Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) – Symptome – Beschwerden
Folgende Symptome und Beschwerden können auf ein Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs) hinweisen:
Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf Speiseröhrenkrebs und werden oft zuerst bemerkt:
- Dysphagie (Schluckstörung): Progrediente Schluckstörungen, initial für feste Nahrung, später auch für Flüssigkeiten; meist tumorbedingte Stenose der Speiseröhre (80-95 % der Fälle)
- Unbeabsichtigter Gewichtsverlust*: Häufig multifaktoriell bedingt (reduzierte Nahrungsaufnahme, tumorassoziierte Kachexie (krankheitsbedingter Gewichts- und Muskelabbau)) (60-80 % der Fälle)
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild von Speiseröhrenkrebs:
- Odynophagie (Schluckschmerzen): Schmerzen beim Schlucken, retrosternal (hinter dem Brustbein) oder zervikal (im Halsbereich) lokalisiert, besonders bei fortgeschrittenen Tumorstadien (40-60 % der Fälle)
- Regurgitation unverdaulicher Nahrung (Zurückfließen von Nahrung): Rückfluss nicht weitertransportierter Speisebestandteile bei hochgradiger Lumeneinengung (30-50 % der Fälle)
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch und können auf Komplikationen oder lokale Tumorausbreitung hinweisen:
- Retrosternaler Brustschmerz (Schmerz hinter dem Brustbein): Druck- oder Brennschmerz, häufig nahrungsabhängig oder lageabhängig (30-50 % der Fälle)
- Dysphonie (Heiserkeit): Heiserkeit infolge Rekurrensparese (Lähmung des Stimmbandnerven) bei Tumorinfiltration des Nervus recurrens (15-30 % der Fälle)
- Anämie* (Blutarmut): Meist Eisenmangelanämie durch chronische okkulte Blutverluste; klinisch mit Müdigkeit, Leistungsminderung, Blässe (20-30 % der Fälle)
- Husten und Aspirationsereignisse (Verschlucken): Insbesondere bei nächtlicher Regurgitation oder tracheoösophagealer Fistelbildung (10-20 % der Fälle)
Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen malignen Erkrankungen (Krebserkrankungen) auf und sind diagnostisch wenig richtungsweisend:
- Allgemeine Schwäche, Abgeschlagenheit und Erschöpfung (30-40 % der Fälle)
- Appetitlosigkeit (Anorexie (fehlender Appetit)) (30-50 % der Fälle)
*Diese Symptome treten beim Ösophaguskarzinom häufig erst in fortgeschrittenen Stadien auf und sind initial oft unspezifisch.
Hinweis!
Ein Ösophaguskarzinom kann mit einem Plummer-Vinson-Syndrom (Eisenmangel-bedingtes Schlucksyndrom) assoziiert sein. Dabei zeigt sich ein Symptomenkomplex trophischer Störungen (Ernährungsstörungen von Geweben) bei chronischer Eisenmangelanämie (lang andauernde Eisenmangel-Blutarmut):
- Zungenbrennen (Glossodynie (Zungenschmerzen), Burning-mouth-Syndrom (Brennen im Mund), Glossitis (Zungenentzündung)) (40-60 %)
- Mundwinkelrhagaden (Cheilitis angularis (Einrisse an den Mundwinkeln)) (30-50 %)
- Nagelveränderungen mit Koilonychie (Hohlnägel) (20-40 %)
- Dysphagie (Schluckstörung) durch Schleimhautatrophie (Rückbildung der Schleimhaut) mit Ausbildung von Ösophagusnetzen (50-70 %)
- Splenomegalie (Milzvergrößerung) (10-20 %)
- Allgemeine Müdigkeit und Leistungsminderung (60-80 %)
Das Plummer-Vinson-Syndrom gilt als endogener Risikofaktor (körpereigener Risikofaktor) für die Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms (Krebs aus Deckzellen) des Pharynx (Rachens) und des Ösophagus (Speiseröhre). Betroffen sind überwiegend Frauen im mittleren Lebensalter (4.-7. Lebensjahrzehnt).
Red Flags (Warnzeichen) beim Ösophaguskarzinom
- Neu aufgetretene oder rasch progrediente Dysphagie (zunehmende Schluckstörung), insbesondere bei Patienten >50 Jahre
- Dysphagie (Schluckstörung) in Kombination mit unbeabsichtigtem Gewichtsverlust
- Persistierende Odynophagie (anhaltende Schluckschmerzen) über mehrere Wochen
- Hämatemesis (Bluterbrechen), Meläna (schwarzer Stuhl) oder Eisenmangelanämie (Eisenmangel-Blutarmut) unklarer Ursache
- Heiserkeit ohne erkennbare laryngeale Ursache (Kehlkopferkrankung)
- Wiederholte Aspirationspneumonien (Lungenentzündungen durch Verschlucken) oder nächtlicher Husten