Lupus erythematodes – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Symptomlinderung (Besserung der Beschwerden)
  • Reduktion der Krankheitsaktivität (Verringerung der Krankheitsstärke)
  • Vermeidung von Schüben (Krankheitsschübe verhindern)
  • Prävention irreversibler Organschäden (Vorbeugung bleibender Organschäden)
  • Erreichen und Erhalt einer Remission (DORIS) (vollständiges Zurückdrängen der Erkrankung) oder eines Lupus Low Disease Activity State (LLDAS) (Zustand mit geringer Krankheitsaktivität)

Therapieempfehlungen

  • Siehe nachfolgende Empfehlungen in Abhängigkeit von der Form der Erkrankung:
    • Kutaner Lupus erythematodes (CLE) (Lupus mit Hautbeteiligung)
      • Allgemeine Maßnahmen:
        • Konsequenter Sonnenschutz (UVA/UVB; Lichtschutzfaktor mindestens 50)
        • Raucherentwöhnung (Beendigung des Rauchens) (bei refraktären (schwer behandelbaren) kutanen (die Haut betreffenden) Verläufen besonders relevant) [1]
        • Trigger-Karenz (Meidung auslösender Faktoren) (z. B. photosensibilisierende (lichtempfindlich machende) Medikamente, sofern klinisch relevant)
      • Stufentherapie:
        • Topische Therapie (erste Stufe) (örtliche Behandlung): Glucocorticoide (Kortisonpräparate) (topisch (örtlich), okklusiv (unter luftdichtem Verband), intraläsional (direkt in die Hautveränderung)) und/oder topische Calcineurininhibitoren (hemmende Wirkstoffe des Immunsystems zur örtlichen Anwendung)
        • Systemische Basistherapie (erste Wahl) (Behandlung des ganzen Körpers): Hydroxychloroquin (HCQ) oder Chloroquin (Zieldosis gemäß Retinopathie-Risiko (Risiko für Netzhautschäden); für HCQ i. d. R. maximal 5 mg/kg Körpergewicht/d; Dosierung nach Realgewicht)
        • Bei unzureichendem Ansprechen: Kombination, Wechsel oder steroid-sparende (kortisonsparende) Systemtherapien (Behandlungen des ganzen Körpers) (z. B. Methotrexat, Mycophenolat-Mofetil, Dapson, Retinoide; Reservetherapien je nach Schweregrad, Organbefall und Verfügbarkeit)
    • Systemischer Lupus erythematodes (SLE) (Lupus mit Beteiligung mehrerer Organe)
      • Therapie der ersten Wahl und Basistherapie:
        • Hydroxychloroquin (HCQ) für alle Patienten, sofern keine Kontraindikationen (Gegenanzeigen) bestehen; Zieldosis gemäß Retinopathie-Risiko (Risiko für Netzhautschäden), für HCQ i. d. R. maximal 5 mg/kg Körpergewicht/d nach Realgewicht
        • Glucocorticoide (Kortisonpräparate) nur wenn erforderlich und bevorzugt als Brückentherapie (vorübergehende Überbrückungsbehandlung); rasches Ausschleichen (schrittweises Absetzen) mit dem Ziel einer Langzeitdosis von ≤5 mg Prednisonäquivalent/d (entsprechende Kortisondosis), möglichst vollständiges Absetzen
        • Bei persistierender (anhaltender) Krankheitsaktivität oder wenn das Therapieziel nicht erreicht wird bzw. Glucocorticoide (Kortisonpräparate) nicht ausreichend reduziert werden können: konventionelle Immunsuppressiva (klassische Medikamente zur Dämpfung des Immunsystems) wie Azathioprin, Methotrexat oder Mycophenolat-Mofetil
        • Bei moderatem bis schwerem aktivem, Autoantikörper-positivem (mit nachweisbaren Antikörpern gegen körpereigene Strukturen) SLE trotz Standardtherapie bzw. bei ungünstigen Prognosefaktoren (Hinweisen auf einen ungünstigen Krankheitsverlauf), relevanter Organbeteiligung (Beteiligung wichtiger Organe) oder Glucocorticoid-Abhängigkeit (Abhängigkeit von Kortison): frühe Eskalation (Therapieintensivierung) mit Biologika (biotechnologisch hergestellte Antikörpertherapien) erwägen
          • Belimumab (monoklonaler Antikörper)
          • Anifrolumab (Typ-I-Interferon-Rezeptorblockade) (Blockade eines bestimmten Entzündungssignals)
      • Lupusglomerulonephritis (LN) (Nierenentzündung durch Lupus):
        • Immunsuppressive Therapie (Behandlung zur Dämpfung des Immunsystems) bei aktiver klinisch relevanter Lupusnephritis (Nierenbeteiligung durch Lupus) in Abhängigkeit von Histologie (feingewebliche Untersuchung), Aktivität und Prognoseprofil (Einschätzung des Krankheitsverlaufs)
        • Milde Formen (Klasse I/II): immunsuppressive Therapie (Behandlung zur Dämpfung des Immunsystems) in der Regel nur bei extrarenaler (außerhalb der Niere liegender) klinischer Aktivität
        • Proliferierende Lupusnephritis (entzündlich-vermehrende Form der Nierenbeteiligung) (Klasse III/IV, ggf. kombiniert mit Klasse V): Induktions- (Einleitungsbehandlung) und anschließende Erhaltungstherapie (Langzeitbehandlung)
        • Aktive LN (aktive Nierenbeteiligung): bevorzugt frühe Kombinationstherapie (Kombination mehrerer Medikamente) aus Glucocorticoiden (Kortisonpräparate) plus konventionellem Immunsuppressivum (klassisches Medikament zur Dämpfung des Immunsystems) (z. B. Mycophenolat-Mofetil oder Cyclophosphamid), bei geeigneter Konstellation frühzeitig ergänzt um ein Biologikum (biotechnologisch hergestellte Antikörpertherapie) und/oder einen Calcineurininhibitor (bestimmte Gruppe von Immunsuppressiva)
        • Add-on-Optionen (zusätzliche Therapiemöglichkeiten) je nach klinischer Konstellation (Krankheitsbild), Prognose, Zulassung und Verfügbarkeit:
          • Belimumab
          • Calcineurininhibitoren (bestimmte Gruppe von Immunsuppressiva), z. B. Tacrolimus, Ciclosporin; je nach Zulassung/Verfügbarkeit auch Voclosporin
          • Bei refraktärer (nicht ausreichend ansprechender) Erkrankung: Eskalation/Wechsel (Therapieanpassung), z. B. Rituximab; im aktualisierten EULAR-Konzept zusätzlich anti-CD20-Strategien (gegen bestimmte Immunzellen gerichtete Therapien) je nach Krankheitsprofil, Verfügbarkeit und Zulassung
    • Standardisierte Zielsetzung und Monitoring (Überwachung des Krankheitsverlaufs):
      • Verwendung standardisierter Therapieziele (DORIS-Remission (vollständiges Zurückdrängen der Erkrankung) oder LLDAS (Zustand mit geringer Krankheitsaktivität))
      • Bei jeder Vorstellung Erfassung der individuellen Manifestationen (Krankheitserscheinungen) mit validierten (wissenschaftlich geprüften) Instrumenten (Messmethoden), z. B. SLEDAI-2k, Physician Global Assessment; bei kutaner (die Haut betreffenden) Aktivität zusätzlich CLASI (Messinstrument für Hautbefall) erwägen
      • Serologische Verlaufsbeurteilung (Beurteilung anhand von Blutwerten) und organspezifische Kontrollen (auf einzelne Organe bezogene Untersuchungen) je nach Manifestation (Krankheitserscheinung)
      • Monitoring irreversibler Organschäden (Überwachung bleibender Organschäden) auch bei milder Erkrankung, z. B. mittels Systemic Lupus International Collaborating Clinics/American College of Rheumatology Damage Index (SDI) (Index zur Erfassung bleibender Schäden) zu Beginn und dann jährlich
      • Kontrollintervalle individualisiert (individuell angepasst) nach Krankheitsaktivität, Organbeteiligung, Therapiephase und Prognoserisiko (Risiko für den Krankheitsverlauf); bei aktiver Erkrankung bzw. Therapieumstellung engmaschiger (häufiger)
    • Frühe Intervention und Therapieanpassung:
      • Frühere Gabe von Biologika (biotechnologisch hergestellte Antikörpertherapien) und/oder konventionellen Immunsuppressiva (klassische Medikamente zur Dämpfung des Immunsystems) zur Schubprävention (Verhinderung von Krankheitsschüben) und zur Erleichterung des Ausschleichens (schrittweises Absetzen) von Glucocorticoiden (Kortisonpräparaten)
      • Risikofaktoren für schlechte Prognose (Hinweise auf ungünstigen Krankheitsverlauf) früh erkennen, z. B. relevante Organbeteiligung (Beteiligung wichtiger Organe), Lupusnephritis (Nierenbeteiligung), ungünstige Histologie (feingeweblicher Befund), reduzierte Nierenfunktion (eingeschränkte Nierenleistung) oder mangelhafte Adhärenz (unzureichende Therapietreue)
      • Proaktive Therapieanpassung (vorausschauende Anpassung der Behandlung) ohne Zögern bei unzureichendem Ansprechen (fehlender Therapieerfolg), z. B. nach etwa 6 Monaten ohne ausreichende Zielerreichung
      • Einbindung des Patienten zur Förderung der Adhärenz (Therapietreue) (Shared Decision Making (gemeinsame Entscheidungsfindung), Schulungen)
      • Keine Therapie zu rasch und zu früh absetzen; auch in Remission (Beschwerdefreiheit) weiteres vorsichtiges Ausschleichen (schrittweises Reduzieren) von Glucocorticoiden (Kortisonpräparaten) anstreben, sofern die Klinik (Krankheitsverlauf) es erlaubt

