Röschenflechte (Pityriasis rosea) – Folgeerkrankungen
Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Pityriasis rosea (Röschenflechte) mitbedingt sein können:
Haut und Unterhaut (L00-L99)
- Postinflammatorische Hyperpigmentierung bzw. Hypopigmentierung (verstärkte bzw. verminderte Hautfärbung nach einer Entzündung) – nach Abheilung können vorübergehende Pigmentverschiebungen verbleiben; sie treten insbesondere bei dunkleren Hauttypen häufiger auf und können über Wochen bis Monate persistieren [2].
Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96)
- Niedriges Geburtsgewicht – in Beobachtungsstudien als möglicher ungünstiger Schwangerschaftsausgang nach Pityriasis rosea während der Schwangerschaft beschrieben; aufgrund begrenzter Fallzahlen und widersprüchlicher kontrollierter Daten ist die Assoziation nicht abschließend gesichert [3-6].
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)
- Spontanabort (Fehlgeburt) – mögliche Assoziation insbesondere bei Beginn der Pityriasis rosea vor der 15. Schwangerschaftswoche; die verfügbare Evidenz ist widersprüchlich und erlaubt keine gesicherte Kausalitätsaussage [3-6].
- Frühgeburt – in Fallserien und zusammengefassten Beobachtungsdaten als möglicher ungünstiger Schwangerschaftsausgang beschrieben; ein genereller Risikoanstieg gegenüber Schwangeren ohne Pityriasis rosea ist bislang nicht gesichert [3-6].
Prognosefaktoren
- Günstige Prognose
- Die Pityriasis rosea verläuft in der Regel selbstlimitierend (von selbst abheilend); die Hautveränderungen bilden sich bei den meisten Patienten spontan zurück [1, LL1].
- Bleibende systemische Folgeerkrankungen (den ganzen Körper betreffende Folgeerkrankungen) sind bei unkompliziertem Verlauf nicht zu erwarten [1, LL1].
- Ungünstige bzw. komplikationsträchtige Verlaufsfaktoren
- Dunklere Hauttypen – erhöhtes Risiko für postinflammatorische Hyperpigmentierung bzw. Hypopigmentierung [2].
- Beginn während der ersten 15 Schwangerschaftswochen – in Beobachtungsdaten mit einem erhöhten Anteil ungünstiger Schwangerschaftsausgänge, insbesondere Spontanaborten, assoziiert; die Gesamtevidenz bleibt widersprüchlich [3-6].
- Großflächiger Hautbefall – insbesondere ein Befall von mehr als 50 % der Körperoberfläche wurde bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko für ungünstige Schwangerschaftsausgänge assoziiert [3, 4, 6].
- Längere Erkrankungsdauer – in gepoolten Beobachtungsdaten mit einem erhöhten Risiko für einen ungünstigen Schwangerschaftsausgang assoziiert [4].
- Konstitutionelle bzw. extrakutane Symptome (Allgemeinsymptome bzw. Beschwerden außerhalb der Haut) – bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko für ungünstige Schwangerschaftsausgänge assoziiert [3, 4, 6].
- Enanthem (Schleimhautausschlag) – bei Pityriasis rosea während der Schwangerschaft als prognostisch ungünstiger Faktor beschrieben [6].
- Erhöhte Viruslast des Humanen Herpesvirus 6 (erhöhte Menge des Virus im Körper) – in einer Beobachtungsstudie bei Schwangeren mit ungünstigen Schwangerschaftsausgängen assoziiert; aufgrund der begrenzten Datenlage kein etablierter prognostischer Routineparameter [3, 6].
Literatur
- Ciccarese G, Facciorusso A, Herzum A et al.: Comparative Efficacy of Different Pharmacological Treatments for Pityriasis Rosea: A Network Meta-Analysis. J Clin Med. 2024;13(22):6666. doi: 10.3390/jcm13226666.
- Amer A, Fischer H, Li X: The Natural History of Pityriasis Rosea in Black American Children: How Correct Is the “Classic” Description? Arch Pediatr Adolesc Med. 2007;161(5):503-506. doi: 10.1001/archpedi.161.5.503.
- Manduca S, Oh CS, Ong M et al.: The risks of pityriasis rosea in pregnancy: a review. Int J Womens Dermatol. 2025;11(1):e191. doi: 10.1097/JW9.0000000000000191.
- Wenger-Oehn L, Graier T, Ambros-Rudolph C et al.: Pityriasis rosea in pregnancy: A case series and literature review. J Dtsch Dermatol Ges. 2022;20(7):953-959. doi: 10.1111/ddg.14763.
- Ong M, White H, Lipner SR: No increased risk of birth complications and spontaneous abortion in pregnant patients with pityriasis rosea compared to matched controls: A retrospective study at an academic center New York, New York. J Am Acad Dermatol. 2024;90(1):168-170. doi: 10.1016/j.jaad.2023.09.015.
- Drago F, Ciccarese G, Herzum A et al.: Pityriasis Rosea during Pregnancy: Major and Minor Alarming Signs. Dermatology. 2018;234(1-2):31-36. doi: 10.1159/000489879.
Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle
- Chuh A, Zawar V, Sciallis G, Kempf W: A position statement on the management of patients with pityriasis rosea. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2016;30(10):1670-1681. doi: 10.1111/jdv.13826. [LL1]