Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Symptome – Beschwerden
Sarkoidose

Folgende Symptome und Beschwerden können auf Sarkoidose hinweisen:

Akute Sarkoidose

Leitsymptome

  • Arthritis (Gelenkentzündung) ‒ typischerweise ist das Sprunggelenk betroffen
  • Erythema nodosum* (Synonyme: Knotenrose, Dermatitis contusiformis, Erythema contusiforme; Plural: Erythemata nodosa) (25 % der Fälle) – granulomatöse Entzündung der Subkutis (Unterhautfettgewebe), die auch als Pannikulitis bezeichnet wird, und eine druckdolente (schmerzhafte) Knötchenbildung (rote bis blaurote Farbe; später bräunlich). Die darüber liegende Haut ist gerötet (= erythematös).
    Lokalisation: beide Unterschenkelstreckseiten, am Knie und den Sprunggelenken; seltener an den Armen oder dem Gesäß
    Beachte: flächenhafte, erythematöse, druckdolente Knoten → Röntgenaufnahme des Thorax in zwei Projektionen zum Ausschluss einer Sarkoidose erforderlich
  • Bihiläre Adenopathie (hiläre Lymphadenopathie) ‒ beide Lungenflügel betreffende Lymphknotenveränderungen (90 % der Fälle einer Sarkoidose haben pulmonale Veränderungen)

*Beachte: Jeder Patient, der flächenhafte, erythematöse ("mit Hautrötung einhergehend"), druckdolente Knoten aufweist, ist verdächtig für eine Sarkoidose. In solchen Fällen ist eine Röntgenaufnahme des Thorax (Brustkorb) in zwei Ebenen zur weiteren Diagnostik erforderlich.

Weitere Symptome

  • Fieber
  • Husten

Hinweis: Eine akute Form der Sarkoidose ist das Löfgren-Syndrom (Synonym: Bilaterales Hiluslymphomsyndrom): Kombinationssymptomatik bestehend aus:

  • Bihiläre Lymphadenopathie (Bihiläre Adenopathie)
  • Sprunggelenksarthritis (entzündliche Gelenkserkrankung)
  • Erythema nodosum (s. o.)
  • Fieber

Das Löfgren-Syndrom tritt besonders häufig bei Frauen skandinavischer, afrikanischer oder puertoricanischer Herkunft auf [1].

Chronische Sarkoidose

  • Müdigkeit ‒ häufig verläuft die chronische Sarkoidose am Anfang jedoch asymptomatisch (ohne Symptome)

Spätere Symptome (Hinweis auf fortschreitende Lungenfibrose):

  • Reizhusten
  • Belastungsdyspnoe ‒ Atemnot bei Belastung

In der Regel fühlen sich die Betroffenen relativ gut, der Befund im Thorax-Röntgenbild ist jedoch ausgeprägt.

Early Onset Sarcoidosis (EOS)

Leitsymptome

  • Arthritis (Gelenkentzündung)
  • Uveitis – Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea), die aus der Aderhaut (Choroidea), dem Strahlenkörper (Corpus ciliare) und der Regenbogenhaut (Iris) besteht
  • Exanthem (Hautausschlag)

Weitere Symptome

  • Anorexie (Appetitlosigkeit)
  • Fieber
  • Hepatosplenomegalie ‒ Leber- und Milzvergrößerung
  • Müdigkeit

Extrapulmonale (außerhalb der Lunge auftretende) Symptomatik

  • Hautveränderungen (30 % der Fälle) wie:
    • Erythema nodosum (s. o.)
    • Rotbräunliche Papeln (von lateinisch papula "Bläschen" oder Knötchen)
    • Lupus pernio (großknotigen Form der Sarkoidose; flächenhafte, livide Infiltration von Nase, Wangen, Ohrläppchen)
    • Narbensarkoidose (gelbbräunliche Veränderungen an Narben)
  • Augenbeteiligung (25-50 %) wie:
    • Bandförmige Keratopathie (Erkrankung der Hornhaut des Auges), Beschläge im Arlt-Dreieck, interstitielle Keratitis – als korneale Manifestation
    • Iridozyklitis ‒ Entzündung von Iris und Ziliarkörper
    • Kalkablagerungen
    • Tränendrüsenbefall
    • Uveitis ‒ Entzündung der mittleren Augenhaut (s. o.)
  • Herzbeteiligung wie:
    • Herzrhythmusstörungen, vor allem AV-Block
    • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
    • Perikarderguss ‒ Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel
  • Knochenbefall wie:
    • Ostitis multiplex cystoides ‒ zystische Umwandlung der Finger
  • Leber und Milz (25-70 %; s. o. "Weitere Symptome")
  • Beteiligung des Nervensystems (Neurosarkoidose; bei ca. 10 % aller Sarkoidoseerkrankungen sind das periphere oder zentrale Nervensystem oder die Muskulatur mit betroffen) wie:
    • Diabetes insipidus ‒ Krankheit, die mit vermehrter Urinausscheidung (Polyurie) und einem gesteigerten Durstgefühl mit Polydipsie (vermehrtem Trinken) einhergeht
    • Hirnnervenausfälle (50-70 % aller Fälle einer Neurosarkoidose): Fazialislähmung (Lähmung des Gesichtsnerven; am häufigsten); des Weiteren N. opticus, N. glossopharyngeus und N. vagus.
    • Aseptische Meningitis/granulomatöse Meningitis (Hirnhautentzündung)
    • Granulome im Parenchym des ZNS (20-50 % aller Fälle einer Neurosarkoidose)
    • Hypophysenvorderlappeninsuffizienz ‒ Unvermögen der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), ausreichend Hormone zu bilden
    • Spinale Manifestationen
    • Peripheres Nervensystem: Granulome, die sowohl das Epi- als auch das Perineurium betreffen können; akute und chronische demyelinisierende Polyneuropathien
    • Muskelbefall (2-5 % aller Neurosarkoidosefälle)
    • Ggf. psychiatrische Symptomatik, nicht näher bezeichnet (20 % aller Fälle einer Neurosarkoidose)
  • Parotitis (Ohrspeicheldrüsenentzündung)

Grundsätzlich können alle Organsystems betroffen sein.

Heerfordt-Syndrom (Febris uveoparotidea)

Kombinationssymptomatik bestehend aus:

  • Fieber
  • Fazialisparese (s. o.)
  • Parotitis (Ohrspeicheldrüsenentzündung)
  • Uveitis (s. o.)

Literatur

  1. Saltman AP, Kuriya B: Löfgren syndrome in acute sarcoidosis. CMAJ October 02, 2017 189 (39) E1230; doi: https://doi.org/10.1503/cmaj.170547
     
Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag