Multiresistente Keime – Medikamentöse Therapie
Therapieziele
- Heilung einer klinisch manifesten Infektion (Erkrankung durch Krankheitserreger) durch multiresistente Erreger (Krankheitserreger, gegen die mehrere Antibiotika nicht wirksam sind)
- Vermeidung von Organversagen, Rezidiven (Rückfällen) und infektionsbedingter Mortalität
- Begrenzung der Erregerübertragung und weiterer Resistenzselektion
- Bei entsprechender Indikation: Dekolonisierung (Beseitigung einer Besiedlung mit Krankheitserregern) einer Besiedlung mit Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA)
Therapieempfehlungen
- Infektion und Kolonisation (Besiedlung mit Krankheitserregern ohne Erkrankung) unterscheiden: Der Nachweis eines multiresistenten Erregers (MRE) allein begründet keine systemische Antibiotikatherapie. Dies gilt insbesondere für positive Screeningabstriche sowie Erregernachweise aus Atemwegssekreten oder chronischen Wunden ohne klinische Infektionszeichen. Eine asymptomatische Bakteriurie (Bakterien im Urin ohne Beschwerden) wird grundsätzlich nicht behandelt; Ausnahmen ergeben sich insbesondere bei Schwangerschaft und vor bestimmten urologischen Eingriffen [LL2].
- Gezielte Therapie: Die Auswahl richtet sich nach Erregerspezies, Infektionsort, Schweregrad, Antibiogramm, minimaler Hemmkonzentration (MHK), Resistenzmechanismus und erreichbarer Wirkstoffexposition. Bei schweren gramnegativen MRE-Infektionen soll der Resistenzmechanismus bestimmt werden; mindestens ist der Nachweis bzw. Ausschluss einer Metallo-Beta-Laktamase erforderlich [LL1].
- Kalkulierte Initialtherapie: Bei schwerer Infektion sind frühere Erregernachweise, vorausgegangene Antibiotikatherapien und die lokale Resistenzlage zu berücksichtigen. Nach Vorliegen der Befunde erfolgt eine gezielte Anpassung und gegebenenfalls Deeskalation [LL2].
- Fokussanierung (Beseitigung des Infektionsherdes): Abszessdrainage (Ableitung von Eiter aus einer abgekapselten Eiteransammlung), Entfernung infizierter Katheter, Entlastung eines infizierten Harnstaus (Behinderung des Urinabflusses) und weitere erforderliche Maßnahmen dürfen durch die Antibiotikatherapie nicht verzögert werden.
- Infektiologisches und mikrobiologisches Konsil (fachärztliche Mitbeurteilung durch Spezialisten für Infektionskrankheiten und Krankheitserreger): Bei invasiven MRE-Infektionen, fehlenden Standardoptionen, Therapieversagen oder komplexen Resistenzmechanismen frühzeitig einholen.
- MRGN-Klassifikation: Die Einteilung in 3MRGN und 4MRGN dient vor allem krankenhaushygienischen Entscheidungen. Sie ersetzt weder die Empfindlichkeitstestung noch die Bestimmung des Resistenzmechanismus und erlaubt keine pauschale Zuordnung zu Carbapenemen oder Carbapenem-Inhibitor-Kombinationen.
- Therapiedauer: Nach Infektionssyndrom, Fokussanierung und klinischem Verlauf festlegen. Multiresistenz allein rechtfertigt keine längere Behandlung [LL2].
- Infektionsprävention: Konsequente Händehygiene, situationsgerechte persönliche Schutzausrüstung und erreger- sowie einrichtungsbezogene Unterbringungsmaßnahmen nach KRINKO-Empfehlungen. Ein chirurgischer Mundschutz ist keine generelle Maßnahme für jeden MRE-Nachweis [LL3].
Erreger-, resistenzmechanismus- und infektionsortbezogene Therapie
Alle nachfolgend genannten Optionen setzen eine geeignete Empfindlichkeitstestung und eine für den Infektionsort ausreichende Exposition voraus.