     

Weitere Hinweise

  • Alle SLE-Patienten benötigen dauerhaft die folgenden flankierenden Maßnahmen (begleitende Maßnahmen):
    • Sonnenschutz: mindestens Lichtschutzfaktor 50
    • Hydroxychloroquin (sofern keine Kontraindikationen (Gegenanzeigen) bestehen)
    • Konsequente steroid-sparende Strategie (Vermeidung von Kortison, soweit möglich)
    • Vitamin-D- und Calciumsupplementation (Nahrungsergänzung) bei Glucocorticoidtherapie (Kortisonbehandlung) entsprechend Risikoprofil und Osteoporoseprophylaxe (Vorbeugung von Knochenschwund)
    • Kardiovaskuläre Risikofaktoren (Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Infektionsprophylaxe (Vorbeugung von Infektionen) und Impfschutz leitliniengerecht berücksichtigen
  • Augenärztliche Kontrollen bei Hydroxychloroquin/Chloroquin:
    • Basisuntersuchung zu Beginn der Therapie
    • Danach jährliches Screening (Vorsorgeuntersuchung); bei fehlenden Risikofaktoren typischerweise Beginn des jährlichen Screenings ab 5 Jahren Therapiedauer, bei Risikofaktoren früher und engmaschiger (häufiger)

Wirkstoffe (Hauptindikation) – kutaner Lupus erythematodes (CLE)

Topische Therapien

  • Glucocorticoide – topisch, okklusiv, intraläsional
  • Topische Immunmodulatoren – Tacrolimus-Salbe 0,1 %, Pimecrolimus-Creme 1 %

Systemische Therapie

Wirkstoff Besonderheiten
Hydroxychloroquin Dosierung nach Realgewicht
Kann auch in Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden.

Beachte: Dosis-/Dauer-abhängiges Retinopathie-Risiko; Screening gemäß augenärztlicher Empfehlung (s. o.).
Chloroquin Dosierung nach Realgewicht; im Vergleich zu HCQ höheres Retinopathie-Risiko; strenge augenärztliche Überwachung.
Mepacrin Kombination mit (Hydroxy-)Chloroquin* (je nach Verfügbarkeit)
Glucocorticoide Initial kurzfristig bei akuter schwerer Manifestation; rasches Ausschleichen
Methotrexat (MTX) 2. Wahl; Folsäure-Komedikation
Acitretin 2. Wahl; teratogen
Isotretinoin 2. Wahl; teratogen
Dapson 2. Wahl; vor Therapiebeginn G6PD-Mangel ausschließen (falls verfügbar)
Mycophenolat-Mofetil (MMF) 2. Wahl; teratogen
Thalidomid Reservemedikament; teratogen; Neuropathie-Risiko
IVIG Reservemedikament
Clofazimin Reservemedikament
Phenytoin Reservemedikament
  • Beachte: Die meisten der aufgeführten Wirkstoffe haben in Deutschland keine Zulassung für die Therapie des kutanen Lupus erythematodes (Hautlupus).
  • Raucher, die mit Antimalariamitteln wegen eines kutanen Lupus erythematodes (Hautlupus) behandelt wurden, zeigten eine Wechselwirkung, die zu einem zweifach verringerten Anteil von Patienten führte, die eine Verbesserung des Krankheitsbildes erreichten. Raucher mit CLE (Hautlupus) und refraktären kutanen Symptomen (hartnäckigen Hautbeschwerden) sollten an einer Raucherentwöhnung (Rauchstopp) teilnehmen [1].

