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Narbenkorrektur

Die Narbenkorrektur ist ein Verfahren der ästhetischen Medizin und dient der Beseitigung bzw. Verschleierung von störenden und schmerzhaften Narben. Eine Narbe ist definiert als zell- und gefäßarmes Bindegewebe, das als Ersatz des vorherigen, ortsständigen Gewebes nach tief reichenden Verletzungen dient.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Eine Narbenkorrektur ist in erster Linie ein ästhetischer Eingriff und dient hier dem psychosozialen Wohlbefinden des Patienten. Sie ist aber vor allem dann sinnvoll, wenn es sich nicht nur um einen rein kosmetischen Eingriff handelt wie z. B. bei einer Narbenkontraktur über einem Gelenk. Eine solche Narbenkontraktur kann die Beweglichkeit des Patienten erheblich einschränken (z. B. im Bereich der Hände) und sollte behandelt werden. Auch schmerzhafte Narben sind eine Indikation für eine Narbenkorrektur.

Vor der Behandlung

Vor der Narbenkorrektur sollte ein intensives Anamnesegespräch durchgeführt werden, dass die Krankengeschichte und die Motivation zu dem Eingriff einschließt. Die Durchführung, eventuelle Nebenwirkungen und die Folgen der Operation sollten ausführlich erörtert werden.
Beachte: Die Anforderungen der Aufklärung sind strenger als üblich, da Gerichte im Bereich der ästhetischen Chirurgie eine „schonungslose“ Aufklärung fordern.

Des Weiteren sollten Sie vor dem Eingriff für die Dauer von sieben bis zehn Tagen weder Acetylsalicylsäure (ASS) noch Schlafmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Sowohl Acetylsalicylsäure als auch andere Schmerzmittel verzögern die Blutgerinnung und können zu unerwünschten Blutungen führen.
Raucher sollten ihren Nikotinkonsum bereits vier Wochen vor dem Eingriff stark einschränken, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Die Operationsverfahren

Das auszuwählende Behandlungsverfahren richtet sich nach der Beschaffenheit der Narbe. Die klinische Beschreibung einer Narbe beinhaltet Breite, Länge, Dicke, Kontur, Konsistenz, Elastizität, Sensibilität, Pigmentierung und die Ausrichtung des Narbenverlaufs im Bezug auf die Hautlinien. Es werden aktive (pathologisches Gewebe, das metabolisch aktiv ist und z. B. weiter wächst) und ruhende Narben unterschieden.

  • Aktive Narben: Keloide (Wulstnarben; überschießende Narbenbildung, die über die ursprüngliche Wunde hinausgeht), hypertrophe Narben
  • Ruhende Narben: flächenhafte Narbenplatten, narbige Konturdefekte, dehiszente Narben (Narben, die durch erhöhte Hautspannung platzen oder größer werden), Narben, die mit tieferen Strukturen verbacken sind, Narbenkontrakturen (z. B. über Gelenken), funktionsbeeinträchtigende Narben

Aktive Narben werden in erster Linie mit einer konservativen Therapie behandelt. Eine operative Therapie erfolgt, wenn keine Besserung erreicht werden kann oder wenn es sich um ruhende Narben handelt. Die konservative Therapie wird auch als Ergänzung zur operativen Therapie angewendet und beinhaltet folgende Elemente:

  • intraläsonale Injektion von Corticosteroiden (Triamcinolonacetonid, TAC; wirkt antiinflammatorisch (entzündungshemmend) und kann die Fibroblastensynthese inhibieren/hemmen) [s. u. Cicatrix (Narben)]
  • Kryochirurgie – gezielte Vereisung des Narbengewebes mit nachfolgender Nekrose (Gewebetod) der Läsion
  • lokale Silikonfolien 
    • zur Prophylaxe einer De-novo-Entstehung (Neubildung) von hypertrophen Narben oder Keloiden (Wulstnarben) bei Risikopatienten
    • nach operativer Therapie 
  • Kompression der Narbe durch Druckverbände (meist in Kombination mit Silikonfolien)

Als Mittel der Wahl wird heute häufig die Kombination aus Kryotherapie und intraläsionalen Corticosteroiden (TAC) angesehen. Die Vereisung lockert das Narbengewebe auf, sodass sich das Corticosteroid leichter injizieren lässt.

Die operative Narbenkorrektur orientiert sich vor allem an der Form und Qualität der Narbe. Die Schnittführung sollte entlang der Hautspannungslinien führen, um die Abheilung zu verbessern und die Narbe weniger sichtbar zu gestalten. Es handelt sich um einen ästhetisch-plastischen Eingriff, der die Narbe meist nicht vollständig entfernen kann. Trotzdem können deutlich verbesserte Ergebnisse erreicht werden.

Folgende Operationsverfahren machen eine Narbenkorrektur möglich:

  • Dermabrasion –  ein Abschleifen der Epidermis (oberste Hautschicht) zur Korrektur großflächiger Vernarbungen
  • Z-Plastik – ein dreieckiger Hautlappen wird im 45°-Winkel an den Narbenverlauf angelegt, um den natürlichen Hautspannungslinien zu entsprechen. Die Narbe ist nun Z-förmig und weniger auffällig
  • Komplette Exzision – Herausschneiden des Narbengewebes mit anschließender Readaption (direktes Anfügen der Wundränder durch Vernähen) bzw. Verschiebeplastik (ein Hautlappen aus einer benachbarten Region wird zum Verschluss der Wunde genutzt)
  • Lappenplastik – ein Hautlappen mit bestehender Blutversorgung wird über der Läsion vernäht, um diese zu verschließen
  • Hauttransplantation

Die operative Narbenkorrektur kleinerer Defekte wird in der Regel ambulant vorgenommen. Bei Behandlung größerer Narben (z. B. bei einer Lappenplastik) ist mit einem stationären Aufenthalt von mehreren Tagen zu rechnen. Kleinere Korrekturen finden unter einer lokalen Betäubung statt, aber auch eine Vollnarkose ist möglich.

Nach der Behandlung

Direkt postoperativ wird die Wunde mit einem Verband versorgt. Die Fäden der Hautnaht werden nach genügender Wundheilung entfernt (ca. eine Woche).
Schmerzen können durch Medikamente bekämpft werden. Gerade bei der Nachsorge von Narbenkontrakturen über Gelenken muss häufig eine krankengymnastische Therapie erfolgen, um die volle Beweglichkeit wieder herzustellen.

Ihr Nutzen

Narben sind nicht nur unästhetische Hautveränderungen. Sie können schmerzhaft sein und im Falle einer Kontraktur die Beweglichkeit von Gelenken erheblich einschränken. Aus diesem Grund ist eine Narbenkorrektur eine sinnvolle medizinische Maßnahme, die sowohl das Selbstbewusstsein als auch das Wohlbefinden positiv beeinflussen kann.

Literatur

  1. Petres J, Rompel R: Operative Dermatologie: Lehrbuch und Atlas. Springer Verlag 2006

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide). (AWMF-Registernummer: 013 - 030), März 2020 Langfassung

     
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