| Erreger bzw. Resistenzmechanismus | Infektionsort | Therapieempfehlung und Besonderheiten |
|---|---|---|
| MRSA | Blutstrominfektion (Infektion der Blutbahn); Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut, insbesondere der Herzklappen) | Vancomycin i.v. oder Daptomycin als erste Wahl. Bei komplizierter Blutstrominfektion wird Daptomycin höher dosiert. Kontrollblutkulturen und Suche nach endovaskulären bzw. metastatischen Infektionsherden (Infektionsherden innerhalb der Blutgefäße bzw. durch Streuung entstandenen Infektionsherden an anderen Körperstellen) erforderlich [LL1]. |
| MRSA | Pneumonie (Lungenentzündung) | Linezolid oder Vancomycin, initial i.v. Daptomycin ist wegen Inaktivierung durch pulmonalen Surfactant ungeeignet [LL1, F4]. |
| MRSA | Haut- und Weichteilinfektion (Infektion der Haut und darunterliegender Gewebe) | Abszesse (abgekapselte Eiteransammlungen) drainieren. Bei begrenzter Infektion gegebenenfalls Cotrimoxazol nach Antibiogramm; bei schwerer Infektion beispielsweise Vancomycin, Linezolid oder Daptomycin. Die Unterscheidung zwischen krankenhausassoziiertem und ambulant erworbenem MRSA bestimmt nicht allein die Wirkstoffwahl. Kleine, ausreichend drainierte Abszesse erfordern nicht ausnahmslos systemische Antibiotika. |
| Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) | Blutstrominfektion | Linezolid oder Daptomycin 10-12 mg/kg/Tag. Daptomycin bei einer mittels Bouillonmikrodilution bestimmten MHK > 2 mg/l nicht einsetzen. Bei ampicillinempfindlichen Isolaten eine gezielte Ampicillintherapie prüfen; Vancomycinresistenz bedeutet nicht automatisch Ampicillinresistenz [LL1]. |
| VRE | Intraabdominelle Infektion (Infektion innerhalb des Bauchraums) | Nach Fokussanierung gegebenenfalls Tigecyclin oder Eravacyclin; bei monomikrobieller Infektion (Infektion durch eine einzige Erregerart) auch Linezolid. Bei polymikrobiellen Infektionen (Infektionen durch mehrere Erregerarten) muss das gesamte Erregerspektrum abgedeckt werden [LL1]. |
| Enterobacterales mit Extended-Spectrum-Beta-Laktamasen (ESBL) | Blutstrominfektion; schwere extraurinäre Infektion (Infektion außerhalb der Harnwege) | In der Regel Meropenem. Ertapenem bei geeigneten stabilen Patienten; bei kritischer Erkrankung oder ausgeprägter Hypalbuminämie (vermindertem Albumingehalt im Blut) Meropenem bevorzugen. Piperacillin/Tazobactam ist bei ESBL-Blutstrominfektionen keine gleichwertige Standardalternative [4, LL2]. |
| Enterobacterales mit klinisch relevantem induzierbarem AmpC-Risiko, insbesondere Enterobacter cloacae-Komplex, Klebsiella aerogenes und Citrobacter freundii | Invasive Infektion (Infektion, die in Gewebe oder die Blutbahn eingedrungen ist) | Cefepim bei geeigneter Empfindlichkeit und ohne relevante zusätzliche ESBL-Produktion; alternativ Meropenem. Ceftriaxon und Cefotaxim wegen möglicher Resistenzselektion unter Therapie vermeiden [LL2]. |
| ESBL- bzw. AmpC-bildende Enterobacterales | Afebrile, auf die Harnblase begrenzte Infektion (Infektion ohne Fieber) | Geeignete orale Wirkstoffe bevorzugen: beispielsweise Nitrofurantoin oder Cotrimoxazol. Fosfomycin-Trometamol ist eine Alternative insbesondere bei Escherichia coli. Keine automatische Carbapenemindikation [LL2]. |
| ESBL- bzw. AmpC-bildende Enterobacterales | Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung); febrile Harnwegsinfektion (Harnwegsinfektion mit Fieber) | Cotrimoxazol oder ein geeignetes Fluorchinolon bei nachgewiesener Empfindlichkeit und klinischer Eignung; andernfalls beispielsweise Meropenem. Nitrofurantoin und orales Fosfomycin sind wegen unzureichender Gewebeexposition keine Standardtherapie [LL2]. |
| Carbapenem-resistente Enterobacterales mit KPC-Carbapenemase | Schwere bzw. invasive Infektion | Meropenem/Vaborbactam, Ceftazidim/Avibactam oder Imipenem/Cilastatin/Relebactam nach Antibiogramm. Cefiderocol als Alternative. Zusätzliche Antibiotika sind bei wirksamem Beta-Laktam nicht routinemäßig erforderlich [LL2]. |
| Carbapenem-resistente Enterobacterales mit OXA-48-like-Carbapenemase | Schwere bzw. invasive Infektion | Ceftazidim/Avibactam bevorzugen; Cefiderocol als Alternative. Vaborbactam und Relebactam hemmen OXA-48-like-Enzyme nicht zuverlässig [LL2, F6, F7]. |
| Carbapenem-resistente Enterobacterales mit Metallo-Beta-Laktamase, beispielsweise NDM, VIM oder IMP | Schwere bzw. invasive Infektion | Aztreonam/Avibactam oder Cefiderocol. Falls Aztreonam/Avibactam nicht verfügbar ist: Ceftazidim/Avibactam plus Aztreonam als spezialisierte Alternative. Ceftazidim/Avibactam, Meropenem/Vaborbactam und Imipenem/Cilastatin/Relebactam allein sind hierfür ungeeignet [LL2]. |
| Carbapenem-resistente Enterobacterales ohne nachgewiesene Carbapenemase | Schwere Infektion | Nach tatsächlicher Carbapenemempfindlichkeit differenzieren. Bei erhaltener Meropenemempfindlichkeit kann Meropenem mit optimierter Exposition geeignet sein; bei Meropenemresistenz eine nachgewiesen wirksame neuere Kombination auswählen [LL2]. |
