Ursachen
Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Man kann bei der Pathogenese der Dysmenorrhoe verschiedene Faktoren unterscheiden. Dazu gehören neben psychologischen (wie Stresssituationen) und sozialen Faktoren (sozialer Status) vor allem hormonelle Einflüsse. Dabei handelt es sich um Prostaglandine (Gruppe von Gewebshormonen), aber auch Leukotriene, Oxytocin oder Vasopressin [1].

Wahrscheinlich liegt als auslösender Faktor der Dysmenorrhoe eine Überproduktion von Prostaglandinen vor, die zu schmerzhaften Kontraktionen der Uterusmuskulator (Gebärmuttermuskulatur) führt. 

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), eine Variante des prä­menstruellen Syndroms (PMS), wird durch eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit auf Sexualhormone ausgelöst [2].

Ätiologie (Ursachen)

Primäre Dysmenorrhoe

Biographische Ursachen 

  • Anatomische Fehllagen des Uterus (Gebärmutter; z. B. retrovertierter Uterus ("nach hinten gekippte" Gebärmutter))
  • Unterusanomalien (Fehlbildungen der Gebärmutter) (ca. 10 % der Fälle):
    • Uterus arcuatus (lat. arcuatus „gebogen“) – geringste Ausprägung des Uterus septus (s. u.)
    • Uterus bicornis (partielle Verschmelzung der Müller-Gänge): Dieses bedingt eine gemeinsame Cervix (Gebärmutterhals) mit in unterschiedlichem Maß getrennten Uterushörnern.
    • Uterus didelphys (fehlende Verschmelzung der beiden Müller-Gänge): Dieses bedingt eine Duplizität von Corpus uteri (Gebärmutterkörper) und Cervix uteri.
    • Uterus septus (vollständige Fusion der Müller-Gänge mit unvollständiger Resorption des mittleren Septums, welches zu einer variierenden Länge und Form des Septums (Scheidewand) führt; häufigste uterine Fehlbildung): Dadurch entsteht ein äußerlich normalgeformter Uterus mit einem äußerlich breit ausgeladenen glatten Fundus (breite Teil der Gebärmutter, der zwischen den Eileiteröffnungen liegt) mit sagittalem medianem Septum. Nach der Länge des Septums sind drei Formen zu unterscheiden:
      • Uterus subseptus (Septum reicht ins Cavum/Gebärmutterhöhle)
      • Uterus septus (Septum reicht bis an die Cervix)
      • Uterus septus completus (Septum reicht bis in die Cervix hinein)
    • Uterus unicornis (Fehlentwicklung in einem Müller-Gang): Dadurch kann ein rudimentäres Horn vorhanden sein.

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Psycho-soziale Situation
    • Psychische Konflikte

Sekundäre Dysmenorrhoe

Verhaltensbedingte Ursachen 

  • Psycho-soziale Situation
    • Psychische Konflikte wie unerfüllter Kinderwunsch oder andere partnerschaftliche Probleme

Krankheitsbedingte Ursachen

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Cervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Pelvipathie – Unterbauchschmerzen der Frau aufgrund sehr unterschiedlicher Ursachen, die somatischer (körperlicher) als auch psychischer Natur sein können
    • Pelvipathia vegetativa (Synonyme: Parametropathia spastica, Pelvic congestion) – vegetative Dystonie (Störung der Reizleitung im Nervensystem) mit Manifestation im kleinen Becken bei vegetativer Labilität (Anfälligkeit für Belastungen)
    • Mittelschmerz (Schmerzen zum Zeitpunkt der Ovulation/Eisprung)

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Adenomyose (Adenomyosis uteri) – Endometriuminseln innerhalb des Myometriums (Endometriosis uteri)
  • Adnexitis (Entzündung von Eileiter und Eierstock), chronische
  • Endometriose – Vorkommen von Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) außerhalb der Gebärmutter, beispielsweise in oder auf den Ovarien (Eierstöcken), den Tuben (Eileitern), der Harnblase oder dem Darm [Scherzmaximum: vor der Menstruation]
  • Endometriumpolyp – gutartige Veränderung (im Sinne eines Polypen) der Gebärmutterschleimhaut
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) 
  • Uterusmyome – gutartige Wucherungen der Gebärmutter

Weitere Ursachen

  • Cervixstenose (Verengung des Gebärmutterhalses)
  • genitale Hypoplasie (Uterushypoplasie/Unterentwicklung der Gebärmutter)
  • Hymen imperforatus ("intaktes Jungfernhäutchen")
  • Intrauterinpessar (IUP, Spirale)

Literatur

  1. HM Beier, K Beier-Hellwich: Chlormadinoacetat – ein progesteronähnliches Gestagen mit antiandrogener Partialwirkung in der oralen Konzeption
    J Reproduktionsmed Endokrinol 2004; 1(4): 308-317. http://www.kup.at/kup/pdf/4886.pdf
  2. Dubey N et al.: The ESC/E(Z) complex, an effector of response to ovarian steroids, manifests an intrinsic difference in cells from women with premenstrual dysphoric disorder. Molecular Psychiatry 3 January 2017 doi:10.1038/mp.2016.229
     
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