Differentialdiagnosen
Bauchschmerzen (Abdominalschmerzen)

Atmungssystem (J00-J99)

  • Lungenemphysem (Lungenüberblähung)
  • Mediastinitis – Entzündung des zwischen den beiden Lungenflügeln gelegenen Anteils des Brustkorbs
  • Pleuritis (Lungenfellentzündung)
  • Pneumonie (Lungenentzündung)
  • Pneumothorax (Lungenkollaps)

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang mit vermehrter Ablagerung von Eisen als Folge einer erhöhten Eisenkonzentration im Blut mit Gewebeschädigung 
  • Hämolytische Krise – akuter Blutzerfall im Rahmen einer Anämie (Blutarmut)
  • Hereditäres Angioödem (engl. hereditary angioedema, HAE; veraltet „hereditäres angioneurotisches Ödem“, HANE) – durch C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH)-Mangel (Blutprotein-Mangel); ca. 6 % der Fälle:
    • Typ 1 (85 % der Fälle) – verminderte Aktivität und Konzentration des C1-Inhibitors; autosomal dominant vererbt (Neumutationen ca. 25 % der Fälle)
    • Typ II (15 % der Fälle) – verminderte Aktivität bei normaler bzw. erhöhter Konzentration des C1-Inhibitors; Exprimierung eines abnormalen C1-INH-Gens
    Charakteristisch sind episodische Haut- und Schleimhautschwellungen, die im Gesicht sowie häufig an den Extremitäten und im Gastrointestinaltrakt (Magen-Darm-Trakt) auftreten können; des Weiteren rezidivierende (wiederauftretende) abdominale Koliken, akuter Aszites (Bauchwassersucht) und Ödeme (Wassereinlagerungen), die bis zu zweimal wöchentlich auftreten und unbehandelt ca. 3-5 Tage lang anhalten.

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Addison-Krise – Dekompensation einer schleichenden Nebennierenrindeninsuffizienz
  • Akute Nebenniereninsuffizienz
  • C1-Esterase-Inhibitor-Mangel (angioneurotisches Ödem bzw. hereditäres Angioödem (HAE)) – Erkrankung, die durch den Mangel an einem Hemmstoff des Komplementsystems bedingt ist:
    • Niedrige C1-INH- und C4-Konzentrationen deuten auf ein HAE Typ I
    • Normale bis erhöhte C1-INH-Konzentrationen bei niedriger C1-INH-Aktivität und niedrigen C4-Werten deuten auf ein HAE Typ II.
    Symptomatik: Angioödemen/Schwellung der Unterhaut, vor allem der Lippen (Sonderform des Quincke-Ödems) und kolikartige rezidivierende abdominelle Attacken (Bauchschmerzen) über drei bis fünf Tage, häufig begleitet von Übelkeit, Diarrhoe (Durchfall) und Erbrechen
  • Diabetische Ketoazidose (Pseudoperitonitis diabetica) – Form der metabolischen Azidose, die besonders häufig als Komplikation des Diabetes mellitus bei absolutem Insulinmangel auftritt; ursächlich ist eine zu hohe Konzentration von Ketonkörpern im Blut [OBS]
  • Diabetes mellitus
  • Familiäres Mittelmeerfieber (FMF; Synonym: familiäre rekurrente Polyserositis) – autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die gehäuft bei Bewohnern der östlichen Mittelmeerregion auftritt; chronische Erkrankung, die durch sporadisch auftretende Fieberschübe mit begleitender Entzündung der Tunica serosa charakterisiert ist, was zu Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen), Thoraxschmerz oder zur Arthralgie (Gelenkschmerzen) führt.
  • Hyperproteinämie/Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung)
  • Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
  • Morbus Gaucher – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang; Lipidspeicherkrankheit durch den Defekt des Enzyms Beta-Glukozerebrosidase, die zu einer Speicherung von Cerebrosiden vor allem in der Milz und den markhaltigen Knochen führt; klinisches Bild: Splenomegalie (Milzvergrößerung), kombiniert mit einer Anämie (Blutarmut) und/oder Thrombozytopenie (krankhafte Verminderung der Thrombozyten/Blutplättchen)
  • Nahrungsmittelallergie**
  • Nahrungsmittelintoleranz wie beispielsweise Lactoseintoleranz, Fructoseintoleranz [chron. Bauchschmerzen/Kleinkind]
  • Porphyrie bzw. akute intermittierende Porphyrie (AIP); genetische Erkrankung mit autosomal-dominantem Erbgang; Patienten mit dieser Krankheit weisen eine Reduktion der Aktivität des Enzyms Porphobilinogen-Desaminase (PBG-D) von 50 Prozent auf, die für die Porphyrinsynthese ausreicht. Auslöser einer Porphyrieattacke, die einige Tage, aber auch Monate dauern kann, sind Infektionen, Medikamente oder Alkohol. Das klinische Bild dieser Anfälle präsentiert sich als akutes Abdomen oder als neurologische Ausfälle, die einen letalen Verlauf nehmen können. Die Leitsymptome der akuten Porphyrie sind intermittierende neurologische und psychiatrische Störungen. Im Vordergrund steht häufig eine autonome Neuropathie, die abdominelle Koliken (akutes Abdomen), Nausea (Übelkeit), Erbrechen oder Obstipation (Verstopfung) verursacht sowie eine Tachykardie (Herzschläge  > 100 Schläge/min) und ein labiler Hypertonus (Bluthochdruck). [OBS]