| Pseudomonas aeruginosa mit schwer behandelbarer Resistenz ohne Metallo-Beta-Laktamase | Schwere Infektion, einschließlich Pneumonie | Ceftolozan/Tazobactam, Ceftazidim/Avibactam oder Imipenem/Cilastatin/Relebactam. Die deutsche S3-Leitlinie bevorzugt bei Empfindlichkeit Ceftolozan/Tazobactam aus Antibiotic-Stewardship-Erwägungen. Meropenem/Vaborbactam ist keine pauschale Alternative für diesen Erreger [LL1, F6, F7, F8]. |
| Pseudomonas aeruginosa mit Metallo-Beta-Laktamase | Schwere Infektion | Cefiderocol bei nachgewiesener Empfindlichkeit. Die für Enterobacterales geeignete Strategie mit Aztreonam/Avibactam lässt sich wegen zusätzlicher Resistenzmechanismen nicht regelhaft übertragen [LL2]. |
| Carbapenem-resistenter Acinetobacter baumannii (CRAB) | Schwere Infektion | Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt Cefiderocol; Sulbactam/Durlobactam plus Carbapenem ist bei Verfügbarkeit eine Alternative. Die IDSA 2026 bevorzugt Sulbactam/Durlobactam plus Imipenem oder Meropenem und empfiehlt Cefiderocol als Alternative in Kombination mit einem weiteren Wirkstoff. Bei Metallo-Beta-Laktamase ist Sulbactam/Durlobactam nicht zuverlässig wirksam. Auswahl unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit, Empfindlichkeit und des Infektionsortes im Konsil [5, 6, LL1, LL2]. |
| Stenotrophomonas maltophilia | Invasive Infektion | Die IDSA 2026 bevorzugt Cefiderocol als Monotherapie; die Empfehlung beruht überwiegend auf präklinischen Daten. Alternativen sind Aztreonam/Avibactam vorzugsweise in Kombination oder Kombinationen mit beispielsweise Cotrimoxazol. Carbapeneme sind wegen intrinsischer Resistenz ungeeignet [LL2]. |
Wirkstoffe (Hauptindikation)
Die Dosierungen gelten für Erwachsene mit normaler Nieren- und Leberfunktion, sofern nicht anders angegeben. Bei Niereninsuffizienz (eingeschränkter Nierenfunktion), Nierenersatzverfahren, erhöhter renaler Clearance oder veränderter Pharmakokinetik ist eine individuelle Anpassung erforderlich. Bei schweren Infektionen können verlängerte Infusionen und therapeutisches Drug-Monitoring sinnvoll sein. Off-Label-Use ist ausdrücklich gekennzeichnet.
Glykopeptide
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Vancomycin | Bei schweren MRSA-Infektionen AUC-gesteuertes Monitoring: Ziel-AUC über 24 Stunden 400-600 mg·h/l bei angenommener MHK von 1 mg/l. Orales Vancomycin ist zur Behandlung systemischer MRSA-Infektionen ungeeignet [LL4]. |
- Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese.
- Indikationen: Insbesondere invasive MRSA-Infektionen und MRSA-Pneumonie.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei Niereninsuffizienz keine pauschale Kontraindikation, sondern Dosisanpassung und engmaschiges Monitoring.
- Nebenwirkungen: Nephrotoxizität (nierenschädigende Wirkung), infusionsbedingte Reaktionen, Zytopenien (verminderte Anzahl von Blutzellen); selten Ototoxizität (Schädigung des Gehörs oder Gleichgewichtsorgans).
Lipopeptide
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Daptomycin | Hochdosistherapie und VRE-Therapie sind Off-Label-Use. Keine Anwendung bei Pneumonie. Kreatinkinase vor Beginn und mindestens wöchentlich kontrollieren; bei erhöhtem Risiko häufiger. Statintherapie überprüfen [LL1, F4]. |
- Wirkweise: Depolarisation der bakteriellen Zellmembran mit bakterizider Wirkung.
- Indikationen: MRSA-Blutstrominfektion, ausgewählte Endokarditiden und VRE-Blutstrominfektion.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; Pneumonie ist wegen fehlender Wirksamkeit keine geeignete Indikation.
- Nebenwirkungen: Kreatinkinaseanstieg, Myopathie (Muskelerkrankung), Rhabdomyolyse (Zerfall von Muskelgewebe) und eosinophile Pneumonie (Lungenentzündung mit Beteiligung bestimmter weißer Blutkörperchen).
Oxazolidinone
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Linezolid | Nahezu vollständige orale Bioverfügbarkeit. Bei schwerer VRE-Blutstrominfektion initial i.v.; VRE-Anwendung je nach nationaler Fachinformation als Off-Label-Use. Blutbild mindestens wöchentlich kontrollieren. Bei Behandlung über 28 Tage erhöhte Risiken und begrenzte Zulassungsdaten [F5]. |
- Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese an der 50S-Untereinheit.
- Indikationen: MRSA-Pneumonie, geeignete Haut- und Weichteilinfektionen sowie VRE-Infektionen; keine Standard-Erstwahl bei MRSA-Blutstrominfektion.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; gleichzeitige bzw. kürzlich erfolgte Behandlung mit Monoaminoxidasehemmern. Serotonerge und adrenerge Begleitmedikation sorgfältig prüfen.
- Nebenwirkungen: Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen) und weitere Zytopenien, Serotoninsyndrom (gefährliche Übersteigerung der Serotoninwirkung), Laktatazidose (Übersäuerung durch Anreicherung von Milchsäure) sowie bei längerer Behandlung periphere und optische Neuropathie (Schädigung von Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark bzw. des Sehnervs).
