Medizingerätediagnostik
Asthma bronchiale

Obligate Medizingerätediagnostik 

  • Spirometrie (Basisuntersuchung im Rahmen der Lungenfunktionsdiagnostik) – gehört zur Erstdiagnostik/Stufe 1 zur Diagnosesicherung sowie zur Verlaufskontrolle
    [
    Asthma bronchiale:
    • Nachweis einer Obstruktion (Verengung bzw. Verlegung der Atemwege): FEV1 (exspiratorische Einsekundenkapazität oder forciertes exspiratorisches Volumen) erniedrigt und FEV 1 / VC < 70 % (VC = Vitalkapazität)
    • Nachweis einer Reversibilität: (annähernde) Normalisierung nach Bronchospasmolyse/medikamentöse Relaxation der kontrahierten, d. h. "verkrampften" Bronchialmuskulatur; für Asthma bronchiale sprechen beim Bronchospasmolysetest (Gabe eines bronchienerweiternden Medikamentes) eine Normalisierung des FEV1 bzw. eine Zusatznahme um mehr als 400 ml.
      COPD wird nach GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) anhand der FEV1 eingeteilt: s. u. COPD/Medizingerätediagnostik
  • Reversibilitätstest mittels Bronchospasmolyse (medikamentöse Relaxation der kontrahierten, d. h. "verkrampften" Bronchialmuskulatur)ermöglicht die Unterscheidung zwischen Asthma bronchiale und COPD
    Zunächst wird eine Peak-Flow-Messung durchgeführt. Is
    t der Wert erniedrigt, wird ein bronchiendilatierendes (brochienerweiterndes) Spray (Beta-2-Sympathomimetikum: z. B - 400 μg Salbutamol) verabreicht. So wird getestet, ob sich durch diese Maßnahme die Atemwege erweitern lassen. Ist dies der Fall, so verbessert sich auch deutlich der Peak-Flow-Wert und es liegt höchstwahrscheinlich ein Asthma bronchiale vor.
    Bleibt der zuvor erniedrigte Peak-Flow-Wert auch nach dem Versuch der Atemwegserweiterung erniedrigt, spricht dieses eher für eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD).
  • Peak-Flow-Messung (Luftstrom, genauer gesagt die Atemstromstärke, bei einer forcierten starken Exspiration (Ausatmung)) – wichtiges Hilfsmittel zur Unterscheidung einer Asthma-Erkrankung von einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie zur Verlaufsbeobachtung bei Asthma bronchiale.
    Für Asthma bronchiale charakteristisch ist eine zirkadiane Variabilität des Peak-Flows. In den frühen Morgenstunden ist der Peak-Flow-Wert niedriger als im Tagesverlauf, d. h. die Atemwegsobstruktion ist stärker ausgeprägt.
  • FeNO-Messung (Synonyme: Bestimmung der Stickoxid-Konzentration (FENO) in der Atemluft; Mehrfachatemzugmethode, FENO Test) – Biomarker für Inflammation/diagnostisches Verfahren zur Bestimmung des FeNO-Wertes (Stickstoffmonoxid) in der Ausatemluft zur Erkennung von vorliegenden Entzündungsprozessen und chronischen pulmonalen Erkrankungen:
    • Asthma bronchiale: > 50 ppb (hoher Wert), bei Nichtrauchern stützt die Diagnose einer eosinophilen Atemwegsinflammation (Atemwegsentzündung)
    • COPD: üblicherweise normal; erniedrigt bei ehemaligen Rauchern
  • Bodyplethysmographie (Ganzkörperplethysmographie; große Lungenfunktion) – Erstdiagnostik/Stufe 2; gibt Aufschluss über den Grad der Lungenüberblähung (Lungenemphysem) sowie über das Ausmaß der Atemwegsobstruktion:
    • Asthma bronchiale: Residualvolumen (RV; Luftmenge welche nach maximaler Ausatmung noch in der Lunge verbleibt) unauffällig
    • COPD
      • COPD Schweregrad 1-2(-3): RV unauffällig oder leicht erhöht
      • COPD Schweregrad 4 (mit Emphysem): RV deutlich erhöht
    • Interstitielle Lungenerkrankung: Totale Lungenkapazität (TLC) vermindert
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax/Brustkorb), in zwei Ebenen; gehört zur Erstdiagnostik sowie bei atypischen Verläufen sinnvoll:
    • Asthma bronchiale: unauffällig
    • COPD
      • COPD Schweregrad 1-2(-3): unauffällig
      • COPD Schweregrad 4 (mit Emphysem): Zwerchfelltiefstand, Lungengefäßzeichnung vermindert
    • Interstitielle Lungenerkrankung: interstitielle und/oder feinfleckige Zeichnungsvermehrung

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern  – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Messung der Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid (DLCO) mit dem Einatemzugverfahren; zur Charakterisierung des intrapulmonalen Gasaustausches – zur Abgrenzung des Asthma bronchiale von der COPD [bei Patienten mit Asthma im Regelfall nicht pathologisch verändert]
  • Computertomographie (CT) mit Angiographie der Pulmonalarterien (CTPA) – als Basisdiagnostikum bei Verdacht auf Lungenembolie [Goldstandard]
    Alternativ: Lungenszintigraphie: V/P-Szintigraphie (Ventilations-/Perfusionsszintigraphie) (Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Tests erkannt wird, d. h. ein positives Testresultat auftritt): ca. 78 %; Spezifität (Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, durch das Verfahren auch als gesund erkannt werden): 98 %)
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
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