzt soll kurzfristig verfügbar sein und bei Allgemeinanästhesie oder zu erwartenden kindlichen Problemen anwesend sein [LL1].
  • Rückbildung und Rehabilitation: Beckenbodentraining, angepassten Aufbau der Bauchmuskelfunktion und Beratung bei Rektusdiastase (Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln) anbieten. Belastung und Sport an Beschwerden, Wundheilung und Funktion anpassen; bei erhöhtem pulmonalem Risiko physiotherapeutische Mobilisation und Pneumonieprophylaxe vorsehen [LL1].
  • Geburtsnachbesprechung: Insbesondere nach ungeplanter oder als belastend erlebter Sectio Verlauf und Indikation verständlich besprechen und bei anhaltender psychischer Belastung Unterstützung vermitteln.

Warnzeichen nach Entlassung: Starke oder zunehmende Blutung, Fieber, zunehmende Unterbauch- oder Wundschmerzen, gerötete beziehungsweise sezernierende Wunde, Luftnot, Thoraxschmerz (Schmerz im Brustkorb), einseitige Beinschwellung, ausgeprägter Kopfschmerz oder neurologische Symptome erfordern eine rasche ärztliche Beurteilung. Bei akuter Atemnot, Kreislaufstörung oder starker Blutung ist eine sofortige Notfallversorgung erforderlich.

Mögliche Komplikationen

Maternale Frühkomplikationen

  • Postpartale Hämorrhagie, insbesondere durch Uterusatonie (unzureichendes Zusammenziehen der Gebärmutter nach der Geburt), gegebenenfalls mit Transfusionsbedarf oder operativer Blutstillung bis zur Hysterektomie.
  • Wundinfektion, Wundheilungsstörung, Endometritis (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut) oder Endomyometritis (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut und Gebärmuttermuskulatur), selten Sepsis (lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion).
  • Verletzungen von Harnblase, Ureteren (Harnleiter), Darm, Nerven oder Gefäßen.
  • Hämatom (Bluterguss), Wunddehiszenz (Auseinanderweichen einer Wunde) oder Nahtinsuffizienz.
  • Thrombose und Lungenembolie.
  • Postoperativer Harnverhalt, Harnwegsinfektion oder vorübergehende Darmfunktionsstörung bis zum Ileus (Darmverschluss).
  • Anästhesieassoziierte Komplikationen, etwa relevante Hypotonie, postpunktioneller Kopfschmerz, unzureichende Blockade oder bei Allgemeinanästhesie Atemwegsprobleme und Aspiration.
  • Starke akute Schmerzen und mögliche persistierende postoperative Schmerzen [13, LL1].

Maternale Spätfolgen und Folgeschwangerschaften

  • Adhäsionen und Narbenbeschwerden: Können Folgeoperationen erschweren; möglich sind hypertrophe Narben, Keloide (überschießende wulstige Narben) und symptomatische Sectionarbendefekte.
  • Uterusnarbe: Erhöhtes Risiko einer Uterusruptur in einer späteren Schwangerschaft beziehungsweise unter der Geburt; das individuelle Risiko hängt insbesondere von der Art des Uterusschnitts und weiteren Faktoren ab [3, LL1].
  • Plazentationsstörungen: Erhöhtes Risiko für Placenta praevia und Placenta-accreta-Spektrum; mit wiederholten Sectiones nimmt das Risiko zu [3, LL1].
  • Fertilität und spätere Schwangerschaftsverluste: Beobachtungsstudien beschreiben Zusammenhänge mit Subfertilität (verminderte Fruchtbarkeit), Fehlgeburt und Totgeburt. Ein kausaler Effekt ist daraus nicht sicher abzuleiten; Schwangerschaftsplanung, Grunderkrankungen und die ursprüngliche Sectioindikation können die Ergebnisse beeinflussen [1, 3].
  • Spätere gynäkologische Operationen: Nach vorausgegangener Sectio können bei einer späteren Hysterektomie vermehrt operative Komplikationen auftreten; dies ist für Operationsplanung und Aufklärung relevant [2].
  • Beckenboden: Gegenüber vaginalen Geburten besteht in Beobachtungsdaten eine geringere Häufigkeit von Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust) und Genitalprolaps (Senkung oder Vorfall von Gebärmutter oder Scheidenwänden). Eine Sectio garantiert jedoch keinen dauerhaften Schutz vor Beckenbodenfunktionsstörungen [3].