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Herpes zoster (Gürtelrose; segmentaler Schmerz, halbgürtelförmig, geht dem Exanthem/Hautauschlag voraus)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Aortendissektion (Synonym: Aneurysma dissecans aortae) – akute Aufspaltung (Dissektion) der Wandschichten der Aorta (Hauptschlagader), mit einem Einriss der inneren Schicht der Gefäßwand (Intima) und einer Einblutung zwischen der Intima und der Muskelschicht der Gefäßwand (äußere Media), im Sinne eines Aneurysma dissecans (krankhafte Ausweitung der Schlagader) [OBS]
  • Aneurysmen viszeraler Arterien (AVA; Schlagadern für die Eingeweide im Bauchraum, die eine Erweiterung des Gefäßlumens aufweisen); am häufigsten betroffen A. lienalis (30-60 %)
  • Bauchaortenaneurysma, rupturiertes [MBS]
  • Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Lungenembolie – durch einen akuten Verschluss von Lungengefäßen auftretender Lungeninfarkt
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt; akuter Hinterwandinfarkt)
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung)

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Akute Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe) [MBS]
  • Parasiteninfektion
  • Pleurodynie, epidemische (Bornholmer Krankheit) – Schmerzen, die durch eine Reizung des Rippenfells auftreten
  • Pseudomembranöse Enterokolitis/Pseudomembranöse Kolitis − Kolitis (Entzündung der Schleimhaut des Darmes), die meist nach Einnahme von Antibiotika auftritt; Ursache ist eine Überwucherung des Darmes mit dem Bakterium Clostridium difficile
  • Typhus abdominalis – durch Salmonella typhi verursachte Infektionserkrankung
  • Tuberkulose (Schwindsucht)
  • Yersinieninfektion** (Y. enterocolitica und pseudotuberculosis)