Wirkstoffe (Hauptindikation) – systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Topische Therapien

  • Glucocorticoide – topisch, okklusiv, intraläsional
  • Topische Immunmodulatoren – Tacrolimus-Salbe 0,1 %, Pimecrolimus-Creme 1 %

Systemische Therapie des SLE mit keiner, leichter und/oder mittelschwerer Organmanifestation (z. B. Haut, Gelenke, Serositis)

Wirkstoff Besonderheiten
Hydroxychloroquin Therapie der ersten Wahl und Basistherapie
Dosierung nach Realgewicht; Kann auch in Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden.
Chloroquin Therapie der ersten Wahl und Basistherapie (alternativ)
Dosierung nach Realgewicht; strenge augenärztliche Überwachung.
Prednison
Prednisolon
Brückentherapie; Ziel: rasche Reduktion auf niedrige Erhaltungsdosis bzw. Absetzen, wenn möglich
Azathioprin Darf bei strenger Indikationsstellung und adäquater Therapiekontrolle auch während der Schwangerschaft gegeben werden; ist auch in der Stillzeit erlaubt
Methotrexat (MTX) Günstiger Effekt auf Gelenk- und Hautveränderungen
Kombination mit Folsäure
Beachte: Keine Methotrexat-Therapie ohne regelmäßige Verlaufskontrolle der Nierenfunktionsparameter!
Mycophenolat-Mofetil Steroidsparende Option; teratogen
Belimumab BAFF-Blockade

Bei Autoantikörper-positivem SLE, wenn trotz Standardtherapie eine hohe Krankheitsaktivität besteht [3]
Cave: Erhöhtes Risiko für schwerwiegende psychiatrische Ereignisse [4]
Anifrolumab Typ-I-Interferon-Rezeptorblockade; bei moderatem bis schwerem aktivem Autoantikörper-positivem SLE trotz Standardtherapie

Systemische Therapie des SLE mit aktiver Organbeteiligung am Beispiel der proliferativen Lupusnephritis Klasse III-IV (ISN/RPS 2003) [2]

Wirkstoff Besonderheiten
Hydroxychloroquin* Beibehaltung der Therapie; Dosierung nach Realgewicht; Kann auch in Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden.
Glucocorticoide (z. B. Prednison/Prednisolon) Bestandteil der Induktion; steroid-sparende Strategie mit zügigem Tapering und Zielwerten
Mycophenolat-Mofetil (MMF) Induktion/Erhaltung je nach Verlauf; teratogen
Cyclophosphamid Alternative Induktion (insbesondere bei hoher Krankheitslast/Organbedrohung)
Belimumab Add-on zur Standardinduktion/Erhaltung bei geeigneter Konstellation (EULAR-Update LN 2025)
Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Ciclosporin (Cyclosporin A); ggf. je nach Zulassung/Verfügbarkeit auch Voclosporin) Add-on/Teil früher Kombinationstherapien oder bei Therapierefraktarität; Auswahl nach Organstatus und Interaktionen (EULAR-Update LN 2025)
Azathioprin Erhaltung/Alternative; Schwangerschaft und Stillzeit möglich
Rituximab (anti-CD20) Therapierefraktär (Off-Label-Use)
  • Hydroxychloroquin und Chloroquin sind für die Therapie des SLE (Organlupus) zugelassen.
  • Vor allem bei Lupusnephritis (Nierenentzündung bei Lupus) können neben niedrig dosiertem Prednison Hydroxychloroquin und Azathioprin in der Schwangerschaft verabreicht werden.
  • Protonenpumpenblocker (Magenschutzmittel) können die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin und Chloroquin herabsetzen.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR; non-steroidal anti-inflammatory drugs, NSAID)

Wirkstoffe Besonderheiten
Acetylsalicylsäure (ASS) Dosisanpassung bei Leber- und Niereninsuffizienz
Ibuprofen Dosisanpassung bei Leber- und Niereninsuffizienz
Diclofenac Kontraindikationen: Herzinsuffizienz (New York Heart Association, NYHA, Stadien II-IV), ischämische Herzerkrankung, periphere Arterienerkrankung, zerebrovaskuläre Erkrankung
  • Wirkweise: Cyclooxygenasehemmung → analgetisch, antipyretisch, antiphlogistisch; Thrombozytenaggregationshemmung (TAH)
  • Indikationen: symptomorientiert, keine Dauertherapie
  • Prinzipien: keine NSAID-Kombinationen, ggf. Überwachung Nierenfunktion/Gastrointestinaltrakt
  • Nebenwirkungen: gastrointestinal (Übelkeit, Diarrhoe, Ulzera), Schwindel, Kopfschmerzen, Hypertonie, Ödeme, Anämie, Leuko-/Thrombopenie, Transaminasen ↑ (ALT, AST)