Carbapeneme ohne zusätzlichen Beta-Laktamase-Inhibitor
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Meropenem | Bei schweren MRE-Infektionen häufig 2 g alle 8 Stunden unter Berücksichtigung von MHK und Nierenfunktion. Verlängerte Infusion nach validiertem Zubereitungs- und Stabilitätsprotokoll. Keine ausreichende Wirkung gegen MRSA, VRE oder Stenotrophomonas maltophilia [F1]. |
| Ertapenem | Für geeignete empfindliche Enterobacterales; keine verlässliche Wirkung gegen Pseudomonas aeruginosa oder Acinetobacter baumannii. Bei kritischer Erkrankung bzw. Hypalbuminämie Meropenem bevorzugen [LL2, F2]. |
- Wirkweise: Bakterizide Hemmung der Zellwandsynthese.
- Indikationen: Insbesondere schwere ESBL-Infektionen und ausgewählte AmpC-Infektionen mit erhaltener Empfindlichkeit.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Carbapeneme bzw. schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auf andere Beta-Laktame. Kombination mit Valproat vermeiden.
- Nebenwirkungen: Gastrointestinale Beschwerden (Beschwerden im Magen-Darm-Bereich), Clostridioides-difficile-Infektion (Infektion durch ein Bakterium, das insbesondere nach Antibiotikabehandlung Durchfall und Darmentzündungen verursachen kann), Überempfindlichkeitsreaktionen, Transaminasenanstieg und neurotoxische Reaktionen (nervenschädigende Reaktionen) einschließlich Krampfanfällen.
Cephalosporine ohne zusätzlichen Beta-Laktamase-Inhibitor
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Cefepim | Option bei geeigneten AmpC-bildenden Enterobacterales. Nicht als Standardtherapie invasiver ESBL-Infektionen einsetzen. Nierenfunktion besonders sorgfältig berücksichtigen [LL2, F3]. |
| Cefiderocol | Siderophor-Cephalosporin für aerobe gramnegative Erreger bei begrenzten Therapieoptionen. Spezialisierte Empfindlichkeitstestung erforderlich. Bei CRAB besondere Nutzen-Risiko-Abwägung wegen eines Mortalitätssignals in CREDIBLE-CR; Kombinationsempfehlungen beachten [6, F10]. |
- Wirkweise: Hemmung der Zellwandsynthese; Cefiderocol nutzt zusätzlich bakterielle Eisenaufnahmesysteme.
- Indikationen: Cefepim bei geeigneten AmpC-Infektionen; Cefiderocol bei ausgewählten schwer behandelbaren gramnegativen Infektionen einschließlich Metallo-Beta-Laktamase-bildender Erreger.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. schwere Beta-Laktam-Überempfindlichkeit.
- Nebenwirkungen: Diarrhoe (Durchfall), Clostridioides-difficile-Infektion, Überempfindlichkeitsreaktionen und Leberwertveränderungen; insbesondere bei Cefepim Enzephalopathie (Funktionsstörung des Gehirns) und Krampfanfälle bei unzureichender Dosisanpassung.
Beta-Laktam/Beta-Laktamase-Inhibitor-Kombinationen
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Meropenem/Vaborbactam | Insbesondere KPC-bildende Enterobacterales. Keine zuverlässige Hemmung von OXA-48-like- oder Metallo-Beta-Laktamasen. Europäischer Handelsname: Vaborem [F6]. |
| Imipenem/Cilastatin/Relebactam | Option bei KPC-bildenden Enterobacterales und geeigneten Pseudomonas-Isolaten. Keine zuverlässige Wirkung bei OXA-48-like- oder Metallo-Beta-Laktamasen. Cilastatin hemmt den renalen Imipenemabbau und ist kein Carbapenemase-Inhibitor [F7]. |
| Ceftazidim/Avibactam | Option bei KPC- und OXA-48-like-bildenden Enterobacterales sowie geeigneten Pseudomonas-Isolaten. Keine alleinige Wirksamkeit bei Metallo-Beta-Laktamasen. Bei intraabdominellen Infektionen gegebenenfalls zusätzliche Anaerobierabdeckung [F8]. |
| Ceftolozan/Tazobactam | Insbesondere geeignete schwer behandelbare Pseudomonas-Infektionen. Bei schweren extraurinären DTR-Pseudomonas-Infektionen empfiehlt die IDSA die höhere Dosis über 3 Stunden; außerhalb der zugelassenen Pneumonieindikation bzw. Infusionsdauer als Off-Label-Use. Bei intraabdominellen Infektionen zusätzliche Anaerobierabdeckung [LL2, F9]. |
| Aztreonam/Avibactam | Insbesondere Metallo-Beta-Laktamase-bildende Enterobacterales. Aztreonam wird durch Metallo-Beta-Laktamasen nicht hydrolysiert; Avibactam schützt vor gleichzeitig vorhandenen geeigneten Serin-Beta-Laktamasen. Keine pauschale Übertragung auf Pseudomonas aeruginosa [F11]. |
| Sulbactam/Durlobactam | Für geeignete CRAB-Infektionen zusammen mit Imipenem/Cilastatin oder Meropenem. Sulbactam ist hier selbst antibakteriell wirksam. Keine zuverlässige Wirkung bei Metallo-Beta-Laktamasen. In der deutschen S3-Leitlinie ohne europäische Zulassung geführt; Verfügbarkeit und Zulassungsstatus vor Anwendung prüfen [5, LL1, LL2, F12]. |
- Wirkweise: Hemmung der Zellwandsynthese durch das Beta-Laktam und Schutz vor bestimmten Beta-Laktamasen durch den jeweiligen Inhibitor. Die Inhibitorspektren unterscheiden sich wesentlich.