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Autoimmune Hepatitis (AIH; Autoimmunhepatitis) – akute oder chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit der Leber) [OBS] 
  • Akute Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) [OBS]
  • Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) [OBS]
  • Gallenkolik, meist durch Gallensteine (Cholezystolithiasis) ausgelöst [OBS] (Symptomatik: rechtsseitige krampfartige Oberbauchschmerzen, Ausstrahlung in rechte Schulter und Rücken)
  • Hepatitis (Leberentzündung) [OBS]
  • Leberkapselspannungsschmerz bei dekompensierter Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Abdominale Migräne* – starke paraumbilikale (um den Bauchnabel herum auftretende) Bauchschmerzattacken (einhergehend mit Anorexie (Appetitlosigkeit), Nausea (Übelkeit), Erbrechen, Cephalgie (Kopfschmerzen), Photophonie oder Blässe), die zwischen einer Stunde und mehreren Tage andauern können. Der Stuhlgang ist dabei völlig unauffällig. Physische oder psychologische Stresssituationen sind dafür typische Triggerfunktionen.
  • Akute mesenteriale Ischämie (AMI; Darminfarkt, Mesenterialarterienverschluss, Mesenterialinfarkt, mesenteriale Verschlusskrankheit, Angina abdominalis) [MBS] Symptomatik:
    • Initialstadium mit plötzlich einschießendem krampfartigen Abdominalschmerz (Bauchschmerzen); aufgeblähtes Abdomen, weich und teigig
    • schmerzfreies Intervall von circa sechs bis zwölf Stunden (wg. Zugrundegehen der intramuralen („in der Organwand gelegen“) Schmerzrezeptoren) mit weichem Bauch (fauler Frieden) bis zur Schocksymptomatik 
    • Häufigkeit: 1 %; bei über 70-Jährigen: bis zu 10 %
  • Akute Appendicitis ("Blinddarmentzündung") [UBS] Symptomatik: Schmerzen, die meist im Bereich des rechten Unterbauchs auftreten; typische Schmerzpunkte; meistens jüngere Patienten
  • Akute Gastritis (Magenentzündung)
  • Anatomische Malformationen/Fehlbildungen** (z. B. Malrotation, Meckel-Divertikel, Duplikatur)
  • Bride (Verwachsungsstrang (Bride), dieser klemmt den Darm ein) [UBS]
  • Colitis indeterminata − Erkrankung, die eine Kombination von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn darstellt
  • Colitis ulcerosa – chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Kolons (Dickdarms) oder des Rektums (Mastdarms) [MBS]
  • Diversionscolitis − nach operativer Stilllegung von Darmabschnitten auftretende Erkrankung
  • Divertikulitis Erkrankung des Dickdarmes, bei der sich in Ausstülpungen der Schleimhaut (Divertikel) eine Entzündung bildet [UBS]
  • Funktionelle Dyspepsie* (Oberbauchbeschwerden; Reizmagen) [OBS]
  • Funktionelle Bauchschmerzen*
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit** (Synonyme: GERD, Gastro-oesophageal reflux disease; Gastroesophageal Reflux Disease (GERD); Gastroösophageale Refluxkrankheit (Refluxkrankheit); Gastroösophagealer Reflux; Reflux-Ösophagitis; Refluxkrankheit; Refluxösophagitis; peptische Ösophagitis) – entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagitis), die durch den krankhaften Rückfluss (Reflux) von saurem Magensaft und anderen Mageninhalten hervorgerufen wird [OBS]
  • Gastroparese – Tonusverlust der Magenmuskulatur
  • Ileus (Darmverschluss) [MBS]
    • mechanisch: von außen (Adhäsionen, Briden, Tumor) oder von innen (Kolonkarzinom, Gallensteinileus Kotsteine), mit Strangulation (z. B. inkarzerierte Hernie, Volvulus); Symptomatik: Hyperperistaltik mit klingenden Darmgeräuschen, Erbrechen, Stuhl- und Windverhalt (Meteorismus)
    • paralytisch (Durchwanderungsperitonitis!)
  • Infektiöse Colitis − Darmentzündung durch Bakterien, Viren oder Parasiten wie beispielsweise Salmonellen
  • Inkarzerierte Hernie – eingeklemmter Weichteilbruch [UBS]
  • Invagination – Einstülpung eines Darmanteils in den aboral folgenden Darmabschnitt (Säuglinge)
  • Ischämische Colitis − Darmentzündung durch ungenügende Versorgung des Darms mit Nährstoffen und Sauerstoff
  • Magen-/Darmulzerationen (Geschwüre)
  • Meckel-Divertikulitis – Entzündung einer Aussackung im Bereich des Dünndarms, die ein entwicklungsgeschichtliches Überbleibsel darstellt
  • Meteorismus (Blähungen)
  • Mikroskopische Kolitis oder mikroskopische Colitis (Synonyme: kollagene Kolitis; Kollagenkolitis, Kollagencolitis) – chronische, etwas atypisch ablaufende Entzündung der Schleimhaut des Kolons (Dickdarm), deren Ursache unklar ist und die klinisch mit heftiger wässriger Diarrhoe (Durchfall) einhergeht/4-5-mal täglich, auch nachts; einige Patienten leiden dazu unter Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen); 75-80 % sind Frauen/ Frauen > 50 Jahre; die korrekte Diagnose ist nur mit Koloskopie (Darmspiegelung) und Stufenbiopsien (Entnahme von Gewebeproben in den einzelnen Dickdarmabschnitten), d. h. durch eine histologische (feingewebliche) Untersuchung zu stellen
  • Morbus Crohn – chronisch-entzündliche Darmerkrankung; sie verläuft meist in Schüben und kann den gesamten Verdauungstrakt befallen; charakterisierend ist der segmentale Befall der Darmmukosa, das heißt es können mehrere Darmabschnitte befallen sein, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind [MBS]
  • Morbus Whipple − seltene systemische Infektionskrankheit; ausgelöst durch das grampositive Stäbchenbakterium Tropheryma whippelii (aus der Gruppe der Aktinomyzeten), das neben dem obligat betroffenen Darmsystem verschiedene andere Organsysteme befallen kann und eine chronisch-rezidivierende Erkrankung ist; Symptome: Fieber, Arthralgie (Gelenkschmerzen), Störungen der Gehirnfunktion, Gewichtsverlust, Diarrhoe (Durchfall), Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen) u.v.m.
  • Lymphadenitis mesenterialis – bakterielle Infektion, die zu rechtsseitigen Bauchschmerzen führt; betrifft die abdominellen Lymphknoten
  • Obstipation** (Verstopfung)
  • Ösophagusspasmus – krampfartige Verengung der Speiseröhre
  • Peptische Ulzera** (bei Helicobacter-pylori-Infektion)
  • Perforation von Hohlorganen im Bauchraum wie der Magen- oder Darmperforation
  • Postenteritis-Syndrom** – Malabsorptionssyndrom in der Pädiatrie, das sich nach einer chronischen Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündung) mit rezidivierenden Durchfällen entwickeln kann
  • Reizdarmsyndrom* (Colon irritable) [MBS]
  • Rektumulkus (Mastdarmgeschwür)
  • Riesendivertikel des Kolons/Dickdarm (Durchmesser > 4 cm) [UBS]
  • Säuglingskolik/Säuglingskoliken ("Dreimonatskoliken“) 20 % der Säuglinge leiden in den ersten Monaten unter Darmkoliken; Symptomatik: exzessives Schreinen, Schmerzmimik, Flush mit angezogenen Beinen oder Überstreckung und geballten Fäusten
  • (Sub-)Ileus wg. Koprostase (Kotanstauung im Kolon; bevorzugt bei älteren Patienten)
  • Typhlitis – Entzündung des Appendix (Blinddarms) und aufsteigenden Colons (Dickdarms) sowie mitunter auch des terminalen Ileums (Endabschnitt des Krumm- oder Hüftdarms)
  • Strahlencolitis − Erkrankung, die nach Bestrahlungen, vor allem im Rahmen einer Krebstherapie, auftreten kann
  • Toxisches Megakolon – durch Toxine bedingte Lähmung und massive Dilatation des Kolons (Weitstellung des Dickdarms; > 6 cm), welche mit akuten Abdomen (stärksten Bauchschmerzen), Erbrechen, klinischen Zeichen des Schocks und Sepsis (Blutvergiftung) einhergeht; Komplikation bei der Colitis ulcerosa; Letalität (Sterberate) beträgt ca. 30 %
  • Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür) [OBS]
  • Ulcus ventriculi (Magengeschwür) [OBS]
  • Volvulus (Drehung eines Abschnittes des Verdauungstraktes um seine mesenteriale Achse) – Symptome: abdominale Schwellung, die sich über zwei, drei Tage entwickelt
  • Zöliakie** (gluteninduzierte Enteropathie) – chronische Erkrankung der Dünndarmmukosa (Dünndarmschleimhaut), die auf einer Überempfindlichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten beruht

