Eiterbläschen (Pustel) – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Beurteilung von Allgemeinzustand (allgemeinem Gesundheitszustand) und Körpertemperatur, insbesondere bei multiplen bzw. generalisierten Pusteln (Eiterbläschen)
    • Inspektion (Betrachtung) der Haut
      • Ganzkörperinspektion bei guter Beleuchtung unter Einbeziehung behaarter und intertriginöser (in Hautfalten gelegener) Hautareale
      • Beurteilung der Primäreffloreszenz (ersten sichtbaren Hautveränderung) hinsichtlich Größe, Begrenzung, Farbe und Inhalt [umschriebene, erhabene, meist weißlich bis gelbliche, mit eitrigem Inhalt gefüllte Pustel, typischerweise bis etwa 1 cm Durchmesser]
      • Beurteilung des Follikelbezugs (Bezugs zu den Haarfollikeln) [follikulär (an Haarfollikeln) zentrierte Pusteln] bzw. [nichtfollikuläre Pusteln]
      • Lokalisation und Verteilung lokalisiert bzw. generalisiert; disseminiert (verstreut), gruppiert oder konfluierend (zusammenfließend); symmetrisch bzw. asymmetrisch; akral (an den Körperenden), intertriginös oder seborrhoisch (in talgdrüsenreichen Hautarealen) verteilt
      • Beurteilung der umgebenden Haut [peripustulöses (die Pustel umgebendes) Erythem (Hautrötung), Schwellung bzw. entzündliche Infiltration (Gewebeverdichtung)]
      • Beurteilung begleitender Effloreszenzen (Hautveränderungen) und sekundärer Hautveränderungen [Papeln (Knötchen), Plaques (flächenhafte Hauterhebungen), Erosionen (oberflächliche Hautdefekte), Krusten bzw. Schuppung]
      • Beurteilung der Schleimhäute bei ausgedehntem bzw. generalisiertem Hautbefund [pustulöse bzw. erosive Schleimhautläsionen (Schleimhautveränderungen)]
    • Palpation (Abtasten) der betroffenen Haut
      • Prüfung auf lokale Überwärmung, Druckschmerz und Induration (Verhärtung) [Überwärmung, Druckdolenz (Druckschmerz) bzw. entzündliche Induration]
      • Prüfung auf Fluktuation (tastbare Flüssigkeitsbewegung) bei größeren eiterhaltigen Läsionen (Gewebeveränderungen); eine ausgeprägte tiefe Fluktuation spricht für eine Abszessbildung (abgekapselte Eiteransammlung) und nicht für eine oberflächliche Pustel
    • Palpation der regionären Lymphknoten bei klinischem Verdacht auf eine infektiöse Genese (Ursache) [schmerzhafte regionäre Lymphadenopathie (Lymphknotenvergrößerung)]

Der klinische Nachweis von eitrigem Pustelinhalt allein beweist keine bakterielle Infektion; Pusteln können sowohl infektiös als auch steril-entzündlich bedingt sein.

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.