- Indikationen: Gezielte Behandlung geeigneter gramnegativer Infektionen entsprechend Erreger, Resistenzmechanismus, Infektionsort und Zulassungsumfang.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen die Bestandteile bzw. schwere Beta-Laktam-Überempfindlichkeit; bei Carbapenem-haltigen Kombinationen Valproatinteraktion beachten.
- Nebenwirkungen: Überempfindlichkeitsreaktionen, Diarrhoe, Clostridioides-difficile-Infektion, Leberwertveränderungen und Zytopenien; bei Akkumulation neurotoxische Reaktionen.
Tetracyclin-Derivate
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Tigecyclin | Reserveoption insbesondere bei geeigneten intraabdominellen Infektionen. Keine geeignete alleinige Therapie einer Blutstrom- oder Harnwegsinfektion; keine Wirkung gegen Pseudomonas aeruginosa. Bei schwerer Leberinsuffizienz (eingeschränkter Leberfunktion) Dosisanpassung. Mortalitätssignal und Hypofibrinogenämie (vermindertem Gehalt eines für die Blutgerinnung wichtigen Eiweißes im Blut) beachten [LL2, F13]. |
| Eravacyclin | Zugelassen für komplizierte intraabdominelle Infektionen bei Erwachsenen. Keine Standardoption für Blutstrom- oder Harnwegsinfektionen; keine zuverlässige Pseudomonaswirkung. Anpassung bei schwerer Leberinsuffizienz und starken CYP3A4-Induktoren beachten [F14]. |
- Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese an der 30S-Untereinheit.
- Indikationen: Ausgewählte komplizierte intraabdominelle Infektionen durch empfindliche MRE; Tigecyclin zusätzlich für geeignete komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit. Schwangerschaft und Stillzeit wegen substanzklassentypischer Risiken nur nach strenger individueller Abwägung.
- Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Leberfunktionsstörungen; bei Tigecyclin zusätzlich Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) und Gerinnungsstörungen einschließlich Hypofibrinogenämie.
Folsäureantagonisten
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Cotrimoxazol | Nur nach Empfindlichkeitsnachweis. Bei invasiver Stenotrophomonas-Infektion nach IDSA 2026 als Kombinationspartner. Kalium, Nierenfunktion und Blutbild kontrollieren; Wechselwirkungen insbesondere mit Methotrexat und kaliumsteigernden Arzneimitteln beachten [LL2, F15]. |
- Wirkweise: Sequenzielle Hemmung des bakteriellen Folsäurestoffwechsels.
- Indikationen: Geeignete MRSA-Hautinfektionen, empfindliche Enterobacterales-Harnwegsinfektionen und ausgewählte Stenotrophomonas-Infektionen.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Trimethoprim oder Sulfonamide, schwere Leberfunktionsstörung und schwere Niereninsuffizienz ohne geeignete Überwachung; weitere Einschränkungen gemäß Fachinformation.
- Nebenwirkungen: Hyperkaliämie (erhöhter Kaliumgehalt im Blut), Zytopenien, schwere Hautreaktionen, Nephrotoxizität; ein Kreatininanstieg kann auch durch Hemmung der tubulären Kreatininsekretion entstehen.
Nitrofurane
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Nitrofurantoin | Nur für geeignete untere Harnwegsinfektionen. Keine Anwendung zur Behandlung einer Pyelonephritis, Prostatitis (Prostataentzündung) oder Blutstrominfektion. Renale Anwendungsgrenzen unterscheiden sich zwischen Präparaten [LL2, F16]. |
- Wirkweise: Bildung reaktiver Metaboliten mit Schädigung verschiedener bakterieller Zielstrukturen.
- Indikationen: Auf die Harnblase begrenzte Infektion durch empfindliche Erreger, einschließlich ausgewählter MRE.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, relevante Nierenfunktionsstörung gemäß Fachinformation und Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (angeborener Enzymmangel, der den Zerfall roter Blutkörperchen begünstigen kann); Einschränkungen am Schwangerschaftsende beachten.
- Nebenwirkungen: Übelkeit, pulmonale Reaktionen (Reaktionen an der Lunge), Hepatotoxizität (leberschädigende Wirkung), periphere Neuropathie und Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen).
Phosphonsäure-Derivate
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Fosfomycin-Trometamol | Bei MRE insbesondere als Alternative für empfindliche Escherichia-coli-Isolate. Keine Standardtherapie einer Pyelonephritis oder Blutstrominfektion. Nicht mit intravenösem Fosfomycin gleichsetzen [LL2, F17]. |
- Wirkweise: Hemmung eines frühen Schrittes der bakteriellen Zellwandsynthese durch Blockade von MurA.
- Indikationen: Geeignete akute unkomplizierte Zystitis (Harnblasenentzündung).
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei schwerer Niereninsuffizienz Anwendungsbeschränkungen gemäß Fachinformation.
- Nebenwirkungen: Diarrhoe, Übelkeit, Kopfschmerzen, Überempfindlichkeitsreaktionen und Clostridioides-difficile-Infektion.
Polymyxine – Reserve bei fehlenden besser geeigneten Optionen
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Colistimethat-Natrium | Prodrug von Colistin. Dosierungseinheiten nicht verwechseln: Internationale Einheiten, Colistimethat-Masse und Colistin-Base sind nicht austauschbar. Empfindlichkeit mittels Referenzverfahren prüfen. Bei wirksamen und besser verträglichen neueren Beta-Laktamen nicht bevorzugen [F18]. |
- Wirkweise: Schädigung der äußeren Membran gramnegativer Bakterien.
- Indikationen: Ausgewählte schwere gramnegative Infektionen bei stark eingeschränkten Therapieoptionen.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Polymyxine; bei Myasthenia gravis (Erkrankung mit gestörter Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln und daraus folgender Muskelschwäche) und neuromuskulären Störungen (Störungen des Zusammenspiels von Nerven und Muskeln) besondere Vorsicht.
- Nebenwirkungen: Nephrotoxizität, Neurotoxizität (nervenschädigende Wirkung) und neuromuskuläre Blockade (Blockierung der Signalübertragung von Nerven auf Muskeln) bis zur Atemlähmung.
MRSA-Dekolonisierung
- Indikation: Individuell nach Übertragungsrisiko, geplanten Eingriffen, Rezidiven und lokalen Hygienevorgaben. Dekolonisierung ersetzt keine Behandlung einer invasiven Infektion [LL3].
- Begleitmaßnahmen: Gleichzeitig geeignete antiseptische Körperpflege durchführen; besiedelte zusätzliche Körperstellen und sanierungshemmende Faktoren wie chronische Wunden berücksichtigen. Textilien und persönliche Pflegeutensilien nach dem abgestimmten Sanierungsplan wechseln bzw. aufbereiten [LL3].
- Erfolgskontrolle: Kontrollabstriche nach ausreichend langer Pause von dekolonisierenden Maßnahmen und nach lokalem Hygieneprotokoll. Ein einzelner negativer Abstrich beweist keine dauerhafte Eradikation. Ein starres Kontrollschema nach 3-6 und 12 Monaten ist nicht für jeden Patienten erforderlich.
- Andere MRE: Für MRGN und VRE besteht keine allgemein empfohlene routinemäßige medikamentöse Dekolonisierung.
Topische Antibiotika
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Mupirocin-Nasensalbe 2 % | Nur die für die nasale Anwendung geeignete Zubereitung verwenden. Bei wiederholtem Sanierungsversagen Mupirocinresistenz und extranasale Besiedlung prüfen [LL3, F19]. |
- Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Isoleucyl-tRNA-Synthetase.
- Indikationen: Nasale MRSA-Dekolonisierung im Rahmen eines abgestimmten Sanierungskonzeptes.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Bestandteile der Zubereitung.
- Nebenwirkungen: Lokale Reizung, Brennen und Überempfindlichkeitsreaktionen; bei wiederholter Anwendung Resistenzselektion.
Antiseptika als ergänzende Dekolonisierungsmaßnahmen
| Wirkstoffe | Besonderheiten |
|---|---|
| Chlorhexidin | Nur für den jeweiligen Anwendungsort geeignete Produkte verwenden. Augen-, Mittelohr- und Nervengewebekontakt vermeiden [LL3]. |
| Octenidin | Mundspüllösung, Wundantiseptikum und Waschlotion sind nicht austauschbar. Octenidinhaltige Wundantiseptika nicht unter Druck in tiefe Gewebe einbringen. |
- Wirkweise: Antiseptische Schädigung mikrobieller Membranen.
- Indikationen: Ergänzende MRSA-Dekolonisierung bzw. lokale Antisepsis nach abgestimmtem Protokoll.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; anwendungsort- und präparatespezifische Einschränkungen beachten.
- Nebenwirkungen: Lokale Reizung und allergische Reaktionen; Chlorhexidin kann selten eine Anaphylaxie (schwere, potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion) verursachen. Bei Mundspülungen Geschmacksstörungen und Zahnverfärbungen möglich.
Beachte
- Keine pauschalen Rifampicin-Kombinationen: Rifampicin ist weder eine allgemeine Ergänzung jeder MRSA-Therapie noch eine Monotherapie. Spezifische Anwendungen, beispielsweise bei implantatassoziierten Infektionen (Infektionen im Zusammenhang mit eingesetzten Fremdmaterialien), gehören in ein infektiologisch abgestimmtes Behandlungskonzept.
- Infektionsort entscheidet: Daptomycin bei Pneumonie, Nitrofurantoin bei Pyelonephritis und Tigecyclin als alleinige Therapie einer Blutstrominfektion sind trotz möglicher In-vitro-Empfindlichkeit ungeeignete Zuordnungen.
- Resistenzentwicklung unter Therapie: Bei persistierenden positiven Kulturen, Rezidiv oder klinischem Therapieversagen erneute Erregergewinnung und Empfindlichkeitstestung einschließlich der eingesetzten Reserveantibiotika veranlassen.
- Keine routinemäßige Mehrfachtherapie: Bei Enterobacterales und Pseudomonas aeruginosa mit nachgewiesen wirksamem geeignetem Beta-Laktam ist eine zusätzliche Gabe beispielsweise von Colistin oder Aminoglykosiden im Regelfall nicht erforderlich. Spezifische Ausnahmen betreffen unter anderem CRAB und bestimmte alternative Stenotrophomonas-Regime [LL2].