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose)
  • Morbus Behçet (Synonym: Morbus Adamantiades-Behçet; Behçet-Krankheit; Behçet-Aphthen) – Multisystemerkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis, die mit einer rezidivierenden, chronischen Vaskulitis (Gefäßentzündung) der kleinen und großen Arterien sowie mit Schleimhautentzündungen einhergeht; als typisch für die Erkrankung wird in der Literatur die Trias (das Auftreten von drei Symptomen) aus Aphthen (schmerzhafte, erosive Schleimhautveränderungen) im Mund und aphthösen Genitalulzera (Geschwüre in der Genitalregion) sowie einer Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut, die aus der Aderhaut (Choroidea), dem Strahlenkörper (Corpus ciliare) und der Regenbogenhaut (Iris) besteht) angegeben; man vermutet einen Defekt der zellulären Immunität
  • Nukleus pulposus-Prolaps (Bandscheibenvorfall)
  • Psoasabszess (Eiteransammlung in der Psoasloge) [UBS]
    • primäre Psoasabszess: dieser entsteht durch hämatogene Dissemination (Aussaat über den Blutwege) bei unklarem Primärherd und betrifft vornehmlich jüngere Patienten und. (75-90 % der Fälle Staphylococcus aureus)
    • sekundärer Psoasabszess: dieser entsteht durch direkte Infektausbreitung benachbarter Organe (80 % der Fälle gastrointestinale Ursachen (Appendicitis, Divertikulitis, Kolonkarzinom, Morbus Crohn) vor. Weitere Ursachen sind die sekundäre Spondylitiden, tuberkulöse Spondylitis, die pyogene Sakroiliitis und infizierte Hüftgelenkendoprothesen
  • Sakroiliitis – Entzündung des Iliosakralgelenkes zwischen Kreuz- und Hüftbein
  • Symphysenschmerz [SS]