Kindliche Frühkomplikationen

  • Atemanpassungsstörungen, insbesondere nach geplanter Sectio vor 39+0 SSW.
  • Hypothermie (Unterkühlung) und gegebenenfalls verzögerte postnatale Anpassung.
  • Seltene Schnittverletzungen oder andere Geburtsverletzungen.
  • Vorübergehende Beeinträchtigung der Anpassung durch mütterliche Anästhesiemedikamente.
  • Erschwerter Stillbeginn; frühzeitiger Hautkontakt und gezielte Unterstützung sind präventiv bedeutsam. Eine Sectio führt nicht zwangsläufig zu einer Bindungsstörung [LL1].

Langfristige kindliche Risiken: Evidenz und Grenzen

Langzeitdaten stammen überwiegend aus Beobachtungsstudien. Unterschiede zwischen Kindern nach Sectio und vaginaler Geburt können auch durch mütterliche Erkrankungen, die Sectioindikation, Gestationsalter, genetische Faktoren und Umweltbedingungen erklärt werden. Assoziationen dürfen deshalb nicht als Nachweis einer Verursachung formuliert werden [3, LL1].

  • Asthma und Adipositas: Für beide Erkrankungen wurden statistische Zusammenhänge mit Sectiogeburt beschrieben. Die Aussage, Asthma entstehe wegen fehlenden Kontakts mit dem vaginalen Mikrobiom, ist als gesicherte Erklärung nicht belegt [3].
  • Infektionsbedingte Krankenhausaufnahmen: Eine große Kohortenstudie fand relative Risikoerhöhungen von ungefähr 9 % nach ungeplanter und 13 % nach geplanter Sectio. Daraus lässt sich weder eine entsprechende absolute Erkrankungswahrscheinlichkeit noch eine gesicherte Kausalität ableiten [5].
  • Autoimmunerkrankungen: Die Studie von Soullane et al. fand insgesamt keinen relevanten Zusammenhang mit stationär behandelten Autoimmunerkrankungen bis zum Alter von 14 Jahren. Das Ergebnis ist nicht auf sämtliche Erkrankungen oder alle Lebensalter übertragbar [8].
  • Kindliche Tumorerkrankungen: Einzelne Kohortenanalysen berichten statistische Zusammenhänge. Diese begründen weder die pauschale Aussage, Sectio verursache Krebs, noch ein gesichertes individuelles Risikomaß für die Beratung [10].

Aus heterogenen Beobachtungsdaten abgeleitete Zahlen zu einer Number Needed to Treat oder Number Needed to Harm sind stark vom Ausgangsrisiko und den Annahmen abhängig. Sie sollen nicht als allgemein gültige kausale Nutzen-Schaden-Bilanz einer individuellen Sectioentscheidung verwendet werden [3].

Vaginal Seeding

Die Übertragung mütterlichen Vaginalsekrets auf ein per Sectio geborenes Kind wird zur Beeinflussung des frühkindlichen Mikrobioms untersucht. Eine kleine randomisierte Studie beschrieb Veränderungen des Mikrobioms und einzelner früher Entwicklungsparameter. Ein gesicherter langfristiger klinischer Nutzen oder eine ausreichende Sicherheit gegenüber seltenen schweren Infektionen ist damit nicht nachgewiesen. Vaginal Seeding ist außerhalb kontrollierter Studien nicht zu empfehlen, insbesondere wegen der möglichen Übertragung pathogener Erreger [12, 15].

