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Folgeerkrankungen
Hyperinsulinismus

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch einen Hyperinsulinismus mit bedingt sein können: 

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Adipositas (Fettsucht)
  • Hypernatriämie (Natriumüberschuss → Volumenexpansion)
  • Hypoglykämisches Koma ‒ schwere Bewusstseinsstörung, die durch eine Unterzuckerung ausgelöst ist
  • Hypokaliämie (Kaliummangel)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung) wird durch die Hyperinsulinämie in ihrer Entstehung forciert
  • Koronare Herzkrankheit (KHK) – Zugesetzte Zucker treiben die koronare Herzkrankheit über Insulinresistenz und Hyperinsulinämie an [2]
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt) – Abschätzung der Gesundheitsrisiken auf Grundlage der Mendelschen Randomisierung von 12 definierten SNPs [5]: 
    • Männer mit genetisch bedingter Hyperinsulinämie hatten ein statistisch hochsignifikantes 4,27-fach erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt (Odds Ratio 4,27).
    • bei Frauen war das Risiko nicht erhöht. 

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (K70-K77; K80-K87)

  • Fettleberhepatitis
  • Steatosis hepatis (Fettleber) – dreifach erhöhtes Risiko bei Adipositas

Neubildungen (C00-D48)

  • Cervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)*
  • Kolonkarzinom (kolorektales Karzinom; Darmkrebs)*
  • Leberkarzinom (Leberkrebs)*
  • Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs)*
  • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)*

*Eine hohe Nüchternglucose – wie diese in der Folge beim Diabetes mellitus auftritt – war laut den Ergebnissen einer großen prospektiven Kohorten-Studie in Korea mit einem erhöhten Karzinomrisiko verbunden – Männer hatten ein um 27 % und Frauen ein um 31 % erhöhtes Risiko, an einem Karzinom zu sterben [1].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99) 

  • Chronische Inflammation (Entzündung) – nachzuweisen z. B. über ein erhöhtes hochsensitives C-reaktives-Protein (hs-CRP)

Weiteres

  • Insulin-Serumspiegel, die hoch-normal oder leicht erhöht sind, führen zur Unterdrückung der Lipolyse (Fettspaltung) und zur Förderung der Lipogenese (Fettbildung) in Adipozyten (Zellen des Fettgewebes). Des Weiteren erfordert die Wirkung von Insulin auf den Glucosetransport oder die hepatische Glucoseproduktion sechs- bis zweimal höhere Hormonspiegel.
  • Erhöhte Mortalität (Sterberate)
    • bei Typ-1-Diabetes durch exogene Insulingaben wg. eines ungünstigen kardiovaskulären Risikoprofils [3]
    • bei Typ-2-Diabetes durch exogene Insulingaben [4]

Literatur

  1. Jee SH, Ohrr H, Sull JW, Yun JE, Ji M, Samet JM: Fasting serum glucose level and cancer risk in Korean men and women. JAMA. 2005 Jan 12;293(2):194-202.
  2. DiNicolantonio JJ, OKeefe JH: Added sugars drive coronary heart disease via insulin resistance and hyperinsulinaemia: a new paradigm. BMJ Journals openheart Open Heart 2017;4:e000729. doi:10.1136/ openhrt-2017-000729
  3. Brafett BH et al.: Association of Insulin Dose, Cardiometabolic Risk Factors, and Cardiovascular Disease in Type 1 Diabetes During 30 Years of Follow-up in the DCCT/EDIC Study. Diabetes Care 2019 Feb; dc181574. https://doi.org/10.2337/dc18-1574
  4. Gamble JM et al.: Association of insulin dosage with mortality or major adverse cardiovascular events: a retrospective cohort study. Lancet Diabetes & Endocrinology https://doi.org/10.1016/S2213-8587(16)30316-3
  5. Zhao JV et al.: Sex-specific Mendelian randomization study of genetically predicted insulin and cardiovascular events in the UK Biobank. Communications Biology 2019;2,332
     
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