Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Einleitung
Afterriss (Analfissur)

Bei der Analfissur (lat. fissura: Spalte, Riss; Synonyme: Afterrhagade; Afterriss; Afterschrunde; Akute Analfissur; Analrhagade; Chronische Analfissur; Fissura ani; Fistula in ano; Nichttraumatische und nichtpuerperale Anuslazeration; Nichttraumatischer Analriss; Rektumfissur; Rektumrhagade; ICD-10-GM K60.0: Akute Analfissur; ICD-10-GM K60.1: Chronische Analfissur; ICD-10-GM K60.2: Analfissur, nicht näher bezeichnet) handelt es sich um einen radiären Einriss der Haut bzw. der Schleimhaut im Analkanal (Anoderm) distal der Linea dentata.

An der Linea dentata trifft das Plattenepithel des Analkanals auf das in oraler (“ zum Munde gerichtet“) Richtung liegende Epithel des Rektums (Mastdarm). 

Man unterscheidet primäre von sekundären Analfissuren. Primäre Analfissuren werden nicht durch eine zugrunde liegende Erkrankung hervorgerufen. Dagegen entstehen sekundäre Analfissuren auf dem Boden von verschiedensten Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn) sowie traumatisch oder nach operativen analen Eingriffen. Siehe dazu mehr unter dem Thema "Ursachen".

Des Weiteren kann die akute von der chronischen Form unterscheiden werden. Bei der chronischen Form bestehen die Beschwerden länger als 6 bis 8 Wochen.

Geschlechterverhältnis: Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei proktologischen (an Darmerkrankungen leidenden) Patienten bei 10 % (in Deutschland). Aufgrund von Studien mit umschriebenen Patientenkollektiven wird ein Lebenszeitrisiko von bis zu 8 % angegeben.

Verlauf und Prognose: Eine akute Analfissur ist schmerzhaft und macht sich vor allem beim Stuhlgang bemerkbar. Die Lebensqualität der Betroffenen leidet. Unter adäquater Therapie nimmt die Erkrankung einen guten Verlauf, d. h. 60-90 % der akuten Analfissuren heilen folgenlos ab. Der Heilungsprozess dauert zwischen 6 bis 8 Wochen.
Eine chronische Analfissur heilt nur in ca. 50 % der Fälle unter einer konservativen Therapie.
Eine chronische Verlaufsform zeigt sich u. a. durch eine hypertrophe Analpapille (distale Schleimhautausziehungen der Analsäulen), Vorpostenfalte bzw. Wächtermariske (perianal/um den Anus herum lokalisierte, schlaffe Hautfalten) distal der Fissur und Ulkusbildung (Geschwür).
Falls sich eine Fistel bildet, wird ein chirurgischer Eingriff erforderlich (Erstlinientherapie). 

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Analfissur. (AWMF-Registernummer: 081-010), Oktober 2019 Kurzfassung Langfassung

     
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