Aktinische Keratose – Differentialdiagnosen

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Arsenkeratose (arsenbedingte Verhornungsstörung) – chronisch arseninduzierte hyperkeratotische Hautveränderung (stark verhornende Hautveränderung), die aktinischen Keratosen (lichtbedingten Verhornungsstörungen) klinisch ähneln kann; häufig multipel und an Handflächen, Fußsohlen oder chronisch exponierter Haut
  • Benigne lichenoide Keratose (gutartige flechtenartige Verhornungsstörung) – solitäre entzündlich-regressive Keratose (einzelne entzündlich zurückbildende Verhornungsstörung), die klinisch und dermatoskopisch (mit dem Auflichtmikroskop) eine aktinische Keratose, Lentigo solaris (Sonnenfleck) oder frühe Neoplasie (Gewebeneubildung) imitieren kann
  • Diskoider Lupus erythematodes (scheibenförmige Lupus-Hauterkrankung) – chronisch-kutaner Lupus erythematodes (dauerhafte Lupus-Hauterkrankung) mit scharf begrenzten erythematös-schuppenden Plaques (roten schuppenden Hautflächen), follikulärer Hyperkeratose (verstärkter Verhornung der Haarfollikel) und narbiger Abheilung; besonders im Gesicht differentialdiagnostisch relevant
  • Lentigo solaris – benigne UV-induzierte Hyperpigmentierung (gutartige durch ultraviolette Strahlung ausgelöste verstärkte Hautfärbung), besonders als Differenzialdiagnose zur pigmentierten aktinischen Keratose und Lentigo maligna (frühe Form des schwarzen Hautkrebses) relevant
  • Lichen ruber planus (Knötchenflechte) – entzündliche, papulöse Dermatose (entzündliche Hautkrankheit mit Knötchen); hypertrophe oder lichenoide Herde (verdickte oder flechtenartige Hautherde) können hyperkeratotische aktinische Keratosen imitieren
  • Porokeratose (ringförmige Verhornungsstörung) – Verhornungsstörung mit randbetonter keratotischer Begrenzung; klinisch relevant als Imitator aktinischer Keratosen, insbesondere bei disseminierten oder sonnenexponierten Formen
  • Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) – chronisch-entzündliche erythematosquamöse Dermatose (dauerhafte entzündliche rote schuppende Hautkrankheit); lokalisierte Plaques können frühe oder flächige aktinische Keratosen imitieren
  • Seborrhoisches Ekzem (fettiges Ekzem) – entzündliche, fettig-schuppende Dermatose in talgdrüsenreichen Arealen, insbesondere Gesicht, behaarter Kopf und oberer Rumpf; relevant bei flächigen erythematosquamösen Läsionen (roten schuppenden Hautveränderungen)
  • Seborrhoische Keratose (Alterswarze) – benigne epidermale Keratose (gutartige Verhornungsstörung der Oberhaut), besonders als Differenzialdiagnose zu hyperkeratotischen oder pigmentierten aktinischen Keratosen relevant

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Tinea corporis (Ringelflechte) – Dermatophyteninfektion (Fadenpilzinfektion) mit randbetonter, schuppender, erythematöser Plaque (roter Hautfläche); bei atypischer oder geringer Randaktivität klinischer Imitator entzündlicher oder früher aktinischer Keratosen

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs) – keratinozytärer Hauttumor (von hornbildenden Hautzellen ausgehender Hauttumor) mit lokal destruierendem Wachstum; superfizielle oder sklerodermiforme Varianten (oberflächliche oder narbenartig verhärtete Formen) können als flache erythematöse Plaques aktinische Keratosen imitieren
  • Keratoakanthom (rasch wachsender Hauttumor) – rasch wachsender, kraterförmiger keratinozytärer Tumor (von hornbildenden Hautzellen ausgehender Tumor); klinisch besonders gegenüber hypertropher aktinischer Keratose und Plattenepithelkarzinom abzugrenzen
  • Lentigo maligna – Melanoma in situ (oberflächlicher schwarzer Hautkrebs) chronisch lichtgeschädigter Haut; wichtigste Differenzialdiagnose der pigmentierten aktinischen Keratose im Gesicht und an anderen sonnenexponierten Arealen
  • Melanoma in situ – intraepidermale melanozytäre Neoplasie (auf die Oberhaut begrenzte Gewebeneubildung aus Pigmentzellen); bei pigmentierten, irregulären oder neu aufgetretenen makulösen Läsionen (fleckförmigen Hautveränderungen) obligat auszuschließen
  • Morbus Bowen (Plattenepithelkarzinom in situ) – Plattenepithelkarzinom in situ (oberflächlicher heller Hautkrebs) mit scharf begrenzter erythematös-schuppender Plaque; klinisch häufig schwer von flächiger oder hypertropher aktinischer Keratose abzugrenzen
  • Plattenepithelkarzinom der Haut (heller Hautkrebs) – invasive keratinozytäre Neoplasie (eindringend wachsende Gewebeneubildung aus hornbildenden Hautzellen); obligat auszuschließen bei Induration (Verhärtung), Ulzeration (Geschwürbildung), Blutung, Schmerz, schnellem Wachstum, ausgeprägter Hyperkeratose oder Therapieresistenz

*Entzündliche Dermatosen wie Psoriasis vulgaris, seborrhoisches Ekzem, Lichen ruber planus und Tinea corporis sind vor allem bei frühen, flächigen oder erythematosquamösen Läsionen relevant. Bei persistierender, indurierter, ulzerierter, blutender, schmerzhafter, rasch wachsender oder therapieresistenter Läsion ist ein Plattenepithelkarzinom der Haut histologisch (feingeweblich) auszuschließen.