Weitere Therapie
Zöliakie

Allgemeine Maßnahmen

  • Erhalt des Normalgewichts anstreben! 
    Bestimmung des BMI (Body Mass Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige
    • Unterschreitung der BMI-Untergrenze (ab dem 19. Lebensjahr: 19; ab dem 25. Lebensjahr: 20; ab dem 35. Lebensjahr: 21; ab dem 45. Lebensjahr: 22; ab dem 55. Lebensjahr: 23; ab dem 65. Lebensjahr: 24) → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Die Therapie der Glutenunverträglichkeit besteht in einer lebenslangen, konsequenten Einhaltung einer lebenslangen glutenfreien Ernährung.
      Auch asymptomatische Zöliakie-Patienten profitieren von einer glutenfreien Ernährung. In in einer glutenfreien Gruppe zeigten sich histologisch positive Veränderungen. So war in der Dünndarmschleimhaut das Verhältnis der Zottenhöhe zur Kryptentiefe signifikant vergrößert. Des Weiteren war der Titer der zöliakiespezifischen Antikörper (Endomysium-IgA-Antikörper) gefallen und gastrointestinale Symptome hatten sich deutlich verbessert [1].
      Hinweis: Gluten muss als Lebensmittelinhaltsstoff nicht gekennzeichnet werden und kann aus diesem Grund auch in vielen industriell hergestellten, nicht getreidehaltigen Lebensmitteln enthalten sein.
    • Meiden glutenhaltiger Lebensmittel
      • Glutenhaltige Getreidearten – Weizen, Roggen, Gerste, (Hafer; Hafer wird von vielen Betroffenen vertragen), Dinkel, Einkorn, Emmer, Kamut, Grünkern (unreif geernteter Dinkel, Einkorn oder Emmer), Triticale (Weizen-Roggen-Kreuzung), Wildreis und daraus hergestellte Produkte, wie Mehl, Graupen, Grieß, Flocken, Grütze, Keime, Kleie, Schrot, Paniermehl, Brot und Backwaren, Zwieback und Teigwaren
      • Grützwurst, paniertes Fleisch, Fischstäbchen, -nuggets, Fischkonserven in pikanter Soße
      • Kroketten, Kartoffelprodukte, Fertiggerichte einschließlich -suppen, -soßen, Mehlsoßen
      • Jogurt mit Getreideanteil, Fruchtjoghurts, -quark, Eiscreme
    • Bevorzugen glutenfreier Lebensmittel
      • Glutenfreie Getreidearten und deren Mehle – Buchweizen, Hirse, Kartoffeln, Kartoffelmehl, Mais, Maniok, Reis (nicht Wildreis), (reine Weizenstärke und andere reine Stärkeprodukte), Sorghum, Soja, Esskastanien sowie daraus hergestellte Spezialprodukte
      • Südamerikanische Körnerfrüchte – Quinoa, Amaranth
      • Grundnahrungsmittel tierischer Herkunft (ohne Zusatz), wie Fleisch, Innereien, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte, wie Butter und Käse
      • Frisches Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse
      • Öle und Fette
      • Sirup, Konfitüre, Marmelade, Zucker, Süßstoff
      • Lebensmittel mit dem Hinweis "glutenfrei" beziehungsweise speziell für die glutenfreie Ernährung hergestellte Produkte, wie glutenfreies Brot, Gebäck, Teigwaren
    • Vorsicht bei
      • Reiner Weizenstärke – kann Spuren von Gluten enthalten
      • Fertigprodukten und Konserven – Gluten wird häufig als Emulgator, Stabilisator oder Bindemittel eingesetzt
      • Wurstwaren, Fischerzeugnissen und -konserven
      • Milcherzeugnissen und anderen industriell hergestellten Produkten
      • Soßen, Gewürzmischungen
      • Desserts, Süßigkeiten
    • In seltenen Fällen reagieren Zöliakie-Patienten nur dann auf eine glutenfreie Diät mit einer Verbesserung der Symptomatik, wenn weitere protein(eiweiß)eiche Lebensmittel, wie Ei, Geflügel oder Milch, gemieden werden.
    • Bis zur weitgehenden Regeneration der Darmzotten sollte auf oxalsäurereiche Lebensmittel und Getränke verzichtet werden. Meiden:
      • Obst und Gemüse, wie Rote Bete (frisch und gekocht), Petersilie, Rhabarber (Kompott), Spinat, Runkelrübe, Mangold
      • Nüsse (Mandeln, Cashew, Pecan, Erdnüsse, Walnüsse)
      • Schwarze Tee- und Pfefferminzblätter, Instant-Kaffeepulver und Kakaopulver
    • Bei Fettstühlen ist bis zur weitgehenden Regeneration der Darmzotten die Fettzufuhr zu reduzieren. Zudem sollten Nahrungsfette (LCT-Fette) teilweise durch die sehr gut verträglichen MCT-Fette ersetzt werden.
    • Meiden lactosehaltiger Lebensmittel; häufig leiden Zöliakie-Patienten an einem sekundären Lactasemangel, d. h. der Organismus kann keine Lactose (Milchzucker) verwerten verwerten; wg. Ernährungsempfehlungen siehe unter Lactoseintoleranz.
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • Deutsche Zöliakie Gesellschaft e. V.
    Filderhauptstr. 61, 70599 Stuttgart
    Telefon: 0711-454514
  • Umfangreiche Selbsthilfeseite zum Thema Zöliakie: www.zoeliakie-treff.de. Neben einem Forum bieten wir auch eine Kontaktbörse unterteilt nach Postleitzahlen, sodass Betroffene schnell zueinander finden können.

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Gesundheitsportals die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. Kurppa K et al.: Benefits of a Gluten-Free Diet for Asymptomatic Patients With Serologic Markers of Celiac Disease. Published Online: May 13, 2014 DOI: http://dx.doi.org/10.1053/j.gastro.2014.05.003
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
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