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Ultraschall-Elastographie

Bei der Ultraschall-Elastographie (Synonyme: Sonoelastographie; Ultraschall-gestützte Elastographie; Ultraschallelastographie) handelt es sich um ein diagnostisches Verfahren der Urologie, welches unter anderem zum Tumornachweis bei einem Verdacht auf ein Prostatakarzinom eingesetzt werden kann. Das Funktionsprinzip der Ultraschall-Elastographie beruht auf dem Nachweis einer Elastizitätsveränderung des Gewebes, die primär auf eine neoplastische Veränderung (krebsbedingte Neubildungen) hinweisen kann. Mit Hilfe der Elastizitätsuntersuchung werden die sich unterscheidenden mechanischen Härtegrade differenziert.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Ultraschall-Elastographie der Prostata – Die Ultraschall-Elastographie zum Nachweis von Tumoren der Prostata stellt eine sehr spezifische Methode dar, weil durch das Verfahren bei der transrektalen Untersuchung nicht nur eine Vergrößerung, sondern auch eine größere mechanische Härte visualisiert werden kann. Die Methode wird auf Grund der nicht ausreichenden Aussagekraft jedoch nicht allein herangezogen. Durch die Kombination der Ultraschall-Elastographie mit der Auswertung von PSA-Werten (Prostata-spezifisches-Antigen; PSA) und weiterer diagnostischer Verfahren wird die Genauigkeit der Diagnostik im Vergleich zur digitalen Prostatauntersuchung (Tastuntersuchung) signifikant erhöht.
  • Mammakarzinom – Die Ultraschall-Elastographie gilt inzwischen als bewährtes Verfahren, um fokale Läsionen (Schädigung oder Veränderung auf einen bestimmten abgegrenzten Bereich des Gewebes) der Brust zu charakterisieren.
  • Entzündungen – Bei entzündlichen Prozessen kann das Verfahren auf Grund einer Gewebe-Elastizitätsveränderung organunspezifisch eingesetzt werden.
  • Leber Transiente Elastographie (TE; Synonyme: Leber-Elastographie; FibroScan©): Ultraschallverfahren, das Steifigkeit/Bindegewebsgrad in der Leber misst.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Bei der Anwendung des Verfahrens sind keine Gegenanzeigen bekannt.

Vor der Untersuchung

Das Verfahren stellt ein nicht-invasives Verfahren dar, für die keine Vorbereitungsmaßnahmen seitens des Patienten durchzuführen sind. 

Das Verfahren

Mittels Ultraschall-Elastographie lassen sich Sonographie-Aufnahmen bei einer definierten Kompression erstellen, sodass eine aussagekräftige Beurteilung des Gewebes möglich wird.

Das Grundprinzip des Verfahrens beruht auf der Auswertung von Gewebeverschiebungen auf Ultraschallbildern, sodass die Verschiebungen des Körpergewebes zwischen zwei Ultraschallbildern berechnet werden können. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die sonographischen Bilder mit variierender Kompression aufgenommenen werden. Somit wird eine genaue Beurteilung der Elastizität des untersuchten Gewebes erreicht, die auf der Basis von Dehnungsbildern beruhen. Bei der Wiederholung und anschließenden Auswertung der Untersuchung ist es notwendig, dass neben der Elastizität auch immer die erzeugte Kompression des Gewebes protokolliert wird. Das Verfahren eignet sich als Bestandteil einer allgemeinen Prostata-Vorsorgeuntersuchung.

Besonders bei der Prostatadiagnostik ist es entscheidend für die Aussagekraft des Verfahrens, dass lokale Verhärtungen präzise sichtbar gemacht werden können, um eine genaue Abgrenzung von physiologischem Gewebe und krankhaft verändertem Gewebe zu ermöglichen. Bildartefakte (Verfälschungen), die beispielsweise durch seitliches Ausweichen von Gewebearealen bei der Kompression entstehen können, müssen bei dem Verfahren durch eine besondere Methode kompensiert werden, um keine falschen Ergebnisse zu erhalten.

Bei der Mammadiagnostik lassen sich pathologische Veränderungen, die mit einer verminderten Elastitzität einhergehen, als relative Gewebeverschiebung (engl. Strain) oder quantitative Ausbreitung von Scherwellen im Gewebe (engl. Shear Wave Elastography, SWE) abbilden,
Im Falle einer Malignität (Bösartigkeit) erscheint der Tumor im Elastogramm größer, als im B-Mode-Ultraschallbild.

Die transiente Elastographie wird bei der Leber zur Unterscheidung: keine Fibrose oder fortgeschrittene Fibrose bzw. Leberzirrhose eingesetzt [7]; Überwachung bei nicht erfolgreich behandelten Patienten und zum Nachweis einer Fibroseverbesserung nach Behandlung.

Nach der Untersuchung

  • Im Anschluss an das Verfahren müssen keine speziellen Maßnahmen durchgeführt werden. Bei einem Tumor- oder Entzündungsverdacht werden weitere diagnostische Verfahren eingesetzt.

Mögliche Komplikationen

  • Die Ultraschall-Elastographie basiert auf der Sonographie, sodass keine schädigende Strahlung freigesetzt wird.

Literatur

  1. Lorenz A, Ermert H, Sommerfeld HJ, Garcia-Schürmann M, Senge T, Philippou S: Ultraschall-Elastographie der Prostata. Ultraschall in Med. 2000. 21:8-15. doi: 10.1055/s-2000-8926
  2. Frey H: Realtime-Elastographie. Der Radiologe. 2003. 43:850-855
  3. Hiltawsky KM, Krüger M, Starke C, Heuser L, Jensen A, Ermert H: Freihand-Ultraschall-Elastographie der weiblichen Brust: Klinische Ergebnisse. Biomedizinische Technik/Biomedical Engineering. 2001. 46:160-161
  4. Ermert H, Lorenz A, Wiebe P: Sonographic elastography system. European Patent Application 1999
  5. Meißner T: Ultraschall-Elastographie – dunkle Areale können Prostatakrebs sein. Ärzte-Zeitung 25.01.2006
  6. Hautmann R: Urologie. Springer Verlag 2010
  7. Wilder J, Patel K: The clinical utility of FibroScan(®) as a noninvasive diagnostic test for liver disease. Med Devices. 2014; 7: 107-114. Published online 2014 May 3. doi: 10.2147/MDER.S46943

     
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