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Fettabsaugung (Liposuktion) des Bauches

Eine Liposuktion (Fettabsaugung) ist ein operativer Eingriff der ästhetisch-chirurgischen Medizin, bei dem das subkutane Fettgewebe (Unterhautfettgewebe) durch Vakuum mithilfe einer Aspirationskanüle entfernt bzw. abgesaugt wird. Die Liposuktion im abdominalen Bereich (Bauch) ermöglicht die schnelle und effektive Entfernung von störenden Fettpolster. Häufig sind diese nicht durch Sport oder eine gezielte Ernährungsumstellung zu bekämpfen und vor allem Frauen leiden unter der unästhetischen Form ihres Körpers. Die Liposuktion am Bauch kann mit einer Abdominoplastik kombiniert werden, dabei handelt es sich ebenfalls um einen chirurgischen Eingriff, der durch die Entfernung von überschüssiger Haut und Fett eine Straffung der Bauchregion erlaubt.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Unästhetische Fettpolster im abdominalen Bereich
  • Lipödem des Stadiums 3 (Lipödem reicht von den Hüften bis zu den Knöcheln; Kassenleistung)

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Absolute Kontraindikationen 

  • Bekannte Allergie auf Anästhetika bzw. Lokalanästhetika der Tumeszenzanästhesie

Relative Kontraindikationen 

  • Bekannte Krampfneigung (Epilepsie)
  • Einnahme von Antikoagulantien (gerinnungshemmende Medikamente)
  • Zu hohe Erwartungshaltung des Patienten an das Resultat der Operation
  • Schwere Herzerkrankungen
  • Schwere Lungenerkrankungen
  • Sschwere Leberschäden
  • Schwere Nierenschäden
  • Thromboseneigung (Thrombophilie)

Vor der Operation

Vor der Operation sollte ein intensives Anamnesegespräch durchgeführt werden, dass die Krankengeschichte und die Motivation zu dem Eingriff einschließt. Die Durchführung, eventuelle Nebenwirkungen und die Folgen der Operation sollten ausführlich erörtert werden. 
Beachte: Die Anforderungen der Aufklärung sind strenger als üblich, da Gerichte im Bereich der ästhetischen Chirurgie eine „schonungslose“ Aufklärung fordern.

Des Weiteren sollten Sie auf eine Hüft-Asymmetrie untersucht werden. Eine Studie weist darauf hin, dass die meisten Patienten eine schiefe Hüfte haben, die das Operationsergebnis und die Patientenzufriedenheit maßgeblich beeinflussen kann [1].

Vor einer Bauchdeckenstraffung sollten Sie für die Dauer von sieben bis zehn Tagen weder Acetylsalicylsäure (ASS) noch Schlafmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Sowohl Acetylsalicylsäure als auch andere Schmerzmittel verzögern die Blutgerinnung und können zu unerwünschten Blutungen führen.
Raucher sollten ihren Nikotinkonsum bereits vier Wochen vor dem Eingriff stark einschränken, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Das Operationsverfahren

Vor der eigentlichen Operation steht die Planung des Eingriffs, die die individuelle Erfassung des Befundes und die Aufklärung des Patienten umfasst. Dabei zeichnet der Chirurg am stehenden Patienten sorgfältig das Operationsgebiet ein und bestimmt die Zugangsstellen für die Aspirationskanüle. Der Eingriff erfolgt mithilfe der sogenannten Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA): Dabei werden in einem ersten Schritt eineinhalb bis mehrere Liter eines Gemisches aus sterilem, isotonem Wasser, Natriumbicarbonat, einem Lokalanästhetikum (Arzneimittel zur örtlichen Betäubung) sowie häufig auch etwas Cortison in das Unterhautfettgewebe infundiert. Nach einer 30-minütigen Wartezeit hat sich die eingebrachte Flüssigkeit im Fettgewebe gleichmäßig verteilt. Dabei bildet sich eine Art Emulsion aus Fettzellen und Tumeszenzlösung, die die eigentliche Liposuktion erheblich erleichtert.

Nachdem die Tumeszenzanästhesie 30 bis 40 Minuten einwirken konnte, setzt der Chirurg mit dem Skalpell kleine Schnitte durch die er die Absaugkanülen führen kann. Das Unterhautfettgewebe wird nun aus verschiedenen Winkeln überlappend in Form einer fächernden Bewegung abgesaugt. Häufig bietet sich auch der Bauchnabel als Zugangsregion an, da die Operationsnarbe hier sehr gut versteckt werden kann.

Wie bereits erwähnt kann die Liposuktion am Bauch mit einer Hautresektion im suprapubischen Bereich (kurz oberhalb der Scham) kombiniert werden.

Nach der Operation

Nach der Operation muss für den Zeitraum von zehn Tagen ununterbrochen ein straffes Stützmieder getragen werden, um das Operationsergebnis während der Abheilung zu stabilisieren. In den ersten Tagen hat der Patient mitunter ein Gefühl, welches einem Muskelkater ähnelt. Sportliche Aktivitäten sollten zunächst für einige Wochen unterlassen werden, um das Operationsergebnis nicht negativ zu beeinflussen. Die kleinen Narben der Hautschnitte verblassen mit der Zeit und das endgültige Resultat ist nach sechs bis neun Monaten zu bewundern.

Mögliche Komplikationen

  • Allergische Reaktionen – z. B. auf das Narkosemittel
  • Hämatome (Blutergüsse)
  • Keloide – verstärkte Narbenbildung
  • Ödeme (Schwellungen)
  • Schmerzen, Spannungsgefühl
  • Sensibilitätsstörungen im Operationsgebiet
  • Thrombose – Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet
  • Wundheilungsstörungen aufgrund von Durchblutungsstörungen
  • Wundinfektionen

Ihr Nutzen

Die Liposuktion am Bauch ist der am häufigsten nachgefragte Eingriff auf dem Gebiet der Fettabsaugung. Er kann den Patienten zu einer neuen, schlankeren und strafferen Körperform verhelfen. Da es sich um einen invasiven Eingriff handelt ist allerdings die Notwendigkeit der Operation gegen die Risiken abzuwägen.

Literatur

  1. Berger A: Plastische Chirurgie: Grundlagen, Prinzipien, Techniken. Springer Verlag 2002
  2. Hoffmann K, Altmeyer P: Ästhetische und plastische Operationen in der Dermatologie. W3L GmbH 2007  
  3. Maia M, Shikowitz-Behr L, Matarasso A: Hip Asymmetry: Implications in Body Contouring Surgery. Plast Reconstr Surg. 2019 Mar;143(3):513e-517e. doi: 10.1097/PRS.0000000000005317.

     
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