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP; Synonym: Familiäre Polyposis) – ist eine autosomal-dominant vererbbare Erkrankung. Diese führt zum Auftreten einer Vielzahl (> 100 bis tausende) kolorektaler Adenome (Polypen). Die Wahrscheinlichkeit der malignen (bösartigen) Entartung liegt bei nahezu 100 % (durchschnittlich ab dem 40. Lebensjahr).
  • Mastozytose – zwei Hauptformen: kutane Mastozytose (Hautmastozytose) und systemische Mastozytose (Mastozytose des gesamten Körpers); klinisches Bild der kutanen Mastozytose: gelblich-braune Flecken mit unterschiedlicher Größe (Urticaria pigmentosa); bei der systemischen Mastozytose treten zudem episodisch gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden), (Nausea (Übelkeit), brennende Abdominalschmerzen und Diarrhoe (Durchfall)), Ulkuskrankheit sowie gastrointestinale Blutungen (Magen-Darmblutungen) und Malabsorption (Störung der Nahrungsresorption) auf; bei der systemischen Mastozytose kommt es zu einer Anhäufung von Mastzellen (Zelltyp, der u. a. an allergischen Reaktionen beteiligt ist) im Knochenmark, wo sie gebildet werden, sowie zur Anhäufung in der Haut, den Knochen, der Leber, der Milz und dem Gastro-Intestinal-Trakt (GIT; Magen-Darm-Trakt); Mastozytose ist nicht heilbar; Verlauf in der Regel benigne (gutartig) und Lebenserwartung normal; extrem selten entarten Mastzellen (= Mastzellleukämie (Blutkrebs))
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • Lymphom − bösartige Erkrankung, die ihren Ursprung im lymphatischen System hat
  • Kolonkarzinom (Darmkrebs)
  • Magenkarzinom
  • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Tumoren jeder Art im Bereich des Abdomens

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Abdominelle Migräne – Idiopathische, wiederkehrende Störung, die vor sich vor allem bei Kindern in Form von episodisch auftretenden heftigen, akuten periumbilikalen Schmerzen manifestiert, welche 1-72 Stunden anhalten. [MBS + OBS]
  • Chronischen Unterbauchschmerzen („chronic pelvic pain“) der Frau [UBS]; betrifft ca. 15 % aller Frauen; Risikofaktoren dafür sind:
    • Alkohol und Drogenmissbrauch
    • körperlicher oder sexueller Missbrauch in der Kindheit
    • lange Blutungsdauer
    • gesicherte Endometriose
    • Angst, Depression
    • Somatisierungsstörungen
    • “Pelvic inflammatory disease“, Adhäsionen (Verwachsungen)
    • Zustand nach Sectio caesarea (Kaiserschnitt), Abort (Fehlgeburt)
  • Epilepsie-Äquivalente 
  • Funktionelle Abdominalschmerzen** – Klassifikation s. u. [1] 
  • Neuralgie – Schmerzen im Ausbreitungsgebiet eines sensiblen Nerven ohne nachweisbare Ursache
  • Kompression des Rückenmarks/der Spinalnerven
  • Somatoforme Störungen wie das chronische Unterbauchschmerzsyndrom oder in starken Belastungssituationen
  • Radikulitis (Nervenwurzelentzündung)
  • Tabes dorsalis (Neurolues) – Spätstadium der Syphilis, bei dem es zu einer Entmarkung des Rückenmarks kommt