Wirkweise

  • Antimalariamittel (Malariamittel): Modulation der angeborenen Immunität (u. a. Hemmung intrazellulärer Toll-like-Rezeptor-Signalwege) und Reduktion autoantikörpergetriebener Entzündung
  • Glucocorticoide (Kortison): breite antiinflammatorische und immunsuppressive Wirkung; Einsatz als Brückentherapie mit rascher Dosisreduktion
  • Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat-Mofetil: Hemmung der Lymphozytenproliferation (Vermehrung von Abwehrzellen) und immunvermittelter Entzündungswege
  • Belimumab: BAFF-Inhibition mit Reduktion autoreaktiver B-Zell-Aktivität [3]
  • Anifrolumab: Blockade des Typ-I-Interferon-Rezeptors bei aktivem SLE trotz Standardtherapie
  • Calcineurininhibitoren (Calcineurinhemmer): Hemmung der T-Zell-Aktivierung; in LN Einsatz als Add-on/Teil früher Kombinationstherapie oder bei refraktären Verläufen (EULAR-Update LN 2025)
  • Rituximab: B-Zell-Depletion über anti-CD20 (Off-Label-Use bei refraktären Verläufen)

Nebenwirkungen

  • Hydroxychloroquin/Chloroquin: Retinopathie (Netzhautschädigung) (dosis-/dauerabhängig), gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden), selten QT-Verlängerung; regelmäßige augenärztliche Kontrollen
  • Glucocorticoide (Kortison): Osteoporose (Knochenschwund), Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Infektionen, Gewichtszunahme, Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star)
  • Azathioprin: Leukopenie (zu wenige weiße Blutkörperchen), Hepatotoxizität (Leberschädigung), Infektionen
  • Methotrexat: Hepatotoxizität (Leberschädigung), Zytopenien (Blutzellmangel), Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), selten interstitielle Pneumonitis (Lungenentzündung im Zwischengewebe); Folsäure-Komedikation
  • Mycophenolat-Mofetil: Diarrhoe (Durchfall), Leukopenie (zu wenige weiße Blutkörperchen), Infektionen
  • Belimumab: Infektionen, gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden); psychiatrische Ereignisse (seelische Nebenwirkungen) (Depression, suizidale Gedanken/Handlungen, Selbstverletzung) [4]
  • Anifrolumab: Atemwegsinfektionen, Herpes-zoster-Reaktivierung (Gürtelrose); Infektionsrisiko beachten
  • Calcineurininhibitoren (Calcineurinhemmer): Nephrotoxizität (Nierenschädigung), Hypertonie (Bluthochdruck), Hyperkaliämie (zu hoher Kaliumwert), Tremor (Zittern), Interaktionen (CYP3A4); Spiegel-/Interaktionsmanagement
  • NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel): Ulzera/Blutungen, Nierenfunktionsverschlechterung, Blutdruckanstieg, Ödeme; kardiovaskuläre 

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit von Sehnen, Bändern und Faszien sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3)
  • Mineralstoffe (Magnesium)
  • Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Mangan, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Curcumin, Bromelain aus Ananas-Extrakt)
  • Weitere Vitalstoffe (Chondroitinsulfat, Glucosaminsulfat, Kollagene)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Chasset F et al.: Influence of smoking on the efficacy of antimalarials in cutaneous lupus: A meta-analysis of the literature. doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaad.2014.12.025
  2. Weening JJ, D’Agati VD, Schwartz MM, et al.: The classification of glomerulonephritis in systemic lupus erythematosus revisited. J Am Soc Nephrol 2004; 15: 241-50
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss: Dossier zur Nutzenbewertung gemäß § 35a SGBV – Belimumab (Benlysta) Modul 1. Dossier vom 27.01.2012
  4. AkdÄ Drug Safety Mail: Belimumab (Benlysta®): Erhöhtes Risiko für schwerwiegende psychiatrische Ereignisse (Depression, suizidale Gedanken, suizidales Verhalten oder Selbstverletzung) | 14–2019

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des kutanen Lupus erythematodes. (AWMF-Registernummer: 013-060), November 2008 Langfassung
  2. Fanouriakis A et al.: EULAR recommendations for the management of systemic lupus erythematosus: 2025 updateAnnals of the Rheumatic Diseases 2026;85(1):75-90Rheumatic Diseases