Nasenkorrektur (Rhinoplastik)

Eine Rhinoplastik (Nasenkorrektur) (Synonym: Nasenkorrektur) ist eine operative Korrektur der äußeren Nase (Nase). Sie dient der Behandlung von kongenitalen (angeborenen) Formveränderungen sowie funktionellen (die Funktion betreffenden) und ästhetischen (das Aussehen betreffenden) Beeinträchtigungen.

Geschichtlicher Hintergrund der Nasenkorrektur

Historisch betrachtet reichen die Wurzeln der Nasenkorrektur weit zurück. Bereits in der Antike wurden in Indien Techniken entwickelt, um verstümmelte Nasen (Nasen) zu rekonstruieren (wiederherzustellen). Diese frühen Eingriffe legten den Grundstein für die Entwicklung moderner chirurgischer (operativer) Methoden.

Die Rhinoplastik (Nasenkorrektur) hat sich über Jahrhunderte zu einer hochspezialisierten Form der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie (wiederherstellenden Operation) entwickelt. Neben der Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes (Aussehen) steht heute gleichwertig die funktionelle (die Funktion betreffende) Optimierung der Nasenatmung (Atmung durch die Nase) im Vordergrund. Technische Innovationen (neue Entwicklungen) und ein vertieftes Verständnis der chirurgischen Anatomie (Aufbau des Körpers) haben zu einer zunehmenden Präzision (Genauigkeit) und Individualisierung (Anpassung an den einzelnen Patienten) der Eingriffe geführt.

Zielsetzung einer Rhinoplastik

  • Ästhetische Verbesserung: Durch Veränderung der Form der Nase wird eine harmonischere Gesichtsproportion erreicht.
  • Korrektur von Deformitäten: Angeborene oder traumatisch (durch Verletzung bedingte) Fehlformen (Fehlbildungen), z. B. Schiefnase oder Sattelnase, können korrigiert werden.
  • Verbesserung der Atmung: Beseitigung struktureller (baulicher) Ursachen einer Nasenatmungsbehinderung (erschwerten Nasenatmung).
  • Psychologischer Nutzen: Verbesserung der Lebensqualität bei subjektiv belastender Nasenform.
  • Rekonstruktive Aspekte: Wiederherstellung nach Trauma (Verletzung) oder bei Fehlbildungen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Angeborene Formveränderungen: z. B. Höckernase
  • Posttraumatische Deformitäten: z. B. Schiefnase, Sattelnase
  • Ästhetisch motivierte Korrekturen: der Nasenspitze oder Nasenflügel
  • Funktionelle Beeinträchtigungen: der Nasenatmung

Beachte [Leitlinien: 1]:

  • Die Operation sollte in der Wachstumsphase möglichst vermieden werden.
  • Bei Verdacht auf Körperschemastörung (gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers) ist eine fachärztliche Abklärung erforderlich.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Akute Atemwegserkrankungen (Erkrankungen der Atemwege) oder Infektionen (Entzündungen)
  • Unabgeschlossenes Wachstum (in der Regel < 18 Jahre)
  • Schwere internistische (die inneren Organe betreffenden) Erkrankungen (Krankheiten) (Herz, Lunge, Leber, Niere)
  • Blutgerinnungsstörungen (Störungen der Blutstillung)
  • Psychische Erkrankungen (seelische Erkrankungen), insbesondere Körperschemastörungen (gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers)

Vor der Operation

Vor der Operation sollte eine geeignete endoskopische Untersuchung (Spiegelung) der inneren Nase erfolgen [Leitlinien: 1].

Der Patient sollte für sieben bis zehn Tage vor dem Eingriff keine Acetylsalicylsäure (blutverdünnendes Medikament), Schlafmittel oder Alkohol einnehmen. Raucher sollten den Nikotinkonsum mindestens vier Wochen vor der Operation deutlich reduzieren.

Zum Operationszeitpunkt dürfen keine akuten Atemwegserkrankungen (Erkrankungen der Atemwege) vorliegen.

Ergänzend ist heute eine umfassende präoperative (vor der Operation stattfindende) Aufklärung obligat (verpflichtend). Diese umfasst neben den chirurgischen (operativen) Risiken insbesondere auch eine realistische Einschätzung des zu erwartenden Ergebnisses. Aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit von Informationen, z. B. über Internet und soziale Medien, kommen Patienten häufig mit konkreten, teils unrealistischen Vorstellungen in die Beratung, die im ärztlichen Gespräch korrigiert werden müssen.

Die präoperative (vor der Operation stattfindende) Planung erfolgt zunehmend unter Einsatz digitaler Bildgebung (bildgebender Verfahren). Moderne 2D- und 3D-Simulationsverfahren ermöglichen eine Visualisierung (Darstellung) möglicher Operationsergebnisse und unterstützen die Entscheidungsfindung. Es ist jedoch zwingend darauf hinzuweisen, dass diese Simulationen lediglich eine Orientierung darstellen und kein garantiertes Ergebnis abbilden.

Das Operationsverfahren

Je nach Ausmaß der Korrektur erfolgt der Eingriff ambulant (ohne stationären Aufenthalt) oder stationär (mit Krankenhausaufenthalt).