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99) [SS] [UBS]

  • Abort (Fehlgeburt im 1. Trimenon/Schwangerschaftsdrittel) 
  • Extrauteringravidität (heterotrope Schwangerschaft) – Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter; bei ca. 1 bis 2 % aller Schwangerschaften liegt eine Extrauteringravidität vor: Tubargravidität (Eileiterschwangerschaft), Ovarialgravidität (Schwangerschaft im Eierstock), Peritonealgravidität oder Abdominalgravidität (Bauchhöhlenschwangerschaft), Cervixgravidität (Schwangerschaft im Gebärmutterhals); Symptomatik:
    • Unterbauchschmerzen, kolikartig, seitenabhängig (können initial sehr gering sein!)
    • Übelkeit, vor allem morgens
    • Sekundäre Amenorrhoe (Ausbleiben der Regel)
    • leichte vaginale Schmierblutung
    • Kollaps/Schock im Rahmen eines akuten Abdomens (z. B. bei Tubarruptur und Ovarialgravidität (hier kommt es recht früh zu einer Ruptur!))
    Beachte: Ein unauffälliger sonographischer Befund schließt keine heterotope Schwangerschaft! (insb. nach assistierter Reproduktion stets daran denken)
  • HELLP-Syndrom (H = hemolysis (Hämolyse/Auflösung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut), EL = elevated liver enzymes (Erhöhung der Leberenzyme), LP = low platelets (Thrombozytopenie/Verminderung der Blutplättchen) [SS]
  • Vorzeitige Plazentalösung 
  • Vorzeitige Wehen 
  • Uterusruptur

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Urämie (Auftreten harnpflichtiger Substanzen im Blut oberhalb der Normwerte)

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Adenomyose (Adenomyosis uteri) – Endometriuminseln (Gebärmutterschleimhautinseln) innerhalb des Myometriums/Gebärmuttermuskulatur (Endometriosis uteri) [UBS]
  • Adnexitis Entzündung von Eileiter und Eierstock; Symptomatik: allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Fluor genitalis (Scheidenausfluss), Unterbauchschmerzen) (Symptomatik: allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Fluor genitalis (Scheidenausfluss), Unterbauchschmerzen [UBS]
  • Dysmenorrhoe (Regelschmerzen) [UBS]
  • Endometriose – Auftreten von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Endometriumschicht der Gebärmutter [UBS]
  • Harnwegserkrankungen**
  • Hodentorsion (Hodenverdrehung)
  • Interstitielle Zystitis (interstitielle Cystitis, IC; Synonym: Hunner-Zystitis) – vorwiegend bei Frauen auftretende Zystitis (Blasenentzündung) unklarer Genese mit Fibrose der Harnblasenmuskulatur, Dranginkontinenz (Reizblase oder überaktiver (hyperaktive) Blase) und Entwicklung einer Schrumpfblase; Diagnosesicherung durch: Urethrozystoskopie (Harnröhren- und Blasenspiegelung) und Biopsie (Gewebeprobeentnahme) zur Histologie (feingewebliche Untersuchung) und Molekulardiagnostik spezifischer Zellproteine [chronische UBS der Frau]
  • Mittelschmerz (Intermenstrualschmerz) – in der Mitte des Zyklus der Frau auftretender Unterbauchschmerz, der wahrscheinlich durch den Follikelsprung bedingt ist [UBS]
  • Myomnekrose (Myom = gutartige Muskelgeschwulst der Gebärmutter; Nekrose = Absterben von Zellen/Zelltod) [UBS] [SS]
  • Nierenkolik, vor allem durch Nierensteine verursacht
  • Ovarialzyste, stielgedreht (Ovarialtorsion) – wassergefüllter Tumor im Bereich des Eierstocks, dessen versorgende Gefäße abgeklemmt wurden; Symptomatik: Schmerzen und Abwehrspannung im Unterbauch, Schock [UBS]
  • Perforation der Harnblase (Symptomatik: heftige und plötzlich einsetzende Schmerzen)
  • Pyelonephritis** (Nierenbeckenentzündung)
  • Stieldrehung der Adnexe (Anhangsgebilde des Uterus, d. h. das Ovar (Eierstock) und die Tuba uterina (Eileiter))
  • Urolithiasis (Harnsteinleiden)
  • Zystitis** (Blasenentzündung)