Weitere Hinweise
- 2-Ureidothiophen-3-carbonsäuren: Präklinische Substanzen mit Aktivität gegen bakterielle RNA-Polymerase und virale Reverse Transkriptase. Aus den experimentellen Befunden ergibt sich keine klinische Therapieempfehlung für MRSA oder HIV [1].
- Colistinresistenz: Das mobile Resistenzgen mcr-1 kann die Colistinempfindlichkeit vermindern. Die Arbeit von Frantz et al. untersucht einen molekularen Mechanismus der MCR-1-vermittelten Anpassung; sie begründet keine konkrete therapeutische Strategie [2].
- Cresomycin: Experimentelles Antibiotikum mit präklinischer Aktivität gegen verschiedene resistente Bakterien. Die publizierten Befunde zu ribosomaler Bindung und Resistenzüberwindung belegen keine klinische Wirksamkeit oder Sicherheit beim Menschen [3].
Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)
Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:
- Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
- Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
- Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
- Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
- Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)
Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.
Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
Abkürzungen
- 3MRGN: Multiresistente gramnegative Bakterien mit Resistenz gegen drei der vier für die hygienische Einteilung relevanten Antibiotikagruppen.
- 4MRGN: Multiresistente gramnegative Bakterien mit Resistenz gegen alle vier für die hygienische Einteilung relevanten Antibiotikagruppen.
- AmpC: Bezeichnung einer Gruppe bakterieller Beta-Laktamasen, die bestimmte Antibiotika unwirksam machen können.
- ATTACK: Name der klinischen Studie zum Vergleich von Sulbactam/Durlobactam und Colistin bei schweren Acinetobacter-Infektionen.
- AUC: Area under the curve – Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve; Maß für die Wirkstoffexposition.
- AWMF: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
- bzw.: Beziehungsweise.
- CRAB: Carbapenem-resistenter Acinetobacter baumannii.
- CREDIBLE-CR: Name der klinischen Studie zum Vergleich von Cefiderocol und der bestverfügbaren Therapie bei schweren Infektionen durch carbapenemresistente gramnegative Bakterien.
- CYP3A4: Cytochrom P450 3A4 – Enzym, das am Abbau vieler Arzneimittel beteiligt ist.
- DHA: Docosahexaensäure.
- DTR: Difficult-to-treat resistance – schwer behandelbare Antibiotikaresistenz.
- EMA: European Medicines Agency – Europäische Arzneimittel-Agentur.
- EPA: Eicosapentaensäure.
- ESBL: Extended-Spectrum-Beta-Laktamasen – bakterielle Enzyme, die verschiedene Beta-Laktam-Antibiotika unwirksam machen.
- EUCAST: European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing – europäisches Komitee für die Bewertung der Antibiotikaempfindlichkeit von Erregern.
- F: Kennzeichnung einer Fachinformation im Quellenverzeichnis.
- FDA: Food and Drug Administration – US-amerikanische Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde.
- g: Gramm.
- Ggf.: Gegebenenfalls.
- h: Stunde.
- HIV: Humanes Immundefizienzvirus.
- IDSA: Infectious Diseases Society of America – US-amerikanische Fachgesellschaft für Infektionskrankheiten.
- IMP: Imipenemase – Gruppe von Metallo-Beta-Laktamasen.
- i.v.: Intravenös – in eine Vene.
- kg: Kilogramm.
- KPC: Klebsiella-pneumoniae-Carbapenemase – bakterielles Enzym, das Carbapenem-Antibiotika unwirksam machen kann.
- KRINKO: Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen und in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe beim Robert Koch-Institut; früher Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.
- l: Liter.
- LL: Leitlinie.
- mcr-1: Mobilized colistin resistance 1 – übertragbares bakterielles Gen für Colistinresistenz.
- MCR-1: Vom mcr-1-Gen gebildetes Protein, das Colistinresistenz vermitteln kann.
- mg: Milligramm.
- MHK: Minimale Hemmkonzentration – niedrigste Antibiotikakonzentration, die das Wachstum eines Erregers unter festgelegten Testbedingungen hemmt.
- MRE: Multiresistente Erreger.
- MRGN: Multiresistente gramnegative Bakterien.
- MRSA: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus.
- MurA: Kurzbezeichnung eines bakteriellen Enzyms, das an der Zellwandsynthese beteiligt ist.
- NDM: New Delhi Metallo-Beta-Laktamase – bakterielles Enzym, das verschiedene Beta-Laktam-Antibiotika einschließlich Carbapenemen unwirksam machen kann.
- OXA-48-like: Gruppe von OXA-48-ähnlichen Oxacillinasen mit Carbapenemaseaktivität.
- RNA: Ribonukleinsäure.
- S3: Entwicklungsstufe einer Leitlinie mit systematischer Evidenzbewertung und strukturierter Konsensfindung.
- tRNA: Transfer-Ribonukleinsäure – an der Proteinsynthese beteiligte RNA.
- US: United States – Vereinigte Staaten von Amerika.
- VIM: Verona Integron-encoded Metallo-Beta-Laktamase – Gruppe von Metallo-Beta-Laktamasen.
