Zöliakie – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Beschwerdefreies Leben
  • Vermeidung von Komplikationen und Folgeerkrankungen

Therapieempfehlungen

  • Die wichtigste Therapie der Zöliakie (gluteninduzierte Enteropathie) ist das Vermeiden von glutenhaltiger Nahrung. Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen bringt dies allerdings keine Heilung.
  • Auch asymptomatische Zöliakiepatienten haben einen Nutzen von einer glutenfreien Ernährung [1].
    Asymptomatische Zöliakiepatienten werden wie folgt definiert: Endomysium-IgA-Antikörper (EmA) im Serum (s. u. Labordiagnostik) auffällig, aber keine offensichtlichen klinischen Symptome und höchstens geringe Schleimhautveränderung im Dünndarm.
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie"

Weitere Hinweise

  • Durch eine beabsichtigte Infektion von Zöliakie-Patienten mit Hakenwürmern konnte die Glutenintoleranz erheblich verbessert werden [2].
    Achtung! Für unterernährte Patienten, Kinder und Schwangere kann die Infektion mit Hakenwürmern lebensgefährlich sein!
  • Bei therapierefraktärer Zöliakie und persistierenden Zöliakie-Symptomen trotz glutenfreier Diät kann eine Therapie mit dem tight-junction-Regulator Larazotid versucht werden. In einer Studie wurden in einer vierwöchigen Placebo run-in Phase die Patienten randomisiert und erhielten Larazotid (0,5 mg; 1 mg; 2 mg) oder Placebo dreimal täglich p.o., 15 Minuten vor den Mahlzeiten).
    Die Behandlungsgruppe mit der niedrigsten Larazotid-Dosierung (0,5 mg) zeigte ab der zweiten Behandlungswoche einen signifikant verbesserten gastrointestinalen Symptom-Score gegenüber der Behandlung mit Placebo. Des Weiteren zeigte sich in der Larazotid Behandlungsgruppe (0,5 mg), verglichen zur Placebo-Gruppe, dass 15,7 symptomfreie Tage gewonnen wurden [3].

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete diätetische Lebensmittel zur Versorgung mit Energie sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, K, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Mineralstoffe (Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Fluorid, Jod, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Alpha-Linolensäure (ALA), Omega-6-Fettsäuren: Linolsäure)
  • Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Kurppa L et al.: Benefits of a Gluten-Free Diet for Asymptomatic Patients With Serologic Markers of Celiac Disease. Gastroenterology 2014;147:610-617
  2. Croese J et al.: Experimental hookworm infection and gluten microchallenge promote tolerance in celiac disease. Published Online: September 20, 2014 doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaci.2014.07.022
  3. Leffler DA et al.: Larazotide Acetate for Persistent Symptoms of Celiac Disease Despite a Gluten-Free Diet: A Randomized Controlled Trial. Gastroenterology. 2015; doi: 10.1053/j.gastro.2015.02.008