Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medizingerätediagnostik
Magen-Darm-Blutung (Gastrointestinale Blutung)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) (Spiegelung der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens (Gastro) und des oberen Teils des Duodenums (Zwölffingerdarm)) mit Biopsien (Probeentnahmen) aus allen suspekten Läsionen; beim Barrett-Ösophagus zusätzlich 4‑Quadranten-Biopsien – bei Verdacht auf eine obere gastrointestinale Blutung; bei akuter Blutung ebenfalls zur Therapie
  • Rekto- und Koloskopie (Mastdarm- und Darmspiegelung) – bei Verdacht auf eine untere gastrointestinale Blutung
  • Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane) – zur Basisdiagnostik
    Beachte: Bei einem instabilen Patienten mit rektalem Frischblut wird zuerst eine obere Blutungsquelle gesucht!
  • Kontrastverstärkte Mehrzeilen-Computertomographie (CT); wobei mindestens eine arterielle Phase nach intravenöser Kontrastmittelgabe akquiriert werden sollte – Patienten mit Verdacht auf aktive gastrointestinale Blutung ohne Identifizierung der Blutungsquelle durch endoskopische Diagnostik

Fakultative Medizingerätediagnostik ‒ in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern ‒ zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Videokapselendoskopie (Verfahren zur Darstellung der Schleimhaut des Verdauungstraktes (insb. des Dünndarms) mit Hilfe einer verschluckbaren Kamerakapsel) – bei unauffälliger Gastro- und Koloskopie
    Beachte: Bei bekannter hochgradiger Stenose (Verengung) des Gastrointestinaltrakt sollte eine Kapselendoskopie nicht durchgeführt werden.
  • Selektive Arteriographie * ‒ Darstellung der Arterien bei einer Blutung zur genauen Lokalisation
  • Nuklearmedizinische Verfahren wie die Tc-RBC-Szintigraphie * – zur genauen Lokalisation der Blutungsquelle

*Reserveverfahren zur Lokalisationsdiagnostik einer okkulten gastrointestinalen Blutung; sollte auf Einzelfälle beschränkt werden

Glasgow-Blatchford-Score (GBS) für die nicht-variköse obere gastrointestinale Blutung [1]

Kriterium Ausprägung Punktzahl
Herzfrequenz ≥ 100/min. 1
Systolischer Blutdruck 100-190 mmHg 1
  90-99 mmHg 2
  < 90 mmHg  3
Harnstoff (mg/dl) ≥ 18,2 und < 22,4 mg/dl 2
  ≥ 22,4 und < 28 mg/dl 3
   ≥ 28 und < 70 mg/dl 4
   ≥ 70 mg/dl 6
Hämoglobin (Mann)  ≥ 12 und < 13 g/dl 1
   ≥ 10 und < 12 g/dl 3
   < 10 g/dl 6
Hämoglobin (Frau)  ≥ 10 und < 12 g/dl 3
   < 10 g/dl 6

Dieser Score kann mit hoher Sensitivität und Spezifität die Notwendigkeiten einer endoskopischen Intervention vorhersagen.

Anmerkung:

  • Harnstoff ursprünglich als Blood urea nitrogen (BUN) angegeben
  • Harnstoff: Umrechnung von mmol/l in mg/dl:
  • Harnstoff in mmol/l / 0,1665 = Harnstoff in mg/dl
  • Umrechnung von Harnstoff in BUN:
  • Harnstoff in mg/dl / 2,142 = BUN in mg/dl.

Bewertung:

  • Niedrigrisiko-Gruppe: 0-1 Punkt
  • Maximale Punktzahl: 16 Punkte.

Literatur

  1. Blatchford O, Murray WR, Blatchford M: A risk score to predict need for treatment for upper-gastrointestinal haemorrhage. Lancet 2000; 356: 1318- 1321
     
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