Geburtsplanung nach vorausgegangener Sectio

Eine vorausgegangene Sectio erfordert eine frühzeitige individuelle Beratung über geplante vaginale Geburt und Re-Sectio. Bei geeignetem vorausgegangenem Uterusschnitt und fehlenden Gegenanzeigen ist eine vaginale Geburt häufig möglich. Frühere Operationsberichte sollten berücksichtigt werden. Bei einem vaginalen Geburtsversuch soll ab regelmäßiger zervixwirksamer Wehentätigkeit kontinuierlich mittels CTG überwacht werden; die Geburt soll in einer Einrichtung mit jederzeitiger Möglichkeit zur Notsectio und Bluttransfusion stattfinden. Einleitung und Wehenaugmentation erfordern eine gesonderte Risikoabwägung [LL1].

Abkürzungen

  • CTG - Kardiotokographie
  • HELLP - Hemolysis, Elevated Liver enzymes, Low Platelets
  • MRT - Magnetresonanztomographie
  • OP - Operation
  • SSW - Schwangerschaftswoche
  • WHO - Weltgesundheitsorganisation
  • FIGO - Internationale Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • ICM - Internationaler Hebammenverband
  • DGGG - Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • OEGGG - Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • SGGG - Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Literatur

  1. Jacob L et al.: Caesarean section and its impact on fertility and time to a subsequent pregnancy in Germany: a database analysis in gynecological practices. Arch Gynecol Obstet 2016;294:1005-1010. doi: 10.1007/s00404-016-4160-4.
  2. Lindquist SAI et al.: Association of Previous Cesarean Delivery With Surgical Complications After a Hysterectomy Later in Life. JAMA Surg 2017;152:1148-1155. doi: 10.1001/jamasurg.2017.2825.
  3. Keag OE et al.: Long-term risks and benefits associated with cesarean delivery for mother, baby, and subsequent pregnancies: Systematic review and meta-analysis. PLoS Med 2018;15:e1002494. doi: 10.1371/journal.pmed.1002494.
  4. Muglu J et al.: Risks of stillbirth and neonatal death with advancing gestation at term: A systematic review and meta-analysis of cohort studies of 15 million pregnancies. PLoS Med 2019;16:e1002838. doi: 10.1371/journal.pmed.1002838.
  5. Miller JE et al.: Mode of birth and risk of infection-related hospitalisation in childhood: A population cohort study of 7.17 million births from 4 high-income countries. PLoS Med 2020;17:e1003429. doi: 10.1371/journal.pmed.1003429.
  6. Sommerstein R et al.: Antimicrobial prophylaxis administration after umbilical cord clamping in cesarean section and the risk of surgical site infection: a cohort study with 55,901 patients. Antimicrob Resist Infect Control 2020;9:201. doi: 10.1186/s13756-020-00860-0.
  7. Markwei MT et al.: Preincision adjunctive prophylaxis for cesarean deliveries: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol 2021. doi: 10.1016/j.ajog.2021.04.259.
  8. Soullane S et al.: Cesarean delivery and risk of hospitalization for autoimmune disorders before 14 years of age. Eur J Pediatr 2021;180:3359-3366. doi: 10.1007/s00431-021-04132-w.
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  13. Emrich NLA et al.: Risk Factors for Severe Pain and Impairment of Daily Life Activities after Cesarean Section-A Prospective Multi-Center Study of 11,932 Patients. J Clin Med 2023;12:6999. doi: 10.3390/jcm12226999.
  14. Tita ATN et al.: Adjunctive Azithromycin Prophylaxis for Cesarean Delivery. N Engl J Med 2016;375:1231-1241. doi: 10.1056/nejmoa1602044.
  15. Nolt D et al.: Risks of Infectious Diseases in Newborns Exposed to Alternative Perinatal Practices. Pediatrics 2022;149:e2021055554. doi: 10.1542/peds.2021-055554.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Sectio caesarea. DGGG, OEGGG und SGGG. (AWMF-Registernummer: 015 - 084), Oktober 2026, Version 2.1. Langfassung [LL1]
  2. S3-Leitlinie: Perioperative und Periinterventionelle Antibiotikaprophylaxe. (AWMF-Registernummer: 067 - 009), Version 5.0, September 2024. Langfassung [LL2]
  3. WHO, FIGO und ICM: Consolidated guidelines for the prevention, diagnosis and treatment of postpartum haemorrhage. Oktober 2025. Leitlinie [LL3]