Folgeerkrankungen
Divertikelkrankheit

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Divertikelkrankheit/Divertikulitis mit bedingt sein können:

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Eisenmangel)

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Abszessbildung im Bauchraum
  • Dickdarmileus
  • Divertikelblutung (= Ruptur der Vasa recta) – häufiger bei einer Divertikulose (in 10-30 % der Fälle) als bei der Divertikulitis; kumulative Inzidenz von Hämorrhagien [1] beträgt:
    • nach 5 Jahren ungefähr 2 %
    • nach 10 Jahren ungefähr 10 %
    • Gesamtinzidenz: 0,46 pro 1.000 Patientenjahre
    Eine Divertikelblutung wird begünstigt durch Hypertonie (Bluthochdruck), nichtsteroidale Antiphlogistika (Paracetamol (Acetaminophen) und Acetylsalicylsäure, ASS) und Corticosteroide.
    [Symptome: Hämatochezie ("Blutstuhl"), in schweren Fällen mit Kreislaufreaktion (Blutdruckabfall und Pulsanstieg)]
  • Divertikelperforation (Durchbruch eines Divertikels; freie bzw. gedeckte) – Die gedeckte Perforation mit Abszessbildung (Bildung einer Eiterhöhle) ist zuweilen klinisch nicht von der einfachen Divertikulitis zu unterscheiden! Sie kann sowohl asymptomatisch ("ohne Symptome") als auch mit den Zeichen einer lokalen Peritonitis (örtlich begrenzten Bauchfellentzündung) einhergehen.
    Die freie Perforation ist ein sehr seltenes Ereignis. Sie tritt überwiegend bei bislang bei Patienten mit asymptomatischer Divertikulose auf (Letalität/Sterblichkeit liegt bei ca. 50 %).
  • Divertikulitische Stenose (Verengung) – als Folge einer rezidivierenden Divertikulitis, am häufigsten im Sigma (→ entzündlicher Tumor (infolge narbiger Schrumpfung und Fibrosierung), der zu einer Stenosierung des Darmlumens führt (Sigmastenose) → rezidivierender Subileus (später ein kompletter Dickdarmileus/Verschluss des Darms) Cave! Häufig ist ein solcher divertikulitischer Tumor im Unterbauch bereits zu palpieren.
  • Fistelbildung (zwischen einzelnen Darmsegmenten, Darm und Urogenitaltrakt sowie zwischen Darm und Haut) [Häufigkeit ca. 6-10 %]
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Peritonitis (Bauchfellentzündung)
  • Rezidivierende Divertikulitis

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs) (um 86 % höhere Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) bei den Divertikulitiskranken; nach Adjustierung für andere Einflüsse (z. B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen): Odds Ratio 2,2); Resektion (operative Entfernung) des betroffenen Darmanteils senkte das Krebsrisiko: resezierte Patienten versus Patienten ohne chirurgische Sanierung (1,9 % versus 3,9 %) [2]

Prognosefaktoren

  • Immunsuppression – zahlreiche Studien weisen auf einen schweren Verlauf der Divertikelkrankheit bei Patienten unter Immunsuppression hin 
  • Patienten mit anamnestisch erhobener allergischer Prädisposition gegen Gräser, Pollen, Nahrungsmittel, Medikamente und Haustiere – weisen bei der Operation häufiger eine komplizierte Divertikulitis auf

Literatur

  1. Niikura R et al.: Natural history of bleeding risk in colonic diverticulosis patients: a long-term colonoscopy-based cohort study. Aliment Pharmacol Ther. 2015 Feb 26. doi: 10.1111/apt.13148.
  2. Mortensen L et al.: An 18-Year Nationwide Cohort Study on The Association Between Diverticulitis and Colon Cancer. Ann Surg; online 17. Mai 2016, doi: 10.1097/SLA.0000000000001794 
     
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