- VRE: Vancomycin-resistente Enterokokken.
- z. B.: Zum Beispiel.
Literatur
- Elgaher WAM, Sharma KK, Haupenthal J et al.: Discovery and Structure-Based Optimization of 2-Ureidothiophene-3-carboxylic Acids as Dual Bacterial RNA Polymerase and Viral Reverse Transcriptase Inhibitors. J Med Chem. 2016;59(15):7212-7222. doi: 10.1021/acs.jmedchem.6b00730.
- Frantz R, Gwozdzinski K, Gisch N et al.: A Single Residue within the MCR-1 Protein Confers Anticipatory Resilience. Microbiol Spectr. 2023;11(3):e0359222. doi: 10.1128/spectrum.03592-22.
- Wu KJY, Tresco BIC, Ramkissoon A et al.: An antibiotic preorganized for ribosomal binding overcomes antimicrobial resistance. Science. 2024;383(6684):721-726. doi: 10.1126/science.adk8013.
- Harris PNA, Tambyah PA, Lye DC et al.: Effect of Piperacillin-Tazobactam vs Meropenem on 30-Day Mortality for Patients With E coli or Klebsiella pneumoniae Bloodstream Infection and Ceftriaxone Resistance: A Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018;320(10):984-994. doi: 10.1001/jama.2018.12163.
- Kaye KS, Shorr AF, Wunderink RG et al.: Efficacy and safety of sulbactam-durlobactam versus colistin for the treatment of patients with serious infections caused by Acinetobacter baumannii-calcoaceticus complex: a multicentre, randomised, active-controlled, phase 3, non-inferiority clinical trial (ATTACK). Lancet Infect Dis. 2023;23(9):1072-1084. doi: 10.1016/S1473-3099(23)00184-6.
- Bassetti M, Echols R, Matsunaga Y et al.: Efficacy and safety of cefiderocol or best available therapy for the treatment of serious infections caused by carbapenem-resistant Gram-negative bacteria (CREDIBLE-CR): a randomised, open-label, multicentre, pathogen-focused, descriptive, phase 3 trial. Lancet Infect Dis. 2021;21(2):226-240. doi: 10.1016/S1473-3099(20)30796-9.
Leitlinien
- S3-Leitlinie: Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien. (AWMF-Registernummer: 067 - 011), Oktober 2025, Version 1.0 Langfassung [LL1]
- Infectious Diseases Society of America: IDSA 2026 Guidance on the Treatment of Antimicrobial Resistant Gram-Negative Infections. Veröffentlicht am 30. Juli 2026; Evidenzstand 1. März 2026. Aktuelle Fassung. US-amerikanische Empfehlungen; europäische Zulassungen, Verfügbarkeit und EUCAST-Bewertungen zusätzlich berücksichtigen [LL2]
- Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut: Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2014;57:696-732. doi: 10.1007/s00103-014-1980-x [LL3]
- Rybak MJ, Le J, Lodise TP et al.: Therapeutic monitoring of vancomycin for serious methicillin-resistant Staphylococcus aureus infections: A revised consensus guideline and review of the American Society of Health-System Pharmacists, the Infectious Diseases Society of America, the Pediatric Infectious Diseases Society, and the Society of Infectious Diseases Pharmacists. Am J Health Syst Pharm. 2020;77(11):835-864. doi: 10.1093/ajhp/zxaa036 [LL4]
Fachinformationen
Die folgenden Fachinformationen bzw. behördlichen Produktinformationen wurden für Dosierungen, Wirkstoffspektren und Sicherheitsangaben berücksichtigt. Bei international abweichenden Zulassungen ist die in Deutschland gültige präparatespezifische Fachinformation maßgeblich. Abruf: 4. Oktober 2026.
- Meronem – Meropenem. Fachinformation [F1]
- Invanz – Ertapenem. Fachinformation [F2]
- Renapime – Cefepim. Fachinformation [F3]
- Cubicin – Daptomycin. Fachinformation [F4]
- Zyvox – Linezolid. Infusionslösung; Tabletten [F5]
- Vaborem – Meropenem/Vaborbactam. EMA-Produktinformation [F6]
- Recarbrio – Imipenem/Cilastatin/Relebactam. Fachinformation [F7]
- Zavicefta – Ceftazidim/Avibactam. EMA-Produktinformation [F8]
- Zerbaxa – Ceftolozan/Tazobactam. Fachinformation [F9]
- Fetcroja – Cefiderocol. Fachinformation [F10]
- Emblaveo – Aztreonam/Avibactam. Fachinformation [F11]
- Xacduro – Sulbactam/Durlobactam. FDA-Produktinformation; US-Zulassung [F12]
- Tygacil – Tigecyclin. EMA-Produktinformationen [F13]
- Xerava – Eravacyclin. EMA-Produktinformation [F14]
- Cotrimoxazol – Trimethoprim/Sulfamethoxazol. Fachinformation [F15]
- Nitrofurantoin, Retardkapseln. Fachinformation; Therapiedauer nach Infektionssyndrom und nationaler Fachinformation [F16]
- Monuril – Fosfomycin-Trometamol. Fachinformation [F17]
- Colomycin – Colistimethat-Natrium. Fachinformation [F18]
- Bactroban Nasal – Mupirocin. Fachinformation [F19]