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Alkoholintoxikation (Alkoholvergiftung; Alkohol)
  • Hitzschlag
  • Nikotinvergiftung

Medikamente

  • Anthelminthika (Albendazol, Mebendazol, Niclosamid, Praziquantel)
  • Antibiotika
    • Cotrimoxazol
    • Daptomycin
    • Makrolide (Erythromycin-AT, Spiramycin)
  • Antiepileptika (Carbamazepin, Gabapentin, Pregabalin)
  • Antiarrhythmika (Herzglykoside/Digoxin)
  • Antimalariamittel (Atovaquon + Proguanil; Chinin-Intoxikation)
  • Betablocker (Acebutolol, Atenolol, Esmolol, Metoprolol, Oxprenolol, Propranolol)
  • Calciumfreie Phosphatbinder (Lanthanum, Sevelamer)
  • Cholesterinresorptionshemmer (Ezetimib)
  • Coxibe (Celecoxib, Parecoxib)
  • HCV-Proteaseinhibitoren (Boceprevir)
  • Herzglykoside (Digoxin, ß-Acetyldigoxin, ß-Methyldigoxin, Digitoxin)
  • Hormone
    • ADH-Analoga (Desmopressin)
    • Bradykinin-B2-Rezeptorantagonist (Icatibant)
    • Cholecystokinin-Analoga (Ceruletid)
    • Dopaminagonisten (Bromocriptin, Cabergolin)
    • Somatostatinanaloga (Octreotid, Lanreotid)
    • Somatostatin(-Derivate) – Somatostatin
    • Vasopressin (Terlipressin)
  • Laxantien (Lactulose)
  • Mukolytika (Bromhexin)
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen)
  • Opioidrezeptorantagonist (Naltrexon)
  • Phosphodiesterase-4-Hemmer/PDE4-Hemmer (Apremilast)
  • Phytosterole wie ß-Sitosterin
  • Prokinetische Laxantien (Ceruletid)
  • Sekretolytika (Ambroxol)
  • Virostatika
    • Nicht-Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) – Efavirenz, Nevirapin
    • NMDA-Antagonist (Amantadin)
    • Nukleosidanalogon (Aciclovir, Ganciclovir)

Operationen

  • Zust. n. Operationen (z. B. Adhäsionen/Verwachsungen)

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Arsenintoxikation (Arsen)
  • Bleiintoxikation (Blei)
  • Intoxikationen (Vergiftungen) – durch diverse Toxine (Spinnen, Schlangen, Insekten)

Weiteres

  • Drogenentzug
  • Rektusscheidenhämatom (RSH; Bluterguss innerhalb des vorderen und hinteren Faszienblatts der Rektusscheide/Sehnenplatte der Muskeln der vorderen Bauchwand) [SS]

*Funktionelle gastrointestinale Beschwerden, die häufig Ursache von Bauchschmerzen im Kindesalter sind.
**Typische Krankheiten, die Ursache chronischer Bauchschmerzen im Kindesalter sind.

Nachfolgend werden die häufigsten Abdominalschmerzen mit ihrer Lokalisation wie folgt markiert: 

  • [OBS] = Oberbauchschmerzen
  • [MBS] = Mittelbauchschmerzen
  • [UBS] = Unterbauchschmerzen

Literatur

  1. Drossman DA, Hasler WL: Rome IV – Functional GI Disorders: Disorders of Gut-Brain InteractionGastroenterology. 2016;150(6):1257-1261. doi: 10.1053/j.gastro.2016.03.035

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Chronischer Unterbauchschmerz der Frau. (AWMF-Registernummer: 016 - 001), November 2015 Langfassung
     
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