Ursachen
Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Bei der Hyperemesis gravidarum kommt es zum übermäßigen Erbrechen. Die Ursache ist noch unklar. Man geht davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Hormon HCG (humanes Choriongonadotropin; Schwangerschaftshormon) besteht.

Jedoch haben viele Frauen mit einem erhöhten HCG keine Nausea (Übelkeit) und Erbrechen. Zudem verspüren Patientinnen mit einem Chorionkarzinom, die ebenfalls erhöhte HCG-Werte aufweisen, keine Übelkeit.

Da die Hyperemesis gravidarum häufiger mit einem weiblichen Fetus ("Nachkommenschaft") assoziiert ist, könnte dieses ein Hinweis für einen erhöhten Östrogenspiegel in utero (in der Gebärmutter") darstellen. Möglicherweise reagieren Patientinnen mit Hyperemesis sensibler auf Östrogenwirkungen als asymptomatische Schwangere.

Des Weiteren vermutet man, dass auch psychologische Faktoren eine Rolle spielen. In jüngerer Zeit wird zunehmend auch eine chronische Helicobacter-pylori-Infektion (mit 80-90 % die häufigste Ursache der chronischen Gastritis) in das mehr oder weniger multimediale Auslösungsspektrum mit einbezogen.

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Mehrlingsgravidität (Mehrlingsschwangerschaft)
  • Migrationshintergrund

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Psycho-soziale Situation
    • Stress, starke Belastungssituationen
  • Übergewicht (BMI ≥ 25, Adipositas)

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Depression/depressive Verstimmung
  • Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimia nervosa (Essbrechsucht)
  • Helicobacter-pylori-Infektion, chronische 
  • Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Leberfunktionsstörungen, nicht näher bezeichnet
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Störungen im Fettstoffwechsel, nicht näher bezeichnet
  • Trophoblastenerkrankungen (komplette, partielle und invasive Blasenmole) – Störungen in der Entwicklung der Frucht
     
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