Vor der Operation wird das Ziel anhand von Fotografien und zunehmend mittels computergestützter Simulation festgelegt.

Die Schnitte liegen häufig im Inneren der Nase, sodass keine sichtbaren Narben entstehen. Bei der sogenannten offenen Technik (Operation mit äußerem Zugang) erfolgt zusätzlich ein kleiner äußerer Schnitt im Bereich des Nasenstegs.

Grundsätzlich stehen zwei operative Zugangswege zur Verfügung:

  • Geschlossene Rhinoplastik (Nasenkorrektur ohne äußeren Schnitt)
  • Offene Rhinoplastik (Nasenkorrektur mit Zugang über den Nasensteg)

Beide Verfahren sind etabliert und gleichwertig; die Wahl erfolgt indikationsabhängig sowie entsprechend der Erfahrung des Operateurs (Arztes).

Moderne Operationskonzepte umfassen neben der klassischen strukturellen Rhinoplastik auch Techniken wie:

  • Preservation Rhinoplasty (Erhalt anatomischer Strukturen)
  • Hybridverfahren (Kombination verschiedener Techniken)

Technische Weiterentwicklungen, insbesondere die Piezotechnik (ultraschallgestützte Knochenbearbeitung), ermöglichen eine präzisere und gewebeschonendere Knochenbearbeitung.

Im Verlauf der Operation werden Knorpel (elastisches Gewebe) und Knochen modelliert oder augmentiert (vergrößert), z. B. durch Transplantate (eingesetztes Gewebe).

Nach Abschluss erfolgt die Stabilisierung der Nase durch eine äußere Schienung (Fixierung).

Moderne Nachbehandlung:

  • Verzicht auf routinemäßige Tamponaden (Einlagen in die Nase) in vielen Fällen
  • Einsatz von Silikonschienen (weiche Kunststoffschienen) bei Bedarf
  • Verkürzte Schienungsdauer (in der Regel 5-7 Tage)

Anästhesieverfahren: Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
Operationsdauer: 1-3 Stunden

Nach der Operation

  • Schwellungen (Gewebeschwellung) und Hämatome (Blutergüsse) sind häufig und klingen meist innerhalb von zwei Wochen ab.
  • Wundheilungsstörungen (gestörte Heilung der Wunde) sind möglich.
  • Narbenbildung ist meistens gering.
  • Nachblutungen und Infektionen (Entzündungen) sind selten.
  • Sensibilitätsstörungen (Gefühlsstörungen) können auftreten.
  • Asymmetrien (Ungleichheiten) können eine Nachkorrektur erforderlich machen.
  • Thrombose (Blutgerinnsel) und Embolie (Gefäßverschluss) Risiko besteht wie bei jedem operativen Eingriff.

Im Kontext der heutigen digitalen Vernetzung ist zu berücksichtigen, dass postoperative (nach der Operation auftretende) Ergebnisse zunehmend öffentlich dokumentiert und bewertet werden. Dies führt zu einer gesteigerten Erwartungshaltung seitens der Patienten sowie zu einem erhöhten Erfolgsdruck für den Operateur (Arzt). Eine strukturierte Nachsorge und engmaschige ärztliche Betreuung sind daher essenziell.

Mögliche Komplikationen

  • Schwellungen (Gewebeschwellung) und Hämatome (Blutergüsse)
  • Wundheilungsstörungen (gestörte Heilung der Wunde) und Infektionen (Entzündungen)
  • Narbenbildung (Bildung von Narben) (selten ausgeprägt)
  • Nachblutungen (Blutungen nach der Operation) (selten)
  • Infektionen (Entzündungen) von Weichteilen (weiches Gewebe), Knorpel (elastisches Gewebe) oder Knochen (selten)
  • Nervverletzungen (Schädigung von Nerven), z. B. Riechstörung (Störung des Geruchssinns) oder Sensibilitätsstörungen (Gefühlsstörungen)
  • Verletzung des Tränenkanals (Tränenabflussweg)
  • Liquorleck (Austritt von Gehirnflüssigkeit) bei Schädelbasisverletzung (extrem selten)
  • Resorption (Abbau) oder Verformung von Transplantaten (eingesetztem Gewebe)
  • Septumperforation (Loch in der Nasenscheidewand) oder erneute Septumdeviation (Verkrümmung der Nasenscheidewand)
  • Zahnschäden (Schädigung der Zähne) (selten)
  • Thrombose (Blutgerinnsel)/Embolie (Gefäßverschluss)
  • Lagerungsschäden (Schäden durch Lagerung während der Operation)
  • Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen) auf Medikamente
  • In extrem seltenen Fällen schwerwiegende Komplikationen, z. B. Sepsis (Blutvergiftung)

Literatur

  1. Schwenzer N & Ehrenfeld M. (2011). Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (4. Aufl.). Thieme Verlag.
  2. Eufinger H, Kübler A & Schliephake H. (2021). Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (5. Aufl.). Springer Berlin.
  3. Horch HH, Neff A. (2022). Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (5. Aufl.). Urban & Fischer in Elsevier.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Formstörungen der inneren und/oder äußeren Nase (mit funktioneller und/oder relevanter ästhetischer Beeinträchtigung). (AWMF-Registernummer: 017-070) Stand: April  2022 Langfassung